Naturtextilien und Wolle im Allgäu: Bio-Schurwolle, Strickwolle, Schaffelle, Hofladen
Schafe
Merinolandschafe und Coburger Fuchsschafe aus der eigenen Herde und von Bio-Schäfereien in Mittel- und Süddeutschland
Rohwolle
20 bis 30 Tonnen Bio-Rohwolle im Jahr, nach der Schur bei den Partnerschäfereien eingesammelt
Wäsche
Zertifizierte Wollwäscherei in Belgien, ohne Bleiche und Karbonisierung, ein Teil des Wollfetts bleibt in der Faser
Spinnen
Streichgarnspinnerei in Ostdeutschland, lange und kurze Fasern werden gemeinsam zu griffigen Garnen versponnen
Färben
Textilfärberei in Deutschland mit Farbstoffen nach IVN-Richtlinien laut Finkhof, oder Pflanzenfarben aus Reseda, Birkenblättern, Cochenille und Indigo
Felle
Rohfelle aus der eigenen Herde und süddeutschen Schäfereien, gegerbt im Schwarzwald mit Tara-Gerbstoff oder Relugan
Verarbeitung
Fellnäherei, Stoffnäherei und Handweberei im Allgäu sowie Partnerbetriebe
Verkauf
Hofladen in Bad Wurzach-Arnach, Onlineshop, Katalog und Wochenmarkt in Wangen im Allgäu
Direkt beim Hersteller kaufen Sie Bio-Wollkleidung bei Betrieben mit eigener Fertigung, die ihre Wollquelle offenlegen. Ein Beispiel ist die Schäfereigenossenschaft Finkhof eG aus Bad Wurzach-Arnach im Allgäu: Sie bezieht Bio-Rohwolle von eigenen Schafen und Partnerschäfereien aus Mittel- und Süddeutschland, koordiniert die Verarbeitung selbst und verkauft Pullover, Troyer, Socken und Strickwolle im Onlineshop finkhof.de und im Hofladen.
Achten Sie auf Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) mit GOTS-, IVN- oder Bioland-Siegel. kbT schreibt Bio-Futter und Weidehaltung vor und verbietet Pestizide gegen Parasiten. Mulesing, das Wegschneiden von Hautfalten bei Merinoschafen, ist bei kbT und in Deutschland generell verboten. Die Schäfereigenossenschaft Finkhof bezieht ihre Wolle bis auf wenige Ausnahmen aus kbT, überwiegend von Bio-Schäfereien aus Deutschland.
Schafwolle ist der Oberbegriff. Schurwolle bedeutet, dass die Wolle durch Schur gewonnen wurde und vorher noch nie in einem fertigen Textil verarbeitet war, recycelte Wolle zählt also nicht dazu. Bio-Schurwolle stammt zusätzlich aus kontrolliert biologischer Tierhaltung. Die Schäfereigenossenschaft Finkhof im Allgäu verarbeitet Bio-Schurwolle zu Garnen, Naturmode und Decken und begleitet die Wolle von der Schur bis zum fertigen Produkt.
Gröbere Schurwolle kann auf empfindlicher Haut kratzen, Wolle mit natürlichem Wollfett riecht im feuchten Zustand leicht nach Schaf, und sie verträgt nur den Wollwaschgang. Ohne Karbonisierung findet sich gelegentlich ein Strohhälmchen im Garn. Der Finkhof nennt diese Eigenschaften offen und bietet neben dicken Pullovern aus Wolle mittlerer Feinheit von Merinolandschafen auch weiche Wolle-Seide-Unterwäsche an.
Bettdecken aus Schafwolle führen Naturbettenhersteller und spezialisierte Wollhändler. Wichtig sind eine Füllung aus reiner Schurwolle und ein Siegel wie IVN BEST oder GOTS. Die Schäfereigenossenschaft Finkhof aus dem Allgäu bietet Bettdecken, Kopfkissen und Unterbetten mit Vlies oder Wollkügelchen aus Bio-Schurwolle an, nach eigenen Angaben IVN-BEST-zertifiziert. Sie werden nicht gewaschen, Auslüften über Nacht genügt meist.
Im Hofladen der Schäfereigenossenschaft Finkhof in Bad Wurzach-Arnach finden Sie das gesamte Sortiment: Naturmode, Strickwolle, Schaffelle, Wolldecken und Bettwaren aus Bio-Schurwolle. Geöffnet ist montags bis freitags von 9 bis 12:30 und 14 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr. Mittwochs steht der Finkhof außerdem auf dem Wochenmarkt in Wangen im Allgäu.