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Veganes Tiramisu: Einfaches Rezept für ein cremiges pflanzliches Dessert

Hausgemachtes Tiramisu mit zwei Biskuit- und Cremeschichten in einer gläsernen Auflaufform, mit Kakao bestäubt; daneben ein sauber geschnittenes, quadratisches Stück auf einem dekorativen Keramikteller mit goldener Gabel.
Aktualisiert: Von Sonja Hermann

Veganes Tiramisu gelingt mit einer Buttercreme auf Puddingbasis, selbst gebackenem Biskuit und einer Tränke aus Espresso und Amaretto. Das Rezept ergibt etwa 8 Portionen. Du brauchst rund 25 Minuten aktive Arbeit, dazu Zeit zum Backen und Abkühlen und mindestens 4 bis 6 Stunden im Kühlschrank, damit die Schichten durchziehen.

Auf den Punkt gebracht: Was ist veganes Tiramisu?

  • Veganes Tiramisu ersetzt Eier und Mascarpone durch pflanzliche Zutaten wie Pudding, vegane Butter, Cashews, Seidentofu oder fertige pflanzliche Frischkäse-Alternativen.

  • Dieses Rezept nutzt eine Buttercreme aus Pudding und veganer Butter. Sie braucht keine Einweichzeit und bleibt stabil.

  • Vegane Löffelbiskuit gibt es nur vereinzelt zu kaufen. Hier backen wir den Biskuit selbst, mit Sprudelwasser als Ei-Ersatz.

  • Mindestens 4 bis 6 Stunden Kühlzeit sind nötig, besser ist über Nacht.

  • Im Kühlschrank hält sich das Dessert abgedeckt 3 bis 4 Tage.

Zutaten für das vegane Tiramisu

Für ein veganes Tiramisu brauchst du im Grunde dieselben Komponenten wie beim italienischen Original, nur ohne tierische Produkte. Statt Eiern und Mascarpone kommt eine vegane Buttercreme zum Einsatz. Die ist stabiler als Cashew-Mascarpone und braucht keine Einweichzeit. Für den Biskuit dient Sprudelwasser als Ei-Ersatz, das macht den Teig durch die Kohlensäure luftig. Prüfe bei Puddingpulver, Vanilleextrakt und Amaretto die Zutatenliste, denn nicht jedes Produkt ist vegan.

Komponente

Zutat

Menge

Biskuit

Mehl

225 g

Zucker

150 g

Sprudelwasser

250 ml

Neutrales Öl (oder flüssige vegane Butter)

50 ml

Backpulver (Weinsteinbackpulver)

1 TL

Vanilleextrakt

1 TL

Buttercreme

Pflanzliche Milch

400 ml

Vanilleextrakt

1 TL

Vanillepuddingpulver (oder Stärke, wenn echte Vanille verwendet wird)

2 Päckchen

Zucker

80 g

Vegane Butter (weich)

300 g

Tränke

Starker Espresso (abgekühlt)

200 ml

Amaretto

3 EL

Topping

Kakaopulver

2 EL

Zubereitung: Biskuit backen, Creme herstellen und schichten

Die Buttercreme ist das Herzstück dieses Desserts. Geduld zahlt sich hier direkt aus: Pudding und Butter brauchen Zeit zum Abkühlen und Aufschlagen.

Biskuit backen: Den Ofen auf 180 °C Umluft vorheizen. Mehl, Zucker, Backpulver und Vanilleextrakt in eine Rührschüssel geben. Sprudelwasser und Öl dazugießen und nur ganz kurz zusammenrühren, ein paar Mal mit dem Löffel reicht. Wer zu lange rührt, schlägt die Bläschen der Kohlensäure kaputt, und der Biskuit wird flach statt fluffig. Den Teig in eine gefettete 22-cm-Form füllen und etwa 30 Minuten backen. Mit der Stäbchenprobe prüfst du, ob er durch ist. Dann den Biskuit komplett auskühlen lassen und in 2 bis 3 gleichmäßige Böden schneiden.

Buttercreme herstellen: Die pflanzliche Milch mit Vanilleextrakt, Vanillepuddingpulver und 80 g Zucker in einem Topf kalt glatt rühren. Unter ständigem Rühren aufkochen, bis ein richtig dicker Pudding entsteht. Er soll fast am Löffel stehen bleiben. Sofort Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche drücken, damit keine Haut entsteht, und den Pudding vollständig auf Raumtemperatur abkühlen lassen.

Die weiche vegane Butter 5 bis 10 Minuten mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine aufschlagen, bis sie fast weiß und fluffig ist. Dann den abgekühlten Pudding löffelweise zur Butter geben und jeweils gut einrühren. Die Creme wird mit jedem Löffel seidiger. Sieht sie leicht grisselig aus, einfach weiterschlagen. Wichtig: Pudding und Butter müssen die gleiche Temperatur haben, am besten Zimmertemperatur (20 bis 22 °C). Trennt sich die Creme trotzdem, hilft kurzes Anwärmen im Wasserbad.

Tränke mischen: Den abgekühlten Espresso mit 3 EL Amaretto in einer flachen Schüssel verrühren. Wer es alkoholfrei mag, lässt den Amaretto weg oder gibt einen halben Teelöffel Bittermandelaroma dazu.

Schichten: Den ersten Biskuitboden in die Form legen und mit der Espresso-Amaretto-Mischung tränken. Der Boden soll gut durchzogen sein, aber noch Struktur haben. Selbst gebackener Biskuit saugt anders als Löffelbiskuit, also lieber vorsichtig anfangen und bei Bedarf nachträufeln. Eine dicke Schicht Buttercreme darauf verteilen und glatt streichen. Dann folgen der nächste Boden, wieder Tränke und wieder Creme. Mit dem letzten Boden und einer finalen Cremeschicht abschließen und die Oberfläche glatt ziehen.

Kühlen und servieren: Das Tiramisu abdecken und mindestens 4 bis 6 Stunden in den Kühlschrank stellen, besser über Nacht. Je länger es durchzieht, desto besser verbinden sich Kaffee, Amaretto und Creme. Erst direkt vor dem Servieren 2 EL Kakaopulver durch ein feines Sieb über die Oberfläche stäuben, dann bleibt der Kakao pudrig statt feucht. Wer mag, dekoriert mit einem Hauch Zimt oder Zartbitterschokolade-Raspeln. Abgedeckt hält sich das Tiramisu im Kühlschrank 3 bis 4 Tage.

Für eine größere Runde verdoppelst du die Mengen und nutzt eine größere Form. Das Dessert lässt sich problemlos einen Tag vorher zubereiten. Im Glas funktioniert das Rezept genauso, nur die Portionen werden kleiner.

Vegane Mascarpone-Alternativen im Vergleich

Nicht jede vegane Tiramisu-Creme ist gleich. Je nachdem, ob dir Geschmack, ein leichteres Dessert oder wenig Zeitaufwand wichtiger ist, eignen sich unterschiedliche pflanzliche Basen.

Die Buttercreme aus Pudding und veganer Butter, wie in diesem Rezept, hat eine Konsistenz, die klassischer Mascarpone-Creme nahekommt. Sie braucht keine Einweichzeit und gelingt zuverlässig.

Fertige vegane Mascarpone-Alternativen aus dem Handel sparen Aufwand: Du rührst sie mit Puderzucker und Vanilleextrakt cremig und mischst sie mit aufgeschlagener pflanzlicher Sahne. Prüfe die Zutatenliste, wenn du Nuss-Allergien berücksichtigen musst.

Cashew-Mascarpone gilt als besonders natürliche Variante. Dazu werden Cashews über Nacht eingeweicht und mit pflanzlichem Quark püriert. Nachteil: Die Einweichzeit beträgt 6 bis 8 Stunden, und für Menschen mit Nussallergie scheidet sie aus.

Seidentofu liefert eine leichte, eiweißreiche Basis. Mit etwas Kokoscreme gemischt und gut püriert, entsteht eine samtige Masse. Sie ist weniger reichhaltig als die Buttercreme, für ein leichtes Sommertiramisu aber gut geeignet.

Variante

Konsistenz

Zeitaufwand

Hinweis

Buttercreme (Pudding + Butter)

fest und stabil

ca. 90 Minuten inkl. Abkühlen

nussfrei

Fertige vegane Mascarpone-Alternative

cremig

ca. 5 Minuten

Zutatenliste prüfen

Cashew-Mascarpone (selbst gemacht)

sehr cremig

6 bis 8 Stunden Einweichen + 10 Minuten

enthält Nuss

Seidentofu-Mix

leicht und samtig

ca. 10 Minuten

weniger reichhaltig

Kalorien und Nährwerte: Was du wissen solltest

Veganes Tiramisu ist wie das Original ein reichhaltiges Dessert. Wie viele Kalorien eine Portion hat, hängt vor allem von der Creme ab: Eine Butter- oder Kokoscreme ist fettreicher, eine Variante mit Seidentofu und pflanzlichem Joghurt leichter. Pflanzliche Zutaten enthalten kein Cholesterin, das macht das Dessert aber nicht automatisch zu einer Gesundheitskost. Wer Kalorien sparen möchte, reduziert den Zucker um ein Drittel und tauscht die vegane Sahne teilweise gegen aufgeschlagenen Sojajoghurt. Damit die Creme fest genug wird, helfen Sahnesteif oder eine Messerspitze Johannisbrotkernmehl.

Wie schneidet veganes Tiramisu in der Ökobilanz ab?

Mascarpone, Sahne und Eier sind die tierischen Zutaten im klassischen Tiramisu. Tierische Lebensmittel verursachen in der Regel mehr Treibhausgase als pflanzliche. Nach Daten von Poore und Nemecek (2018), aufbereitet von Our World in Data, kommt Erbsenprotein auf rund 0,4 kg CO₂-Äquivalente pro 100 g Protein, Käse auf rund 8,4 kg. Eine pauschale Aussage über ein ganzes Dessert lässt sich daraus nicht ableiten: Cashews sind ein Importprodukt, und manche vegane Butter enthält Palmöl. Achte deshalb auf Bio-Qualität und die Herkunft der Zutaten.

Häufige Fragen zu veganem Tiramisu

Kann man veganes Tiramisu einfrieren?

Ja, mit Einschränkungen. Die Creme verliert beim Auftauen etwas an Cremigkeit. Am besten friert man das Tiramisu portionsweise ein und lässt es über Nacht im Kühlschrank langsam auftauen.

Welches Kakaopulver eignet sich?

Verwende ungesüßten Backkakao. Er schmeckt intensiver als gesüßte Kakaomischungen. Für ein Tiramisu mit 8 Portionen reichen 2 EL zum Bestäuben.

Wie lange muss veganes Tiramisu im Kühlschrank stehen?

Mindestens 4 Stunden, besser 6 bis 8 Stunden oder über Nacht. In dieser Zeit zieht der Espresso in den Biskuit ein, die Schichten verbinden sich und die Creme wird fest. Lagere das Dessert im Kühlschrank bei höchstens 7 °C.

Gibt es vegane Löffelbiskuit zu kaufen?

Vegane Löffelbiskuit sind nur vereinzelt erhältlich, weil das Original Eier als Strukturgeber enthält. Prüfe die Zutatenliste. Alternativ funktioniert selbst gebackener veganer Biskuit, Zwieback oder ein einfacher veganer Rührkuchen in Streifen.

Funktioniert veganes Tiramisu ohne Cashews?

Ja. Das Rezept in diesem Artikel kommt ohne Nüsse aus, da die Creme aus Pudding und veganer Butter besteht. Prüfe bei Zutaten wie Pflanzenmilch und Amaretto, ob sie Nussbestandteile enthalten, wenn du eine Allergie berücksichtigen musst.

Wie macht man veganes Tiramisu im Glas?

Die Zubereitung ist identisch, nur die Portionen werden kleiner. Pro Dessertglas (ca. 250 ml) brauchst du 2 bis 3 Biskuitstücke und je 3 bis 4 Esslöffel Creme. Baue die Schichten direkt im Glas auf: Biskuit, Espresso, Creme, Biskuit, Creme, Kakaopulver.

Fazit: Veganes Tiramisu ohne Kompromisse

Mit selbst gebackenem Biskuit und einer Buttercreme auf Puddingbasis gelingt ein cremiges Tiramisu ohne Ei und Mascarpone. Bereite es am besten am Vorabend zu und stelle es über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag hast du ein Dessert, das sich gut vorbereiten lässt und Gäste überzeugt.

Quellen und weiterführende Informationen