CO2-Preis 2027: Was Heizen und Tanken kosten und warum der ETS2 erst 2028 startet
Bis zu 20,7 Cent pro Liter Heizöl, 1,55 Cent pro Kilowattstunde Erdgas und 18,6 Cent pro Liter Benzin: So viel CO2-Aufschlag steckt 2026 in deinen Energiekosten. Der CO2-Preis 2027 soll laut Gesetzentwurf der Bundesregierung im selben Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne bleiben. Der Grund: Der EU-Emissionshandel ETS2 startet erst am 1. Januar 2028.
CO2-Preis 2026 und 2027: Korridor, Aufschläge, Fristen
- Der nationale CO2-Preis liegt 2026 in einem gesetzlichen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne und wird erstmals an der Energiebörse EEX in Leipzig versteigert.
- Die erste Versteigerung am 1. Juli 2026 endete laut Deutscher Emissionshandelsstelle (DEHSt) beim Höchstpreis von 65 Euro pro Tonne.
- Für 2027 sieht der Gesetzentwurf zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (Drucksache 21/7869) erneut 55 bis 65 Euro pro Tonne vor; der Bundestag hat ihn am 24. September 2026 in erster Lesung beraten.
- Ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch zahlt bei 65 Euro pro Tonne rund 311 Euro CO2-Kosten im Jahr, mit 2.000 Litern Heizöl rund 413 Euro.
- Der EU-Emissionshandel für Gebäude und Straßenverkehr (ETS2) startet nach Verordnung (EU) 2026/667 erst am 1. Januar 2028 statt 2027.
- Vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter, inklusive Mehrwertsteuer um rund 17 Cent.
Emissionshandel statt CO2-Steuer: So entsteht der Preis
Der CO₂-Preis, oft auch CO2-Preis geschrieben, ist ein Aufschlag auf fossile Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel, die Händler und Lieferanten für jede Tonne Kohlenstoffdioxid (CO2) zahlen, die beim Verbrennen ihrer Produkte entsteht. Sie reichen diese Kosten über Tankstelle, Gasrechnung und Heizöllieferung an dich weiter. Rechtsgrundlage ist seit 2021 das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG).
Als Instrument für den Klimaschutz im Gebäude- und Verkehrssektor soll die CO2-Bepreisung fossile Energie schrittweise verteuern und Anreize setzen, damit Haushalte auf Wärmepumpen, Elektroautos oder Bus und Bahn umsteigen. Umgangssprachlich heißt der Aufschlag meist „CO2-Steuer“. Eine Steuer im juristischen Sinn ist er aber nicht. Der Staat verkauft Emissionszertifikate, und jedes Emissionszertifikat berechtigt zum Ausstoß einer Tonne CO2. Bis 2025 galten Festpreise, die von 25 Euro (2021) auf 55 Euro (2025) gestiegen sind. Ab 2026 läuft der nationale Emissionshandel über Auktionen: Jeden Mittwoch versteigert die EEX Zertifikate, und der Preis darf sich nur zwischen 55 und 65 Euro bewegen.
Wie der Handel mit CO₂-Zertifikaten für Industrie und freiwillige Kompensation funktioniert, erklärt unser Ratgeber zu Klimazertifikaten und dem CO2-Handel. Für Haushalte zählt vor allem der nationale Brennstoffhandel, denn er bestimmt deinen Spritpreis und deine Heizkosten.
Warum die erste Auktion beim Höchstpreis landete
Bei der ersten Versteigerung am 1. Juli 2026 boten laut DEHSt 101 Teilnehmer auf rund 292 Millionen Zertifikate, angeboten wurden etwa 21,3 Millionen. Der Zuschlag fiel folglich bei 65 Euro, der Obergrenze des Korridors. Die Einnahmen von rund 1,4 Milliarden Euro fließen über den Klima- und Transformationsfonds des Bundes in Klimaschutzmaßnahmen wie Gebäudesanierung und Elektromobilität. Reicht die versteigerte Menge nicht, können Unternehmen laut DEHSt in den anschließenden Verkäufen 2026 Zertifikate zu 68 Euro erwerben.
Hier hält sich ein verbreitetes Missverständnis. Viele Verbraucher lesen, die CO2-Abgabe mache Sprit 2026 nur „3 Cent teurer“. Das stimmt nur im Vergleich zu 2025. Laut DEHSt verteuert der Sprung von 55 auf 65 Euro Benzin um rund 2,8 Cent, Diesel und Heizöl um rund 3,2 Cent pro Liter; bei 60 Euro wären es 1,4 und 1,6 Cent. Der gesamte CO2-Anteil im Literpreis ist aber sechs- bis siebenmal so hoch.
Für die Praxis heißt das: Rechne 2026 und 2027 mit dem Höchstwert von 65 Euro. Für die Energiewende im Gebäudebereich ist das ein klares Preissignal. Wer mit 55 Euro kalkuliert, unterschätzt seine Kosten.
CO2-Preis Heizöl, Gas, Benzin: Kostentabelle für Heizkosten und Spritpreise
Pro 10 Euro höherem CO2-Preis steigen die Bruttokosten um rund 3 Cent je Liter Benzin, Diesel oder Heizöl und um gut 0,2 Cent je Kilowattstunde Erdgas. Diese Faustregel ergibt sich aus den Emissionsfaktoren der Brennstoffe. Mit ihr kannst du jeden künftigen Zertifikatspreis selbst in Euro übersetzen.
Unsere Tabelle rechnet mit folgenden Faktoren: 0,201 Kilogramm CO2 je Kilowattstunde Erdgas, 2,67 Kilogramm je Liter Heizöl, 2,40 Kilogramm je Liter Benzin und 2,65 Kilogramm je Liter Diesel. Die Formel lautet: Menge mal Emissionsfaktor mal Preis pro Tonne, plus 19 Prozent Mehrwertsteuer. Mit diesen Werten lassen sich die Angaben von ADAC und Verbraucherzentrale je Liter und Kilowattstunde auf den Cent genau nachvollziehen (Stand: September 2026).
| Energieträger | CO2-Aufschlag bei 55 €/t (brutto) | CO2-Aufschlag bei 65 €/t (brutto) | Beispielhaushalt pro Jahr bei 55 € / 65 € |
|---|---|---|---|
| Erdgas | 1,32 ct/kWh | 1,55 ct/kWh | Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gas: 263 € / 311 € |
| Heizöl | 17,5 ct/l | 20,7 ct/l | Einfamilienhaus mit 2.000 l Heizöl: 350 € / 413 € |
| Benzin | 15,7 ct/l | 18,6 ct/l | Pendler mit 15.000 km und 7 l/100 km Benzin: 165 € / 195 € |
| Diesel | 17,3 ct/l | 20,5 ct/l | Pendler mit 15.000 km und 6 l/100 km Diesel: 156 € / 184 € |
Zwei Einschränkungen gehören zur Ehrlichkeit. Beim Sprit liegt der echte Aufschlag etwas niedriger, weil beigemischte Biokraftstoffe laut DEHSt keine CO2-Kosten tragen. Beim Gas hängt der Wert von der Rechenbasis ab: Die DEHSt nennt je 10 Euro rund 0,22 Cent pro Kilowattstunde, ADAC und Verbraucherzentrale rechnen mit dem höheren Faktor. Die Tabelle nutzt bewusst die vorsichtigere, also höhere Variante.
CO2-Preis Gas und Heizöl: ADAC-Beispiel Einfamilienhaus
Ein unsaniertes Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch zahlt 2026 laut ADAC zwischen 263 und 311 Euro CO2-Kosten im Jahr. Ein gut gedämmtes Effizienzhaus mit 6.500 Kilowattstunden kommt auf 85 bis 101 Euro.
Heizöl trifft dich stärker, weil ein Liter mehr CO2 freisetzt als die energetisch vergleichbare Menge Gas. Bei 2.000 Litern im Jahr zahlst du 350 bis 413 Euro. Die Verbraucherzentrale kommt mit rund 350 bis 410 Euro auf fast dieselben Werte.
CO2-Preis Benzin und Diesel: Spritpreise für Pendler
Wer 15.000 Kilometer im Jahr mit einem Benziner fährt, der sieben Liter auf 100 Kilometer verbraucht, tankt rund 1.050 Liter. Darin stecken bei 65 Euro pro Tonne etwa 195 Euro pro Jahr Mehrkosten durch die CO2-Abgabe. Der Diesel-Pendler mit sechs Litern Verbrauch zahlt rund 184 Euro.
Kurzfristig soll ein Tankrabatt die hohen Spritpreise abfedern. Die Entlastung gilt vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026: Die Energiesteuer sinkt um 14 Cent pro Liter, mit Mehrwertsteuer um rund 17 Cent, wie die Bundesregierung mitteilt. Rechnerisch gleicht das für drei Monate fast den gesamten CO2-Anteil im Benzinpreis aus. Ob die Senkung an der Zapfsäule ankommt, entscheiden allerdings die Mineralölkonzerne. Weil Deutschland Rohöl überwiegend über Importe bezieht, schwankt der Spritpreis zusätzlich mit dem Weltmarkt.
Aus der Tabelle folgt eine klare Prioritätenliste: Die Ölheizung ist der größte CO2-Kostenblock im Haushalt, gefolgt von Gas; das Pendeln fällt geringer aus.
Warum startet der ETS2 erst 2028?
Die Europäische Union hat den Start des Emissionshandels für Gebäude und Straßenverkehr (ETS2, amtlich EU-ETS 2) um ein Jahr auf den 1. Januar 2028 verschoben. Das regelt Verordnung (EU) 2026/667, veröffentlicht im Amtsblatt am 18. März 2026 und in Kraft seit 7. April 2026. Bis dahin gilt in Deutschland weiter die nationale CO2-Bepreisung nach BEHG.
Die Verordnung ändert vor allem das Europäische Klimagesetz und legt ein Klimaziel von minus 90 Prozent bis 2040 gegenüber 1990 fest. Der europäische Emissionshandel für die Sektoren Gebäude und Verkehr soll helfen, diese Klimaziele zu erreichen. Das bestehende System für Kraftwerke und Industrie heißt ETS 1, das neue für Gebäude und Verkehr ETS 2. Artikel 2 verschiebt die Durchführung des Emissionshandels nach Kapitel IVa der Emissionshandelsrichtlinie auf 2028. Die DEHSt bestätigt die Folge für Deutschland: Die Berichtsphase im ETS2 verlängert sich bis einschließlich 2027, und das nationale System nach BEHG gilt parallel weiter.
Nach geltendem Recht hätte sich der nationale CO2-Preis im Jahr 2027 laut Bundesumweltministerium am bestehenden EU-Emissionshandel für Energie und Industrie orientiert. Um Planungssicherheit zu schaffen, beschloss die Koalition am 12. Mai 2026, den Korridor von 55 bis 65 Euro für 2027 fortzuschreiben. Das Bundesumweltministerium legte am 3. Juli einen Referentenentwurf vor, das Kabinett beschloss ihn am 12. August 2026.
Reform des BEHG: der Stand im Bundestag
Im Bundestag liegt der Entwurf als Drucksache 21/7869 vor. Die erste Lesung fand am 24. September 2026 statt, danach ging er in den Umweltausschuss. Bis zur Verabschiedung sind Änderungen im Detail möglich (Stand: September 2026).
Für deine Planung bedeutet das: 2027 steigen deine Heizkosten durch die CO2-Bepreisung voraussichtlich kaum, ein möglicher Preisanstieg kommt erst ab 2028.
Mieter, Vermieter, Klimageld: Wer zahlt den CO2-Preis?
Bei vermieteten Wohnungen teilen sich Mieter und Vermieter die CO2-Kosten nach einem Stufenmodell. Je schlechter das Gebäude gedämmt ist, desto mehr trägt der Vermieter: von 0 Prozent bei unter 12 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter und Jahr bis 95 Prozent ab 52 Kilogramm. Das regelt seit 2023 das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz.
Die CO2-Kostenaufteilung Mieter/Vermieter läuft in zehn Stufen. Grundlage ist der CO2-Ausstoß des Gebäudes pro Quadratmeter Wohnfläche. Ein Beispiel: In einem unsanierten Altbau mit Ölheizung und 55 Kilogramm pro Quadratmeter zahlt der Mieter nur 5 Prozent der 413 Euro aus unserer Tabelle, also rund 21 Euro. Der Vermieter übernimmt rund 392 Euro.
Bei Zentralheizung erscheint die Aufteilung automatisch in der Heizkostenabrechnung. Anders bei einer Gasetagenheizung mit eigenem Liefervertrag: Dort musst du laut Deutschem Mieterbund deinen Erstattungsanspruch selbst geltend machen, und zwar innerhalb von zwölf Monaten nach Erhalt der Lieferantenrechnung in Textform. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist zudem darauf hin, dass die BEHG-Änderung Anpassungen im Aufteilungsgesetz nach sich ziehen könnte.
Klimageld und Pendlerpauschale: Stand 2026
Ein Klimageld, also die Rückzahlung der CO2-Einnahmen pro Kopf, gibt es 2026 nicht. Am 20. März 2026 lehnte der Bundestag einen Antrag der Linken für ein „sozial gerechtes Klimageld“ ab; CDU/CSU, SPD und AfD stimmten dagegen. Stattdessen nennt das Bundesumweltministerium für 2026 andere Entlastungsmaßnahmen: eine niedrigere Gasspeicherumlage, eine geringere Stromsteuer für Unternehmen und eine Entfernungspauschale (Pendlerpauschale) von 38 Cent ab dem ersten Kilometer.
Hinzu kommt der Klimasozialfonds der EU. Deutschland erhält daraus laut Bundesumweltministerium von 2026 bis 2032 rund 5,31 Milliarden Euro, mit nationaler Kofinanzierung etwa 7,1 Milliarden. Das Geld soll als gezielte Unterstützung an Haushalte mit niedrigem Einkommen, Haushalte mit mittlerem Einkommen, Verkehrsteilnehmende und Kleinstunternehmen fließen.
Wer mit Ölheizung oder als Pendler auf dem Land lebt, trägt die CO2-Kosten derzeit ohne direkten Ausgleich.
Preisschock 2028: Szenarien für steigende CO2-Preise
Ab 2028 gelten neue Regeln: Der CO2-Preis für Heizen und Tanken bildet sich am europäischen Markt, ohne festen Korridor. Perspektivisch ist die Tendenz steigend, weil die Zertifikatemenge im ETS2 jedes Jahr kleiner wird. Die folgenden Szenarien sind keine Prognose, sondern eine eigene Modellrechnung unserer Redaktion auf Basis veröffentlichter Preispfade und der Faustregel aus der Kostentabelle.
Als Bremse sieht das EU-Recht einen Preisstabilitätsmechanismus vor. Liegt der ETS2-Preis zwei Monate in Folge über 45 Euro pro Tonne, gemessen in Preisen von 2020, gibt die Marktstabilitätsreserve zusätzlich 20 Millionen Zertifikate frei. Das beschreibt unter anderem das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI). Wichtig: Das ist keine harte Obergrenze, sondern nur eine zusätzliche Angebotsmenge. Im Zuge einer Reform des Emissionshandels hat die EU-Kommission im November 2025 laut der Energierechtskanzlei Becker Büttner Held vorgeschlagen, diese Menge auf 40 Millionen zu verdoppeln. Wird der Mechanismus so reformiert, stünde bei Preisspitzen doppelt so viel zusätzliches Angebot bereit.
Wie teuer es ohne wirksame Dämpfung werden könnte, zeigt das EWI in seiner Studie vom März 2025: Der modellierte Gleichgewichtspreis lag zum Start bei rund 120 Euro und steigt bis 2030 auf rund 140 Euro pro Tonne. Die Forschenden des EWI warnen, die preisdämpfenden Elemente seien „nicht hinreichend“, um Brüche beim Übergang zu vermeiden. Einen festen CO2-Preis im Jahr 2028 prognostiziert die Studie nicht.
| Szenario 2028 (Modellrechnung) | CO2-Preis pro Tonne | Gas, 20.000 kWh | Heizöl, 2.000 l | Benzin, 1.050 l |
|---|---|---|---|---|
| Szenario A: Preisbremse greift, Preis bleibt auf heutigem Niveau | 65 € | 311 € | 413 € | 195 € |
| Szenario B: Moderater Anstieg trotz Reserve | 80 € | 383 € | 508 € | 240 € |
| Szenario C: EWI-Gleichgewichtspfad ohne wirksame Dämpfung | 120 € | 574 € | 763 € | 360 € |
Im Szenario C beträgt die Kostensteigerung mit Ölheizung rund 350 Euro im Jahr gegenüber heute. Für Mieter und Eigentümer unsanierter Häuser hieße das deutlich höhere Kosten. Beim Tanken wären es rund 34 Cent pro Liter Benzin statt 18,6 Cent. Ein Preissprung ist also möglich, aber nicht ausgemacht; er hängt davon ab, wie stark die EU nachsteuert.
Wer eine neue Heizung für 15 bis 20 Jahre plant, sollte mit Szenario B oder C rechnen, nicht mit Szenario A.
CO2-Kosten vor 2028 senken: Was sich rechnet
Den größten Hebel hast du beim Heizen. Ob ein Heizsystem wirklich weniger CO2 verursacht, zeigt erst der CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde Wärme; klimaneutrale Heizungen im Wortsinn gibt es im deutschen Strom- und Wärmemix nicht. Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3 verursacht mit dem deutschen Strommix 2025 rund 115 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Wärme. Erdgas setzt pro Kilowattstunde Brennstoff rund 201 Gramm frei, Heizöl rund 266 Gramm; pro Kilowattstunde Wärme liegt der Wert wegen Kesselverlusten noch etwas höher. Zudem fällt auf Strom kein Brennstoff-CO2-Preis an. Welche Technologie passt, hängt vom Gebäude ab.
Die Zahl für die Wärmepumpe ergibt sich aus dem Umweltbundesamt: Pro Kilowattstunde verbrauchten Stroms entstanden 2025 im Schnitt 344 Gramm CO2. Geteilt durch die Jahresarbeitszahl 3 sind das rund 115 Gramm je Kilowattstunde Heizwärme. Stromerzeugung unterliegt dem bestehenden EU-Emissionshandel für Kraftwerke, nicht dem BEHG.
Wie hoch der Zuschuss für den Tausch ausfällt, zeigt unser Überblick zur Wärmepumpen-Förderung 2026. Biogene Brennstoffe, die die gesetzlichen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen, tragen laut DEHSt keine CO2-Abgabe; für Holzpellets fällt deshalb in der Regel kein Aufschlag an. Kosten und Feinstaubfragen vertieft der Ratgeber zu Pelletheizung und Pelletkessel.
Dämmung zuerst, dann die Technik
Gegen einen steigenden CO2-Preis hilft bei fossil betriebenen Heizungen jede eingesparte Kilowattstunde, egal wie hoch die CO2-Preise 2028 steigen. Wer gezielt sparen will, beginnt beim Energiebedarf für Raumwärme, denn dort liegen die größten Einsparpotenziale: Energieeffiziente Gebäude wie das Effizienzhaus aus dem ADAC-Beispiel zahlen mit 6.500 Kilowattstunden nur 85 bis 101 Euro CO2-Kosten im Jahr. Bei Gas sparst du mit 5.000 Kilowattstunden weniger Verbrauch heute rund 78 Euro im Jahr, im Szenario C rund 144 Euro. Wer auf eine Heizung mit geringerem CO2-Ausstoß umsteigen will, vergleicht am besten Gramm CO2 pro Kilowattstunde Wärme statt Werbeversprechen. Welche Heizungen seit dem 29. Juli 2026 noch erlaubt sind und was die Biotreppe verlangt, erklärt unser Ratgeber zum neuen Heizungsgesetz.
Vor einer großen Investition hilft eine unabhängige Energieberatung; worauf du dabei achten solltest, steht in unserem Beitrag Woran seriöse Energieberatung erkennbar ist. Energieberater und Heizungsbetriebe in deiner Region findest du auf greenya.de, Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997.
Das Zeitfenster bis Ende 2027 ist günstig: Die CO2-Kosten sind bekannt, die Förderung läuft, und jede Entscheidung vor 2028 schützt dich vor unsicheren Marktpreisen.
Häufige Fragen zum CO2-Preis ab 2027
Diese Fragen tauchen rund um CO2-Abgabe, Klimageld und ETS2 am häufigsten auf. Die Antworten beziehen sich auf den Stand September 2026.
Ist der CO2-Preis 2027 schon beschlossen?
Nein, noch nicht endgültig. Das Bundeskabinett hat die Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes am 12. August 2026 beschlossen. Laut Deutschem Bundestag fand die erste Lesung am 24. September 2026 statt, danach berät der Umweltausschuss. Inhaltlich sieht der Entwurf wie 2026 einen Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne vor. Der Bundestag muss das Gesetz noch beschließen und der Bundesrat sich damit befassen, damit die Regel ab 1. Januar 2027 gilt.
Wie hoch steigt der CO2-Preis bis 2030?
Eine verlässliche Zahl gibt es nicht, weil der Preis ab 2028 am Markt entsteht. Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln modellierte 2025 einen Gleichgewichtspfad von rund 120 Euro zum Start bis rund 140 Euro pro Tonne im Jahr 2030. Der Preisstabilitätsmechanismus soll Spitzen dämpfen. Rechne bei langfristigen Entscheidungen daher lieber mit 80 bis 140 Euro als mit heutigen 65 Euro.
Senkt der Tankrabatt den Spritpreis 2026?
Ja, für drei Monate. Vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter, mit Mehrwertsteuer um rund 17 Cent. Den vorherigen Rabatt im Mai und Juni 2026 haben die Tankstellen laut Bundesregierung nach Einschätzung von Monopolkommission und Bundeskartellamt größtenteils weitergegeben. Der CO2-Aufschlag von bis zu 18,6 Cent pro Liter Benzin bleibt dabei bestehen, er wird nur rechnerisch ausgeglichen.
Was muss ich als Mieter mit Gasetagenheizung tun?
Du musst deinen Anteil an den CO2-Kosten selbst beim Vermieter zurückfordern. Nach Angaben des Deutschen Mieterbunds hast du dafür zwölf Monate ab Erhalt der Gasrechnung Zeit, und die Forderung muss in Textform erfolgen. In schlecht gedämmten Häusern übernimmt der Vermieter bis zu 95 Prozent. Die Verbraucherzentrale bietet dafür einen kostenlosen Rechner an.
Fällt auf Strom und Wärmepumpen ein CO2-Preis an?
Nein, nicht nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz. Die nationale CO2-Abgabe betrifft nur Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel. Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen unterliegen bereits dem europäischen Emissionshandel für Energie und Industrie. Deshalb zahlst du für den Betriebsstrom einer Wärmepumpe oder eines Elektroautos keine zusätzliche CO2-Abgabe. Das gilt auch nach dem ETS2-Start 2028, denn der ETS2 erfasst Brennstoffe für den Sektor Gebäude, den Straßenverkehr und kleinere Industrieanlagen, aber keinen Strom.
Fazit: 2027 ist das letzte kalkulierbare Jahr
Rund 413 Euro CO2-Kosten zahlt ein Einfamilienhaus mit Ölheizung 2026 und voraussichtlich auch 2027, mit Gas rund 311 Euro. Der Zertifikatspreis bleibt im Korridor von 55 bis 65 Euro, weil die EU den ETS2 auf 2028 verschoben hat. Danach entscheidet der Markt, und veröffentlichte Preispfade reichen bis 140 Euro pro Tonne.
Unsere Einschätzung: Nutze 2027 als Planungsjahr. Rechne deine eigenen Kosten mit der Faustregel nach, prüfe als Mieter deinen Erstattungsanspruch und hole vor einem Heizungstausch mehrere Angebote samt Förderung ein. Wer vor 2028 den Verbrauch senkt, macht sich vom Marktpreis unabhängiger.
Quellen und weiterführende Informationen
- ADAC (2026): CO2-Steuer: Was der Anstieg für Autofahrer bedeutet
- ADAC (2026): CO2-Steuer fürs Heizen: Kosten für Öl und Gas 2026
- Becker Büttner Held (2025): Die EU ETS 2-Marktstabilitätsreserve im Fokus der Reformbestrebungen
- BDEW (2026): Dritte Änderung des BEHG: Preiskorridor auch 2027
- Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2026): Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes
- Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2025): Ab 2026: Entlastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher
- Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2025): BMUKN-Stellungnahme zum EU-Klimasozialfonds
- Bundesregierung (2026): Relief on fuel prices: Tax cut for diesel and petrol
- Deutsche Emissionshandelsstelle (2025): Verschiebung des Starts der Regelphase des EU-ETS 2
- Deutsche Emissionshandelsstelle (2026): Erste Versteigerung im nEHS erfolgreich durchgeführt
- Deutsche Emissionshandelsstelle (2026): Was bedeutet die neue Versteigerungsphase ab 2026 für Verbraucherpreise?
- Deutscher Bundestag (2026): Erste Lesung zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes
- Deutscher Bundestag (2026): Forderung nach „sozial gerechtem Klimageld“ abgelehnt
- Deutscher Mieterbund (2025): CO2-Kosten: Wie bekommen Sie Ihr Geld zurück?
- Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln (2025): Auswirkungen und Preispfade des EU ETS2
- EUR-Lex (2026): Verordnung (EU) 2026/667 zur Änderung der Verordnung (EU) 2021/1119
- Umweltbundesamt (2026): CO2-Emissionen pro Kilowattstunde Strom 2025 nur leicht gesunken
- Verbraucherzentrale (2026): So viel teurer macht der CO2-Preis Ihre Heizkosten