Ingwertee selber machen: Rezept mit frischem Ingwer
Für eine Tasse Ingwertee übergießst du 10 bis 15 g dünn geschnittenen frischen Ingwer mit rund 95 °C heißem Wasser und lässt ihn mindestens zehn Minuten ziehen. Je feiner du den Ingwer schneidest, desto schärfer wird der Tee. Hier erfährst du, wie du Schnitt, Ziehzeit und Schärfe steuerst, was die Studienlage zur Wirkung sagt und wer vorsichtig sein sollte.
Ingwertee im Überblick: Menge, Wasser und Ziehzeit
- Pro Tasse nimmst du 10 bis 15 g frischen Ingwer, am besten in Bio-Qualität.
- Das Wasser sollte heiß, aber nicht sprudelnd kochend sein, etwa 95 °C.
- Die Ziehzeit liegt je nach Schnitt zwischen 5 und 15 Minuten. Länger gezogen wird der Tee schärfer und kann bitter werden.
- Schneide den Ingwer erst kurz vor dem Aufgießen, damit die ätherischen Öle nicht verfliegen.
- Bei Bio-Ingwer darf die Schale dranbleiben, wenn du die Knolle gründlich abbürstest.
- Schwangere, Stillende und Kinder sollten Ingwertee nur nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke trinken.
Ingwertee selber machen: Rezept für eine Tasse
Ingwertee gelingt mit zwei Zutaten: frischer Ingwer und heißes Wasser. Du brauchst etwa 15 Minuten, davon sind nur zwei Minuten aktive Arbeit.
Zutaten für 1 Tasse (rund 250 ml):
- 10 bis 15 g frischer Ingwer, etwa ein walnussgroßes Stück
- heißes Wasser mit rund 95 °C
- nach Belieben Zitronensaft, Honig oder frische Minze
So gehst du vor:
- Ingwer vorbereiten. Bürste Bio-Ingwer unter fließendem Wasser ab. Konventionellen Ingwer schälst du mit dem Sparschäler oder der Messerkante.
- Schneiden. Schneide den Ingwer in dünne Scheiben oder reibe ihn fein. Mach das kurz vor dem Aufgießen.
- Aufgießen. Gib den Ingwer in eine Tasse oder Kanne und gieße heißes Wasser darüber. Wasser direkt aus dem Kocher lässt du kurz abkühlen.
- Ziehen lassen. Deck die Tasse ab und lass den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen. Für geriebenen Ingwer reichen 5 bis 10 Minuten.
- Abseihen und verfeinern. Seihe den Tee ab und gib nach Geschmack Zitronensaft, Honig oder Minze dazu.
ÖKO-TEST nennt rund 95 °C als guten Mittelwert: Zu kühles Wasser löst die Inhaltsstoffe schlecht heraus, sprudelnd kochendes Wasser mit 100 °C kann empfindliche Stoffe schädigen. Bei t-online heißt es dagegen schlicht, man gieße kochendes Wasser auf. Beides funktioniert, der Unterschied liegt im Detail.
Ingwertee mit Schale oder geschält?
Die Schale vom Ingwer ist essbar. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) sieht keinen Grund, sie zu entfernen, berichtet ÖKO-TEST. Ältere Knollen schmecken mit Schale manchmal bitter. Bei konventionellem Ingwer ist Schälen die sicherere Wahl. Bei Bio-Ingwer bürstest du die Knolle gründlich ab. Heidelberg24 zieht eine dünne Schicht ab, weil die Außenschicht bitter schmecken kann.
Schnitt, Ziehzeit und Schärfe im Vergleich
Wie scharf der Tee wird, hängt vor allem vom Schnitt ab. Je mehr Oberfläche, desto kräftiger der Geschmack. Die Angaben stammen aus den Quellen unten, die Reihenfolge der Schärfe ist daraus abgeleitet.
| Schnittform | Ziehzeit | Geschmack |
|---|---|---|
| Fein gerieben | 5 bis 10 Minuten | sehr aromatisch und scharf |
| Dünne Scheiben | 10 bis 15 Minuten | kräftig |
| Grobe Würfel oder große Stücke | 10 bis 15 Minuten | milder |
t-online schreibt, Scheiben oder große Stücke machten den Tee weniger aromatisch als geriebener Ingwer. Heidelberg24 beschreibt: Je dünner die Scheiben, desto kräftiger der Geschmack, für einen milderen Tee eignen sich größere Stücke.
Ingwerpulver geht auch, ist aber sehr intensiv. t-online rät zu höchstens einem gehäuften Teelöffel pro Tasse.
Ingwertee verfeinern: Zitrone, Honig, Minze
Pur schmeckt Ingwertee scharf und zitronig-herb. Wer es milder mag, ergänzt:
- Zitronensaft: gibt Frische.
- Honig: macht den Tee süßer. Rühre ihn nach dem Abseihen ein.
- Frische Minze: passt als Aufguss mit dem Ingwer zusammen.
- Schwarzer Tee: t-online gibt einen Teelöffel zum geriebenen Ingwer in die Tasse.
Für Ingwerwasser lässt du den Tee abkühlen, schreibt ÖKO-TEST. Eine kräftigere Variante ist der Ingwer Shot, dessen Wirkung wir dort ebenfalls einordnen.
Wirkung von Ingwertee: Was belegt ist
Ingwer wird seit langem bei Magen-Darm-Beschwerden und Reiseübelkeit verwendet. Wie viel davon wissenschaftlich belegt ist, lässt sich an zwei Quellen ablesen.
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) bewertet Ingwerwurzel in ihrer Monografie. Als gut belegt gilt die Vorbeugung gegen Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit: Erwachsene nehmen dafür 1 bis 2 g Ingwer eine Stunde vor der Reise. Als traditionelle Anwendung nennt die EMA außerdem leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, vorübergehende Appetitlosigkeit, leichte Gelenkschmerzen und Erkältungsbeschwerden. Für Tee gibt die Monografie keine Mengen an, sondern für Pulver und Tinkturen.
Eine Übersichtsarbeit im American Journal of Clinical Nutrition wertete 24 Übersichtsarbeiten aus und sah laut Heilpraxisnet die stärkste Evidenz für Übelkeit in der Schwangerschaft und für Arthrose-Schmerzen. In Kapselform waren 0,5 bis 3 g Ingwer pro Tag über drei Monate wirksam. Die Forschenden schreiben, die nötige Menge sei unklar und es brauche weitere Studien. Erkältung taucht in der Zusammenfassung nicht unter den belegten Wirkbereichen auf.
Unser Fazit: Ingwertee ist ein wärmendes Getränk mit traditionellem Ruf, aber kein belegtes Mittel gegen Erkältung. Wie viel Wirkstoff in einer Tasse steckt, hängt von Menge, Schnitt und Ziehzeit ab. Die Studien beziehen sich überwiegend auf Kapseln und Pulver, nicht auf Tee.
Wer sollte vorsichtig sein?
Ingwertee ist für die meisten Erwachsenen unproblematisch, ein paar Gruppen sollten aber aufpassen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Die EMA rät vorsichtshalber, Ingwer in der Schwangerschaft zu meiden, da Tierdaten nicht ausreichen. Die vorliegenden Daten zu 300 bis 1.000 Schwangerschaften zeigen keine Fehlbildungen. Die Schweizer Krankenversicherung CSS rät bei Schwangerschaftsübelkeit zu keinem oder sehr geringem Verzehr, weil größere Mengen vorzeitige Wehen auslösen könnten. In der Stillzeit ist die Sicherheit laut EMA nicht belegt. Sprich vorher mit deiner Ärztin oder Hebamme.
- Kinder: Die CSS empfiehlt Ingwertee nicht für Kinder unter 6 Jahren.
- Nebenwirkungen: Die EMA nennt Magenbeschwerden, Aufstoßen, Sodbrennen und Übelkeit als häufige Nebenwirkungen. Bei Überempfindlichkeit verzichtest du ganz.
- Dauer: Halten Beschwerden länger an, etwa länger als zwei Wochen bei Magen-Darm-Beschwerden oder länger als eine Woche bei Erkältungssymptomen, gehst du zum Arzt, schreibt die EMA.
Als übliche Menge nennt die CSS ein bis zwei Tassen täglich bei Bedarf. Das ist eine Orientierung, kein Grenzwert.
Ingwer richtig lagern und einfrieren
Ganzer Ingwer hält sich kühl und dunkel. ÖKO-TEST rät, angeschnittenen Ingwer in ein feuchtes Tuch zu wickeln, damit er nicht austrocknet. Im Kühlschrank hält er sich luftdicht verpackt mehrere Wochen. Zu lange gelagerter Ingwer verliert ätherische Öle und damit Geschmack. Grüne Triebe sind unbedenklich, du entfernst sie einfach.
Reste frierst du ein: Schneide den Ingwer klein und gib ihn in einen Gefrierbeutel oder eine Dose. Bei Bio-Ingwer darf die Schale dranbleiben. Mehr über Ingwer als Zutat und seine Herkunft liest du im Beitrag Vielseitig und lecker: Ingwer. Wer selbst Ingwer anbauen will, findet Tipps in Superfood Ingwer: So baut man ihn nachhaltig an.
Häufige Fragen zu Ingwertee
Wie viel Ingwer gehört in eine Tasse Ingwertee?
ÖKO-TEST nennt 10 bis 15 g frischen Ingwer pro Tasse. t-online rechnet mit einem walnussgroßen Stück, die CSS mit einem Teelöffel dünner Scheiben. Starte mit der kleineren Menge und steigere nach Geschmack.
Wie lange muss Ingwertee ziehen?
Mindestens 5 bis 10 Minuten bei geriebenem, 10 bis 15 Minuten bei geschnittenem Ingwer. Länger ziehen macht den Tee schärfer und kann Bitterstoffe lösen.
Kann man Ingwertee mit Schale machen?
Ja, bei Bio-Ingwer. Bürste die Knolle gründlich ab. Konventionellen Ingwer schälst du besser.
Ist Ingwertee in der Schwangerschaft erlaubt?
Das solltest du mit Ärztin oder Hebamme klären. Die EMA rät vorsichtshalber ab, die CSS rät bei Schwangerschaftsübelkeit zu keinem oder sehr geringem Verzehr.
Hilft Ingwertee bei Erkältung?
Die EMA führt Erkältungsbeschwerden als traditionelle Anwendung von Ingwer auf. Belastbare Studien zu Ingwertee bei Erkältung nennen die hier ausgewerteten Quellen nicht. Ingwertee wärmt und schmeckt, mehr solltest du nicht versprechen.
Wie viele Tassen Ingwertee am Tag sind in Ordnung?
Die CSS nennt ein bis zwei Tassen täglich bei Bedarf. Bei Magenbeschwerden, Sodbrennen oder Übelkeit trinkst du weniger oder gar keinen.
Fazit: Frischer Ingwer, nicht kochendes Wasser, zehn Minuten Geduld
Ingwertee gelingt mit 10 bis 15 g frischem Ingwer, rund 95 °C heißem Wasser und mindestens zehn Minuten Ziehzeit. Steuere die Schärfe über den Schnitt: Gerieben ist am schärfsten, in großen Stücken am mildesten. Die Wirkung ist weniger gut belegt, als der Ruf vermuten lässt, und Schwangere oder Kinder fragen vorher nach. Mehr Ratgeber für Küche und Gesundheit findest du auf greenya.de, Deutschlands Nachhaltigkeitsportal seit 1997.
Quellen und weiterführende Informationen
- CSS Versicherung (o. J.): Ingwertee, Gesundheitslexikon
- Europäische Arzneimittelagentur EMA (o. J.): European Union herbal monograph on Zingiber officinale Roscoe, rhizoma
- Heidelberg24 (o. J.): Ingwertee selbst machen: Auf die Schnitttechnik kommt es an
- Heilpraxisnet (2022): Ernährung: Ingwer wirkt nachweisbar gegen viele Beschwerden (Zusammenfassung der Übersichtsarbeit von Crichton et al. im American Journal of Clinical Nutrition)
- ÖKO-TEST (o. J.): Ingwertee selber machen: Tipps für die Zubereitung
- ÖKO-TEST (o. J.): Ingwer lagern: Was Sie beim Aufbewahren besser vermeiden
- t-online (o. J.): Ingwertee: Wirkung und Zubereitung