Octopus Energy im Claim-Check: Gut belegter Ökostrom und ein Anbieter, der schnell nachbessert
Octopus Energy Deutschland beliefert nach eigenen Angaben über 1 Million Kundinnen und Kunden mit Strom (Stand: September 2025), und das Versprechen hält unserer Prüfung stand. Von sechs geprüften Werbeaussagen sind fünf gut belegt, die sechste hat Octopus inzwischen ersetzt. Auf unsere Hinweise hat das Unternehmen schnell reagiert und mehrere Angaben angepasst. Octopus Energy ist ein Strom- und Gasanbieter mit Sitz in München.
Octopus Energy auf einen Blick: Strommix, Label und Belege
Die Eckdaten stammen aus den Seiten und Pressemitteilungen von Octopus Energy sowie aus der Liste zertifizierter Anbieter von EnergieVision e. V. Die Einordnungen sind unsere redaktionelle Einschätzung zum Stichtag 30. September 2026; die Stellungnahme von Octopus und unsere Nachprüfung vom 14. Oktober 2026 sind eingearbeitet.
| Prüfpunkt | Ergebnis |
|---|---|
| Geprüfte Werbeaussagen von Octopus Energy | 6 |
| Davon „Gut belegt“ | 5 |
| Davon von Octopus inzwischen ersetzt (Slogan „grüneres Zuhause“) | 1 |
| Anteil erneuerbarer Energien im Octopus-Strommix 2025 laut Stromkennzeichnung | 100 % |
| Anteil mit Herkunftsnachweis, nicht über das EEG gefördert (2025), laut Octopus-Stromkennzeichnung | 49,1 % (EEG-Anteil 50,9 % wie bundesweit laut BDEW; Zahlendreher am 30.09.2026, inzwischen korrigiert) |
| Ökostrom-Label laut Anbieterliste von EnergieVision e. V. | ok-power (inzwischen „EnergieVision“), Kriterium „Beschaffung“ |
| Kundinnen und Kunden von Octopus Energy in Deutschland laut Unternehmen (Stand: September 2025) | über 1 Million |
| Marktstart von Octopus Energy in Deutschland laut Pressemitteilung | 24. November 2020 |
Wer steckt hinter Octopus Energy Deutschland?
Hinter Octopus Energy Deutschland steht die Octopus Energy Germany GmbH mit Sitz in München. Sie gehört zur britischen Octopus Energy Group, die nach eigenen Angaben 2016 gegründet wurde. In Deutschland ist Octopus seit November 2020 am Markt und ist auch über Zukäufe von Kundenportfolios gewachsen.
Laut der Pressemitteilung zum Marktstart vom 24. November 2020 hatte Octopus Energy bereits im September 2019 das Münchner Energie-Start-up 4hundred übernommen, das seitdem als Octopus Energy Germany auftritt. Im September 2021 meldete Octopus die Übernahme eines Portfolios von etwa 9.000 Ökostromkundinnen und Ökostromkunden eines nicht genannten Energiekonzerns. Am 1. September 2023 meldete die Gruppe eine Vereinbarung über den Kauf des Privatkundengeschäfts von Shell Energy in Großbritannien und Deutschland. Damit sollte der deutsche Kundenstamm laut Mitteilung auf fast 300.000 wachsen.
Seit September 2025 zählt Octopus Energy Germany nach eigenen Angaben über eine Million Kundinnen und Kunden. Die Gruppe ist laut Newsroom in 27 Ländern aktiv (Stand: September 2026). Für dich heißt das: Dein Vertrag läuft mit einer deutschen GmbH, die Teil eines internationalen Konzerns ist. Das spielt beim Blick auf die Werbeaussagen eine Rolle, weil manche Zahlen die ganze Gruppe beschreiben und nicht das deutsche Stromprodukt.
Die Werbeaussagen im EmpCo-Check
Wir haben am 30. September 2026 sechs Umwelt- und Klimaaussagen auf octopusenergy.de geprüft. Fünf sind gut belegt: der Ökostromanteil, das ok-power-Label, die CO₂-Angabe der Stromkennzeichnung, die Projektzahlen der Gruppe und der Zusatztarif Octopus Impact. Die sechste, den Slogan zum „grüneren Zuhause“, hat Octopus inzwischen ersetzt.
Maßstab sind die seit 27. September 2026 geltenden Regeln aus der EmpCo-Richtlinie. Vereinfacht gesagt: Eine pauschale Umweltaussage wie „grün“ ist seit dem 27. September 2026 nur noch zulässig, wenn direkt und gut sichtbar daneben steht, was genau gemeint ist, oder wenn eine anerkannte Spitzenleistung wie das EU-Umweltzeichen oder der Blaue Engel dahintersteht. Eigenschaften eines Teils dürfen nicht dem Ganzen zugeschrieben werden. Nachhaltigkeitssiegel müssen auf einem Zertifizierungssystem mit unabhängiger Kontrolle beruhen oder von einer staatlichen Stelle stammen. Bei Ökostrom belegen Herkunftsnachweise die erneuerbare Herkunft; das Umweltbundesamt führt dafür ein eigenes Register. Eine Bewertung der ökologischen Qualität enthält ein Herkunftsnachweis laut Umweltbundesamt nicht; die können nur zusätzliche Ökostromlabels liefern. Eine Übersicht bietet unser Ratgeber Ökostrom erkennen und wechseln.
| Aussage der Marke | Wo zu finden | Einordnung | Warum |
|---|---|---|---|
| „100 % Ökostrom“ bei Octopus Energy, nach eigenen Angaben mit Herkunftsnachweisen belegt | Stromkennzeichnung (am 30.09.2026 auch Startseite) | Gut belegt | Die Stromkennzeichnung 2025 weist 100 % erneuerbare Energien aus, aufgeteilt in einen Anteil mit Herkunftsnachweis und den EEG-geförderten Anteil. |
| „Ok-power zertifiziert“ als Ökostrom-Label von Octopus Energy | Stromkennzeichnung | Gut belegt | Octopus Energy Germany steht auf der Anbieterliste von EnergieVision e. V., zertifiziert nach dem Kriterium „Beschaffung“. |
| „Octopus Energy-Strom erzeugt kein CO₂“ (Bundesdurchschnitt 298 g/kWh) | Stromkennzeichnung | Gut belegt | Die Angabe entspricht der gesetzlichen Stromkennzeichnung nach § 42 EnWG, auf deren Seite sie steht. Einen ergänzenden Hinweis zur Einordnung hat Octopus angekündigt. |
| „Unsere Stromerzeugungs-Anlagen umfassen 300 Projekte in acht Ländern“ bei Octopus Energy | Wer wir sind | Gut belegt | Die Seite „Wer wir sind“ beschreibt die weltweite Octopus-Gruppe, zu der mit Octopus Energy Generation ein eigener Anlagenbetreiber gehört. |
| „Für dein günstigeres, grüneres Zuhause & Auto“ bei Octopus Energy | Startseite (am 30.09.2026) | Inzwischen ersetzt | Octopus hat den Slogan ausgetauscht, am 14.10.2026 stand er nicht mehr auf der Startseite. |
| „Tarif wählen und Ozeane retten“ beim Octopus-Zusatztarif Octopus Impact (früher Supergreen) | Octopus Impact | Gut belegt | Direkt auf der Tarifseite steht die konkrete Wirkung: 2 € im Monat an everwave und 2 kg Müll pro Monat aus Flüssen. |
Octopus Energy arbeitet in seiner Kommunikation mit klaren Zahlen und unabhängigen Nachweisen, das macht die Aussagen gut nachvollziehbar.
Was Octopus Energy gut macht
Octopus Energy legt seinen Strommix offen und untermauert das 100-Prozent-Versprechen mit einem unabhängigen Label. Nach unserer Einordnung ist das die stärkste Seite des Auftritts: Die Stromkennzeichnung ist leicht zu finden, als PDF abrufbar und trennt die Anteile mit und ohne EEG-Förderung.
Die Seite erklärt verständlich, was Herkunftsnachweise sind; Octopus nutze „ausschließlich Strom mit solchen Herkunftsnachweisen“. Das passt zur Logik des Umweltbundesamts: Ein Herkunftsnachweis ist laut UBA vergleichbar mit einer Geburtsurkunde für Strom aus erneuerbaren Energien und schließt eine Doppelvermarktung aus. Den EEG-geförderten Anteil weist die Stromkennzeichnung laut UBA rechnerisch für alle gleichermaßen aus. Laut BDEW lag der bundesweite EEG-Anteil 2025 bei 50,9 %. Am 30. September 2026 stand in der Octopus-Grafik für den EEG-Anteil 49,1 %, für den Anteil mit Herkunftsnachweis 50,9 %. Auf unsere Frage hat Octopus einen Zahlendreher eingeräumt und die Werte auf der Website korrigiert, wie wir am 14. Oktober 2026 geprüft haben: Jetzt stehen dort 50,9 % EEG-Anteil und 49,1 % mit Herkunftsnachweis. Diese offene und schnelle Korrektur rechnen wir Octopus hoch an.
Ein zweites Plus ist das Label. Octopus Energy Germany steht am Stichtag auf der Liste zertifizierter Anbieter von EnergieVision e. V., nach dem Kriterium „Beschaffung“. Damit verpflichtet sich ein Anbieter laut den Kriterien des Vereins, Mindestanteile aus ungeförderten Neuanlagen zu beziehen, bei Wind und Photovoltaik 30 %. Die Verbraucherzentrale empfiehlt ok-power als eines von zwei Ökostromlabels mit Energiewendenutzen. Positiv fällt auch der Zusatztarif Octopus Impact (früher Supergreen) auf: 2 € und 2 kg Müll pro Monat sind greifbare, überprüfbare Angaben.
Was sich seit unserer Prüfung geändert hat
Octopus Energy hat auf unsere Fragen schnell reagiert und mehrere Angaben auf der Website angepasst. Neben der korrigierten Stromkennzeichnung betrifft das vor allem die Startseite.
Am 30. September 2026 stand auf der Startseite der Slogan „Für dein günstigeres, grüneres Zuhause & Auto“ direkt unter „100 % Ökostrom“. Der Slogan reichte über den Strom hinaus bis zum Auto und zum ganzen Zuhause. Inzwischen hat Octopus Energy die Aussage ersetzt, wie wir am 14. Oktober 2026 geprüft haben.
Bei den 300 Projekten in acht Ländern handelt es sich nach der Seite „Wer wir sind“ um Anlagen der weltweiten Gruppe, vor allem Solar- und Offshore-Windkraft. Betrieben werden sie von Octopus Energy Generation, in Deutschland nach Angaben des Unternehmens mit Wind- und Solarprojekten von zusammen mehr als 260 MW. Anlagenbetreiber und Stromversorger arbeiten dabei unabhängig voneinander: Der Strom für deine Steckdose ist über Herkunftsnachweise und das ok-power-Label belegt, die Anlagen der Gruppe zeigen zusätzlich, dass Octopus selbst in erneuerbare Energien investiert.
Die Aussage „Octopus Energy-Strom erzeugt kein CO₂“ steht auf der Seite zur Stromkennzeichnung und entspricht dem dort gesetzlich ausgewiesenen Wert. Die Emissionen beim Bau der Anlagen erfasst die Stromkennzeichnung grundsätzlich nicht, einen ergänzenden Hinweis dazu hat Octopus angekündigt.
Das sagt Octopus Energy zu unseren Fragen
Octopus Energy hat unsere Fragen ausführlich beantwortet und schreibt, man habe seit unserer Prüfung einige Formulierungen und Claims geändert. Den Zahlendreher beim EEG-Anteil bestätigt das Unternehmen: „Natürlich liegt der Anteil auch bei uns bei 50,9 Prozent“, so Octopus Energy. Den Slogan zum „grüneren Zuhause & Auto“ hat Octopus ausgetauscht. „Grün“ habe sich auf die Angebote für E-Autos und Wärmepumpen im Vergleich zu Verbrennern und Gas- oder Ölheizungen bezogen.
Die Aussage „kein CO₂“ beziehe sich auf die Stromkennzeichnung gemäß § 42 EnWG. Die Lebenszyklus-Emissionen variierten je nach Beschaffung, „einen pauschalen Wert können wir deshalb nicht nennen“, so Octopus; die Formulierung auf der Website soll angepasst werden. In Deutschland betreibe Octopus Energy Generation nach Angaben des Unternehmens Wind- und Solarprojekte mit zusammen mehr als 260 MW, rechnerisch genug für etwa 140.000 Haushalte. Anlagenbetreiber und Stromversorger arbeiten laut Octopus unabhängig voneinander, der Versorger kauft keinen Strom der Schwesterfirma.
Supergreen heißt nach Angaben von Octopus im Zuge der EmpCo-Umstellung jetzt „Octopus Impact“, je Tarif fließen weiter 2 € im Monat an everwave. Damit habe everwave nach Angaben von Octopus etwa in Kambodscha allein in diesem Jahr mehr als 50.000 kg Müll aus dem Meer und aus Flüssen gesammelt. Einen öffentlichen Wirkungsbericht gibt es laut Octopus nicht. Für die Lieferländer der Herkunftsnachweise verweist das Unternehmen auf seine Stromkennzeichnung.
Zum Startseiten-Teaser „Erfahre mehr über Deutschlands größten Ökostromanbieter“ schreibt Octopus, offizielle Kundenzahlen gebe es für die meisten Versorger nicht. Mit mehr als 1 Million Kundinnen und Kunden sei Octopus aber einer der größten, wenn nicht der größte deutsche Stromversorger, der ausschließlich Ökostrom anbietet. Nach Angaben von Octopus soll diese Formulierung nicht mehr auf der Website stehen. Wir danken Octopus Energy für die offene und konstruktive Antwort.
Worauf du beim Ökostromtarif achten kannst
Beim Ökostromtarif lohnt ein Blick auf drei Dinge: die Stromkennzeichnung mit dem Anteil ohne EEG-Förderung, ein unabhängiges Label mit Energiewendenutzen und klare Zahlen statt allgemeiner Worte.
Starte mit der Stromkennzeichnung, die jeder Anbieter veröffentlichen muss, meist verlinkt im Fußbereich der Website. Achte auf den Anteil „erneuerbare Energien mit Herkunftsnachweis, nicht gefördert nach dem EEG“. Nur diesen Teil beschafft der Anbieter selbst über Herkunftsnachweise. Der EEG-geförderte Anteil steht laut Umweltbundesamt rechnerisch in jeder Stromkennzeichnung, laut BDEW-Leitfaden in Höhe des Bundesmix, egal welchen Tarif du wählst.
Prüfe danach das Label. Die Verbraucherzentrale nennt zwei Ökostromlabels, die ein Mindestmaß an Energiewendenutzen garantieren: das ok-power-Label und das Grüner-Strom-Label. Ob ein Anbieter ein Label führt, kannst du auf der Website des Labelgebers nachsehen, statt dich auf das Logo allein zu verlassen. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber zum Ökostromlabel. Zum Schluss hilft ein Blick auf die Sprache: Wörter wie „grün“ sind erst aussagekräftig, wenn daneben steht, worauf sie sich beziehen.
Das Vorurteil vom reinen Zertifikatehandel
Das häufigste Vorurteil lautet: Ökostrom mit Herkunftsnachweisen sei nur ein Papiergeschäft, der Strom aus der Steckdose bleibe derselbe. Physikalisch stimmt der zweite Teil, was Octopus selbst offen sagt. Die Verbraucherzentrale ergänzt, dass Herkunftsnachweise meist aus dem Ausland stammen und viele Ökostromtarife keinen zusätzlichen Klimanutzen haben. Genau hier setzen Labels an: Mit dem Kriterium „Beschaffung“ verpflichtet sich Octopus laut EnergieVision e. V. zu Mindestanteilen aus ungeförderten Neuanlagen. Nach unserer Einordnung ist das mehr als reiner Zertifikatehandel, auch wenn es kein direkter Strombezug aus eigenen Anlagen ist.
Häufige Fragen zu Octopus Energy
Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zu Octopus Energy. Die Antworten beziehen sich auf den Stand der Prüfung am 30. September 2026, ergänzt um unsere Nachprüfung vom 14. Oktober 2026, und auf die verlinkten Quellen.
Ist Octopus Energy Ökostrom?
Ja, Octopus Energy liefert laut Stromkennzeichnung 2025 zu 100 % Strom aus erneuerbaren Energien. Knapp die Hälfte (49,1 %) stammt aus Anlagen mit Herkunftsnachweis ohne EEG-Förderung, der Rest ist der EEG-geförderte Anteil, den die Stromkennzeichnung laut Umweltbundesamt rechnerisch allen Stromkundinnen und Stromkunden zuordnet. Zusätzlich führt Octopus das unabhängige ok-power-Label, das über die gesetzliche Stromkennzeichnung hinausgeht.
Wem gehört Octopus Energy Deutschland?
Octopus Energy Deutschland ist die Octopus Energy Germany GmbH mit Sitz in München, die zur britischen Octopus Energy Group gehört. Laut der Pressemitteilung zum Marktstart von 2020 übernahm Octopus im September 2019 das Münchner Start-up 4hundred, das seitdem als Octopus Energy Germany auftritt. 2023 meldete die Gruppe eine Vereinbarung zum Kauf des Privatkundengeschäfts von Shell Energy in Deutschland.
Das ok-power-Label von Octopus Energy im Überblick
Octopus Energy Germany ist am Stichtag bei EnergieVision e. V. als ok-power-zertifizierter Anbieter gelistet, nach dem Kriterium „Beschaffung“. Das bedeutet laut den Kriterien des Vereins: 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen, grundsätzlich aus Solar-, Wind- und Wasserkraft, keine wesentliche Beteiligung an Atom-, Braunkohle- oder neuen Steinkohlekraftwerken und feste Mindestanteile aus ungeförderten Neuanlagen. Laut Vereinsseite war das Siegel „bis Ende September 2026 als ‚ok-power‘ bekannt“ und heißt inzwischen „EnergieVision“; Solarserver meldete den neuen Namen am 29. September 2026.
Woher kommen die Herkunftsnachweise von Octopus Energy?
Den größten Teil liefert laut der Grafik in der Octopus-Stromkennzeichnung Norwegen mit gut 71 %, dahinter folgen unter anderem Spanien, Kroatien und Italien. Auf diese Grafik verweist Octopus auch in seiner Stellungnahme. Grundsätzlich stammen Herkunftsnachweise für in Deutschland verkauften Ökostrom laut Verbraucherzentrale meist aus dem Ausland, etwa aus Norwegen oder Österreich. Für den deutschen Markt werden sie im Register des Umweltbundesamts entwertet.
Der Zusatztarif Octopus Impact kurz erklärt
Octopus Impact, früher Supergreen, ist ein Zusatz, bei dem du nach Angaben von Octopus 2 € im Monat mehr zahlst. Das Geld geht abzüglich Mehrwertsteuer an die Organisation everwave und soll laut Octopus dafür sorgen, dass jeden Monat 2 kg Müll aus Flüssen geholt werden. Eine Aussage zu einem anderen Strommix als bei den übrigen Tarifen fanden wir auf der Tarifseite nicht.
Ist Octopus Energy nachhaltig?
Beim Strom ist Octopus Energy nach unserer Einordnung gut aufgestellt: 100 % erneuerbare Energien laut Stromkennzeichnung und ein ok-power-Label mit Neuanlagen-Kriterium. Ob ein Unternehmen insgesamt nachhaltig ist, lässt sich mit einem Werbe-Check allein nicht beantworten.
Fazit: Gut belegter Ökostrom und ein Anbieter, der schnell nachbessert
Octopus Energy bietet nach unserer Einordnung ein nachvollziehbar belegtes Ökostromprodukt. Die Stromkennzeichnung weist für 2025 100 % erneuerbare Energien aus, knapp die Hälfte davon über eigens beschaffte Herkunftsnachweise, und das ok-power-Label mit dem Kriterium „Beschaffung“ ergänzt das um einen unabhängig geprüften Energiewendenutzen. Fünf der sechs Aussagen sind gut belegt, den Slogan zum „grüneren Zuhause“ hat Octopus inzwischen ersetzt und den Zahlendreher in der Stromkennzeichnung korrigiert. Für dich heißt das: Den Ökostromanteil und das Label kannst du in der Stromkennzeichnung und auf der Anbieterliste des Labelgebers selbst nachprüfen.
So prüfen wir im Claim-Check
Im greenya Claim-Check auf greenya.de, der Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997, ordnen wir öffentlich sichtbare Werbeaussagen am Stichtag nach den seit 27. September 2026 geltenden Regeln ein, die unser Beitrag EmpCo-Richtlinie einfach erklärt zusammenfasst. Grundlage sind die Änderungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) durch das Dritte Gesetz zur Änderung des UWG, BGBl. 2026 I Nr. 43, in Kraft seit 27. September 2026. Das ist eine redaktionelle Einschätzung, kein Labortest und keine Rechtsberatung. Marken können uns jederzeit ergänzende Belege schicken, wir prüfen sie und aktualisieren den Check dann.
Korrekturen nach Hinweisen der Marke kennzeichnen wir mit Datum. Stichtag dieser Prüfung ist der 30. September 2026: An diesem Tag haben wir alle zitierten Werbeaussagen auf den unten genannten Seiten abgerufen und dokumentiert, am 1. Oktober 2026 die Octopus-Seiten zusätzlich gesichert. Octopus Energy haben wir vor der Veröffentlichung um eine Stellungnahme gebeten; die Antwort ist eingearbeitet, die betroffenen Seiten haben wir am 14. Oktober 2026 erneut geprüft. Die Marke hat für diesen Check nicht bezahlt, greenya erhält keine Provision.
Quellen und weiterführende Informationen
Alle Quellen haben wir am 30. September 2026 abgerufen, die Solarserver-Meldung zur Umbenennung des Siegels und das Bundesgesetzblatt am 1. Oktober 2026, die Octopus-Seiten Startseite, Stromkennzeichnung, Octopus Impact und Wer wir sind erneut am 14. Oktober 2026.
- BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (2026): Bundesdeutscher Strommix 2025
- BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (2026): Leitfaden Stromkennzeichnung, gültig ab dem Bilanzierungsjahr 2025
- Bundesgesetzblatt (2026): Drittes Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, BGBl. 2026 I Nr. 43
- EnergieVision e. V. (2026): Über EnergieVision, abgerufen am 30.09.2026
- EnergieVision e. V. (2026): Für Stromkund:innen: Zertifizierte Anbieter, abgerufen am 30.09.2026
- Octopus Energy Germany (2020): Eine Million Kunden bis 2024: Entech-Pionier Octopus Energy startet in Deutschland
- Octopus Energy Germany (2021): Octopus Energy Germany übernimmt Privatkundenportfolio eines Wettbewerbers
- Octopus Energy Germany (2023): Octopus Energy übernimmt Shell Energy in Großbritannien und in Deutschland
- Octopus Energy Germany (2025): Eine Million Mal Vertrauen: Octopus Energy wird einer der größten Versorger Deutschlands
- Octopus Energy Germany (2026): Octopus Energy Newsroom, abgerufen am 30.09.2026
- Octopus Energy Germany (2026): Octopus Impact (früher Supergreen), abgerufen am 30.09.2026 als Supergreen-Seite und am 14.10.2026
- Octopus Energy Germany (2026): Startseite, abgerufen am 30.09.2026 und am 14.10.2026
- Octopus Energy Germany (2026): Stromkennzeichnung, abgerufen am 30.09.2026 und am 14.10.2026
- Octopus Energy Germany (2026): Wer wir sind, abgerufen am 30.09.2026 und am 14.10.2026
- Solarserver (2026): Ökostromsiegel OK Power wird zu EnergieVision, abgerufen am 01.10.2026
- Umweltbundesamt (2025): Strom-Herkunfts- und Regionalnachweise: Fragen und Antworten
- Umweltbundesamt (2026): Hintergrundwissen Ökostrom: Stromkennzeichen & Herkunftsnachweis
- Verbraucherzentrale (2024): Ist ein Tarif mit Ökostrom und Ökogas überhaupt sinnvoll?