Osmosewasser:

Reinheit und Nutzen für die Gesundheit – Eine wissenschaftliche Betrachtung

 Daniel Sinoca auf Unsplash
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Osmosewasser, gewonnen durch Umkehrosmose, zeichnet sich durch seine außergewöhnliche Reinheit aus. Das Verfahren filtert nahezu alle gelösten Stoffe, einschließlich Mineralien, heraus und eliminiert somit Schadstoffe wie Pestizide, Nitrat, Bakterien und Medikamentenrückstände (1). Diese Reinheit spiegelt sich in einem weichen Geschmack wider, frei von Kalk- oder Chlornoten, und wird durch niedrige ppm-Werte (parts per million) bestätigt.

Osmosewasser in der Praxis: Qualität und Optimierung

Die Qualität von Osmosewasser wird durch ppm-Messgeräte überprüft. Um eine optimale Reinheit zu gewährleisten, sollten Umkehrosmose-Anlagen mit einer hohen Produktionsrate (Gallonen pro Tag, gpd) gewählt werden. Häufig sind Anlagen mit 75 gpd üblich, was zu längeren Wartezeiten führen kann. Experten empfehlen, das Wasser so lange ablaufen zu lassen, bis der ppm-Wert unter 20 sinkt. Das anfänglich aufgefangene Wasser mit höheren ppm-Werten kann für Pflanzen genutzt werden. Die Wasserqualität in Deutschland unterliegt strengen Kontrollen und Grenzwerten, die in der Trinkwasserverordnung festgelegt sind (5).

Restrukturierung und Lagerung: Die Bedeutung von Information und Material

Einige Anwender restrukturieren Osmosewasser nach der Filterung, beispielsweise mit einer Alladinkaraffe. Diese Praxis basiert auf der Theorie von Masaru Emoto, der Wasser ein "Gedächtnis" zuschreibt (2). Die Alladinkaraffe soll durch ihre Form und das verwendete Kristallglas positive Informationen auf das Wasser übertragen. Unstrukturiertes Osmosewasser sollte nicht mit Kunststoff in Berührung kommen, da es aufgrund seiner Reinheit potenziell Schadstoffe absorbieren könnte. 

Verwirbelung: Durch spezielle Geräte oder Karaffen mit Verwirbelungselementen wird das Wasser in Bewegung versetzt, was die Clusterstruktur verändern und die Wasserqualität verbessern soll.

Informierung: Einige Anbieter verwenden spezielle Geräte oder Methoden, um positive Informationen oder Schwingungen auf das Wasser zu übertragen. Dies basiert auf der Theorie, dass Wasser Informationen speichern und weitergeben kann.

Edelsteine:Das Wasser wird mit bestimmten Edelsteinen (z.B. Bergkristall, Amethyst, Rosenquarz) in Kontakt gebracht, um seine energetische Qualität zu verbessern.

Dieser Effekt ist ein Indikator für die Reinheit

Osmosewasser eignet sich hervorragend für eine lange Lebensdauer von Wasserkochern, Kaffeemaschinen und Glaskaraffen, da es aufgrund seiner Reinheit keine Kalkablagerungen oder andere Rückstände hinterlässt. Es sorgt für einen besseren Geschmack von Kaffee und Tee. Auch Edelsteine, die zur Restrukturierung oder Mineralisierung des Wassers verwendet werden, bleiben in Osmosewasser länger sauber, da es keine Mineralien enthält, die sich auf den Steinen ablagern könnten. Dieser Effekt ist ein Indikator für die Reinheit des Osmosewassers.

Mineralien im Trinkwasser: Eine kontroverse Debatte

Die zentrale Frage lautet: Ist es besser, Wasser mit oder ohne Mineralien zu trinken? Befürworter von mineralarmem Wasser verweisen auf historische Trinkgewohnheiten: Gletscherwasser, Schmelzwasser und Regenwasser, die traditionell konsumiert wurden, weisen ähnlich niedrige ppm-Werte auf wie Osmosewasser. Leitungswasser, Quellwasser und Mineralwasser können hingegen 500 ppm und mehr enthalten, wobei die Zusammensetzung dieser Partikel oft unklar ist. In Deutschland gibt es jedoch regionale Unterschiede in der Mineralisierung des Leitungswassers, die vom jeweiligen Versorger und den geologischen Gegebenheiten abhängen (6).

Destilliertes Wasser (echte Destillation, nicht chemisch entmineralisiertes Wasser) hat idealerweise 0 ppm. Umkehrosmosewasser liegt typischerweise bei 2-20 ppm. Quellwasser kann, je nach Quelle, ebenfalls niedrige ppm-Werte aufweisen.

In Deutschland unterliegt die Qualität von Leitungswasser strengen gesetzlichen Vorgaben durch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Der Grenzwert für den sogenannten Trockenrückstand (entspricht in etwa dem ppm-Wert) liegt bei 1500 mg/l (ppm) (8).

In der Praxis liegt der ppm-Wert von Leitungswasser in Deutschland jedoch meist deutlich unter diesem Grenzwert. Je nach Region und Wasserhärte kann er zwischen 200 und 500 ppm liegen (9).

Der ppm-Wert von Quellwasser kann stark variieren, je nach geologischen Gegebenheiten und der Art der Quelle. Grundsätzlich gilt: Je tiefer das Wasser aus dem Boden kommt, desto mehr Mineralien kann es enthalten. In Deutschland gibt es Quellwasser mit sehr niedrigen ppm-Werten (unter 50 ppm) bis hin zu Werten über 500 ppm (10).

Mineralien: Notwendigkeit oder Risiko?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont die Wichtigkeit einer ausgewogenen Ernährung für die ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen (7). Trinkwasser kann einen Beitrag zur Mineralstoffversorgung leisten, sollte aber nicht die alleinige Quelle sein. Ein übermäßiger Konsum von stark mineralhaltigem Wasser kann bei manchen Menschen das Risiko für Nierensteine oder Gallensteine erhöhen (4).

Fazit: Die individuelle Entscheidung

Die Wahl des optimalen Trinkwassers ist eine individuelle Entscheidung, die von persönlichen Präferenzen und gesundheitlichen Aspekten abhängt. Die Forschungsergebnisse zur idealen Mineralisierung von Trinkwasser sind nicht eindeutig. 

Quellen:

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). (2011). Umkehrosmoseanlage zur Trinkwasseraufbereitung.

  2. Emoto, M. (2004). The hidden messages in water. Atria Books.

  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). (2019). Wasser.

  4. National Kidney Foundation. (2023). Water and Kidney Health: What You Need to Know.

  5. Bundesministerium für Gesundheit (BMG). (2023). Trinkwasserverordnung (TrinkwV).

  6. Umweltbundesamt (UBA). (2023). Trinkwasser in Deutschland.

  7. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). (2019). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.

  8. Bundesministerium für Gesundheit (BMG). (2023). Trinkwasserverordnung (TrinkwV).

  9. Umweltbundesamt (UBA). (2023). Trinkwasser in Deutschland.

  10. Verbraucherzentrale. (2023). Mineralwasser-Test: Große Unterschiede bei Preis und Qualität.