Pilze sammeln ist in Deutschland in geringen Mengen für den eigenen Bedarf erlaubt, als häufig genannter Richtwert gilt etwa 1 Kilogramm pro Person und Tag. Schonend sammelst du, wenn du die Pilze pfleglich entnimmst und den Waldboden wenig betrittst. In die Pfanne kommen nur Pilze, die du hundertprozentig sicher kennst. Alles andere zeigst du vorher einer Pilzberatung.
Pilze sammeln: Recht, Mengen und Sicherheit auf einen Blick
- Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt jedem, Pilze in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich zu entnehmen, sofern am Fundort kein Betretungsverbot gilt.
- Steinpilz, Pfifferling, Birkenpilz, Rotkappe, Brätling, Schweinsohr und Morcheln sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und dürfen nur in geringen Mengen für den eigenen Bedarf gesammelt werden.
- Eine bundesweit feste Kilogrammgrenze gibt es nicht; Behörden und Fachgesellschaften nennen Richtwerte zwischen etwa 1 und 2 Kilogramm pro Person.
- Knollenblätterpilze sind nach Schätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für mindestens 80 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen in Deutschland verantwortlich.
- Sechs der sieben Giftinformationszentren erreichst du unter der Vorwahl ihres Standorts plus 19240, etwa 089 19240 in München; Erfurt hat die Nummer 0361 730730.
- Einzelne Wildpilzarten aus Süddeutschland enthalten laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) noch über 1.000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm. Wegen möglicher Schwermetalle rät das BfS ohnehin zu höchstens 200 bis 250 Gramm Wildpilzen pro Woche.
Welche Regeln gelten beim Pilze sammeln in Deutschland?
Pilze sammeln heißt, wild wachsende Pilze aus der Natur mitzunehmen. In Deutschland darf das jeder, solange er geringe Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnimmt. Grundlage ist § 39 Absatz 3 Bundesnaturschutzgesetz, die sogenannte Handstrauß-Regel. Wer gewerbsmäßig sammelt, braucht eine Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde.
Das Gesetz nennt Pilze in einem Atemzug mit Blumen, Früchten, Tee- und Heilkräutern. Strengere Vorschriften, etwa für Schutzgebiete und besonders geschützte Arten, gehen der Regel vor. Eingezäunte Flächen und Bereiche mit laufender Holzernte sind in der Regel tabu. Einzelheiten regeln die Waldgesetze der Länder.
Bevor ein Pilz im Korb landet, hilft die Drei-Sicherheiten-Regel. Erstens: sicher erlaubt. Du kennst den Schutzstatus des Gebiets und der Art. Zweitens: sicher bestimmt. Du erkennst den Pilz zu 100 Prozent oder lässt ihn prüfen. Drittens: sicher frisch. Der Fund reist luftig im Korb und landet noch am selben Tag in der Küche. Fehlt eine der drei Sicherheiten, bleibt der Pilz stehen.
Wie viele Pilze darf man sammeln?
Eine feste Kilogrammgrenze nennen weder das Naturschutzrecht des Bundes noch die Bundesartenschutzverordnung. Was „geringe Menge“ heißt, legen Behörden über Richtwerte aus, und die schwanken. Der Leitfaden des Hessischen Umweltministeriums von 2015 hält fest, dass mehr als ein Kilogramm pro Person und Sammelaktion kaum noch als gering gelten kann. Die Bayerische Mykologische Gesellschaft nennt für die freigegebenen geschützten Arten wie Steinpilz und Pfifferling höchstens 1 bis 2 Kilogramm pro Tag und Person. Für das Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz nennt die Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst rund 2 Kilogramm pro Person.
Mit höchstens einem Kilogramm pro Person und Tag bleibst du im Rahmen aller genannten Richtwerte, sofern vor Ort keine strengeren Regeln gelten. Wer deutlich mehr trägt, muss im Zweifel erklären, warum das noch Eigenbedarf ist. Teuer kann es bei geschützten Arten werden: Der hessische Leitfaden nennt als Beispiel ein Bußgeld von 100 Euro pro Kilogramm, im Extremfall bis zu 50.000 Euro.
Geschützte Arten, Naturschutzgebiet und Nationalpark
Steinpilz, alle heimischen Pfifferlinge, Schweinsohr, Brätling, Birkenpilze, Rotkappen und Morcheln stehen in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung. § 2 der Verordnung erlaubt für genau diese Arten eine Ausnahme: geringe Mengen für den eigenen Bedarf. Andere geschützte Arten wie Kaiserling, Königs-Röhrling, Saftlinge, Grünling, Semmel-Porlinge oder Trüffel bleiben vollständig tabu.
In Naturschutzgebieten ist das Pilzesammeln häufig verboten, oft gilt dort zusätzlich ein Wegegebot. Nationalparks regeln das unterschiedlich. Im Nationalpark Sächsische Schweiz etwa dürfen Besucher Pilze für den persönlichen Bedarf nur unmittelbar entlang der Wege sammeln. Maßgeblich sind immer die Schutzgebietsverordnung, die Waldgesetze der Länder und die Schilder vor Ort. Naturschutzbehörden können das Sammeln in einzelnen Gebieten zusätzlich per Allgemeinverfügung untersagen.
Sicherheit zuerst: Pilze bestimmen, Doppelgänger erkennen, Beratung nutzen
Wildpilze kommen nur auf den Teller, wenn du sie zweifelsfrei bestimmt hast. Das BfR schätzt, dass Knollenblätterpilze für mindestens 80 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen in Deutschland verantwortlich sind. Schon ein Bruchteil einer normalen Pilzmahlzeit kann tödlich enden. Pilz-Apps erlauben oft keine eindeutige Identifizierung.
Die Giftinformationszentren der Länder beantworten jedes Jahr mehrere Tausend Anfragen zu Pilzen. Rund jede zehnte Pilzvergiftung geht auf Knollenblätterpilze zurück. Der Grüne Knollenblätterpilz wächst von Juli bis Oktober vor allem in Laubwäldern, aber auch in Parkanlagen. Gefährlich wird er, weil Sammler ihn mit Wiesenchampignons oder Täublingen verwechseln. Seine Gifte greifen die Leber an.
Doppelgänger haben auch andere Speisepilze. Der bittere Gallenröhrling ähnelt jungen Steinpilzen, der Falsche Pfifferling dem echten. Solche Verwechslungen verderben meist nur das Essen. Verlassen darfst du dich darauf nicht: Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) listet neben den Knollenblätterpilzen weitere Arten mit lebensgefährlichen Giften, darunter einige Schleierlinge und kleine Schirmlinge. Auch erfahrene Sammler kann eine Verwechslung treffen.
Pilze bestimmen per App: Orientierung, keine Freigabe
Ein verbreitetes Vorurteil lautet: „Die App erkennt den Pilz, also bin ich sicher.“ Das stimmt nicht. Bestimmungs-Apps vergleichen Fotos, sie sehen weder Geruch noch Stielbasis, Sporenfarbe oder die Knolle, die im Boden steckt. Sie taugen zum Lernen und zur ersten Orientierung, nicht als Freigabe für die Küche.
Eine Auswertung der Google-Suchdaten für Deutschland zeigt, wie eng beides zusammenfällt: Im Oktober 2025 suchten Menschen rund 3.600-mal nach „pilze bestimmen app“, sechsmal so oft wie im Jahresmittel. Im selben Monat erreichte die Suche nach dem Knollenblätterpilz mit rund 74.000 Anfragen ihren Höchststand. Die meisten Bestimmungsfragen fallen in die Wochen, in denen der gefährlichste Doppelgänger wächst.
Auf Nummer sicher gehst du mit einer Pilzberatung durch einen Experten. Geprüfte Pilzsachverständige in deiner Nähe zeigt eine Karte auf der Website der DGfM. Bring den kompletten Pilz mit, inklusive Stielbasis, und transportiere unbekannte Exemplare getrennt von deinen Speisepilzen.
Pilzvergiftung: Symptome und Giftnotruf
Eine Pilzvergiftung beginnt häufig, aber nicht immer, mit Unwohlsein, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die Beschwerden können auch erst Stunden nach dem Essen einsetzen, in seltenen Fällen nach Tagen. Fühlst du dich nach einer Pilzmahlzeit schlecht, rufst du sofort einen Arzt oder ein Giftinformationszentrum an. Laut Verzeichnis der Giftinformationszentren erreichst du die Zentren in Berlin, Bonn, Freiburg, Göttingen, Mainz und München jeweils unter ihrer Ortsvorwahl plus 19240, also etwa 030 19240 in Berlin. Für Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist Erfurt unter 0361 730730 zuständig. Bei Bewusstlosigkeit oder Atemnot wählst du 112.
Löse kein Erbrechen aus und trink keine Milch, denn Milch kann die Aufnahme von Giften fördern. Heb Putz- und Essensreste auf: Sie helfen Fachleuten bei der Bestimmung. Informiere alle, die mitgegessen haben, auch wenn sie sich noch gut fühlen. Auch sie sollten sich ärztlich untersuchen lassen. Angst vor dem Wald braucht niemand. Respekt vor dem Knollenblätterpilz reicht, dazu die Bereitschaft, im Zweifel zu verzichten.
Pilze abschneiden oder herausdrehen?
Für den Pilz selbst ist es nahezu egal, ob du ihn abschneidest oder vorsichtig herausdrehst. Eine 30 Jahre lange Versuchsreihe der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) fand zwischen beiden Methoden keinen Unterschied bei Pilzmenge und Artenvielfalt. Entscheidend sind andere Punkte: Bestimmbarkeit, ein geschonter Waldboden und ein luftiger Korb.
Der Pilz, den du siehst, ist nur der Fruchtkörper. Das eigentliche Lebewesen, das Myzel, wächst als feines Geflecht im Boden. Viele Speisepilze leben in Symbiose mit Bäumen, der Steinpilz etwa mit Fichten, Kiefern, Eichen oder Buchen. Mehr über dieses unterirdische Netzwerk erfährst du im Beitrag über die biologische Vielfalt im Wald.
Die WSL startete die Versuchsreihe 1975 in den Pilzreservaten La Chanéaz und Moosboden im Kanton Freiburg. Obwohl die Forschenden auf den Probeflächen alle Pilze ernteten, blieb deren Zahl so hoch wie auf ungeernteten Vergleichsflächen. Gelitten hat der Boden: Auf betretenen Flächen wuchsen rund ein Viertel weniger Fruchtkörper. Dieser Effekt verschwand, sobald niemand mehr die Fläche betrat. Schonend sammeln heißt deshalb vor allem: wenig trampeln, nichts umgraben, kleine und alte Pilze stehen lassen.
Wann herausdrehen sinnvoll ist
Bei bekannten Speisepilzen wie Steinpilz oder Pfifferling schneidest du knapp über dem Boden ab und putzt grob vor. Bei allen Pilzen, die du bestimmen lassen willst, drehst du dagegen vorsichtig heraus. Gerade beim Knollenblätterpilz steckt das wichtigste Merkmal, die knollige Stielbasis mit der häutigen Scheide, oft in der Erde. Die Bayerische Mykologische Gesellschaft rät, unbekannte Pilze getrennt und mit intakter Stielbasis zu transportieren. Das Loch im Waldboden deckst du danach mit Erde oder Laub ab, damit das Myzel nicht austrocknet.
Korb statt Plastiktüte
Pilze verderben in Plastiktüten schnell, warnt der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Er empfiehlt einen luftdurchlässigen Korb. In der Tüte staut sich Feuchtigkeit, und die Fruchtkörper werden matschig. Unser Tipp: Ein kleines Pilzmesser mit Bürste spart später Arbeit in der Küche.
Vor dem Sammeln, beim Sammeln, danach: die Checkliste
Sicheres Pilze sammeln gelingt in drei Phasen: Erfolgreiche Pilzsammler bereiten den Ausflug vor, sammeln mit Maß und verarbeiten den Fund noch am selben Tag. Die Checkliste nennt die wichtigsten Schritte, vom Schutzstatus des Gebiets über die Obergrenze von etwa 1 Kilogramm bis zur Pilzberatung.
| Schritt beim Pilze sammeln | Warum es zählt |
|---|---|
| Vor dem Sammeln: Schutzstatus des Sammelgebiets und Landesregeln prüfen | In Naturschutzgebieten und Nationalparks gelten oft Sammelverbote oder Wegegebote |
| Vor dem Sammeln: Korb, Messer und ein eigenes Behältnis für unbekannte Pilze einpacken | Unbekannte Pilze reisen getrennt und vollständig zur Pilzberatung |
| Vor dem Sammeln: nächste Pilzberatungsstelle und regionalen Giftnotruf im Handy speichern | Im Vergiftungsfall sparst du wertvolle Zeit |
| Beim Sammeln: nur Arten mitnehmen, die du zu 100 Prozent sicher erkennst | Verwechslungen mit dem Grünen Knollenblätterpilz können tödlich enden |
| Beim Sammeln: etwa 1 Kilogramm pro Person als Obergrenze ansetzen | 1 Kilogramm ist ein häufig genannter Richtwert für die erlaubte geringe Menge |
| Beim Sammeln: sehr kleine, alte, madige und matschige Pilze stehen lassen | Junge Pilze sind schwer bestimmbar, alte verderben schnell und bilden Sporen |
| Nach dem Sammeln: Pilze am Sammeltag putzen und garen, sonst luftig im Kühlschrank lagern | Wildpilze sind eiweißreich und verderben rasch |
| Nach dem Sammeln: unsichere Funde vor dem Kochen einer Pilzberatung zeigen | Pilzsachverständige prüfen Merkmale, die Apps nicht erfassen |
| Nach dem Sammeln: Putzreste bis zum nächsten Tag aufheben | Bei Vergiftungsverdacht helfen Putzreste bei der Bestimmung |
Die Pilzsaison beginnt für die meisten Speisepilze in der Regel im Spätsommer und reicht bis in den Oktober, in milden Jahren oft bis in den November. Nach einigen warmen Regentagen schießen die Fruchtkörper oft innerhalb weniger Tage aus dem Boden. Fündig wirst du vor allem im feuchten Mischwald und in Nadelwäldern. Steinpilze wachsen oft unter Fichten und Buchen, Maronenröhrlinge unter Kiefern und Fichten, Birkenpilze unter Birken. Was sonst im Herbst Saison hat, zeigt der Saisonkalender Oktober. Pilze suchen heißt auch, langsam zu gehen. Wer den Herbstanfang in der Natur genießen will, verbindet die Pilzsuche mit einer Wanderung.
Wildpilze aufbewahren, zubereiten und aufwärmen
Wildpilze verderben schnell, weil sie viel Wasser und Eiweiß enthalten. Am besten putzt und garst du sie noch am Sammeltag. Bis dahin liegen sie luftig im Kühlschrank, ausgebreitet auf einem Teller oder in einer Papiertüte, nie in einer geschlossenen Plastikdose.
Zum Putzen reichen meist Pinsel und Messer. Stark verschmutzte Pilze darfst du kurz unter fließendem Wasser abspülen. Dass sich Pilze dabei mit Wasser vollsaugen, nennt die Verbraucherzentrale Bremen einen Mythos. Auch der Satz „Pilze darf man nicht aufwärmen“ ist nach ihrer Einschätzung veraltet. Problematisch wird es erst, wenn du Reste zu langsam abkühlst, zu warm lagerst oder zu schwach erhitzt. Wärme Pilzgerichte nur einmal auf, und zwar gründlich.
Fürs Pilze aufbewahren gilt eine schlichte Faustregel: Was du heute nicht verarbeiten kannst, hättest du besser stehen gelassen. Eine feine Idee für die Steinpilzernte ist eine vegane Steinpilzbutter, die du portionsweise verbrauchst.
Radioaktive Belastung von Wildpilzen in Süddeutschland
Vierzig Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl sind manche Wildpilze in Süddeutschland noch messbar mit Cäsium-137 belastet. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hält den Verzehr selbst gesammelter Pilze in üblichen Mengen trotzdem für unbedenklich. Sein aktueller Pilzbericht vom August 2026 umfasst Messwerte aus Bayern für die Jahre 2023 bis 2025.
Die höchsten Cäsium-Werte im Pilzbericht zeigten Semmelstoppelpilze und Rotbraune Semmelstoppelpilze von einem stark belasteten Standort im Bayerischen Wald: über 2.000 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse. Über 1.000 Becquerel lagen unter anderem Maronenröhrlinge, Trompetenpfifferlinge und Elfenbeinschnecklinge. Braunschuppige Riesenchampignons, Hasenröhrlinge und Riesenporlinge blieben dagegen durchweg unter 5 Becquerel. Zum Vergleich: Pilze im Handel dürfen höchstens 600 Becquerel pro Kilogramm enthalten, für selbst gesammelte Pilze gilt diese Grenze nicht.
Ein Rechenbeispiel aus dem BfS-Pilzbericht: Wer jede Woche 200 Gramm Maronenröhrlinge mit rund 1.400 Becquerel pro Kilogramm isst, erhält im Jahr eine zusätzliche Dosis von 0,18 Millisievert. Das ist etwas mehr als bei drei Flügen von Frankfurt nach New York. Zuchtpilze wie Champignons oder Shiitake enthalten dagegen kaum Cäsium-137. Unabhängig von der Region kommt ein zweites Argument hinzu: Wildpilze können Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Cadmium anreichern. Wer regelmäßig Wildpilze isst, sollte deshalb laut BfS nicht mehr als 200 bis 250 Gramm pro Woche verzehren. Wer im Bayerischen Wald, im Donaumoos, rund um Mittenwald oder im Berchtesgadener Land sammelt, greift am besten zu gering belasteten Arten und behält die Wochenmenge im Blick.
Häufige Fragen zum Pilze sammeln
Die häufigsten Fragen zum Pilze sammeln drehen sich um Saison, Einstieg, Sammelorte, Rohverzehr und Kinder. Kurz gesagt: Die Hauptsaison liegt meist zwischen Ende August und Ende Oktober, und Wildpilze gehören immer mindestens 15 Minuten gegart auf den Teller.
Wann ist die beste Zeit zum Pilze sammeln?
Die beste Zeit zum Pilze sammeln liegt meist zwischen Ende August und Ende Oktober. Dann tragen die meisten Speisepilze Fruchtkörper, besonders nach einigen warmen Regentagen. Früh im Jahr wachsen Morcheln, im Sommer erste Pfifferlinge und Steinpilze. Wie gut die Pilzsaison 2026 ausfällt, entscheidet vor allem das Wetter. Wichtig für Sammler: Der Grüne Knollenblätterpilz wächst genau in dieser Zeit, von Juli bis Oktober.
Welche Pilze eignen sich für Anfänger?
Anfänger lernen am sichersten zuerst wenige, auffällige Arten und lassen jeden Fund prüfen. Viele beginnen mit Röhrlingen wie Steinpilz oder Maronenröhrling, doch auch unter den Röhrlingen gibt es ungenießbare und giftige Arten. Lamellenpilze mit weißen Lamellen meidest du anfangs ganz, weil der Knollenblätterpilz dazugehört. Geführte Pilzwanderungen und Kurse mit geprüften Pilzsachverständigen sind der schnellste Weg zu echter Erfahrung. Ein Bestimmungsbuch ergänzt das Gelernte, eine App ersetzt es nicht.
Wo kann man Pilze sammeln?
Pilze sammeln kannst du in fast jedem frei zugänglichen Wald, solange kein Betretungsverbot oder Sammelverbot gilt. Gute Reviere sind feuchte Misch- und Nadelwälder mit Fichten, Kiefern, Buchen oder Eichen. Der NABU rät, nicht in Naturschutzgebieten zu sammeln und nur so viele Pilze zu ernten, wie du am selben Tag verarbeiten kannst. Online-Karten zum Pilze sammeln in der Nähe zeigen mögliche Fundgebiete, aber nicht deren Schutzstatus.
Kann man Wildpilze roh essen?
Wildpilze solltest du besser nicht roh essen, sie gehören gegart auf den Teller. Das BfR empfiehlt, jede Pilzmahlzeit mindestens 15 Minuten zu garen, weil rohe Speisepilze häufig Unverträglichkeiten auslösen. Außerdem können Eier des Fuchsbandwurms an Wildpilzen haften. Sie sterben bei 60 bis 80 Grad Celsius nach mindestens fünf Minuten sicher ab. Rohe Wildpilze haben deshalb im Salat nichts verloren.
Pilze sammeln mit Kindern: Darauf kommt es an
Beim Pilze sammeln mit Kindern gilt eine klare Hausregel: Gesammelt wird gemeinsam, gegessen wird nur, was ein Erwachsener sicher bestimmt hat. Erklär den Kindern vorher, dass Pilze im Wald nicht in den Mund gehören. Bei Kindern können schon kleine Mengen giftiger Pilze schwere Schäden verursachen. Hat ein Kind doch von einem unbekannten Pilz probiert, ruf sofort den Giftnotruf deines Bundeslandes an, auch wenn es noch keine Beschwerden hat. Heb Pilzreste für die Bestimmung auf.
Fazit: Mit Wissen und Korb in die Pilzsaison
Etwa 1 Kilogramm pro Person, nur sicher bekannte Arten und ein luftiger Korb: Mit diesen drei Grundsätzen bist du beim Pilze sammeln rechtlich und gesundheitlich gut aufgestellt. Unsichere Funde gehören zur Pilzberatung, nie in die Pfanne. Ob du abschneidest oder herausdrehst, ist zweitrangig. Wichtiger ist ein geschonter Waldboden. Wer regelmäßig Wildpilze isst, bleibt laut BfS bei höchstens 200 bis 250 Gramm pro Woche. Auf greenya.de, Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997, findest du weitere Ratgeber rund um Saison, Wald und regionale Küche. Viel Freude bei deiner nächsten Pilzwanderung!
Quellen und weiterführende Informationen
- Bayerische Mykologische Gesellschaft (o. J.): Richtig sammeln
- Bundesamt für Strahlenschutz (2026): 40 Jahre nach Tschornobyl: Selbst gesammelte Pilze unbedenklich
- Bundesamt für Strahlenschutz (o. J.): Radioaktive Belastung von Pilzen und Wildbret
- Bundesinstitut für Risikobewertung (2024): Pilze: Verwechslungen können tödlich enden
- Bundesinstitut für Risikobewertung (2026): Verzeichnis der Giftinformationszentren der Bundesrepublik Deutschland
- Bundesministerium der Justiz (o. J.): § 39 Bundesnaturschutzgesetz: Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen
- Bundesministerium der Justiz (o. J.): § 2 Bundesartenschutzverordnung: Ausnahmen
- Bundesministerium der Justiz (o. J.): Anlage 1 Bundesartenschutzverordnung: Besonders geschützte Arten
- Deutsche Gesellschaft für Mykologie (o. J.): Giftpilze und Pilzvergiftungen
- Deutsche Gesellschaft für Mykologie (o. J.): Pilzsachverständige finden
- Eidgenössische Forschungsanstalt WSL (2005): Pilzsammeln schadet den Pilzen nicht
- Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2015): Leitfaden Pilze sammeln in Hessen
- Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (2025): Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst weist auf Gebote zum Sammeln von Pilzen in der Nationalparkregion hin
- NABU (o. J.): Pilze sammeln
- Verbraucherzentrale Bremen (2025): Pilze: Sonderbehandlung erwünscht