Der Oktober ist Kürbiszeit. Hokkaido, Butternut und Muskatkürbis erobern die Marktstände. Walnüsse fallen von den Bäumen, Maronen prasseln aus ihren stacheligen Bechern, und die späten Apfelsorten – Boskoop, Topaz, Braeburn – sind erntereif. Gleichzeitig starten Rosenkohl und Grünkohl in ihre Saison. Der Goldene Oktober bringt maximale Vielfalt zwischen den letzten Sommerresten und dem ersten Wintervorrat.
Über 40 Sorten Obst und Gemüse kommen im Oktober aus deutschem Freiland oder Gewächshaus. Die Sommergemüse – Tomaten, Gurken, Zucchini – verabschieden sich, dafür übernehmen Kohl, Wurzelgemüse und Herbstfrüchte. Der CO₂-Vorteil bleibt: Frisches Freilandgemüse verursacht laut IFEU-Institut zwischen 0,1 und 0,3 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm. Regional und saisonal einkaufen schützt Klima und Umwelt – das gilt im Oktober besonders, weil lagerfähiges Gemüse den Bedarf an Importware im Winter reduziert. Wer jetzt Äpfel, Kürbisse und Wurzelgemüse einlagert, hat regionale Ware bis weit in den Winter.
Dieser Saisonkalender Oktober zeigt dir die komplette saisonale Auswahl auf einen Blick, mit Bezugsquellen, Kürbishöfen und regionalen Besonderheiten. Im kompletten Saisonkalender findest du alle zwölf Monate – und was im September Saison hatte.
Obst und Gemüse im Oktober: Über 40 Sorten auf einen Blick
Über 40 regionale Lebensmittel stehen im Oktober zur Verfügung. Das Sortiment verschiebt sich: Sommergemüse geht, Herbstfrüchte und Lagerware kommen. Die Übersichtstabelle zeigt, was jetzt aus heimischem Anbau kommt.
Lebensmittel | Freiland DE | Gewächshaus DE | Saisonstatus |
|---|---|---|---|
Hokkaido-Kürbis | ✅ | – | Hauptsaison |
Butternut-Kürbis | ✅ | – | Hauptsaison |
Muskatkürbis | ✅ | – | Hauptsaison |
Apfel (Boskoop, Topaz, Braeburn) | ✅ | – | Hauptsaison |
Birne (späte Sorten) | ✅ | – | Spätsaison |
Quitte | ✅ | – | Hauptsaison |
Traube | ✅ (Süden) | – | Saisonende |
Walnuss | ✅ | – | Hauptsaison |
Haselnuss | ✅ | – | Hauptsaison |
Marone / Esskastanie | ✅ (Süden) | – | Hauptsaison |
Rosenkohl | ✅ | – | Saisonstart |
Grünkohl | ✅ | – | Saisonstart (Ende Oktober) |
Weißkohl, Rotkohl | ✅ | – | Hauptsaison |
Wirsing, Chinakohl | ✅ | – | Hauptsaison |
Möhre, Rote Bete | ✅ | – | Hauptsaison |
Pastinake, Sellerie | ✅ | – | Hauptsaison |
Topinambur, Schwarzwurzel | ✅ | – | Saisonstart |
Lauch | ✅ | – | Hauptsaison |
Mangold, Spinat | ✅ | – | Spätsaison |
Feldsalat | ✅ | ✅ | Saisonstart |
Endivie, Radicchio | ✅ | – | Hauptsaison |
Chicorée | – | ✅ | Saisonstart |
Champignon | – | ✅ | Ganzjährig |
Austernpilz, Kräuterseitling | – | ✅ | Ganzjährig |
Was im Oktober ausläuft: Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika und Auberginen gehen in die letzten Wochen. Freiland-Ware ist vorbei, nur Gewächshausreste bleiben. Der Wechsel ist spürbar. Das BZfE stuft den Oktober als Übergangsmonat ein – mit maximaler Vielfalt, weil Sommer- und Herbstgemüse kurzzeitig parallel verfügbar sind. Wer auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen einkauft, bekommt im Goldenen Oktober die breiteste Auswahl der gesamten Herbstsaison.
Kürbisvielfalt im Oktober: Hokkaido, Butternut und Muskatkürbis
Der Oktober ist der Kürbismonat. Über ein Dutzend Kürbissorten sind jetzt auf Märkten und in Hofläden verfügbar – von kompakten Speisekürbissen bis zu dekorativen Riesenexemplaren für Halloween. Deutschland baut auf rund 4.200 Hektar Speisekürbisse an, Tendenz steigend.
Hokkaido ist der beliebteste Speisekürbis Deutschlands. Öko-Test hebt hervor, dass er mit Schale verarbeitet werden kann – ein praktischer Vorteil gegenüber allen anderen Sorten. Pro 100 Gramm liefert er rund 1,5 mg Beta-Carotin, ein wichtiger Vorläufer von Vitamin A. Butternut überzeugt mit nussigem Aroma und festem, cremigem Fruchtfleisch. Er eignet sich besonders für Suppen und Ofengerichte. Muskatkürbis – der größte unter den gängigen Sorten – hat das intensivste Aroma und wird bevorzugt für Pürees und Gratins verwendet. Alle drei Hauptsorten lassen sich mehrere Wochen kühl und trocken lagern – ein Vorteil gegenüber dem vergänglichen Sommergemüse.
Spaghettikürbis, Bischofsmütze und mehr
Neben den drei Hauptsorten gibt es weitere Kürbisse, die im Oktober Saison haben. Der Spaghettikürbis bildet beim Kochen faserige Stränge, die an Pasta erinnern – eine kohlenhydratarme Alternative. Die Bischofsmütze eignet sich zum Füllen und Überbacken. Und dann gibt es noch die Zierkürbisse: Sie sind nicht essbar, aber auf Kürbishöfen und Halloween-Festen allgegenwärtig.
Kürbishöfe und Halloween-Tradition
Kürbishöfe und Kürbisausstellungen ziehen im Oktober Hunderttausende Besucher an. Die Kürbisausstellung im Blühenden Barock in Ludwigsburg zeigt jährlich über 450.000 Kürbisse aus rund 800 Sorten – eine der größten weltweit. In der Schweiz lockt der Kürbishof Steinhardt. Halloween hat als Anlass für Kürbisdekoration auch im DACH-Raum Tradition gewonnen. Schnitzkürbisse sind im Oktober ein Verkaufsschlager auf Wochenmärkten.
Vom Hokkaido in der Suppe bis zum Schnitzkürbis auf der Fensterbank – der Oktober ist für Kürbisfans die beste Zeit des Jahres.
Saisonales Obst im Oktober: Apfel, Quitte und Maronen
Der Oktober bringt die Erntezeit für Spätobst und Nüsse. Äpfel erreichen mit den späten Lagersorten ihren Höhepunkt, Quitten haben Hauptsaison, und Maronen starten als kulinarisches Herbst-Highlight. Das Obstjahr zeigt sich von seiner reichsten Seite.
Späte Apfelsorten wie Boskoop, Topaz, Braeburn und Elstar sind im Oktober erntereif. Diese Lagersorten halten – richtig gelagert bei 2 bis 4 Grad – mehrere Monate und versorgen Deutschland bis ins Frühjahr. Die BVEO verzeichnet rund 34.000 Hektar Apfelanbaufläche in Deutschland. Am Bodensee, im Alten Land bei Hamburg und im Rheinland konzentrieren sich die größten Anbaugebiete. Quitten haben im Oktober ihre kurze Hauptsaison – nur vier bis sechs Wochen. Sie lassen sich nicht roh essen, aber zu Gelee, Mus und Likör verarbeiten. Letzte Trauben kommen aus süddeutschen und österreichischen Weinregionen. Das Obstjahr erreicht damit seinen Herbsthöhepunkt: Nie gibt es gleichzeitig mehr Obst- und Nussarten als im Oktober.
Maronen und Walnüsse: Nüsse in Hauptsaison
Maronen – auch Esskastanien genannt – starten Ende September ihre Saison und erreichen im Oktober den Höhepunkt. Die Pfalz ist Deutschlands größtes Maronengebiet: Rund die Hälfte aller deutschen Edelkastanienvorkommen liegt in den südpfälzischen Forstämtern. In der Pfalz heißen sie „Keschde" und werden auf zahlreichen Festen gefeiert. Pro 100 Gramm enthalten Maronen rund 27 mg Vitamin C – deutlich mehr als die meisten Nüsse.
Walnüsse fallen im Oktober von den Bäumen. Viele stammen aus Privatgärten und von Streuobstwiesen – eine oft übersehene regionale Quelle. Haselnüsse ergänzen das Sortiment. Alle drei Nussarten lassen sich trocken und kühl über Monate lagern.
Ob Äpfel für den Keller, Quittengelee für den Winter oder geröstete Maronen vom Marktstand – der Oktober bietet Obstgenuss mit Vorratspotenzial.
Saisonales Gemüse im Oktober: Kohl, Wurzelgemüse und Pilze
Der Oktober markiert den Wechsel zum Herbstgemüse. Kohl und Wurzelgemüse übernehmen das Programm. Rosenkohl startet seine Saison, Grünkohl folgt Ende Oktober nach dem ersten Frost. Die Sommergemüse-Reste – letzte Tomaten, letzte Zucchini – laufen aus.
Weißkohl, Rotkohl und Wirsing stehen in voller Hauptsaison. Chinakohl ergänzt das Sortiment. Rosenkohl entwickelt durch Frosteinwirkung seinen typisch mild-süßen Geschmack – ein Grund, warum viele Erzeuger bewusst auf den ersten Frost warten. Grünkohl startet Ende Oktober und wird bis in den Februar hinein geerntet. Die Kohlsaison hat jetzt richtig Fahrt aufgenommen.
Das Wurzelgemüse-Angebot ist im Oktober komplett: Möhren, Rote Bete, Pastinaken, Sellerie, Topinambur und Schwarzwurzel. Alle lassen sich in Sand oder im kühlen Keller wochenlang lagern. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Oktober als idealen Monat, um Wurzelgemüse-Vorräte für den Winter anzulegen. Wer jetzt in Mengen kauft, spart im Winter den Griff zur Importware.
Pilze im Oktober: Zucht und letzte Wildpilze
Champignons, Austernpilze und Kräuterseitlinge kommen ganzjährig aus deutschen Zuchtbetrieben. Wildpilze wie Steinpilze und Maronenröhrlinge gehen im Oktober in ihre Spätsaison – je nach Witterung und Region finden Sammler noch gute Bestände. Lauch und Mangold runden das Gemüseangebot ab.
Das Gemüse im Oktober ist robust, lagerfähig und vielseitig. Wer jetzt Wurzelgemüse und Kohl einkauft, hat regionale Ware bis weit in den Winter.
Bezugsquellen und Salate im Oktober: Vom Freiland auf den Teller
Im Oktober verschiebt sich das Salatsortiment. Die Sommersalate – Kopfsalat, Lollo Rosso, Eisbergsalat – gehen in die letzten Wochen. Dafür startet Feldsalat seine Hauptsaison. Er verträgt Kälte besser als andere Salate und liefert pro 100 Gramm rund 35 mg Vitamin C.
Endivie und Radicchio sind typische Herbstsalate mit leicht bitterer Note. Chicorée startet im Oktober seine Saison aus dem Gewächshaus – er wird in Dunkelkammern getrieben und hat bis März Saison. Rucola aus dem Freiland liefert noch, allerdings mit nachlassender Qualität. Auf greenya.de – Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997 – findest du über 27.000 Anbieter, darunter Hofläden und Bio-Märkte mit regionalem Herbstsortiment.
Regionale Unterschiede im Oktober in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Ein goldener Oktober bringt regionale Spezialitäten, die es nur jetzt und nur vor Ort gibt.
Süddeutschland feiert Keschde-Zeit. In der Pfalz und am Schwarzwaldrand sind die Esskastanienwälder im Oktober voll mit Sammlern. Am Bodensee laufen die Apfel-Spätlese und die Birnen-Ernte. Baden-Württemberg liefert Kürbisse in allen Varianten.
Norddeutschland hat seinen eigenen Oktober-Schwerpunkt. Im Alten Land bei Hamburg werden die späten Apfelsorten Boskoop und Holsteiner Cox eingelagert. Grünkohl startet in Ostfriesland und Niedersachsen – traditionell nach dem ersten Frost. Brandenburg liefert Kürbisse und Wurzelgemüse.
In Österreich hat die Steiermark im Oktober Hochsaison für Kürbiskernöl – ein regionales Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung. AMA Marketing Österreich verzeichnet den Oktober als Spitzenmonat für Kürbis und Maronen. Die Wachau liefert letzte Trauben und Quitten.
Die Schweiz erntet im Tessin Maronen auf traditionellen Kastanienhainen – die „Selve castanili" sind seit Jahrhunderten Teil der Kulturlandschaft. Bio Suisse führt den Oktober als Monat der Herbsternte mit besonderer Vielfalt. Im Mittelland dominieren Äpfel und Kürbisse.
Häufige Fragen zum Saisonkalender Oktober
Die wichtigsten Fragen rund um saisonales Einkaufen im Oktober – kurz und konkret beantwortet.
Welche Kürbissorten gibt es im Oktober?
Im Oktober sind über ein Dutzend Kürbissorten regional verfügbar. Die drei beliebtesten Speisekürbisse sind Hokkaido (mit Schale essbar), Butternut (nussiges Aroma) und Muskatkürbis (intensivstes Aroma). Spaghettikürbis, Bischofsmütze und diverse Zierkürbisse ergänzen das Sortiment. Laut Öko-Test ist der Hokkaido der meistverkaufte Speisekürbis in Deutschland. Die Hauptsaison läuft von September bis November.
Welches Obst hat im Oktober Saison in Deutschland?
Äpfel (Boskoop, Topaz, Braeburn, Elstar), späte Birnen, Quitten, letzte Trauben, Walnüsse, Haselnüsse und Maronen sind im Oktober regional verfügbar. Die BVEO verzeichnet rund 34.000 Hektar Apfelanbaufläche in Deutschland. Maronen kommen aus der Pfalz und dem Schwarzwald. Quitten haben ihre kurze Hauptsaison ausschließlich im Oktober.
Wann beginnt die Maronen-Saison?
Die Maronen-Saison beginnt Ende September und erreicht im Oktober ihren Höhepunkt. In der Pfalz – Deutschlands größtem Anbaugebiet für Esskastanien – fallen die „Keschde" ab Anfang Oktober von den Bäumen. Die Sammelzeit läuft bis November. Pro 100 Gramm liefern Maronen rund 27 mg Vitamin C und nur 2 Gramm Fett – deutlich weniger als andere Nüsse.
Welches Gemüse ist im Oktober frisch?
Über 20 Gemüsesorten kommen im Oktober aus deutschem Freiland. Alle Kohlsorten (Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Rosenkohl), das komplette Wurzelgemüse (Möhre, Rote Bete, Pastinake, Sellerie, Topinambur, Schwarzwurzel) und Lauch haben Hauptsaison. Grünkohl startet Ende Oktober. Kürbisse sind in voller Saison. Die Verbraucherzentrale stuft den Oktober als idealen Vorratsmonat ein.
Welche Pilze haben im Oktober Saison?
Im Oktober sind Zuchtpilze – Champignons, Austernpilze, Kräuterseitlinge – ganzjährig aus deutschen Betrieben verfügbar. Wildpilze wie Steinpilze und Maronenröhrlinge gehen je nach Witterung in die Spätsaison. Laut NABU sollte nur sammeln, wer Pilze sicher bestimmen kann – Verwechslungen mit giftigen Arten kommen jedes Jahr vor.
Welche Salate kann ich im Oktober saisonal essen?
Im Oktober starten die Herbstsalate: Feldsalat beginnt seine Hauptsaison und liefert pro 100 Gramm rund 35 mg Vitamin C. Endivie und Radicchio haben Hauptsaison. Chicorée startet aus dem Gewächshaus. Späte Sommersalate – Kopfsalat, Lollo Rosso – sind noch verfügbar, gehen aber in die letzten Wochen. Laut BZfE ist Feldsalat der nährstoffreichste Salat der kalten Jahreszeit.
Fazit: Oktober bringt maximale Herbstvielfalt – Kürbis, Maronen und volle Lager
Über 40 Sorten, Kürbis in allen Varianten, Maronen vom Waldboden und späte Äpfel für den Keller – der Oktober bietet die perfekte Mischung aus Erntefrische und Vorratswirtschaft. Wer jetzt einkauft und einlagert, verlängert die regionale Saison um Monate. Der Transportweg bleibt kurz.
Nutze den Goldenen Oktober. Äpfel einlagern, Kürbis einkochen, Maronen rösten – die Erntezeit ist kurz, aber ergiebig. Nutze den Saisonkalender, um den Überblick zu behalten – ab November übernehmen Grünkohl, Rosenkohl und die volle Wintergemüse-Saison.
Quellen und weiterführende Informationen
AMA Marketing Österreich (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse aus Österreich. amainfo.at
Bio Suisse (2025): Saisonkalender Schweiz – Obst und Gemüse nach Saison. bio-suisse.ch
Bundeszentrum für Ernährung / BZfE (2025): Der Saisonkalender – Obst und Gemüse. bzfe.de
BVEO (2025): Saisonkalender Obst und Gemüse – Apfelanbau in Deutschland. bveo.de
IFEU-Institut Heidelberg (2020): Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. ifeu.de
NABU (2025): Pilze sammeln – Tipps und Regeln. nabu.de
Verbraucherzentrale Bundesverband (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse frisch und regional einkaufen. verbraucherzentrale.de
Öko-Test (2025): Kürbis-Saison – Wann beginnt die Kürbiszeit? oekotest.de