Was?
Wo?
Suche

Saisonkalender September: Welches Obst und Gemüse jetzt frisch und regional ist

Nahaufnahme von Weintrauben in einem Weinberg im Sommer
Aktualisiert:

Der September ist der Krönungsmonat des Saisonkalenders. Äpfel und Birnen starten ihre Hauptsaison – Elstar, Boskoop, Topaz, Jonagold reifen an deutschen Bäumen. Kürbisse leuchten orange auf den Feldern, Hokkaido und Butternut stehen in voller Ernte. Dazu kommen Weintrauben aus Pfalz, Baden und Sachsen – die Weinlese hat begonnen. Der September bietet über 60 Sorten Obst und Gemüse aus deutschem Freiland. Mehr Vielfalt gibt es in keinem anderen Monat.

Die Besonderheit des Septembers: Er verbindet Sommerende mit Herbstanfang. Tomaten, Paprika und Zucchini liefern noch in Spätsaison. Gleichzeitig starten Rosenkohl, Wurzelgemüse und Wildpilze in die Herbstsaison. Steinpilze, Maronenröhrlinge und die letzten Pfifferlinge gibt es in den Wäldern. Mais hat Hochsaison. Der September ist der Monat, in dem Großmütter Marmelade einkochten – und genau jetzt lohnt es sich, diese Tradition wiederzubeleben. Erntedank fällt nicht zufällig in den September: Er würdigt die Fülle dieses Monats.

Die CO2-Bilanz des September-Einkaufs bleibt auf Sommerniveau: Freilandgemüse verursacht laut IFEU-Institut zwischen 0,1 und 0,3 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm. Importware aus Übersee – Avocados, Mangos, Kiwis – verursacht dagegen 5 bis 15 kg CO₂ pro Kilogramm, wenn der Transportweg per Flugzeug erfolgt. Im September ist diese Importware fast überflüssig – nur bei Bananen und exotischen Früchten gibt es keine heimische Alternative. Wer im September Vorräte anlegt, sichert sich regionale Qualität für den ganzen Winter und reduziert den eigenen CO₂-Fußabdruck über Monate.

Dieser Saisonkalender September zeigt dir die komplette saisonale Auswahl, mit Einkoch-Tipps, Bezugsquellen und regionalen Besonderheiten. Im kompletten Saisonkalender findest du alle zwölf Monate – und was im August Saison hatte.

Was hat im September Saison? Obst und Gemüse auf einen Blick

Über 60 regionale Lebensmittel stehen im September zur Verfügung – der absolute Jahres-Höhepunkt. Freiland dominiert komplett. Die Vielfalt reicht vom Sommergemüse bis zum ersten Herbstgemüse. Die Übersichtstabelle zeigt die wichtigsten Sorten.

Lebensmittel

Freiland DE

Gewächshaus DE

Saisonstatus

Apfel (Elstar, Topaz, Jonagold, Gala, Boskoop)

Hauptsaison

Birne (Williams Christ, Conference, Alexander)

Hauptsaison

Pflaume, Zwetschge, Mirabelle

Spätsaison

Quitte

✅ (ab Ende Sept.)

Saisonstart

Traube / Weintraube

Hauptsaison (Weinlese)

Brombeere

Saisonende

Kürbis (Hokkaido, Butternut, Muskat, Spaghetti)

Hauptsaison

Steinpilz, Pfifferling, Maronenröhrling

✅ (wild)

Hauptsaison

Champignon

Ganzjährig

Tomate, Paprika, Aubergine

Späte Hauptsaison

Zucchini, Gurke

Spätsaison

Mais

Hauptsaison

Grüne Bohne, Feuerbohne

Späte Hauptsaison

Möhre, Rote Bete, Sellerie

Hauptsaison

Pastinake, Petersilienwurzel

Saisonstart

Topinambur, Schwarzwurzel

Saisonstart

Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Spitzkohl

Hauptsaison

Blumenkohl, Brokkoli

Hauptsaison

Rosenkohl

Saisonstart

Chinakohl

Hauptsaison

Feldsalat, Spinat, Mangold

Hauptsaison

Salate (alle Sorten)

Hauptsaison

Der September ist der letzte Monat, in dem Sommergemüse und Herbstgemüse gleichzeitig verfügbar sind. Ab Oktober verabschieden sich Tomaten und Paprika. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt, den September gezielt zum Einkochen und Lagern zu nutzen.

Äpfel und Birnen im September: Die Hauptsaison der Kernobst-Ernte

Der September ist Apfelzeit. Die wichtigsten deutschen Apfelsorten – Elstar, Jonagold, Topaz, Gala, Boskoop, Cox Orange – reifen jetzt. Laut BVEO umfasst die deutsche Apfelanbaufläche rund 34.000 Hektar, verteilt auf die Hauptanbaugebiete Altes Land bei Hamburg, Bodensee, Niederelbe und Sachsen. Die Ernte reicht für Monate – Lageräpfel versorgen Deutschland bis ins nächste Frühjahr.

Die Sortenvielfalt im September ist beeindruckend. Elstar ist Deutschlands beliebtester Apfel – säuerlich-süß, knackig, ideal für den Frischverzehr. Jeder dritte in Deutschland verkaufte Apfel ist ein Elstar. Jonagold bringt süßes Aroma und eignet sich auch zum Backen. Topaz überzeugt mit kräftigem Geschmack und guter Lagerfähigkeit – eine Sorte, die speziell für den Bio-Anbau gezüchtet wurde. Boskoop ist der Backapfel – säuerlich, fest, perfekt für Apfelkuchen und Bratäpfel. Die Schale ist rau, das Fruchtfleisch mürbe. Cox Orange liefert ein komplexes Aroma mit feiner Würze, das Kenner an Marzipan erinnert. Gala schmeckt mild-süß und ist bei Kindern beliebt. Pro 100 Gramm liefern Äpfel rund 12 mg Vitamin C, Pektin als löslichen Ballaststoff und wertvolle Polyphenole. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 250 Gramm Obst täglich – zwei mittelgroße Äpfel decken das bereits ab.

Birnen ergänzen das Kernobst-Angebot perfekt. Williams Christ hat jetzt ihre Hauptsaison – saftig, süß, aromatisch. Ihr Aroma ist so unverwechselbar, dass es auch für Schnaps und Desserts verwendet wird. Conference ist die Lagerbirne – sie reift nach und wird im Herbst besonders butterig. Ihr schlanker, langer Körper macht sie auf dem Wochenmarkt leicht erkennbar. Alexander Lucas ist eine robuste Sorte mit festem Fruchtfleisch, die sich besonders zum Kochen eignet. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Birnen nachreifen zu lassen: Im Kühlschrank halten sie bis zu drei Wochen, bei Zimmertemperatur werden sie schneller weich und aromatisch. Birnen liefern rund 55 kcal pro 100 Gramm und sind reich an Kalium.

Für den Winter einlagern: Boskoop, Topaz und Jonagold eignen sich hervorragend als Lageräpfel. Im kühlen Keller bei 2 bis 6 Grad halten sie drei bis fünf Monate. Der Trick: Äpfel nicht neben Birnen lagern – das Reifegas Ethylen beschleunigt den Verderb der Birnen. Auch Kartoffeln vertragen keine Apfel-Nachbarschaft. Selbstpflück-Höfe bieten im September Äpfel zum Kilogrammpreis von 1,50 bis 3 Euro an – deutlich günstiger als im Supermarkt, wo Bio-Äpfel schnell 3,50 bis 4,50 Euro kosten. Im Alten Land bei Hamburg – mit rund 10.500 Hektar das größte Obstanbaugebiet Nordeuropas – öffnen im September Dutzende Höfe ihre Plantagen für Besucher. Am Bodensee sind es rund 7.000 Hektar. Wer dort pflückt, spart Geld und bekommt die frischesten Äpfel des Jahres.

Kürbis und Wildpilze: Herbstboten im September

Kürbisse und Wildpilze sind die kulinarischen Herbstboten – und beide haben im September ihren Saisonhöhepunkt. Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis und Spaghettikürbis stehen in voller Ernte. Auf den Feldern leuchten sie in Orange, Gelb und Grün. Der Anblick gehört zum September wie Laub und Erntedank.

Der Hokkaido ist Deutschlands beliebtester Speisekürbis – er lässt sich mit Schale kochen und hat ein intensiv nussig-süßes Aroma. Pro 100 Gramm liefert er rund 240 µg Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandelt. Hokkaido-Suppe mit Ingwer und Kokosmilch ist zum Herbstklassiker geworden. Butternut ist milder, cremiger und eignet sich besonders für Suppen, Pürees und Gratins. Sein Fruchtfleisch ist fester als beim Hokkaido und hat weniger Fasern. Muskatkürbis hat das feinste Aroma – ideal für gehobene Küche und Risotto. Ein ganzer Muskatkürbis wiegt zwischen 5 und 20 Kilogramm, wird aber auch in Stücken verkauft. Spaghettikürbis überrascht mit seiner faserigen Struktur, die an Pasta erinnert – eine kohlenhydratarme Alternative zu Nudeln. Kürbisse sind kalorienarm – rund 25 kcal pro 100 Gramm – und liefern Kalium, Magnesium und B-Vitamine. Auch die Kerne sind wertvoll: Kürbiskerne enthalten rund 35 Gramm Protein pro 100 Gramm.

Auf dem Wochenmarkt kosten Hokkaidokürbisse zwischen 1,50 und 3 Euro pro Stück. Ganze Muskatkürbisse zwischen 3 und 6 Euro. Die Preise sind im September am niedrigsten, weil das Angebot am größten ist. Kürbisse lassen sich hervorragend lagern – ein ganzer Hokkaido hält bei 10 bis 15 Grad rund drei bis vier Monate.

Wildpilze haben im September ihre beste Zeit. Steinpilze, Maronenröhrlinge und die letzten Pfifferlinge wachsen nach feuchten, warmen Tagen in Laub- und Nadelwäldern. Der Steinpilz ist der König unter den Wildpilzen – fest, aromatisch, vielseitig. Frisch kostet er auf dem Wochenmarkt zwischen 25 und 50 Euro pro Kilogramm. Maronenröhrlinge sind leichter zu finden und für Anfänger gut geeignet. Pfifferlinge gehen im September in ihre Spätsaison – die letzten Wochen vor dem Frost. Der NABU empfiehlt, Wildpilze nur zu sammeln, wenn man sie sicher bestimmen kann – im Zweifel eine Pilzberatungsstelle aufsuchen. In den meisten Bundesländern gilt eine Sammelbegrenzung von ein bis zwei Kilogramm pro Person und Tag. Wer unsicher ist: Volkshochschulen bieten im Herbst Pilzwanderungen an. Champignons aus dem Gewächshaus ergänzen das Pilzangebot ganzjährig und kosten nur 3 bis 5 Euro pro Kilogramm.

Trauben, Quitten und Spätsommerobst im September

Der September bringt die Weinlese – und damit frische Trauben aus deutschen Anbaugebieten. In der Pfalz, in Baden, an der Mosel und in Sachsen werden jetzt Weintrauben geerntet. Tafeltrauben kosten im September zwischen 2 und 4 Euro pro Kilogramm – regional, frisch, ohne langen Transportweg.

Deutsche Weintrauben schmecken anders als Importware aus Spanien oder Italien. Sie sind intensiver im Aroma, oft kleiner, und kommen direkt vom Weinberg ohne langen Transportweg. Die Weinlese ist im September in vollem Gange – ein Erlebnis, das viele Weingüter in der Pfalz, an der Mosel und in Baden für Besucher öffnen. Manche bieten Weinproben direkt im Weinberg an. Pro 100 Gramm liefern Trauben rund 70 kcal, Kalium und sekundäre Pflanzenstoffe wie Resveratrol, dem eine antioxidative Wirkung zugeschrieben wird.

Die Quitte startet Ende September ihre kurze Saison. Sie ist das vergessene Obst – kaum im Supermarkt, aber auf Wochenmärkten und in Hofläden verfügbar. Quitten lassen sich nicht roh essen, entfalten aber beim Kochen ein einzigartiges Aroma. Quittengelee, Quittenbrot und Quittensaft sind traditionelle Konserven, die bis ins Frühjahr halten. Die Verbraucherzentrale stuft Quitten als besonders haltbares Obst ein – ganze Früchte lagern im kühlen Keller bis zu acht Wochen.

Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen gehen im September in ihre Spätsaison. Die letzten Früchte sind besonders süß und eignen sich hervorragend zum Einkochen. Zwetschgenkuchen vom Blech mit Hefeteig – das ist September pur. Mirabellen sind kleiner und gelb, ihr Geschmack honigähnlich. Brombeeren liefern die letzten Beeren des Jahres – an Waldrändern und in Gärten reifen sie bis Ende September. Die Obstvielfalt im September ist enorm – vom Apfel bis zur Zwetschge, vom Kürbis bis zur Quitte. Kein anderer Monat bietet so viele verschiedene Obstsorten gleichzeitig.

Saisonales Gemüse im September: Sommergemüse trifft Herbsternte

Der September vereint zwei Welten: Sommergemüse in Spätsaison und Herbstgemüse im Saisonstart. Das Ergebnis ist die größte Gemüsevielfalt des Jahres. Tomaten, Paprika und Auberginen liefern noch, während Rosenkohl, Wurzelgemüse und Kohlsorten frisch dazukommen.

Tomaten aus deutschem Freiland haben im September ihren geschmacklichen Höhepunkt. Die warmen Tage und kühlen Nächte fördern die Aromabildung – Zucker und Säure balancieren sich perfekt. Fleischtomaten, Cocktailtomaten, Ochsenherz: Die Sortenvielfalt auf dem Wochenmarkt ist jetzt am größten. Pro Kilogramm kosten Freilandtomaten zwischen 2 und 4 Euro. Paprika in Rot, Gelb und Grün aus dem Freiland ergänzen das Sortiment – sie enthalten bis zu 140 mg Vitamin C pro 100 Gramm, mehr als Orangen. Auberginen brauchen Wärme und gedeihen besonders in Süddeutschland. Zucchini und Gurken laufen in Spätsaison – die letzten Wochen vor dem ersten Frost. Kleinere Zucchini schmecken aromatischer als die großen Exemplare.

Mais hat im September Hochsaison. Frischer Mais vom Feld, innerhalb von Stunden nach der Ernte gegessen, schmeckt süßer als jede Konserve – der Zucker wandelt sich nach der Ernte rasch in Stärke um. Pro Kolben zahlt man auf dem Wochenmarkt zwischen 0,50 und 1,50 Euro. Gegrillt, gekocht oder als Salat – Mais ist vielseitig. Grüne Bohnen und Feuerbohnen liefern in Spätsaison reichlich pflanzliches Eiweiß. Stangenbohnen ranken meterhoch und tragen im September besonders üppig. Buschbohnen sind kompakter und lassen sich gut blanchieren und einfrieren.

Die Kohlvielfalt explodiert. Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Spitzkohl, Blumenkohl, Brokkoli und Chinakohl – alle gleichzeitig verfügbar. Rosenkohl startet seine Saison. Alle Kohlsorten sind im September regional und günstig. Laut IFEU-Institut verursacht Freilandkohl weniger als 0,2 kg CO₂ pro Kilogramm – eines der klimafreundlichsten Gemüse.

Wurzelgemüse tritt in den Vordergrund: Möhren, Rote Bete, Sellerie, Pastinaken, Petersilienwurzeln, Topinambur und Schwarzwurzeln. All diese Sorten starten jetzt ihre Hauptsaison und bleiben bis ins Frühjahr – teils frisch, teils aus Lager. Rote Bete liefert Eisen und Folsäure, Pastinaken schmecken nussig-süß und sind bei Kindern beliebter als ihr Ruf. Topinambur enthält Inulin, einen prebiotischen Ballaststoff. Schwarzwurzeln – der „Spargel des Winters" – starten ebenfalls im September.

Spinat und Mangold liefern weiterhin kräftige Blattware. Mangold gibt es in bunten Stielen – rot, gelb, weiß – die auch optisch den Teller bereichern. Feldsalat startet seine Herbst-Saison. Er enthält dreimal so viel Vitamin C wie Kopfsalat und ist damit der nährstoffreichste Salat der kalten Jahreszeit. Das Umweltbundesamt betont, dass Freilandgemüse im Herbst die klimafreundlichste Ernährungsoption darstellt – weder Gewächshausheizung noch Flugtransport belasten die Umweltbilanz.

Einkochen, Trocknen, Lagern: Vorratshaltung im September

Der September ist der Monat der Vorratshaltung. Das Überangebot an Obst und Gemüse lädt zum Einkochen, Trocknen und Lagern ein. Wer jetzt Vorräte anlegt, hat regionale Qualität für den ganzen Winter – ohne Importware. Diese Tradition hat über Jahrhunderte funktioniert.

Einkochen ist die klassische Methode und erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance. Apfelmus, Zwetschgenmarmelade, Quittengelee, Tomatensoße und Kürbis-Chutney – im September gibt es genug Rohware für alle Varianten. Für ein Glas Apfelmus braucht man rund 500 Gramm Äpfel – bei Selbstpflück-Preisen von 1,50 Euro pro Kilo ein echtes Schnäppchen. Das BZfE empfiehlt, beim Einkochen auf saubere Gläser und ausreichende Hitze zu achten – 100 Grad Celsius im Wasserbad für mindestens 20 Minuten. Eingekochtes hält bei kühler Lagerung bis zu zwölf Monate. Wer Marmelade kocht, braucht Gelierzucker im Verhältnis 2:1 oder 3:1 – je nach gewünschter Süße.

Trocknen ist eine unterschätzte Konservierungsmethode. Apfelringe im Dörrautomaten oder an der Luft getrocknet sind ein gesunder Snack ohne Zusatzstoffe. Pilze – besonders Steinpilze und Maronenröhrlinge – entfalten getrocknet ein noch intensiveres Aroma und lassen sich platzsparend aufbewahren. In Suppen und Risottos quellen sie wieder auf und geben ihren vollen Geschmack ab. Getrocknete Tomaten, Kräuter und Chilischoten halten sich über Monate. Ein einfacher Dörrapparat kostet zwischen 30 und 80 Euro und amortisiert sich schnell, wenn man regelmäßig Vorräte anlegt.

Lagern erfordert die richtigen Bedingungen: Äpfel, Birnen und Kürbisse brauchen einen kühlen, dunklen Ort mit 5 bis 15 Grad. Kartoffeln und Wurzelgemüse halten in Sand eingeschlagen mehrere Monate. Wer keinen Keller hat, kann vieles einfrieren – Bohnen, Beeren, Kräuter, Spinat und Mangold eignen sich hervorragend. Auf greenya.de – Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997 – findest du über 27.000 Anbieter, darunter Hofläden und Bio-Märkte, die im September besonders günstige Einkoch- und Lagermengen anbieten.

Regionale Unterschiede im September in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Der September zeigt die schönsten regionalen Unterschiede – jede Region hat ihre eigene Erntedank-Tradition.

Süddeutschland feiert im September die große Kernobst-Ernte. Am Bodensee reifen Elstar, Topaz und Jonagold – rund 7.000 Hektar Obstanbau machen die Region zum größten zusammenhängenden Apfelanbaugebiet Deutschlands. In der Pfalz und in Baden läuft die Weinlese. Kürbisse stehen auf den Feldern. Zwetschgenkuchen vom Blech ist ein süddeutscher Klassiker.

Norddeutschland erntet im Alten Land bei Hamburg – Deutschlands größtem zusammenhängenden Obstanbaugebiet mit rund 10.500 Hektar. Elstar und Jonagold dominieren dort den Markt. Kürbisse kommen aus Niedersachsen und Brandenburg – beide Bundesländer haben große Anbauflächen für Speisekürbisse. Mais hat in der norddeutschen Tiefebene Hochsaison. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein laden Hofläden und Bauernmärkte zur Erntesaison ein.

Österreich feiert den September als Erntedank-Monat. Die AMA Marketing verzeichnet den höchsten Verbrauch an heimischem Obst und Gemüse im ganzen Jahr. Im Burgenland und in der Wachau läuft die Weinlese – der Grüne Veltliner reift jetzt. Steirische Äpfel haben Hauptsaison – die Steiermark ist Österreichs größte Obstanbauregion. Die letzten Wachauer Marillen gehen in ihre Saisonende. Steirisches Kürbiskernöl, dunkelgrün und nussig, ist eine regionale Spezialität aus den September-Kürbissen.

Die Schweiz erntet im Thurgau und im Mittelland Äpfel und Birnen in großen Mengen. Bio Suisse verzeichnet den September als produktivsten Obstmonat. Im Wallis und im Tessin startet die Traubenernte – Schweizer Wein aus diesen Regionen hat internationales Renommee. Auf Schweizer Bauernmärkten gibt es im September auch Quitten, Nüsse und die ersten Maroni. Regional einkaufen hat in der Schweiz eine lange Tradition – Direktvermarkter sind in fast jedem Dorf zu finden.

Bezugsquellen im September: Hofläden, Wochenmärkte und Selbstpflück-Höfe

Der September bietet die vielfältigsten Bezugsquellen des Jahres. Erntedankfeste, Apfeltage und Kürbisfeste laden zum regionalen Einkauf ein. Die Atmosphäre auf Wochenmärkten und in Hofläden ist im Herbst besonders schön.

Selbstpflück-Höfe für Äpfel, Birnen und Kürbisse sind im September ein Erlebnis. Äpfel kosten zum Selbstpflücken zwischen 1,50 und 3 Euro pro Kilogramm – im Supermarkt zahlt man für Bio-Äpfel das Doppelte. Viele Höfe veranstalten im September Apfelfeste mit Saftpressen, Kuchenverkauf und Hofführungen.

Auf dem Wochenmarkt ist das Septemberangebot überwältigend. Körbe voller Äpfel, Stapel von Kürbissen, bunte Tomaten, frische Pilze – der September-Wochenmarkt ist ein Fest für alle Sinne. Einfach hingehen und staunen. Im Hofladen gibt es Spezialitäten: frisch gepresster Apfelsaft, Quittenbrot, Kürbiskernöl, getrocknete Steinpilze. Viele Hofläden bieten auch Einkoch-Sets an – Gläser, Rezepte und die passenden Zutaten. Das lohnt sich.

Im Bio-Supermarkt führt die regionale Auswahl im September das Sortiment an – Importware rückt in den Hintergrund. Auch konventionelle Supermärkte setzen verstärkt auf heimische Ware, weil die Preise günstig und die Nachfrage hoch sind. SoLaWi-Betriebe (Solidarische Landwirtschaft) liefern die üppigsten Herbstkisten des Jahres. Marktschwärmer und Biokisten-Anbieter ergänzen das Angebot in Städten, wo der nächste Hofladen weiter entfernt ist. Wer Wildpilze sammeln will: Die örtliche Pilzberatung hilft kostenlos bei der Bestimmung. Der NABU empfiehlt, nur zu sammeln, was man sicher kennt – und niemals mehr als ein bis zwei Kilogramm pro Tag.

Häufige Fragen zum Saisonkalender September

Die wichtigsten Fragen rund um saisonales Einkaufen im September – kurz und konkret beantwortet.

Welches Obst hat im September Saison in Deutschland?

Äpfel (Elstar, Jonagold, Topaz, Gala, Boskoop, Cox Orange), Birnen (Williams Christ, Conference, Alexander), Trauben, Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen, Brombeeren und ab Ende September Quitten. Laut BVEO ist der September der obstreichste Monat – über 15 verschiedene Obstsorten stehen gleichzeitig zur Verfügung.

Welche Apfelsorten gibt es im September frisch?

Im September reifen Elstar (säuerlich-süß, Deutschlands beliebtester Apfel), Jonagold (süß, gut zum Backen), Topaz (kräftig, lagerfähig), Gala (mild-süß), Boskoop (säuerlich, Backapfel) und Cox Orange (würzig-komplex). Laut Verbraucherzentrale ist der September der beste Monat für frische Äpfel direkt vom Baum.

Wann beginnt die Kürbiszeit?

Die Kürbissaison startet Ende August und erreicht im September ihren Höhepunkt. Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis und Spaghettikürbis sind jetzt in voller Ernte. Kürbisse lassen sich bei 10 bis 15 Grad drei bis vier Monate lagern. Im September sind die Preise am niedrigsten.

Welches Gemüse ist im September frisch vom Freiland?

Im September gibt es über 30 Gemüsesorten vom Freiland: Tomaten, Paprika, Auberginen, Zucchini, Mais, alle Kohlsorten (inkl. Rosenkohl-Start), Wurzelgemüse (Möhren, Rote Bete, Pastinaken, Sellerie), Bohnen, Spinat, Mangold, Feldsalat und alle Salatsorten. Laut BZfE ist der September der gemüsereichste Monat des Jahres.

Welche Wildpilze haben im September Saison?

Steinpilze, Maronenröhrlinge und die letzten Pfifferlinge haben im September Hauptsaison. Der NABU empfiehlt, nur Pilze zu sammeln, die man sicher bestimmen kann. Die Sammelbegrenzung liegt bei ein bis zwei Kilogramm pro Person und Tag. Pilzberatungsstellen helfen kostenlos bei der Bestimmung.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Einkochen?

Der September ist ideal zum Einkochen – das Angebot an Obst und Gemüse ist am größten und die Preise sind am niedrigsten. Äpfel, Zwetschgen, Quitten, Tomaten und Kürbis eignen sich besonders gut. Laut BZfE hält Eingekochtes bei kühler Lagerung bis zu zwölf Monate. Die Erntedank-Tradition des Einkochens sichert regionale Qualität für den Winter.

Fazit: September ist der Monat, in dem man Vorräte für den Winter anlegt

Über 60 Sorten vom Freiland, Äpfel in voller Ernte, Kürbisse auf den Feldern – der September ist der reichste Monat im Saisonkalender. Jetzt einkaufen und einkochen. Die Preise sind niedrig, die Qualität am Höhepunkt, die Auswahl ohne Vergleich. Wer im September für 50 Euro auf dem Wochenmarkt einkauft, bekommt mehr regionale Vielfalt als in jedem anderen Monat.

Nutze den September für Vorräte. Apfelmus, Tomatensoße, Kürbis-Chutney und getrocknete Pilze halten bis ins Frühjahr. Das spart Geld und schont das Klima. Im Saisonkalender findest du alle zwölf Monate – und was im Oktober als Nächstes Saison hat.

Quellen und weiterführende Informationen

  • AMA Marketing Österreich (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse aus Österreich. amainfo.at

  • Bio Suisse (2025): Saisonkalender Schweiz – Obst und Gemüse nach Saison. bio-suisse.ch

  • Bundeszentrum für Ernährung / BZfE (2025): Der Saisonkalender – Obst und Gemüse. bzfe.de

  • BVEO (2025): Saisonkalender Obst und Gemüse – Apfelanbau in Deutschland. bveo.de

  • IFEU-Institut Heidelberg (2020): Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. ifeu.de

  • NABU (2025): Pilze sammeln – Regeln, Tipps und Bestimmungshilfen. nabu.de

  • Umweltbundesamt / UBA (2024): Ökobilanz von Lebensmitteln. umweltbundesamt.de

  • Verbraucherzentrale Bundesverband (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse frisch und regional einkaufen. verbraucherzentrale.de

Alle anzeigen