Der November bringt das echte Wintergemüse zurück. Grünkohl bekommt nach den ersten Frostnächten seinen typisch süßen Geschmack – die Stärke in den Blättern wandelt sich bei Kälte zu Zucker. Rosenkohl steht in voller Hauptsaison. Weißkohl, Rotkohl und Wirsing füllen die Marktstände. Und unter der Erde warten Pastinaken, Topinambur und Schwarzwurzeln auf die Ernte.
Über 30 Sorten Obst und Gemüse sind im November aus deutschem Freiland, Lager oder Gewächshaus verfügbar. Die Sommergemüse sind verschwunden – Tomaten, Gurken und Paprika gibt es nicht mehr regional. Dafür übernimmt robustes Wintergemüse, das bei Frost erst richtig aufblüht. Der CO₂-Vorteil bleibt: Frisches Freilandgemüse vom Acker verursacht laut IFEU-Institut nur 0,1 bis 0,3 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm. Regionales Wintergemüse schlägt importierte Sommerware um ein Vielfaches.
Dieser Saisonkalender November zeigt dir die komplette saisonale Auswahl, mit Bezugsquellen, Lagertipps und regionalen Besonderheiten. Im kompletten Saisonkalender findest du alle zwölf Monate – und was im Oktober Saison hatte.
Was hat im November Saison? Obst und Gemüse auf einen Blick
Über 30 regionale Lebensmittel stehen im November zur Verfügung. Das Sortiment ist klar winterlich. Kohl und Wurzelgemüse dominieren, ergänzt durch Lagerobst und Gewächshaus-Salate. Die Übersichtstabelle zeigt, was jetzt aus heimischem Anbau kommt.
Lebensmittel | Freiland DE | Lager / Gewächshaus | Saisonstatus |
|---|---|---|---|
Grünkohl | ✅ | – | Hauptsaison (nach Frost) |
Rosenkohl | ✅ | – | Hauptsaison |
Weißkohl | ✅ | ✅ (Lager) | Hauptsaison |
Rotkohl | ✅ | ✅ (Lager) | Hauptsaison |
Wirsing | ✅ | – | Hauptsaison |
Chinakohl | ✅ | – | Hauptsaison |
Spitzkohl | ✅ | – | Spätsaison |
Möhre | – | ✅ (Lager) | Lagerware |
Pastinake | ✅ | – | Hauptsaison |
Topinambur | ✅ | – | Hauptsaison |
Schwarzwurzel | ✅ | – | Hauptsaison |
Rote Bete | ✅ | ✅ (Lager) | Hauptsaison |
Sellerie | ✅ | ✅ (Lager) | Hauptsaison |
Petersilienwurzel | ✅ | – | Hauptsaison |
Lauch | ✅ | – | Hauptsaison |
Kürbis (Lager) | – | ✅ (Lager) | Lagerware |
Feldsalat | ✅ | ✅ | Hauptsaison |
Chicorée | – | ✅ (Treiberei) | Hauptsaison |
Endivie, Radicchio | ✅ | – | Spätsaison |
Apfel (Lagersorten) | – | ✅ (Lager) | Lagerware |
Birne (Lagersorten) | – | ✅ (Lager) | Lagerware |
Quitte | ✅ | – | Saisonende |
Kartoffel | – | ✅ (Lager) | Lagerware |
Zwiebel | – | ✅ (Lager) | Lagerware |
Champignon | – | ✅ | Ganzjährig |
Austernpilz, Kräuterseitling | – | ✅ | Ganzjährig |
Was im November nicht mehr regional ist: Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika, Auberginen, alle Beeren und alles Steinobst. Der Schnitt ist deutlich. Wer im November regional einkauft, setzt auf Kohl, Wurzeln und Lagerware. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) betont, dass Wintergemüse ernährungsphysiologisch mindestens gleichwertig mit Sommergemüse ist – Grünkohl und Rosenkohl zählen sogar zu den vitaminreichsten Gemüsesorten überhaupt.
Kohl im November: Grünkohl, Rosenkohl und die volle Kohlvielfalt
Der November ist der stärkste Kohlmonat des Jahres. Sieben Kohlsorten stehen gleichzeitig auf dem Feld – von Grünkohl über Rosenkohl bis Chinakohl. Kein anderes Gemüse bietet im Winter so viel Vielfalt, so viel Nährstoffdichte und so viel Geschmack wie Kohl.
Grünkohl ist das Aushängeschild des Novembers. Nach den ersten Frostnächten wandelt sich die Stärke in den Blättern zu Zucker – der Kohl schmeckt dann mild-süß statt bitter. Niedersachsen baut auf über 400 Hektar die größte Grünkohlfläche Deutschlands an. Insgesamt werden auf rund 1.200 Hektar jährlich etwa 24.000 Tonnen geerntet. Pro 100 Gramm liefert Grünkohl rund 105 mg Vitamin C – mehr als die meisten Zitrusfrüchte. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bestätigt: Moderne Sorten brauchen keinen harten Frost mehr, kühle Temperaturen unter 10 Grad reichen für die Geschmacksentwicklung.
Rosenkohl erreicht im November seine beste Phase. Auch er profitiert von Frost. Die kleinen Röschen liefern pro 100 Gramm rund 85 mg Vitamin C und sind reich an Ballaststoffen und Folsäure. Das macht ihn zu einem der nährstoffreichsten Wintergemüse.
Weißkohl, Rotkohl, Wirsing und Chinakohl
Weißkohl und Rotkohl sind im November sowohl frisch vom Feld als auch als Lagerware verfügbar. Beide lassen sich monatelang im kühlen Keller lagern – ein Vorteil, den kein Sommergemüse bietet. Wirsing hat einen milderen Geschmack als Weiß- und Rotkohl und eignet sich hervorragend für Eintöpfe und Rouladen. Chinakohl kommt im November noch vom Freiland und wird bis zum ersten starken Frost geerntet. Spitzkohl rundet das Sortiment ab.
Kohl ist Wintergemüse par excellence. Günstig, lagerfähig, nährstoffreich – und komplett regional verfügbar. Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt Kohl als eine der klimafreundlichsten Gemüsegruppen, weil er ohne beheizte Gewächshäuser auskommt und kurze Transportwege hat.
Wurzelgemüse im November: Pastinake, Topinambur und Schwarzwurzel
November ist der Hauptmonat für Wurzelgemüse. Pastinaken, Topinambur, Schwarzwurzeln, Rote Bete, Sellerie und Petersilienwurzeln stehen in voller Saison. Alles kommt direkt vom Feld oder aus kurzer Lagerung. Kein anderer Monat bietet eine größere Wurzelgemüse-Vielfalt im Freilandanbau.
Pastinaken entwickeln durch Frost ein süßeres Aroma – ähnlich wie Grünkohl. Sie sind die Wiederentdeckung der letzten Jahre: Lange vergessen, erlebt die Pastinake seit rund zehn Jahren ein Comeback in der deutschen Küche. Topinambur – auch Erdartischocke genannt – hat von November bis März Saison und liefert Inulin, einen präbiotischen Ballaststoff. Schwarzwurzeln gelten als „Spargel des Winters" und haben ihre Hauptsaison von November bis Februar.
Möhren kommen im November als Lagerware – sie wurden im Sommer und Herbst geerntet und kühl eingelagert. Rote Bete ist teilweise noch frisch vom Feld, teilweise bereits Lagerware. Sellerie und Petersilienwurzeln ergänzen das Angebot. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Wurzelgemüse im November in größeren Mengen zu kaufen und selbst einzulagern – in Sand oder im kühlen Keller halten Pastinaken und Schwarzwurzeln wochenlang.
Die Wurzelgemüse-Vielfalt im November überrascht viele. Wer über Möhren hinausdenkt, entdeckt Aromen, die kein Sommergemüse bieten kann.
Saisonales Obst im November: Lageräpfel, Birnen und letzte Quitten
Das Obstangebot im November basiert auf Lagerware. Frisches Obst vom Baum gibt es kaum noch – dafür halten gut gelagerte Äpfel und Birnen die regionale Versorgung aufrecht. Quitten verabschieden sich als letzte frische Frucht.
Lageräpfel der Sorten Boskoop, Topaz, Braeburn und Elstar sind im November in guter Qualität verfügbar. Richtig gelagert bei 2 bis 4 Grad halten sie mehrere Monate. Die BVEO verzeichnet rund 34.000 Hektar Apfelanbaufläche in Deutschland – genug, um die heimische Nachfrage bis weit ins Frühjahr zu decken. Lagerbirnen wie Conference und Alexander ergänzen das Angebot. Der Energieverbrauch für die Kühllagerung ist im November noch moderat – die CO2-Bilanz von Lageräpfeln bleibt bis zum Frühjahr deutlich besser als die von Importäpfeln aus Neuseeland oder Chile. Regional bleibt die klare Empfehlung.
Quitten-Saisonende und Vorbereitung für den Winter
Quitten gehen im November in ihre letzten Wochen. Sie lassen sich nicht roh essen, ergeben aber hervorragendes Gelee, Marmelade und Quittenbrot. Wer Quitten verarbeiten will, sollte im November die letzten Exemplare auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen sichern.
Das Obstangebot im November ist schmal, aber ausreichend. Lageräpfel und -birnen versorgen regional – Importobst wie Zitrusfrüchte und Bananen bleibt ergänzend nötig, aber den Kern liefert die heimische Ernte.
Bezugsquellen und Salate im November: Feldsalat und Freiland-Ware
Im November verschiebt sich das Salatsortiment endgültig zum Winter. Feldsalat startet in seine Hauptsaison und wird bis März das dominierende Blattgemüse. Pro 100 Gramm liefert er rund 35 mg Vitamin C und ist damit nährstoffreicher als die meisten Sommersalate.
Chicorée kommt aus der Treiberei – die Wurzeln werden in Dunkelkammern zum Austreiben gebracht. Endiviensalat und Radicchio liefern noch vom Freiland, gehen aber in ihre letzten Wochen. Auf greenya.de – Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997 – findest du über 27.000 Anbieter, darunter Hofläden und Wintermärkte mit regionalem Sortiment.
Wochenmärkte stellen im November auf Winterbetrieb um. Das Angebot verändert sich: Wo im Sommer Tomaten und Beeren lagen, stehen jetzt Kohl und Wurzelgemüse. Die ersten Weihnachtsmärkte eröffnen Ende November – sie bieten neben Glühwein auch geröstete Maronen, Kürbissuppe und regionales Wintergemüse. Bio-Supermärkte wie Alnatura und Denn's kennzeichnen regionale Lagerware. SoLaWi-Betriebe liefern im November Kohl und Wurzelgemüse aus eigener Ernte.
Regionale Unterschiede im November in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Der November hat ausgeprägte regionale Schwerpunkte – stärker als in den Sommermonaten, weil Klima und Tradition den Anbau im Winter stärker bestimmen.
Norddeutschland ist Grünkohl-Land. Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein pflegen eine jahrhundertealte Grünkohl-Tradition – von der Oldenburger Kohlfahrt bis zum Dithmarscher Kohlanbau. Blattkohl, zu dem auch Grünkohl gehört, wurde zum „Gemüse des Jahres 2025 und 2026" gewählt. Dithmarschen in Schleswig-Holstein ist mit über 3.000 Hektar Deutschlands größtes geschlossenes Kohlanbaugebiet und liefert Weißkohl und Rotkohl in alle DACH-Märkte.
Süddeutschland setzt auf Wurzelgemüse und Wirsing. Bayern und Baden-Württemberg haben starke Traditionen bei Sellerie, Pastinaken und Spitzkohl. Am Bodensee werden die letzten Lageräpfel eingelagert.
In Österreich dominieren Wurzel- und Krautgemüse im November. Die Steiermark liefert Kürbiskernöl aus späten Lagerkürbissen. AMA Marketing Österreich verzeichnet den November als Monat der Vorratsbildung – Sauerkraut und eingelegtes Gemüse haben Tradition.
Die Schweiz erntet im Mittelland die letzten Freiland-Kohlsorten. Bio Suisse führt den November als Übergangsmonat zwischen Frischernte und Lagerware. Im Tessin sind die letzten Maronen gesammelt.
Häufige Fragen zum Saisonkalender November
Die wichtigsten Fragen rund um saisonales Einkaufen im November – kurz und konkret beantwortet.
Welcher Kohl hat im November Saison?
Im November haben sieben Kohlsorten gleichzeitig Saison: Grünkohl (Hauptsaison nach Frost), Rosenkohl (Hauptsaison), Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Chinakohl und Spitzkohl. Grünkohl liefert pro 100 Gramm rund 105 mg Vitamin C. Die Verbraucherzentrale stuft Kohl als das vielseitigste und klimafreundlichste Wintergemüse ein – günstig, lagerfähig und komplett regional.
Welches Obst hat im November Saison in Deutschland?
Das Obstangebot im November basiert auf Lagerware. Äpfel der Sorten Boskoop, Topaz und Braeburn sind in guter Qualität verfügbar. Lagerbirnen (Conference, Alexander) ergänzen das Sortiment. Quitten gehen in ihre letzten Wochen. Beeren und Steinobst sind seit Monaten vorbei. Laut BVEO decken deutsche Lageräpfel die Nachfrage bis ins Frühjahr.
Wann beginnt die Grünkohl-Saison?
Die Grünkohl-Saison beginnt nach dem ersten Frost, meist Ende Oktober oder Anfang November. Bei Kälte unter 10 Grad wandelt sich Stärke in den Blättern zu Zucker – der Kohl schmeckt dann mild-süß. Laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen brauchen moderne Sorten keinen harten Frost mehr. Die Saison läuft bis Februar. Niedersachsen baut auf über 400 Hektar die größte Grünkohlfläche Deutschlands an.
Welches Gemüse ist im November frisch?
Über 15 Gemüsesorten kommen im November noch frisch vom Freiland: alle Kohlsorten, Lauch, Feldsalat sowie das komplette Wurzelgemüse – Pastinaken, Topinambur, Schwarzwurzeln, Rote Bete, Sellerie und Petersilienwurzeln. Ergänzt wird das Angebot durch Lagerware (Möhren, Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbis). Das BZfE betont, dass frisches Wintergemüse ernährungsphysiologisch gleichwertig mit Sommergemüse ist.
Sind Lageräpfel im November noch sinnvoll?
Lageräpfel aus deutscher Ernte sind im November eine gute Wahl. Bei 2 bis 4 Grad und kontrollierter Atmosphäre gelagert, behalten Sorten wie Boskoop und Topaz über Monate Geschmack und Nährstoffe. Ab etwa April steigt der Energieverbrauch für die Kühlung so stark, dass die Klima-Bilanz kippt – dann wird Importware aus Neuseeland vergleichbar. Im November sind Lageräpfel aber klar die bessere Wahl als jeder Import.
Welche Salate gibt es im November saisonal?
Im November dominieren drei Salate: Feldsalat (Hauptsaison, 35 mg Vitamin C pro 100 g), Chicorée (aus der Treiberei) und späte Endivie. Radicchio liefert noch vom Freiland. Kopfsalat und Eisbergsalat sind nicht mehr saisonal verfügbar. Laut BZfE ist Feldsalat der nährstoffreichste Salat der kalten Jahreszeit und verträgt sogar leichten Frost.
Fazit: November belohnt mit Kohl, Wurzeln und voller Nährstoffdichte
Sieben Kohlsorten, sechs Wurzelgemüse und Lagerobst für Monate – der November bietet mehr regionale Vielfalt als die meisten vermuten. Grünkohl mit 105 mg Vitamin C pro 100 Gramm schlägt jede importierte Orange. Wer jetzt Wurzelgemüse einlagert und Kohl einkauft, hat klimafreundliche Ware bis in den Februar.
Nutze den November. Wintermärkte öffnen, Hofläden füllen die Lager, SoLaWi-Kisten quellen über. Die Auswahl überrascht. Die Saison mag schmaler sein als im Sommer – aber Geschmack und Nährstoffdichte sind auf dem Höhepunkt. Nutze den Saisonkalender, um den Überblick zu behalten – ab Dezember beginnt die tiefe Winterphase mit Grünkohl, Feldsalat und Lagerklassikern.
Quellen und weiterführende Informationen
AMA Marketing Österreich (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse aus Österreich. amainfo.at
Bio Suisse (2025): Saisonkalender Schweiz – Obst und Gemüse nach Saison. bio-suisse.ch
Bundeszentrum für Ernährung / BZfE (2025): Der Saisonkalender – Obst und Gemüse. bzfe.de
BVEO (2025): Saisonkalender Obst und Gemüse – Apfelanbau in Deutschland. bveo.de
IFEU-Institut Heidelberg (2020): Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. ifeu.de
Landwirtschaftskammer Niedersachsen (2025): Grünkohl – voller Geschmack erst nach dem ersten Frost? lwk-niedersachsen.de
Umweltbundesamt / UBA (2024): Ökobilanz von Lebensmitteln. umweltbundesamt.de
Verbraucherzentrale Bundesverband (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse frisch und regional einkaufen. verbraucherzentrale.de