Die Masse macht’s:

7 simple Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Wer sich auch nur ein wenig mit dem ganzen Themenkomplex Klima, Natur und Umwelt befasst, der erkennt rasch eine Tatsache: Es kommt beileibe nicht nur auf die sehr großen, enorm wirksamen Einzelmaßnahmen an. Kein Stück weniger wichtig und wirksam sind die unzähligen kleinen Schritte, weil sie sich mit der Zeit ebenfalls zu deutlich positiven Effekten aufsummieren. 

In diesem Sinne kann wirklich jeder seinen Alltag nachhaltiger machen, ohne sich dafür im Geringsten zu „verbiegen“ – aber dennoch durch die Menge kleiner guter Taten viel Gutes erreichen. Sieben Kniffe zeigen wir jetzt.

Nur noch samenfeste Pflanzen kaufen

Von den Kräutertöpfchen im Küchenfenster bis zu Zuckererbsen auf dem Balkon ist Micro-Gardening längst ein omnipräsenter Trend, um jede Mahlzeit um Selbstangebautes zu bereichern. Wer dazu allerdings auf das „konventionelle“ Angebot in Geschäften setzt, geht aus Sicht der Nachhaltigkeit keinen guten Deal ein. 

Denn bei diesen Pflanzen und Saatgut handelt es sich meist um sogenannte F1-Hybride. Das sind Kreuzungen, bei denen mitunter schon die nächste Pflanzengeneration alle guten Eigenschaften verliert. Man ist also gezwungen, immer wieder weitere Hybride nachzukaufen – die typischerweise unter industriellen Bedingungen in Großbetrieben gezüchtet werden.

Deutlich nachhaltiger geht es mit samenfesten Sorten als Saatgut und Setzlinge Die gibt’s nur im Fachhandel und kosten zudem etwas mehr. Aber: Jeder kann davon sein eigenes Saatgut entnehmen und so bei sich zuhause einen natürlichen Kreislauf entstehen lassen. Dem einmalig höheren Anschaffungspreis steht also ein mitunter jahrzehntelang andauernder Kreislauf gegenüber, bei dem gar keine Käufe nötig sind.

Heimische Elektrogroßgeräte pflegen

Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine und ähnliche Haushaltshelfer hinterlassen durch die Herstellung und den Materialbedarf einen nicht unerheblichen Fußabdruck. Dennoch werden diese teuren Geräte von vielen Besitzern behandelt, als seien sie hundertprozentig wartungsfrei – was sie jedoch definitiv nicht sind. 

Jeder dieser Haushaltshelfer listet in der Bedienungsanleitung verschiedene Dinge, die regelmäßig vom Benutzer zu tun sind. Zudem gibt es noch verschiedene Pflegemittel und „positive Verhaltensweisen“. Allein schon bei der Waschmaschine lässt sich deshalb sehr viel tun, um ihr ein deutlich längeres Leben zu bescheren. 

Insbesondere deshalb, weil heutige Küchengroßgeräte bereits extrem sparsam sind, lohnt es sich definitiv, sie durch gute Pflege äußerst lang nutzen zu können und so alle Nachhaltigkeits-Nachteile eines Neukaufs zu unterbinden.

Übrigens: Je voller eine Waschmaschine stets beladen wird, desto weniger reiben sich die Kleidungsstücke aneinander – und desto länger halten sie.

Leitungswasser bevorzugen

Sämtliche abgepackten Wässer (und darauf basierende Fertiggetränke) stammen ebenso aus Quellen wie das, was aus dem Wasserhahn kommt. Doch wo letzteres lediglich umfassend filtriert und dann in ein Rohrnetz gepumpt wird, durchläuft ersteres eine umfassende, wenig nachhaltige Industrie mit Abfüllanlagen, Flaschenproduktion und Transport – und unterscheidet sich qualitativ doch kein bisschen von frischem „Hahnenberger“ aus der Leitung. 

Seine Getränke stark auf Leitungswasser zu fokussieren, ist deshalb enorm nachhaltig. Zumal sich sowohl der mancherorts unangenehm starke Kalkgeschmack als auch der mangelnde Kohlensäuregehalt durch Filter und Trinkwassersprudler beheben lassen. 

Sinnvolle Mengen einkaufen

Eigentlich ist die Rechnung einfach: Je größer eine Verpackungseinheit, desto weniger Verpackungsmaterial ist nötig – also ein Nachhaltigkeits-Plus. In der Praxis hängt die tatsächliche Nachhaltigkeit jedoch stark davon ab, ob insbesondere verderbliche Produkte tatsächlich in solchen Mengen gebraucht werden. Denn wenn sie dank einer zu großen Verpackung teilweise verderben, ist der Nachhaltigkeit ein Bärendienst erwiesen.

Ergo: Echte Nachhaltigkeit hängt hierbei von einer für den eigenen Bedarf sinnvollen Einkaufsmenge ab. 

Übrigens 1: Viele (aber nicht alle) Lebensmittel lassen sich problemlos einkochen und werden dadurch nahezu unbegrenzt haltbar. 

Übrigens 2: Bei vielen Lebensmitteln ist das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum nur eine Zahl. Selbst lange nach Überschreiten können sie unbedenklich genossen werden. 

Möglichst viel Gebrauchtes kaufen

Alles, das heutzutage produziert wird, hat einen Fußabdruck, den es durch Nutzung abarbeiten muss. Umgekehrt können selbst wenig nachhaltig gefertigte Dinge ihren Fußabdruck wettmachen, wenn sie bloß möglichst lange verwendet werden.

Insbesondere bei Produkten, die durch ein gewisses Alter bzw. angesichts effizienterer Neuentwicklungen keinen überbordenden Verbrauch haben, lohnt es sich absolut immer, Gebrauchtes zu kaufen. Das gilt für Kleidung ebenso wie für Möbel, Elektronik und sehr vieles mehr – insbesondere deshalb, weil heutzutage sehr vieles entsorgt wird, ohne dass es einen rationalen Grund wie etwa Schäden gäbe. 

Zumal der Gebrauchtkauf heute so enorm einfach geworden ist. Dafür stehen nicht nur die zahlreichen Kleinanzeigenportale des Internets, sondern ebenso immer mehr Hersteller, die von sich aus Refurbished-Waren anbieten.

Reinigungsmittel selbst herstellen

Nachhaltigkeit darf naturgemäß nicht zulasten der häuslichen und persönlichen Hygiene gehen – muss sie aber definitiv nicht. Schon etwa mit einem guten(!) Besen und einem feuchten Tuch lassen sich auf vielen Böden ähnliche Reinigungsergebnisse erzielen wie selbst mit hochwertigen Staubsaugern. 

Es geht jedoch noch viel weiter und betrifft ebenso die riesige Riege der Reinigungsmittel für den Haushalt und den Körper. Sehr vieles davon lässt sich mit wenigen natürlichen Mitteln selbst fabrizieren. Zudem ist das nicht einfach nur eine nachhaltigere Alternative. Vielfach ist die Reinigungskraft sogar besser als das, was in den Supermarktregalen zu finden ist – und deutlich günstiger noch dazu.

Übrigens: Entgegen den Aussagen der Werbung ist es für die allermeisten Menschen absolut unbedenklich, Haut und Haare ausschließlich mit naturbelassener (im Geschäft wirklich spottbilliger) Kernseife zu reinigen. Zunächst wird der Körper zwar mit erhöhter Fettproduktion reagieren, das gibt sich jedoch spätestens nach wenigen Wochen, wenn er sich an die Reinigungswirkung der Seife gewöhnt hat.

Cleverer und reduzierter heizen 

Unsere Haut kann definitiv Temperaturunterschiede spüren. Allerdings ist sie dabei nicht sonderlich präzise. Differenzen von einigen Grad Celsius merken wir nicht. Das kann sich jeder zunutze machen. Denn es ermöglicht es, zuhause die Heizung etwas herunter zu regeln, ohne etwas Nachteiliges befürchten zu müssen. 

Was das bringt? Sehr viel: Pro Grad Celsius ergibt sich bei der Heizung eine Energieersparnis von etwa sechs Prozent. Das kann sich nicht nur beträchtlich auf die Energiebilanz auswirken, sondern ebenso die Rechnung. 

Übrigens 1: Wer es durch seine Wohnungsarchitektur kann, sollte dies durch angesichts ihrer Nutzung unterschiedlich stark beheizte Räume noch weiter ergänzen. Beispielsweise gibt es keinen Grund, Dielen oder Ankleidezimmer ähnlich warm zu machen wie Wohn- oder Kinderzimmer.

Übrigens 2: Gerade in den jährlichen Übergangszeiten kann schlichtweg wärmere Kleidung, die besonders empfindliche Körperzonen bedeckt, ein späteres Ein- und früheres Abschalten der Heizung erlauben.