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Art Meets Education Mit Fotografie Zukunft schaffen

Foto: Art Meets Education e.V.

Fotos begegnen uns im Alltag. Manche von ihnen erzählen Geschichten, können was bewegen, Bewusstsein schaffen! Fotografie kann noch mehr. Fotografie kann Bildung sichern. Und damit die Existenz einer ganzen Gesellschaft.

Echte Hilfe kann nur "von innen" kommen

Der siebenjährige Nico sitzt aufgeregt neben seiner Mutter im Flugzeug. Ziel sind die Philippinen, Manila, die Heimat seiner Familie. An Schlaf ist nicht zu denken. Gedanken an die warme Umarmung seiner Oma, das Wiedersehen mit seinem Cousin und besten Freund Timothy lassen den Jungen unruhig auf seinem Platz hin und her rutschen.
Endlich gelandet, steht seine Familie bereits wild winkend am Gate. Nico stürmt los direkt in die Arme seiner Großeltern! Sonnige und ereignisreiche Wochen stehen ihm bevor.
Am nächsten Morgen verlässt er mit seinem Cousin Timothy früh das Haus seiner Oma. Sie laufen quer durch den Garten in einen, am Haus angrenzenden, Slum. Hunger, Leid und Elend ... Zustände, die der kleine Junge zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfassen kann. 
Nach ausführlichen Erkundungstouren folgen die Jungen dem Duft von Barbecue. Sie bleiben an einem Verkaufsstand stehen. Jonny, ein Junge gleichen Alters, bietet ihnen ein traditionell philippinisches Gericht an.

Diese Bekanntschaft wurde zum Schlüsselmoment für die Gründung von Art Meets Education (AME)

Das war der Tag an dem Nico und Jonny das erste Mal aufeinander trafen. Heute kennen sich die jungen Männer gut. Bei jedem Aufenthalt in Manila besuchte er Jonny an seinem Verkaufsstand.
Nico Klein-Allermann, heute 30 Jahre alt, ist der Gründer von AME. Er ist in Deutschland zur Schule gegangen, hat studiert und ist viel gereist. Jonny, im gleichen Alter und mehrfacher Vater, kämpft im Armenviertel Manilas mit dem Verkauf seiner Speisen um das Überleben seiner Familie.

60 Prozent der philippinischen Bevölkerung lebt täglich von weniger als einem Euro fünfzig. Insgesamt 22 der 106 Millionen Menschen leiden extreme Armut.

Der tägliche Kampf um eine Reisration zwingt philippinische Kinder, schnell erwachsen zu werden und früh Verantwortung für ihre Familien zu übernehmen. Für einen Schulbesuch bleibt dabei wenig Geld und Zeit. Obwohl die Mehrzahl philippinischer Schulen staatlich finanziert sind, fehlt es an Geldern für die Schulnebenkosten, wie Schulmaterialien, Schuluniformen oder für eine regelmäßige warme Mahlzeit in der Mensa. 
Schulbildung und Weiterbildung in Deutschland selbstverständlich, sind auf den Philippinen für den Großteil der Bevölkerung eine Besonderheit.
Die Möglichkeit zur Schule gehen zu dürfen sollte allen Kindern zustehen, betont Nico. Ende 2016 gründete der junge Fotograf gemeinsam mit Jana Seibert, Organisationskünstlerin und Ansprechpartnerin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,  Art Meets Education. Kinder auf den Philippinen können durch diese Unterstützung die Möglichkeit erhalten, ihre Schulausbildung durch ihre eigene Kreativität zu finanzieren. Damit wollen sie Weichen stellen für eine lang anhaltende Entwicklung, von der auch die kommenden Generationen profitieren können! 

Kinder werden zu FotografInnen

Nico Klein-Allermann mit den Kindern des Projektes Arts Meets Education

Foto: Art Meets Education e.V. // Nico (rechts) erklärt der kleinen Arkin (links) die Handhabung der Kamera

Bei einem gemeinsamen Treffen lernen die Kinder mit ihren Eltern die projektleitenden Mitglieder von AME kennen. In einem daran anschließenden Workshop, erlernen die Fünf- bis Neunjährigen Grundwissen über die wichtigsten Aspekte der Fotografie und den Umgang mit einer Kamera. “Mit einer Einwegkamera, einem leeren Film und vielen tollen Ideen entlassen wir die Kinder auf die Straße” erklärt Nico. "Die kreative Naivität der Kinder ist in jedem einzelnen der Bilder zu erkennen und ermöglicht ganz besondere Kunstwerke. Die Fotografien spiegeln fantasievolle Ideen, Träume und (Berufs-)Wünsche der Kinder. Losgelöst von Werten, Regeln und Strukturen erhalten wir einen authentischen Einblick in ihren Alltag."
Die Fotografien werden von AME gesichtet, wie auf dem Kunstmarkt üblich bearbeitet, gerahmt und hier in Deutschland verkauft. Die Originale sind auf fünf Exemplare limitiert, von den Kindern handsigniert und auf Papier (gesponsert von Hahnemühle FineArt GmbH) gedruckt. Hundert Prozent der aus dem Verkauf generierten Einnahmen fließen in die Schulbildung der jungen KünstlerInnen. 100 Euro realisieren ein ganzes Jahr Schulbildung für ein Kind.

Ein Mädchen aus dem Projekt wird im jahr 2017 eingeschult
Foto: Art Meets Education e.V. // Einschulung im Jahr 2017 von Arkin, einer Teilnehmerin des ersten Projektes

Fotografie ist mehr als nur ein Finanzierungsmittel
Für AME ist Fotografie auch ein Medium für Emotionen. Ihre Projekte bieten den Kindern Raum für eigenständiges Denken und Arbeiten.
“Zusätzliche Einnahmen zur Deckung laufender Projektkosten sind wichtig.” betont Nico “Unser vorrangiges Ziel aber ist, Kunstinteressierte für die Werke der Kinder zu begeistern. Die Befähigung zur selbstständigen Finanzierung der eigenen Schulausbildung setzt den Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben ohne Armut. Was kann junge Menschen besser motivieren als der Glaube in ihre eigenen Fähigkeiten?”

Basketball spielende Kinder in Manila
Foto: Art Meets Education e.V. // "Play with me" John Wesley C. Viloria

Eine intensive langjährige Betreuung bis zum Ende des Highschool Abschlusses erfolgt durch die ortsansässigen AME-Mitglieder. Mit Abschluss des Jahres 2017 konnte das erste Projekt "Manila - Olandes Marikina 1" erfolgreich finanziert werden. Zwölf Jahre Schule sind den sieben TeilnehmerInnen gesichert. Im November 2017 lief das zweite Projekt an. Weitere zehn Kinder nahmen bereits am Projekt teil.
StudentenInnen und BerufseinsteigerInnen haben AME gemeinsam aufgebaut. Jeder hat sein Fachgebiet, sie helfen einander und wachsen mit ihren Aufgaben. 

Für das kommende Jahr stehen viele spannende Aufgaben an. Ziel ist der Verkauf der Kunstwerke aus dem Projekt “Manila - Olandes Marikina 2”. AME steht bereits mit verschiedenen Ausstellern in Kontakt. Fest steht: Im Februar können wir die Werke auf derDüsseldorfer Photoweekend und im Juli auf dem internationalen Kunst-, Kultur-, und Musikfestival der Millerntor Gallery bestaunen. Nach erfolgreicher Präsentation auf der artconnection Münster 2017, wird AME auch in 2018 wieder dabei sein. 

Möchtest du mehr über kommende Veranstaltungen und Projekte erfahren? Hier geht es zur Webseite und dem Onlineshop von AME.

Fotos: Art Meets Education e.V.

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