Vegane Kosmetik: mehr als ein Trend?
Was sie für Tiere, Haut und Umwelt bringt
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Vegane Kosmetik verzichtet auf tierische Inhaltsstoffe und passt damit zu einem Leben ohne Tierleid. Sie ist aber nicht automatisch besser für Haut oder Umwelt: Im Öko-Test 2019 zeigten sich auch bei veganen Produkten kritische Inhaltsstoffe wie synthetische Polymere oder PEG. Wer beides will, achtet zusätzlich auf ein Naturkosmetik-Siegel.
Warum vegane Kosmetik mehr als ein Trend ist
Immer mehr Menschen achten darauf, was auf ihrem Teller landet, und schauen auch auf das, was sie auf die Haut auftragen. In klassischer Kosmetik stecken oft tierische Rohstoffe wie Bienenwachs, Kollagen, Keratin oder Karmin aus Schildläusen. Wer Tiere nicht nutzen möchte, hat mit veganer Pflege eine konsequente Alternative. Für jede dieser Zutaten gibt es pflanzliche Ersatzstoffe, zum Beispiel Carnaubawachs statt Bienenwachs. Welche tierischen Zutaten in welchen Produkten stecken, erklären wir in unserem Ratgeber zur veganen Körperpflege.
Ist vegane Kosmetik automatisch besser für Haut und Umwelt?
Nein. "Vegan" sagt nur, dass keine tierischen Bestandteile enthalten sind. Ob ein Produkt auch hautverträglich oder umweltschonend ist, sagt das Wort nicht. Das Siegel der Vegan Society bezieht sich laut Utopia ausdrücklich nicht auf Gesundheit, Bio-Qualität oder fairen Handel.
Öko-Test hat 2019 insgesamt 68 vegane Kosmetikprodukte geprüft. Die meisten schnitten "sehr gut" oder "gut" ab, keines schlechter als "befriedigend". Bei Produkten ohne zusätzliches Naturkosmetik-Siegel fanden die Tester aber teils synthetische Polymere, PEG oder hormonell wirksame UV-Filter. Das vegane Versprechen sei dann "eher ein Feigenblatt". Zertifizierte Naturkosmetik vermeidet viele dieser kritisierten Stoffe (Stand der Untersuchung: Oktober 2019).
Was bedeutet vegan bei Tierversuchen?
Beides gehört zusammen, ist aber nicht dasselbe. In der EU sind Tierversuche für Kosmetik und ihre Inhaltsstoffe seit 2013 verboten. Ausnahmen sind trotzdem möglich, etwa bei Stoffen, die auch in anderen Produkten stecken, oder wenn Hersteller in Länder wie China liefern, in denen Tests verlangt werden können. Siegel gehen hier oft weiter als das Gesetz:
- Leaping Bunny: Unternehmen und Zulieferer dürfen weder Fertigprodukte noch einzelne Inhaltsstoffe an Tieren testen oder testen lassen.
- Veganblume der Vegan Society: Sie verbietet tierische Inhaltsstoffe und Tierversuche in Entwicklung und Herstellung.
Reicht ein Naturkosmetik-Siegel, um sicher vegan einzukaufen?
Nicht immer. Nach Angaben der Verbraucherzentrale verbietet NATRUE zwar Rohstoffe von toten Wirbeltieren wie Nerzöl, erlaubt aber Karmin aus Insekten. Laut PTA-Fachpresse sind schätzungsweise 60 bis 80 Prozent der zertifizierten Naturkosmetik automatisch vegan, der Rest kann Honig, Bienenwachs oder Milch enthalten. Die sicherste Kombination ist deshalb ein Vegan-Siegel plus ein Naturkosmetik-Siegel wie COSMOS, das zum Beispiel Paraffine, Silikone, PEG und synthetische Duft- und Farbstoffe weitgehend ausschließt.
So gelingt der Umstieg
- Ersetze Produkte nach und nach, sobald sie aufgebraucht sind.
- Achte auf ein Vegan-Siegel und zusätzlich auf ein Naturkosmetik-Siegel.
- Lies die Inhaltsstoffliste (INCI), statt nur dem Werbeversprechen zu vertrauen.
- Frage bei Unsicherheit beim Hersteller nach.