Beste Periodenunterwäsche: 7 Marken ohne Silber und Biozide im Vergleich
Rund ein Drittel der Periodenunterwäsche enthielt in einer US-Studie von 2025 so viel Fluor, dass die Forschenden von absichtlich zugesetzten PFAS ausgehen. Die beste Periodenunterwäsche kommt deshalb ohne PFAS, ohne Silber und ohne andere Biozide aus und trägt Bio-Baumwolle auf der Haut. Sieben Marken kommen dem am nächsten: Kora Mikino, femtis, Imse, Sisters Republic, Taynie, ooia und Schiesser.
Periodenslips: Schadstoffe, Siegel und Preise auf einen Blick
- In einer Studie der University of Notre Dame und der Indiana University von 2025 lag bei etwa einem Drittel der getesteten Periodenunterwäsche der Fluorgehalt über 110 ppm, ein Hinweis auf absichtlich zugesetzte PFAS.
- Der Schweizer Gesundheitstipp fand 2023 in fünf von zwölf untersuchten Menstruationsslips das Biozid Silberchlorid.
- Im Test des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation (VKI) lief 2023 bei 12 von 15 Perioden-Panties Testflüssigkeit seitlich aus.
- Für keinen der sieben Periodenslips in diesem Vergleich ließ sich im Oktober 2026 ein GOTS-Zertifikat finden, vier Marken nennen OEKO-TEX Standard 100.
- Ein Periodenslip kostet bei den vorgestellten Marken regulär zwischen rund 12 und 46 Euro (Stand: Oktober 2026).
- Für einen Zyklus reichen laut AOK etwa fünf bis sieben Slips in unterschiedlicher Saugstärke.
Beste Periodenunterwäsche: 7 Marken im Vergleich
Sieben Marken verzichten nach eigenen Angaben oder nachweislich im Labor auf Silber und andere Biozide. Fünf davon setzen Bio-Baumwolle mindestens in der hautnahen Lage ein, drei sagen PFAS-Freiheit schriftlich zu. Ein unabhängiges Textilsiegel wie GOTS trägt keiner der Slips. Ränge vergeben wir nicht, die Reihenfolge folgt unseren Kriterien.
Periodenunterwäsche ist waschbare Unterwäsche mit eingenähter, mehrlagiger Saugschicht und einer dichten Membran, die Menstruationsblut aufnimmt und Binde oder Tampon ersetzt oder ergänzt. Genau diese drei Lagen entscheiden über die Schadstofffrage. Wir nennen das den Schichten-Check: Aus welchem Material ist die Lage auf der Haut? Steckt ein Biozid in der Saugschicht? Ist die Membran ohne PFAS gefertigt? Wer diese drei Fragen für einen Slip beantworten kann, hat die wichtigste Arbeit erledigt. Die Lage auf der Haut entscheidet zugleich über das Tragegefühl: Baumwolle fühlt sich für viele trockener und atmungsaktiver an als Polyester.
Die Tabelle zeigt, wie die sieben Marken beim Schichten-Check abschneiden. Bio-Material und vegane Verarbeitung stehen vorn, sofern die übrigen Angaben mithalten. Wo nur der Hersteller etwas zusagt, steht das ausdrücklich dabei.
| Marke | Die Wahl für | Bio-Baumwolle | Silber und Biozide | PFAS | Siegel | Fertigung | Preis pro Slip (Stand: Oktober 2026) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kora Mikino | vegane Bio-Baumwolle | Bio-Modelle (Herstellerangabe) | frei laut Hersteller | frei laut Hersteller | kein Textilsiegel genannt | innerhalb Europas | 32 bis 43 Euro |
| femtis | starke Blutung | innerste Lage (Herstellerangabe) | frei laut Hersteller | frei laut Hersteller | kein Textilsiegel genannt | nicht angegeben | 35 bis 43 Euro |
| Imse | Bio-Baumwolle in der Saugschicht | Saugschichten (Herstellerangabe) | frei laut Hersteller | keine Angabe | OEKO-TEX Standard 100 | Europa | 39 bis 46 Euro |
| Sisters Republic | laborgeprüfte Bio-Baumwolle | hautnahe Lage (Herstellerangabe) | im Labor 2023 ohne kritische Stoffe | keine Angabe | OEKO-TEX Standard 100 | nicht angegeben | ab 33 Euro |
| Taynie | hohen Bio-Anteil | rund 80 Prozent (Herstellerangabe) | frei laut Hersteller | keine Angabe | OEKO-TEX Standard 100 | China | 30 bis 40 Euro |
| ooia | größte Auswahl | kein Bio-Nachweis | frei laut Hersteller | frei laut Hersteller | OEKO-TEX Standard 100 | Portugal, Bulgarien, Ungarn, Tunesien | 30 bis 45 Euro |
| Schiesser Secret Care | Kauf im Modehandel | nein, Baumwolle und Lyocell | im Labor 2023 ohne kritische Stoffe | keine Angabe | kein Textilsiegel genannt | nicht angegeben | ab rund 12 Euro (2er-Pack ab rund 24 Euro) |
Auf greenya.de, der Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997, beobachten wir den Markt für Periodenprodukte seit Jahren. Auffällig ist: Seit den Labortests von 2023 werben fast alle Marken mit „ohne Silber“. Eine schriftliche Aussage zu PFAS findet sich dagegen nur bei drei von sieben. Genau hier lohnt die Nachfrage.
Kora Mikino
Die Wahl für vegane Bio-Baumwolle. Die Berliner Marke führt eigene Modelle aus Bio-Baumwolle, etwa den Bio Baumwolle Slip und die Bio Baumwolle Highwaist in der Saugstärke extra strong. Kora Mikino beschreibt das gesamte Sortiment als „frei von PFAS, Bioziden, Silber“ und als 100 Prozent vegan. Gefertigt wird nach Herstellerangabe innerhalb Europas, ein Land nennt die Marke nicht.
Stärke: Neben femtis die einzige Marke im Vergleich, die Bio-Baumwolle, vegane Verarbeitung und eine ausdrückliche PFAS-Zusage verbindet. Laut Website sind die Slips bis 60 Grad waschbar, in der Pflegeanleitung empfiehlt Kora Mikino 40 Grad.
Nicht ideal, wenn: du ein unabhängiges Textilsiegel erwartest. Ein GOTS- oder OEKO-TEX-Nachweis ließ sich nicht finden, auch das Fertigungsland bleibt offen. Ein Teil des Sortiments besteht aus Polyester, achte also auf die Bio-Modelle.
Belege: Herstellerangaben auf der Website (Stand: Oktober 2026), kein unabhängiger Test mit veröffentlichtem Einzelergebnis.
femtis
Die Wahl für starke Blutung mit Bio-Baumwolle. Die Femtis Power GmbH aus Mannheim setzt in der innersten Lage Bio-Baumwolle ein. Die Slips sind laut Hersteller frei von Silberchlorid, Silbernitrat, Zinkpyrithion, Bioziden und PFAS und kommen ohne tierische Bestandteile aus. Modelle für starke Blutungen nehmen nach Herstellerangabe bis zu 40 Milliliter auf, so viel wie neun Tampons.
Stärke: Breites Angebot an Saugstärken bis „Ultra Strong“, dazu Schnitte wie Hipster, Highwaist und Shorts in Größen bis 6XL. Das Prüfinstitut Hohenstein hat die Saugleistung ausgewählter Modelle nach dem Standard FEMTECHMAS-6513-1:2023 geprüft.
Nicht ideal, wenn: dir ein Textilsiegel und das Fertigungsland wichtig sind. Beides nennt femtis nicht. Der Hohenstein-Test prüft nur, ob die angegebenen Werte stimmen, Mindestwerte legt der Standard nicht fest.
Belege: Herstellerangaben und Prüfhinweis auf der Website (Stand: Oktober 2026), kein unabhängiger Warentest.
Imse
Die Wahl für Bio-Baumwolle in der Saugschicht. Die schwedische Marke baut die Saugschicht nach eigenen Angaben aus mehreren Lagen Bio-Baumwolle auf, nicht nur die Oberfläche. Die Slips sind nach OEKO-TEX Standard 100 zertifiziert, werden in Europa hergestellt und sind laut Imse vollständig frei von Bioziden, Nanosilber und antibakterieller Behandlung.
Stärke: Imse wirbt ausdrücklich mit 60-Grad-Wäsche. Das passt zur Empfehlung der Verbraucherzentrale, Periodenunterwäsche heiß zu waschen. Vier Saugstufen von Lightest bis Heavy decken leichte und starke Tage ab.
Nicht ideal, wenn: dir eine schriftliche PFAS-Zusage wichtig ist. Auf der deutschen Website fand sich dazu keine Angabe, frag vor dem Kauf nach.
Belege: Herstellerangaben und OEKO-TEX-Hinweis auf der Website (Stand: Oktober 2026).
Sisters Republic
Die Wahl für laborgeprüfte Bio-Baumwolle. Die französische Marke verarbeitet in der Lage auf der Schleimhaut Baumwolle aus biologischem Anbau. Die Slips tragen OEKO-TEX Standard 100, das Zertifikat CQ1359/1 hat das Institut IFTH ausgestellt. Die Culotte Sidonie gibt es in drei Saugstufen, die stärkste nimmt laut Hersteller bis zu 20 Milliliter auf.
Stärke: Als einzige Bio-Baumwoll-Marke in diesem Vergleich hat Sisters Republic einen unabhängigen Labortest ohne Beanstandung: Der Gesundheitstipp fand 2023 im Modell Sidonie keine kritischen Stoffe. Die Marke verzichtet zudem bewusst auf Silberchlorid, berichtete das Schweizer Fernsehen SRF.
Nicht ideal, wenn: du lieber in einem deutschsprachigen Shop online kaufen möchtest. Die Website ist französisch, geliefert wird aber auch nach Deutschland.
Belege: Gesundheitstipp 05/2023 (älterer Test), Herstellerangaben (Stand: Oktober 2026).
Taynie
Die Wahl für hohen Bio-Anteil im ganzen Slip. Die Marke aus Wesseling gibt für ihre Menstruationsslips rund 80 Prozent Bio-Baumwolle an, dazu Elasthan und eine TPU-Membran ohne Weichmacher. Taynie ist nach OEKO-TEX Standard 100 zertifiziert und verzichtet nach eigenen Angaben auf Silber und Zinkpyrithion.
Stärke: Bio-Baumwolle steckt nicht nur innen, sondern auch in der Außenlage. Mit Modellen wie Taynie Lady ultra oder Comfort extra stark gibt es kräftige Saugstufen.
Nicht ideal, wenn: dir kurze Wege wichtig sind. Taynie lässt in Guangdong in China fertigen. Eine Aussage zu PFAS fehlt.
Belege: Herstellerangaben auf der Website (Stand: Oktober 2026), kein unabhängiger Test.
ooia
Die Wahl für die größte Auswahl an Schnitten und Saugstufen. Die ooshi GmbH aus Berlin bietet fünf Saugstärken von light bis ultra an, laut Hersteller fasst die stärkste Stufe so viel wie zehn Tampons. Die Slips sind nach OEKO-TEX Standard 100 zertifiziert und laut ooia PFAS-frei und biozidfrei. Gefertigt wird in Portugal, Bulgarien, Ungarn und Tunesien.
Stärke: Kaum eine Marke deckt so viele Schnitte ab, vom Slip über den Hipster bis zur Shorty und zu Modellen für das Wochenbett.
Nicht ideal, wenn: du Bio-Baumwolle suchst. Einen Bio-Nachweis für die Slips fanden wir nicht. Achte außerdem auf die Wortwahl: Auf der Startseite steht „PFAS-geprüft“, an anderer Stelle „PFAS-frei“. Geprüft heißt nicht automatisch frei.
Belege: Herstellerangaben auf der Website (Stand: Oktober 2026).
Schiesser Secret Care
Die Wahl für den Kauf im Modehandel. Der Periodenslip Secret Care von Schiesser besteht laut Produktangaben aus Baumwolle, Lyocell, Polyester, Elasthan und Polyurethan. Er war einer von drei in Deutschland erhältlichen Slips, in denen der Gesundheitstipp 2023 weder Silberchlorid noch andere kritische Stoffe fand.
Stärke: Du bekommst ihn bei vielen Mode- und Onlinehändlern, der 2er-Pack kostet ab rund 24 Euro (Stand: Oktober 2026). Damit ist er der günstigste Einstieg im Vergleich.
Nicht ideal, wenn: du Bio-Material oder Angaben zu PFAS willst. Beides fehlt. Die Tester kritisierten außerdem, dass die Slips im Test laut Anbietern nur bei 30 bis 40 Grad gewaschen werden sollen.
Belege: Gesundheitstipp 05/2023 (älterer Test), Preisvergleich billiger.de (Stand: Oktober 2026).
Die sieben Marken decken unterschiedliche Bedürfnisse ab. Wer vor allem Bio-Material und eine PFAS-Zusage will, schaut zuerst auf die ersten beiden. Wer ein unabhängiges Siegel oder Labor-Ergebnis braucht, findet es bei Imse, Sisters Republic, Taynie, ooia und Schiesser.
Periodenunterwäsche Test: Was Labore 2023 und 2025 fanden
Einen eigenen Test von Stiftung Warentest oder Öko-Test zu Periodenunterwäsche gibt es bis Oktober 2026 nicht. Die belastbarsten Daten stammen aus zwei Labortests in der Schweiz und in Österreich von 2023 und aus einer US-Studie von 2025, die PFAS in wiederverwendbaren Periodenprodukten gemessen hat.
Der Schweizer Gesundheitstipp prüfte 2023 elf waschbare Slips und eine Wegwerfvariante, Stiftung Warentest berichtete über die Ergebnisse. Sechs von zwölf Produkten waren belastet. Fünf enthielten Silberchlorid, zwei das Tensid Nonylphenolethoxylat, das in der Umwelt kaum abgebaut wird. Ohne kritische Stoffe und in Deutschland erhältlich waren Schiesser Secret Care, Sisters Republic Sidonie und Triumph Freedom Briefs Tai. Das Triumph-Modell nehmen wir nicht auf, weil wir es im Oktober 2026 in keinem deutschen Shop sicher finden konnten.
Der VKI untersuchte im selben Jahr 15 Perioden-Panties und hielt sieben davon für nicht empfehlenswert. Nur drei Modelle hielten 5 und 10 Milliliter Testflüssigkeit auch unter Belastung, ohne seitlich auszulaufen. In den Saugflächen von Selenacare, Skenty und t.o.c. fand das Labor Silber oder Zinkpyrithion. Zinkpyrithion ist in Kosmetik seit März 2022 EU-weit verboten, für Periodenunterwäsche gilt kein solches Verbot.
Periodenunterwäsche ohne PFAS: Was die Studie von 2025 zeigt
Forschende der University of Notre Dame und der Indiana University testeten 59 wiederverwendbare Menstruations- und Inkontinenzprodukte aus Nord- und Südamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum. Veröffentlicht wurde die Studie 2025 im Fachjournal Environmental Science & Technology Letters (Wicks et al.). Etwa ein Drittel der Periodenunterwäsche lag über 110 ppm Fluor. Bei diesen Werten gehen die Forschenden davon aus, dass PFAS absichtlich zugesetzt wurden. Meist steckten die Fluorverbindungen in nur einer Lage.
Die gute Nachricht steckt im selben Datensatz: In jeder Produktkategorie fand das Team mindestens ein Produkt ohne absichtlich zugesetzte PFAS. PFAS sind für Periodenslips also nicht nötig. Die Verbraucherzentrale hebt aus der Studie die 13 europäischen Menstruationsunterhosen hervor, bei zwei davon war der Fluorgehalt auffällig hoch.
Für deinen Kauf heißt das: Achte auf die Angabe „PFAS-frei“. Die AOK weist darauf hin, dass „PFOA-frei“ nur einen einzelnen Stoff ausschließt, nicht die ganze Gruppe. Auch das EU-Verbot vom 10. Oktober 2026 betrifft nur eine Untergruppe, wie unser Überblick zum PFAS-Verbot 2026 erklärt.
Silberchlorid und Co.: Warum Biozide im Slip unnötig sind
Viele glauben, ein Periodenslip brauche Silber, sonst rieche er oder bilde Keime. Das stimmt nicht. Claudia Lang, stellvertretende Leiterin der Allergiestation am Universitätsspital Zürich, sagte dem SRF: „Menstruationsblut ist steril.“ Wer den Slip regelmäßig wechselt und nach Anleitung wäscht, braucht laut Lang kein Silberchlorid. Gegen unangenehme Gerüche hilft vor allem, den Slip direkt nach dem Tragen kalt auszuspülen.
Das Umweltbundesamt rät gesunden Menschen, biozidbehandelte Textilien wie Bettwaren zu meiden, weil die Wirkstoffe die Haut reizen können und einige im Verdacht stehen, Bakterienresistenzen zu fördern. Laut Stiftung Warentest rät auch das Bundesinstitut für Risikobewertung vom Einsatz von Silberchlorid in Textilien ab.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Marke Snuggs. Sie behandelt die Saugschicht nach eigenen Angaben mit AlphaSan RC 2000, einem silberbasierten Wirkstoff mit biozider Wirkung, und legt das offen. Das ist transparent, passt aber nicht zu unseren Kriterien. Thinx aus den USA einigte sich 2023 in einer Sammelklage wegen PFAS auf einen Vergleich über rund 4 Millionen US-Dollar (gut 3 Millionen Euro), ohne die Vorwürfe einzuräumen. Heute gibt Thinx an, ohne PFAS zu fertigen und auf Gesamtfluor testen zu lassen.
Silber und PFAS sind also keine Pflicht für gute Periodenunterwäsche, sondern ein Zusatz, den du meiden kannst. Die Marken in unserer Liste zeigen, dass es ohne geht.
Woran erkennst du schadstoffarme Periodenunterwäsche?
Schadstoffarme Periodenunterwäsche erkennst du an drei Punkten: Bio-Baumwolle auf der Haut, keine Biozide in der Saugschicht und eine schriftliche PFAS-Zusage für die Membran. Ein Siegel wie GOTS schließt Biozide und PFAS aus. OEKO-TEX Standard 100 prüft dagegen nur das Endprodukt auf Schadstoffe und erlaubt einige Biozide.
Die Verbraucherzentrale beschreibt den typischen Aufbau so: Die Innenschicht leitet das Blut weiter, die Saugschicht hält es fest, eine Kunststoffmembran sorgt für den Auslaufschutz. In der Saugschicht können Silbersalze stecken, in der Membran PFAS. Begriffe wie „antibakteriell“ oder „geruchshemmend“ deuten laut Verbraucherzentrale auf Biozide hin. Solche Werbeversprechen sind für dich ein Warnsignal, kein Vorteil.
Bei den Siegeln lohnt der genaue Blick. Der Global Organic Textile Standard verlangt Bio-Fasern, beschränkt Schadstoffe in der ganzen Produktion und verbietet Biozide und PFAS. OEKO-TEX Standard 100 ist ein Schadstoffsiegel, kein Bio-Siegel, und lässt laut Umweltbundesamt eine Behandlung mit Bioziden zu. Welches Zeichen was verlangt, erklärt unser Vergleich der Textilsiegel von GOTS bis Grüner Knopf.
Fehlt eine Angabe, frag nach. Das Biozidrecht gibt dir das Recht, beim Anbieter kostenlos nachzufragen, ob eine Ware biozid behandelt ist. Die Antwort muss nach Angaben des Umweltbundesamts innerhalb von 45 Tagen kommen. Der BUND empfiehlt für solche Anfragen seine App ToxFox.
Periodenunterwäsche Bio Baumwolle: So liest du das Etikett
„Bio“ ist bei Textilien kein geschützter Begriff, warnt der BUND in seinem Ökotipp vom Mai 2026. Orientierung bieten Zertifizierungen wie GOTS oder OEKO-TEX Organic. Bei Periodenslips fehlen beide fast immer, deshalb kommt es auf die genaue Herstellerangabe an.
Prüfe vor allem, welche Lage aus Bio-Baumwolle besteht. femtis und Sisters Republic nennen die hautnahe Lage, Imse die Saugschichten, Taynie rund 80 Prozent des ganzen Slips. Bei Kora Mikino sind nur bestimmte Modelle aus Bio-Baumwolle, andere aus Polyester. Steht „mit Bio-Baumwolle“ auf dem Etikett, gilt das oft nur für einen Teil des Slips.
Mit dem Schichten-Check kommst du auch ohne Siegel zu einer klaren Entscheidung. Je mehr der drei Fragen ein Hersteller schriftlich beantwortet, desto besser kannst du ihn vergleichen.
Welche Saugstärke brauchst du und wie viele Periodenslips?
Die passende Saugstärke hängt von deiner Blutung ab, bei starker Periode brauchst du die höchste Stufe: Leichte Modelle ersetzen eine Slipeinlage, starke nehmen laut Herstellerangaben 20 bis 40 Milliliter auf. Für einen ganzen Zyklus empfiehlt die AOK fünf bis sieben Slips in unterschiedlicher Saugstärke. An starken Tagen trägst du den Slip am besten zusätzlich zu Tampon oder Tasse.
Die Milliliter-Angaben der Hersteller sind nicht genormt. Der VKI fand 2023 bei 12 von 15 Produkten seitlichen Auslauf, getestet wurde mit nur 5 und 10 Millilitern. Die Tester empfehlen Periodenunterwäsche deshalb vor allem für leichte Tage oder als zusätzlichen Schutz. Wer eine starke Periode hat, kombiniert den Slip mit einer Menstruationstasse und nutzt ihn als Back-up.
Hundertprozentig auslaufsichere Periodenunterwäsche gibt es laut VKI nicht. Beim Schnitt gilt: Slips mit hohem Bund und Hipster mit breitem Saugbereich schützen nachts besser als ein knapper Slip, weil an den Beinausschnitten weniger auslaufen kann. Achte auf gute Passform. Sitzt die Unterhose zu locker, nützt auch die beste Saugkraft wenig. Viele Marken führen Größen bis XL und darüber, Taynie führt zudem eine eigene Kategorie mit Verschluss. Für den Tragekomfort zählt am Ende, dass sich die Period Panty wie normale Unterwäsche anfühlt.
Zur Pflege spülst du den Slip zuerst mit kaltem Wasser aus. Die Verbraucherzentrale rät, Periodenunterwäsche aus hygienischen Gründen bei 60 Grad mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel zu waschen, sofern die Pflegehinweise das erlauben. Weichspüler und Trockner schaden der Saugfähigkeit. Gut gepflegt halten die Slips laut AOK zwei bis fünf Jahre. Mehr zu Tragezeit und Wäsche findest du in unserem Ratgeber Periodenunterwäsche und Menstruationsunterwäsche.
Bevor du Periodenunterwäsche kaufen gehst, rechne grob durch: Sechs Slips zu je 35 Euro kosten 210 Euro. Laut AOK verbraucht eine Frau im Leben durchschnittlich 15.000 Binden oder Tampons. Jeder Slip, der davon einige ersetzt, spart also Müll.
Häufige Fragen zu Periodenunterwäsche
Diese Fragen stellen sich viele vor dem ersten Kauf. Die Antworten ergänzen den Markenvergleich.
Ist Periodenunterwäsche schädlich?
Periodenunterwäsche ist nicht grundsätzlich schädlich, kann aber Biozide und PFAS enthalten. Die Verbraucherzentrale hält sie für eine gute Mehrweglösung, wenn sie schadstoffarm ist. Biozide wie Silbersalze können je nach Art und Menge Allergien auslösen und die Hautflora stören. PFAS reichern sich in der Umwelt an. Wähle deshalb Slips, die Hersteller ausdrücklich als frei von Bioziden und PFAS ausweisen, oder solche mit GOTS-Siegel.
Gibt es einen Periodenunterwäsche Test von Stiftung Warentest?
Einen eigenen Test von Stiftung Warentest gibt es nicht. Die Stiftung berichtete im Juli 2023 über den Test des Schweizer Gesundheitstipps: Sechs von zwölf Slips enthielten kritische Stoffe, fünf davon Silberchlorid. Ohne Beanstandung waren unter anderem Schiesser Secret Care und Sisters Republic Sidonie. Auch Öko-Test hat bis Oktober 2026 keinen eigenen Test zu Periodenunterwäsche veröffentlicht.
Welche Periodenunterwäsche kann man bei 60 Grad waschen?
Bei 60 Grad waschbar sind in diesem Vergleich die Slips von Imse und nach Herstellerangabe die von Kora Mikino. Kora Mikino empfiehlt in der Pflegeanleitung allerdings 40 Grad. Die Verbraucherzentrale rät zur 60-Grad-Wäsche, weil sie Pilze und Bakterien zuverlässig abtötet. Viele andere Modelle vertragen nur 30 oder 40 Grad. Prüfe deshalb immer die Pflegehinweise, bevor du die Temperatur erhöhst.
Kann man mit Periodenunterwäsche schwimmen?
Normale Periodenunterwäsche eignet sich nicht zum Schwimmen. Die Saugschicht saugt sich im Wasser voll und schützt dann nicht mehr. Für Schwimmbad und Strand gibt es eigene Perioden-Bademode mit eingenähter Saugschicht, etwa von Sisters Republic. Bei starker Blutung ist eine Menstruationstasse unter dem Badeanzug meist die sicherere Lösung.
Menstruationsunterwäsche für Teenager: Darauf kommt es an
Für Teenager gelten dieselben Kriterien wie für Erwachsene: Bio-Baumwolle auf der Haut, keine Biozide, eine PFAS-Zusage. Kora Mikino und femtis führen eigene Teen-Kollektionen in kleinen Größen. Für den Einstieg reicht oft eine leichte bis mittlere Saugstärke. Gerade in den ersten Zyklen, wenn die Blutung schwer planbar ist, gibt ein Slip als zusätzlicher Schutz zu Binde oder Tampon mehr Sicherheit im Schulalltag.
Fazit: Bio-Baumwolle innen, kein Silber, PFAS-Zusage schriftlich
Drei von sieben Marken sagen PFAS-Freiheit schriftlich zu, keine trägt ein GOTS-Siegel. Daran siehst du, wie weit der Markt noch von voller Transparenz entfernt ist. Unsere Empfehlung: Starte mit Kora Mikino oder femtis, wenn dir Bio-Baumwolle, vegane Verarbeitung und eine PFAS-Zusage am wichtigsten sind. Willst du ein Siegel oder einen Laborbefund, greif zu Imse, Sisters Republic oder Taynie. Frag bei jeder Marke nach, was in Saugschicht und Membran steckt. Nutze den Slip an starken Tagen als Ergänzung zu Tampon oder Tasse und wasche ihn so heiß, wie die Pflegehinweise es erlauben.
Quellen und weiterführende Informationen
- AOK (2026): Periodenunterwäsche: Vor- und Nachteile, Anwendung und Reinigung
- BUND (2026): BUND-Ökotipp: Weniger Schadstoffe, weniger Müll: Tipps für nachhaltige Periodenprodukte
- Deutsches Ärzteblatt (2025): PFAS in Periodenunterwäsche: Ewigkeitschemikalien in jedem dritten Produkt nachgewiesen
- FOX 5 New York (2023): Thinx period underwear lawsuit over PFAS settles for $4 million
- SRF Kassensturz (2023): Test Period Panties: Vier Menstruationsslips überzeugen im Praxistest
- Stiftung Warentest (2023): Menstruations-Slips im Test: Jeder zweite mit kritischen Stoffen
- Technology Networks (2025): Toxic PFAS Found in Reusable Menstrual Products (Bericht zu Wicks et al., ES&T Letters)
- Umweltbundesamt (o. J.): Informationsportal Biozide: Virtuelles Haus
- Verbraucherzentrale (2026): Schadstoffe in Periodenprodukten: Tampons, Binden, Alternativen
- VKI (2023): Presseinformation: VKI-Test Perioden-Panties, 7 von 15 Produkten fielen durch (PDF)