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Brokkoli, Himbeere und Grünkern?

Obst, Gemüse und ein paar wilde Kräuter. Unsere heimische Natur bietet viele Kostbarkeiten, die für eine gesunde Ernährung förderlich sind. Auch wenn in Zeiten von Superfoods so manches Mal das Gefühl erweckt wird, Stachelbeeren und Möhren seien nur noch Nebendarsteller bei der Versorgung mit Vitaminen und Mineralien. Marketing-Gag hin oder her: wir wollen euch zeigen, dass Superfoods nicht nur auf anderen Kontinenten zuhause sind, wie uns dann und wann suggeriert wird.

Als ich letzen Sommer inmitten der wilden Wälder Tschechiens wanderte, kratze es so manches Mal an meinen Knöcheln. Keine Brennnesseln, sondern ein dichter Teppich aus Heidelbeersträuchern ist es, der diese Gegend prägt. Die kleinen Früchte sind - entgegen der Kulturheidelbeeren (eine Abwandlung der Amerikanischen Heidelbeere), die in fast jedem Supermarkt neben den Himbeeren liegen - auch in ihrem Innern tiefblau. Die in Europa heimische Heidelbeere ist ein echter Gesund- und Muntermacher. Wie war der fachlich korrekte Begriff noch gleich? Stimmt, Superfood! Heidelbeeren sind ein gnadenloser Radikalfänger und hemmen Entzündungen innerhalb des Körpers. Zudem halten sie unsere Blutgefäße sauber, stärken das Immunsystem und senken den Cholesterinspielgel. In den kleinen blauen Beeren findet sich eine hohe Konzentration von Antioxidantien (Anthocyane), die diese positive Wirkung auf den Körper realisieren. Eigenschaften, die der Goji-, Aronia- oder Acai-Beere ebenfalls nachgesagt werden. Aber hey, warum rund 20 Euro für ein Kilo getrockneter Goji-Beeren ausgeben, die tausende Kilometer von China nach Deutschland transportiert werden müssen? Zudem sind sie oft mit Pestiziden belastet, was für die Gesundheit nicht gerade förderlich ist. Klar ist, es gibt sehr gesunde Früchte außerhalb Europas. Klar ist aber auch, hierzulande finden sich ebenfalls tolle Gesundmacher - und diese lassen von sich in den kommenden Monaten sogar während einer entspannten Radtour sammeln und ernten. Hier die Top-7 der coolsten Superfoods, die den Weg ohne Jetlag in deine Küche oder direkt in deinen Magen schaffen:

Platz 7: Leinsamen! Ballaststoffe und Omega-3-Fettsäuren ohne Ende, Kalzium und Vitamin E sind ebenfalls an Bord. Einfach ins Müsli rein und munter geht’s in den Tag.

Platz 6: Spinat! Senkt den Blutdruck, beugt Diabetes vor und stärkt die Muskulatur. Ganz wichtig ist, dass Spinat möglichst frisch und unerhitzt verzehrt wird. Klingt nach einer Zutat für einen leckeren grünen Smoothie!

Platz 5: Haselnüsse! Kalorienreich sind sie, ja. Aber die leckeren Nüsse enthalten viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zudem bestehen sie zu 12 Prozent aus wertvollen Eiweißen. Haselnüsse sind eine echte Wohltat für die Herz- und Blutgefäße, das in ihnen enthaltene Vitamin E sorgt außerdem für ein frisches Hautbild. Gesund und schön, auf geht’s zum nächsten Haselnussstrauch!

Platz 4: Löwenzahn als Tee! Als Unkraut völlig missachtet, wird es Zeit das Image des Löwenzahns aufzupolieren. Das Heilkraut regt den Stoffwechsel an, hilft beim Abnehmen und ist zudem ein idealer Begleiter wenn du eine Fastenkur machen möchtest. 

Platz 3: Himbeeren! Hildegard von Bingen war eine große Anhängerin dieser niedlichen Früchte. Himbeeren enthalten nicht nur viele Vitamine, sondern auch große Mengen an Eisen, Folsäure und Magnesium. Damit sind die kleinen Beeren blutreinigend und helfen dem Immunsystem gehörig auf die Sprünge. Lecker!

Platz 2: Grünkohl! Selbst in New York City bis in jedes Wohnzimmer gehyped, ist dieses grüne Gemüse ein echter Knaller. Hochbasisch, reich an Kalzium und hochwertigen Proteinen, solltest du den Grünkohl als deinen Freund schätzen. Aber ja, das mit dem Pflücken in den Sommermonaten wird bei einem Wintergemüse natürlich schwierig ;)

Platz 1: Schwarze Johannisbeeren! Reichlich Anthocyane in der Frucht, dazu vollgepumpt mit Vitamin C. Ideen, was man mit diesen Beeren machen kann, gibt es reichlich. Wie wäre es in diesem Sommer mit einem coolen Chutney, dessen Geschmack von den Power-Johannisbeeren getragen wird?

Und jetzt fragt ihr euch bestimmt, wo die Heidelbeeren in diesem Ranking abgeblieben sind. Einfache Begründung: sie teilen sich mit der schwarzen Johannisbeere den ersten Platz, weil die beiden Früchte sehr ähnlich in ihrer Zusammensetzung und Wirkung sind. Aber egal ob Heidelbeere, Johannisbeere oder Löwenzahn. Bei uns gibt es so viele gesunde Sympathieträger, die es verdienen, als Superfood bezeichnet zu werden. Und diese müssen nicht mal entlang des halben Planeten geschafft werden, um ihre Werbeversprechen einzuhalten. Super Sache, diese deutschen Superfoods!

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