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Radicchio anbauen, pflegen und ernten: Anleitung für den eigenen Garten

Rot-weisse Radicchio Blätter auf Betonboden
Aktualisiert: Von greenya Redaktion

Radicchio im eigenen Garten anzubauen gelingt mit der richtigen Aussaat ab Juni bis Ende Juli in 30 Zentimeter Reihenabstand. Nach 8 bis 10 Wochen ist der Salat erntereif. Wer eine winterharte Sorte wählt und mit Vlies abdeckt, kann den roten Zichoriensalat sogar bis in den frühen Winter ernten. Die Pflanze ist anspruchslos, aber wählerisch bei der Nachbarschaft.

Anbau-Eckdaten für Radicchio im Überblick

  • Radicchio wird zwischen Mitte Juni und Ende Juli direkt ins Freiland ausgesät, frühe Sorten dürfen schon im April vorgezogen werden.

  • Die Keimung erfolgt bei 15 bis 20 Grad Celsius innerhalb von 7 bis 14 Tagen.

  • Der optimale Pflanzabstand beträgt 25 bis 35 Zentimeter, bei winterharten Sorten reichen 12 bis 15 Zentimeter.

  • Radicchio verträgt Frost bis etwa minus 5 Grad Celsius und überdauert kühlere Nächte mit einer Abdeckung mit Vlies.

  • Die Ernte beginnt 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat, in der Regel zwischen Mitte September und Ende Oktober.

Standort und Boden für Radicchio richtig wählen

Radicchio liebt sonnige bis halbschattige Lagen und gedeiht in nahezu jedem normalen Gartenboden, sofern er gut durchlässig ist und keine Staunässe bildet. Die mediterrane Herkunft des roten Zichoriensalats, der ursprünglich in Italien angebaut wurde, verlangt nach Wärme und Licht – ein direkter Mittagshochsommer-Standort kann allerdings im Juli und August schnell zum Schiessen führen, also vorzeitiger Blütenbildung. Ein leicht beschatteter Platz, also ein halbschattigen Standort, ist im Hochsommer oft die bessere Wahl.

Beim Boden gilt: Radicchio ist Mittelzehrer und braucht keine starke Düngung. Eine Schicht reifer Kompost vor der Aussaat reicht meist aus. Zu viel Stickstoff schadet: Die Pflanzen wachsen üppig im Laub, bilden aber lockere Köpfe und verlieren ihre Winterhärte. Wer zusätzlich düngen möchte, greift zu kaliumbetonten organischen Düngern – Kalium fördert die Festigkeit der Blattrosetten und die typische Färbung im Herbst. Ein tiefer, gelockerter Untergrund kommt der Pfahlwurzel zugute, die der Zichoriensalat als Kulturform von Cichorium intybus tief in die Erde schickt. Auf Hochbeeten gedeiht Radicchio ebenfalls gut – zusätzlicher Schutz vor bodennahen Schädlingen wie Schnecken inklusive. Wer Radicchio kultivieren will, sollte zudem wissen, dass die Pflanze nicht nur kopfbildende, sondern auch längliche Wuchsformen bilden kann – je nach Sorte. Botanische Hintergründe zur Pflanze, ihren verschiedenen Sorten und Inhaltsstoffen wie Vitamin C, Kalium und Inulin findest du im ausführlichen Beitrag zum Radicchio mit allen Sorten und Nährwerten.

Gute und schlechte Nachbarn im Beet

Radicchio funktioniert hervorragend in Mischkultur, ist aber wählerisch. Gute Nachbarn sind Bohnen, Dill, Fenchel, Zwiebeln, Kohl, Borretsch, Gurken und Schnittlauch – diese Pflanzen ergänzen den Nährstoffbedarf und liefern teils Schutz vor Schädlingen. Schlechte Nachbarn dagegen sind Petersilie, Sellerie, Radieschen und andere Korbblütler wie Salat oder Endivie, die sich um dieselben Nährstoffe streiten und ähnliche Krankheiten begünstigen.

Die ungewöhnliche Unverträglichkeit mit Petersilie ist in der Gartenliteratur seit Langem dokumentiert, eine gesicherte wissenschaftliche Erklärung gibt es nicht. In der gärtnerischen Praxis bewährt sich der Abstand trotzdem – wer Radicchio und Petersilie kombiniert hat, berichtet häufig von Wachstumshemmung beim Salat. Auf greenya.de – Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997 – sehen wir bei der Auswertung von Hobbygärtner-Erfahrungen einen klaren Konsens: Wer eine reiche Radicchio-Ernte will, plant Bohnen oder Zwiebeln als Nachbarn ein, nicht Petersilie oder Radieschen.

Aussaat und Pflanzung Schritt für Schritt

Die Aussaat von Radicchio ist der kritischste Schritt im ganzen Anbau-Prozess. Direkt ins Freiland kann ab Juni gesät werden, wenn die Bodentemperatur konstant über 15 Grad liegt. Frühe Sorten dürfen schon ab April vorgezogen werden – aber nur auf der Fensterbank oder im Gewächshaus, da junge Pflanzen kälteempfindlich sind.

Die Samen werden 1 bis 2 Zentimeter tief in feinkrümelige Erde gelegt, in Reihen mit 30 bis 40 Zentimeter Abstand. Nach dem Aufgehen der Keimlinge wird auf 25 bis 35 Zentimeter Pflanzabstand ausgedünnt. Spät gesäte Pflanzen ab September werden im selben Jahr meist nicht mehr erntereif und überwintern entweder für eine Frühjahrs-Ernte oder müssen geschützt werden. Wer gestaffelt sät – alle zwei bis drei Wochen eine neue Reihe – hat den ganzen Herbst über frischen Radicchio.

Direktsaat oder Jungpflanzen?

Beide Methoden funktionieren. Die Direktsaat ist die natürlichere Variante: Radicchio mag das Verpflanzen nicht besonders, weil seine Pfahlwurzel beim Umsetzen schnell beschädigt wird. Wer direkt ins Freiland sät, bekommt robustere Pflanzen mit besser ausgebildetem Wurzelsystem. Jungpflanzen aus der Vorkultur haben dafür Zeitvorteile: Vier bis sechs Wochen Vorsprung gegenüber der Direktsaat ergeben oft eine Ernte zwei bis drei Wochen früher. Bei Aussaat im April oder Mai für eine Sommer-Ernte ist die Vorkultur fast Pflicht, weil die Bodentemperatur draußen noch zu niedrig ist. Werden die Jungpflanzen ausgepflanzt, sollten sie etwa 10 Zentimeter hoch sein und 4 bis 6 echte Blätter haben.

Konkrete Sorten-Empfehlungen aus dem Bio-Saatguthandel

Wer Wert auf samenfeste, nachbaufähige Bio-Sorten legt, findet im deutschen Fachhandel ein überschaubares, aber qualitativ hochwertiges Angebot. Die Bingenheimer Saatgut AG in Echzell führt mehrere Demeter-zertifizierte Radicchio-Sorten – streng nach biologisch-dynamischen Kriterien geprüft. Zwei besonders empfehlenswerte Sorten:

  • Palla Rossa 706 TT (Chioggia-Typ): Sehr späte, kompakte Sorte mit intensiv roter Färbung und ausgeprägter Kältewiderstandsfähigkeit. Ernte 115 bis 125 Tage nach Pflanzung, Direktsaat im Juni, Pflanzabstand 30 × 30 Zentimeter.

  • Giulietta TT (Verona-Typ): Mittelfrüher Radicchio mit karminroten Köpfen von etwa 300 Gramm. Toleriert einen ersten Frost. Erntereif nach 85 bis 90 Tagen, Aussaat Juni bis Juli.

Beide Sorten sind samenecht – du kannst im Folgejahr eigenes Saatgut gewinnen. Im konventionellen Gartencenter dominieren dagegen Hybridsorten (oft als „F1" gekennzeichnet), die kein nachbaufähiges Saatgut produzieren.

Aussaat-Zeiträume nach Saison

Aussaat-Zeit

Methode

Ernte

Geeignete Sorten

April – Mai

Vorkultur im Haus

Juli – August

frühe Sorten

Juni – Mitte Juli

direkt ins Freiland

September – Oktober

mittlere Sorten

Mitte Juli – August

direkt ins Freiland

Oktober – November

späte Sorten

Ab September

direkt ins Freiland mit Vlies

Frühjahr (überwintert)

winterharte Sorten

Pflege, Düngen und Gießen während der Wachstumszeit

Radicchio gilt als pflegeleicht, aber gleichmäßige Wasserversorgung ist entscheidend. Trockene Phasen sorgen dafür, dass die Pflanze in Stress gerät und die Bitterstoffe konzentriert. Wer einen besonders milden Salat mit weniger bitterem Aroma ernten will, gießt regelmäßig und gleichmäßig. Staunässe muss vermieden werden – sie führt zu Wurzelfäule. Auf sandigen Böden hilft Mulchen aus Rasenschnitt oder Laub. Die Samen keimen bei gleichmäßiger Bewässerung am zuverlässigsten – wer zu sparsam giesst, riskiert ungleichmäßiges Aufgehen.

Der Nährstoffbedarf ist überschaubar. Wurde der Boden vor der Aussaat mit Kompost vorbereitet, braucht Radicchio keinen zusätzlichen Dünger. Bei nährstoffarmen Böden hilft eine einmalige organische Düngung im Sommer – zurückhaltend dosiert, weil zu viel Stickstoff die Winterhärte später Pflanzungen herabsetzt. Unkraut regelmäßig zu jäten ist Pflicht. Die äußeren Blätter, die welken oder gelb werden, sollten regelmäßig entfernt werden, um Pilzbefall vorzubeugen und die zarte Blätter im Inneren mit Licht zu versorgen. Die intensiv weißen Blattrippen entstehen erst in der Schlussphase und gehören zum typischen Erscheinungsbild der ausgereiften Köpfe.

Krankheiten und Schädlinge erkennen und behandeln

Radicchio ist insgesamt robust. Die drei häufigsten Probleme im Hausgarten sind Nacktschnecken, Blattläuse und Pilzbefall durch Falschen Mehltau oder Blattrandbrand. Für alle gibt es bewährte biologische Gegenmaßnahmen ohne chemische Pflanzenschutzmittel.

Nacktschnecken zählen zu den größten Bedrohungen im Jungpflanzenstadium und können ganze Reihen frischer Sämlinge in einer Nacht zerstören. Die wirksamste biologische Methode sind parasitäre Nematoden der Art Phasmarhabditis hermaphrodita – mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die im Boden lebende Schnecken parasitieren und nach wenigen Tagen abtöten. Eine Anwendung wirkt bis zu sechs Wochen. Nematoden werden in Wasser angerührt und mit der Gießkanne ausgebracht – wirksam ab Bodentemperaturen über 5 Grad Celsius. Ergänzend helfen Bierfallen, schneckenabweisende Begleitpflanzen wie Lavendel oder Knoblauch und regelmäßiges Hacken zur Trocknung der Bodenoberfläche.

Blattläuse lassen sich in drei Stufen bekämpfen: kräftiger Wasserstrahl, Schmierseifenlösung (1 TL auf 1 Liter Wasser), und schließlich Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegenlarven oder Schwebfliegenlarven aus dem Fachhandel. Langfristig lockst du diese Nützlinge mit Blühstreifen aus Wildblumen, Ringelblumen oder Kornblumen am Beetrand an. Auch ein Knoblauch-Sud (eine Knoblauchzehe in einem Liter Wasser kurz aufkochen, eine Stunde ziehen lassen) wirkt vorbeugend.

Mischkultur als natürlicher Schädlingsschutz

Die wirkungsvollste Vorbeugung ist eine durchdachte Mischkultur. Drei Begleitpflanzen haben sich besonders bewährt: Ringelblumen (Tagetes) sondern Wurzelausscheidungen ab, die parasitäre Wurzel-Nematoden im Boden reduzieren – ein Effekt, den auch Erwerbsgärtnereien gezielt nutzen. Kapuzinerkresse dient als Lockpflanze für Blattläuse, die sich lieber an die kräftig wachsende Kresse heften als an den Radicchio. Zwiebeln und Knoblauch zwischen den Salatreihen geben ätherische Öle ab, die viele Schadinsekten verwirren oder fernhalten.

Pilzkrankheiten und Blattrandbrand

Blattrandbrand zeigt sich durch braune, vertrocknete Blattränder und ist physiologisch bedingt – meist durch ungleichmäßige Wasserversorgung oder Calcium-Mangel im Boden. Vorbeugend hilft gleichmäßiges Gießen, Mulchen und eine ausgewogene Bodenpflege mit reifem Kompost. Pilzbefall durch Falschen Mehltau tritt vor allem bei dichter Pflanzung und feuchten Bedingungen auf. Größerer Pflanzabstand, Bodennahe Bewässerung statt Überkopf-Sprenger und das Entfernen befallener Blätter wirken zuverlässig. Ackerschachtelhalm-Brühe (50 Gramm getrocknetes Kraut auf 5 Liter Wasser, 24 Stunden ziehen lassen, dann 30 Minuten kochen) stärkt vorbeugend die Zellwände.

Eine seltene, aber tückische Erscheinung ist das Schiessen: Die Pflanze bildet vorzeitig einen Blütenstand und wird ungenießbar. Auslöser ist meist Stress durch Hitze, Trockenheit oder zu frühe Aussaat. Späte Sorten und Aussaat ab Juli sind hier deutlich weniger anfällig als frühe Sorten im Mai.

Wann und wie wird Radicchio geerntet?

Die Hauptsaison für die Radicchio-Ernte beginnt etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat – also je nach Aussaat-Zeit zwischen Mitte September und Anfang November. Wer Radicchio ernten möchte, wartet bei kopfbildenden Sorten, bis sich unter den grünen Umblättern ein fester, gut ausgefärbter Innenkopf gebildet hat. Die Pflanze wird mit einem scharfen Messer dicht über dem Boden abgeschnitten. Bei lockeren Wuchsformen kannst du auch nach und nach einzelne Blätter ernten, solange das Herz der Pflanze stehen bleibt – das wächst nach. Wer Radicchio im Garten anbauen will, sollte die Ernte nicht zu früh starten: Zu früh geerntete Köpfe sind oft noch grün und der bittere Geschmack ist intensiver. Die nahe Verwandtschaft zum Chicorée zeigt sich übrigens auch hier – beide gehören zur selben Pflanzenart Cichorium intybus, werden aber unterschiedlich kultiviert.

Die typische rote Farbe entwickelt sich erst bei kühleren Nachttemperaturen ab September. Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht löst die Bildung der Anthocyane aus, die für die rote bis violette Färbung verantwortlich sind. Wer also im Hochsommer erntet, bekommt eher grünliche Köpfe – wer bis in den Herbst wartet, bekommt die intensiv dunkelroten Blätter, die Radicchio so charakteristisch machen.

Mit Vlies und Geduld bis in den Winter ernten

Radicchio ist nur bedingt winterhart und verträgt Temperaturen bis etwa minus 5 Grad. Bei drohendem Frost im Herbst hilft die Abdeckung mit Vlies, das die Pflanzen vor Eisbildung schützt und gleichzeitig Licht durchlässt. Mit Vlies abdecken funktioniert nur bei leichtem Frost – sobald ein Kopf gefroren ist, verrottet er schnell.

Wie weit du mit der Wintersaison kommst, hängt entscheidend von deiner Winterhärtezone ab. Deutschland reicht laut Deutschem Wetterdienst von Zone 6a in den Hochlagen Bayerns bis Zone 8b auf Helgoland und in Teilen Schleswig-Holsteins.

Region

Winterhärtezone

Tiefsttemperatur

Radicchio im Freiland

Küstenregionen, Rheintal, Köln-Bonn

7b – 8b

-15 °C bis -7 °C

Ernte bis Dezember möglich, Vlies oft nur bei Kälteeinbrüchen nötig

Norddeutsches Tiefland, Mitteldeutschland

7a

-18 °C bis -15 °C

Ernte bis Mitte November, Vlies ab Mitte Oktober empfohlen

Süddeutsches Mittelgebirge, Bayern

6b

-21 °C bis -18 °C

Ernte bis Anfang November, Vlies-Schutz Pflicht

Alpenvorland, Mittelgebirgshochlagen

6a

-23 °C bis -21 °C

Ernte vor erstem Frost (meist Oktober), Vlies reicht nicht aus

Die typische leicht bittere Note des spät geernteten Salats wird durch Frost-Stress sogar mildert: Die Pflanze baut bei Kälte Zucker als Frostschutz ein. In wintermilden Lagen wie dem Rheintal kann man mit Sorten, die als Radicchio winterhart ausgewiesen sind, und Vlies-Schutz die Ernte bis Dezember ausdehnen. Die Lagerung gelingt am besten kühl bei 0 bis 4 Grad und 90 Prozent Luftfeuchte – so hält sich Radicchio über vier Wochen. Spannende Verwendungsideen für die Radicchio-Ernte gibt es in der greenya-Sammlung mit Radicchio-Rezepten.

Häufige Fragen zum Radicchio-Anbau

Wer zum ersten Mal Radicchio im eigenen Garten anbaut, stößt auf typische Stolperfallen. Diese fünf Antworten klären die häufigsten Praxisfragen.

Wann sät man Radicchio am besten aus?

Der ideale Aussaat-Zeitraum für Radicchio liegt zwischen Mitte Juni und Ende Juli. In dieser Phase ist die Bodentemperatur stabil über 15 Grad, was die Keimung beschleunigt, und die Pflanzen entwickeln sich rechtzeitig für die Herbst-Ernte. Frühe Sorten dürfen schon ab April vorgezogen werden – aber nur auf der Fensterbank oder im Gewächshaus, da junge Pflanzen kälteempfindlich sind. Spätere Aussaat ab August ist möglich für eine Frühjahrs-Ernte nach Überwinterung mit Vlies.

Wie viel Platz braucht Radicchio im Beet?

Im Beet braucht Radicchio einen Reihenabstand von 30 bis 40 Zentimetern und einen Pflanzabstand von 25 bis 35 Zentimetern. Bei winterharten Sorten reichen 12 bis 15 Zentimeter Pflanzabstand, da diese kompakter wachsen. Wer Radicchio zu eng setzt, riskiert kleinere Köpfe und höhere Anfälligkeit für Pilzbefall durch mangelnde Luftzirkulation. Eine Pflanze nimmt im Vollwachstum etwa eine Fläche von 25 mal 30 Zentimetern ein.

Welche Radicchio-Sorten sind winterhart?

Echt winterharte Radicchio-Sorten verträgt Temperaturen bis etwa minus 5 Grad Celsius, allerdings sterben die äußeren Blätter in den meisten mitteleuropäischen Regionen ab. Sorten wie ‘Rossa di Treviso‘, ‘Palla Rossa‘ und ‘Variegata di Castelfranco‘ gelten als robust. Für den Winteranbau in Deutschland empfehlen sich ausgewiesene Winterradicchio-Sorten aus dem Fachhandel, kombiniert mit Vlies-Abdeckung. Im milden Klima kann man bis Dezember ernten, in kälteren Lagen ist im November Schluss.

Welche Pflanzen sind gute Nachbarn für Radicchio?

Gute Nachbarn für Radicchio sind Bohnen, Dill, Fenchel, Zwiebeln, Kohl, Borretsch, Gurken und Schnittlauch. Diese Pflanzen ergänzen sich im Nährstoffbedarf und schützen sich teils gegenseitig vor Schädlingen. Schlechte Nachbarn sind Petersilie, Sellerie, Radieschen und andere Korbblütler wie Salat oder Endivie. Die Unverträglichkeit mit Petersilie ist in der Gartenliteratur seit Langem dokumentiert, auch wenn die wissenschaftliche Erklärung dafür fehlt – die Praxis bestätigt die Empfehlung trotzdem.

Muss man Radicchio düngen?

Radicchio ist Mittelzehrer und braucht in der Regel keinen zusätzlichen Dünger, wenn der Boden vor der Aussaat mit reifem Kompost angereichert wurde. So gedeihen die Pflanzen am besten. Zu viel Stickstoff schadet sogar: Die Pflanzen werden anfällig für Pilzbefall und verlieren ihre Winterhärte. Bei nährstoffarmen Böden hilft eine einmalige organische Düngung im Sommer – kaliumbetont, um die Blattfestigkeit zu fördern. Wichtig ist, regelmäßig zu giessen, denn die Pflanze braucht gleichmäßige Feuchte. Auf hochwertige NPK-Dünger sollte verzichtet werden, ebenso auf frischen Mist direkt vor der Pflanzung.

Fazit

Radicchio anzubauen ist auch für Garten-Einsteiger gut machbar, wenn die drei wichtigsten Regeln stimmen: Aussaat zwischen Juni und Juli, Pflanzabstand von 30 Zentimetern, und gute Nachbarn wie Bohnen oder Fenchel statt Petersilie. Die Ernte beginnt nach 8 bis 10 Wochen und reicht bei winterharten Sorten mit Vlies-Schutz bis in den frühen Winter. Wer keine Lust auf zu bittere Köpfe hat, gießt gleichmäßig und wählt späte Sorten – sie schmecken automatisch milder. Im greenya-Verzeichnis finden sich zahlreiche Saatgut-Anbieter mit ökologisch zertifizierten Radicchio-Samen für den eigenen Garten.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Biogartenladen (2025): BIO Saatgut Zichoriensalat – Palla Rossa 706 TT und Giulietta TT. biogartenladen.de

  • Bingenheimer Saatgut AG (2026): Bio-Saatgut samenfester Sorten in Demeter-Qualität. bingenheimersaatgut.de

  • Bundeszentrum für Ernährung (2025): Bunte Wintersalate. bzfe.de

  • Deutscher Wetterdienst (2025): Winterhärtezonen Deutschland. dwd.de

  • Gartenratgeber (2024): Radicchio Pflege – Pflanzen, Düngen, Schnitt. gartenratgeber.net

  • Gartensaatgut (2024): Aussaat und Anbau von Radicchio. gartensaatgut.de

  • HomeOgarden (2025): Anbau von Radicchio von Samen bis zur Ernte. homeogarden.de

  • Kiepenkerl (2024): Radicchio – Anbau, Pflege, Ernte, Keimdauer und Sorten. kiepenkerl.de

  • Kraut und Rüben (2024): Steckbrief Radicchio anbauen, pflegen und ernten. krautundrueben.de

  • Plantura (2026): Radicchio – Tipps vom Anbau bis zur Ernte. plantura.garden

  • Samen.de (2024): Radicchio in Mischkultur – Erfolgreiche Partnerschaften. samen.de

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