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Geplante Obsoleszenz!? Wenn Haltbarkeit einprogrammierbar ist.

Titelbild: Pexels, Pixabay
Elektrogeräte verschleißen häufig extrem schnell. Da stellen wir uns zu Recht die Fragen: Montagsproduktion oder Einzelfall? Gibt es so etwas wie geplante Obsoleszenz? Ist schlechte Qualität der Auslöser für Defekte oder kann Haltbarkeit einprogrammiert werden? Sind Zeitschaltuhren im Einsatz und ist das somit Absicht?

Eine interessante These besagt, dass Technikhersteller ihre Produkte tatsächlich so konzipieren, dass sie schnell kaputt gehen.
Handy, Waschmaschine und Co. landen immer häufiger nach kurzer Zeit im Müll. Oftmals sind dort, wo wir Schrauben vermuten,  Verklebungen, die es uns unmöglich machen, ein Produkt zu reparieren. Wenn einfache und wenige Cents teure Teile in einem Elektrogerät defekt sind, können die Teile nicht problemlos ausgetauscht werden.

Wenn Geräte kurz nach der Garantiezeit kaputt gehen, liegt zuweilen die Vermutung nahe, dass manipuliert wurde.
Nach einer Kosten-Nutzen-Rechnung kann eine Reparatur zu teuer sein und damit nicht mehr lohnenswert. Wenn der Hersteller ein Produkt manipuliert, damit der Verbraucher schneller wieder ein neues Modell kaufen muss, nennen wir das geplante Obsoleszenz (Alterung). Es werden oftmals bewusst Schwachstellen in die Produkte eingebaut. Tonerkartuschen z.B. haben oftmals eingebaute Zähler und das kann dazu führen, dass anstatt 5000 nur 1400 Seiten gedruckt werden können.

Akkus in elektrischen Zahnbürsten haben oftmals nur 300 Ladezyklen und sind fest verbaut. Damit ist es der Zähler im Akku der die Haltbarkeit begrenzt. 

Jedes Jahr fallen in Deutschland ca. 1,5 Milionen Tonnen Elektroschrott an. Dann gehts zum Recyclinghof, dort werden Wertstoffe recycelt und Schadstoffe entsorgt. Elektroschrott wird massenaft in Entwicklungsländern wie Ghana entsorgt und führt zu verherenden Umweltverschmutzungen. In den Entwicklungsländern versuchen Kinder Kupfer aus Computerplantinen herauszubrechen oder zu schmelzen. Mit dieser Tätigkeit lassen sich um die ein bis zwei Euro pro Tag verdienen. 

greenya-Tipp: Wer ein wenig technisches Know-How besitzt, kann z.B. auf YouTube viele gute Reparaurvideos finden. Bevor wir defekte Geräte zum Recyclinghof bringen, lohnt sich der Blick ins Internet.

Ein Fall ist bekannt, bei dem eine bewusst eingebaute Schwachstelle nachgewiesen werden konnte. Weihnachten 1924 trafen sich führende Glühbirnenhersteller um Preise abzusprechen und den weltweiten Lampenmarkt unter den Mitgliedern aufzuteilen. Der Plan: Die Lebensdauer sollte verkürzt werden. Damals waren schon 2000 Stunden Lebensdauer möglich. Je länger aber eine Lampe brennt, desto seltener brauchen Verbraucher neue Glühlampen. Die Hersteller waren sich schnell einig - nicht länger als 1000 Stunden sollen die Glühlampen brennen. In den Laboren der Unternehmen wurde experimentiert um die Leistungsdauer der Lampen zu verringern. Je dünner und kürzer der Wolframdraht, desto kürzer leuchtet die Lampe. Alle Mitglieder des Kartells der Glühbirnenhersteller müssen mitziehen. 1942 fliegt das Kartell auf und ihm wird verboten die Lebensdauer künstlich zu verringern. Die Realität aber zeigt, dass die Lebensdauer der Glühbirne bei 1000 Stunden bleibt.

Fakt ist: Unser Konsumverhalten bestimmt den Markt. Wer shoppen geht, handelt in den seltensten Fällen vernünftig. Die Lust auf Neues ist uns angeboren. Wir lernen gerne etwas dazu um uns weiter zu entwickeln. Unser Belohnungssystem reagiert auf alle neuen Reize positiv und das hebt unsere Stimmung. Eine Studie zeigt, je geringer das eigene Selbstwertgefül, desto mehr werden Jugendliche von der Konsumwelt angezogen. Deutsche Jugendliche geben an, dass 50% ihrer Einkäufe überflüssig sind. Am Kaufen hindert es sie trotzdem nicht.

Das Bundesumweltamt möchte jetzt Mindestanforderungen an Produktlebensdauern stellen. Die Rahmenbedingungen für die Reparatur sollen verbessert werden. Verbraucher sollen über Ersatzteile für Produkte besser informiert werden. Generell wird mehr Transparenz am Markt gefordert, damit die Konsumenten wissen was sie kaufen. 

Was können wir tun?
Z.B. "Murks" melden. Die Bürgerbewegung "Murks - nein danke!" findet ihr hier:
Murks melden!

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Hier geht's zu den Repaircafés bei greenya!

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