Auf der Guter Fisch-Liste 2026 stehen 13 Fischarten plus Miesmuscheln als empfehlenswert – zwei mehr als im Vorjahr und damit die längste Liste seit Bestehen. Herausgegeben von den Verbraucherzentralen, WWF, Nabu, DUH und dem GEOMAR, ist sie seit Dezember 2025 bis Dezember 2026 gültig. Entscheidend beim Fisch kaufen sind drei Angaben: Fischart, Fanggebiet und Fangmethode. Welche Arten du mit gutem Gewissen essen kannst – und welche du meiden solltest.
Die Guter Fisch-Liste 2026 in Zahlen
Die Guter Fisch-Liste 2026 nennt 13 Fischarten sowie Miesmuscheln als empfehlenswert – die längste Liste seit ihrer Einführung.
Herausgeber sind die Verbraucherzentralen, der WWF, der Nabu, die Deutsche Umwelthilfe und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.
Die aktuelle Liste ist seit Dezember 2025 erschienen und bis Dezember 2026 gültig.
Beim Fisch kaufen zählen drei Angaben: Fischart, Fanggebiet und Fangmethode – nur die Kombination entscheidet über „empfehlenswert".
Beliebte Speisefische wie Nordseehering und Kabeljau wurden gestrichen, weil ihre Bestände weiter überfischt werden.
Wie die Guter Fisch-Liste die Bewertung der Fische vornimmt
Die Guter Fisch-Liste bewertet jeden Fisch nach dem Zustand der Bestände, der Fangmethode und dem Fischereidruck – nicht pauschal nach Fischart. Ein und dieselbe Art kann in einem Fanggebiet nachhaltig befischt sein und in einem anderen aus einem überfischten Bestand stammen. Deshalb steht auf der Liste immer die Kombination aus Art, Region und Fanggerät.
Konkret prüfen die Verbraucherzentralen und das GEOMAR, ob ein Bestand eine ausreichende Größe hat und ob die mittlere Körpergröße der gefangenen Fische über der Grenze der Geschlechtsreife liegt. Nur wer sich fortpflanzen konnte, bevor er gefangen wird, hält den Bestand stabil. Besonders schädlich sind Grundschleppnetze, weil sie viel Beifang erzeugen und den Meeresboden zerstören.
Diese strenge Methodik erklärt, warum die Liste kurz ist: Laut WWF sind weltweit rund 38 Prozent der Fischbestände überfischt, weitere gut die Hälfte bis an die Grenze befischt. Wer auf die Liste schaut, entlastet übernutzte Bestände gezielt. Wie dramatisch der Druck auf die Meere ist, beschreibt unser Beitrag zur Überfischung.
Diese Fischarten sind 2026 empfehlenswert
Empfehlenswert sind 2026 dreizehn Meeresfische plus Miesmuscheln – jeweils nur aus dem genannten Fanggebiet und mit der genannten Fangmethode. Die folgende Übersicht fasst die Guter Fisch-Liste der Verbraucherzentrale Hamburg zusammen:
Fischart | Fanggebiet | Empfohlene Fangmethode |
|---|---|---|
Flunder, Scholle, Kliesche (Plattfisch) | Ostsee | Reusen oder Fallen |
Hering | Golf von Riga (Ostsee) | Schleppnetz, Reusen, Fallen |
Seelachs | Barentssee | Umschließungs- und Hebenetze |
Schellfisch | Nordsee, westlich Schottlands | Haken und Leinen |
Ketalachs | Nordostpazifik um Alaska | Umschließungs-, Hebenetze, Schleppangeln |
Rotlachs | Nordostpazifik um Alaska | Kiemen- und vergleichbare Netze |
Weißer Thun | alle Meere außer Mittelmeer/Indischer Ozean | Handleinen und Angelleinen, Schleppangeln |
Iberischer Stöcker | Portugal, Biskaya | Umschließungs- und Hebenetze |
Echter Bonito | weltweit | Handleinen und Angelleinen |
Schildmakrele (Pazifische Makrele) | Südostpazifik | Umschließungs- und Hebenetze |
Sardelle (Anchovy) | Biskaya | Umschließungs- und Hebenetze |
Miesmuscheln | Nordostatlantik | Leinenkultur |
Neu wieder empfehlenswert sind Ketalachs und Rotlachs aus Alaska sowie die chilenische Schildmakrele. Bei der Ketalachs-Fischerei in Alaska haben sich 2025 die Rückkehrerzahlen und Bestandsaussichten verbessert; beim Rotlachs, der in Alaska ablaicht, hat sich der Zustand der Bestände unter strengem Management wieder verbessert. Die Schildmakrele vor der chilenischen Küste befindet sich derzeit in gutem Zustand und wird nachhaltig befischt – gefangen mit Umschließungsnetzen und Hebenetzen, die wenig Beifang erzeugen.
Bedingt empfehlenswert und gestrichen: Worauf du achten musst
Nur bedingt empfehlenswert ist 2026 der Alaska-Seelachs – und das mit einer wichtigen Einschränkung. Er gilt nur dann als vertretbar, wenn er mit pelagischen Schleppnetzen gefangen wurde, bei denen Grundberührungen ausgeschlossen oder genau dokumentiert sind. Die bloße Angabe „Schleppnetz" reicht nicht, weil diese Netze teilweise den Meeresboden berühren und beschädigen.
Auch beim Weißen Thun gilt: Langleinen sind nicht empfehlenswert. Steht nur „Haken und Leinen" auf der Verpackung, solltest du beim Einkauf gezielt nachfragen. Komplett gestrichen wurden beliebte Arten wie der Nordseehering und der Kabeljau – ihre Bestände sind in so schlechtem Zustand, dass die Herausgeber sie nicht mehr verantworten können. Der Nordseehering stand schon im Vorjahr nur „bedingt empfehlenswert" auf der Liste, dann sanken die Bestände trotz zu hoher Fangquoten weiter.
Wer ganz auf der sicheren Seite sein will, kann auf Meeresfisch verzichten und auf regional gefischte Süßwasserfische oder eine vegane Fischalternative ausweichen. Karpfen aus regionaler Teichwirtschaft oder Forelle aus Bio-Zucht sind laut WWF ebenfalls eine gute Wahl.
So nutzt du die Guter Fisch-Liste beim Einkauf
Beim Fisch kaufen brauchst du nur drei Angaben mit der Liste abzugleichen: Fischart, Fanggebiet und Fangmethode. Bei unverarbeitetem Fisch und Tiefkühlware sind diese Angaben verpflichtend – allerdings nicht immer detailliert genug. Im Zweifel hilft nur eins: an der Theke nachfragen.
Die vollständige Guter Fisch-Liste gibt es als PDF zum Ausdrucken auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg. Wer sie beim Einkauf dabeihat, kann in Sekunden prüfen, ob ein Fisch aus gutem Bestand stammt. So lässt sich auch unter Zeitdruck Fisch mit gutem Gewissen kaufen und essen.
Welche Siegel beim Zuchtfisch helfen und worauf es beim Fischkauf generell ankommt, ordnet unser Überblick zum nachhaltigen Fisch ein. Anbieter, Hofläden und Fischereien mit nachhaltig befischtem Sortiment findest du auf greenya.de, Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997.
Häufige Fragen zur Guter Fisch-Liste
Antworten auf die häufigsten Fragen rund um nachhaltigen Fisch und die Liste.
Wer gibt die Guter Fisch-Liste heraus?
Die Guter Fisch-Liste wird gemeinsam von den Verbraucherzentralen, dem WWF, dem Nabu, der Deutschen Umwelthilfe und dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel herausgegeben. Die Bewertung der Fische stützt sich auf wissenschaftliche Bestandsdaten. Die aktuelle Liste ist seit Dezember 2025 gültig und läuft bis Dezember 2026.
Welcher Fisch ist 2026 am ehesten empfehlenswert?
Plattfische wie Flunder, Scholle und Kliesche aus der Ostsee gelten als empfehlenswert, wenn sie mit Reusen oder Fallen gefangen wurden – den Beständen in der Ostsee geht es gut. Auch Hering aus dem Golf von Riga, Seelachs aus der Barentssee und Schellfisch mit Haken und Leinen stehen auf der Liste.
Warum stehen Kabeljau und Hering nicht mehr auf der Liste?
Nordseehering und Kabeljau wurden gestrichen, weil ihre Bestände weiter überfischt werden und in schlechtem Zustand sind. Laut GEOMAR schrumpfte der Nordseehering-Bestand trotz Warnungen weiter, weil die Fangquoten zu hoch blieben. Solange sich der Zustand der Bestände nicht erholt, bleiben beide Arten von der Empfehlung ausgeschlossen.
Sind Aquakultur-Fische Teil der Liste?
Nein. Die Guter Fisch-Liste bewertet ausschließlich Meeresfische aus Wildfang, keine Fische aus Aquakulturen. Für Zuchtfisch sind Siegel wie ASC und Naturland die richtige Orientierung. Bei Süßwasserfisch listet der WWF in einem separaten Fischratgeber Arten wie Karpfen und Forelle samt Einschätzung.
Was bedeutet „bedingt empfehlenswert"?
„Bedingt empfehlenswert" heißt: Die Fischart ist nur unter einer bestimmten Voraussetzung vertretbar. Beim Alaska-Seelachs etwa nur, wenn pelagische Schleppnetze ohne Grundberührung dokumentiert sind. Fehlt diese Angabe, solltest du den Fisch meiden oder gezielt nachfragen. Die Einschränkung schützt Bestände, die noch keine ausreichende Größe erreicht haben.
Fazit: Kurze Liste, klare Orientierung
13 Fischarten plus Miesmuscheln – mehr gibt der Zustand der Meere 2026 nicht her. Die Guter Fisch-Liste macht aus einer komplexen Frage eine einfache Einkaufsregel: Art, Fanggebiet und Fangmethode mit der Liste vergleichen, im Zweifel nachfragen. Druck sie dir aus oder speichere sie aufs Handy. Und wenn dein Lieblingsfisch nicht draufsteht: Es gibt gute Alternativen vom regionalen Teich bis zum pflanzlichen Ersatz.
Quellen und weiterführende Informationen
Verbraucherzentrale Hamburg (2025): Guter Fisch-Liste 2025/2026. vzhh.de
WWF Deutschland (2025): Fischratgeber und Bestandsdaten. fischratgeber.wwf.de
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (2025): Bewertung der Fischbestände. geomar.de
Nabu (2025): Meeresschutz und nachhaltige Fischerei. nabu.de