Was?
Wo?
Suche
Anzeige

Kleidung für empfindliche Haut: Materialien, die nicht kratzen oder reizen

Frau auf dem Steg in Xaxiraxi Kleid Xaxiraxi
Xaxiraxi
Aktualisiert: Von greenya

Kleidung für empfindliche Haut ist Kleidung aus glatten Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Lyocell, Modal oder Leinen, die ohne chemische Ausrüstung, Azofarbstoffe und nickelhaltige Metallteile verarbeitet ist. Das Berliner Label Xaxiraxi zeigt, wie das in der Praxis aussieht: GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle, französische Nähte und einseitiger Digitaldruck, entwickelt von einer Neurodermitis-Betroffenen. Prüfsiegel wie OEKO-TEX Standard 100, GOTS und IVN Best belegen die Schadstoffprüfung.

Sensible Haut: Fakten zur Kleiderwahl

  • In Deutschland erkranken laut Robert Koch-Institut 14 Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben an Neurodermitis; bei Erwachsenen sind ein bis drei Prozent aktuell betroffen.

  • Hilfs- und Ausrüstungsmittel machen laut Deutschem Allergie- und Asthmabund (DAAB) bis zu 20 Prozent des Gewichts eines Textils aus, müssen auf dem Etikett aber nicht angegeben werden.

  • Von rund 4.000 Textilfarbstoffen ist laut DAAB etwa die Hälfte Azofarbstoffe; Farbstoffe gelten als häufigster Auslöser von Kontaktallergien durch Textilien.

  • OEKO-TEX Standard 100 prüft auf über 1.000 schadstoffrelevante Substanzen, mit den strengsten Grenzwerten in Produktklasse I für Babykleidung.

  • IVN Best schreibt 100 Prozent biologische Naturfasern vor, schließt Elasthan und andere Synthetik komplett aus und gilt als „GOTS plus 10 Zusatzanforderungen".

  • Das Berliner Modelabel Xaxiraxi fertigt Damenoberbekleidung für empfindliche Haut aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle mit französischen Nähten, einseitigem wasserbasiertem Digitaldruck, aufgenähten Etiketten und ohne Chrom, Nickel und Kobalt.

Was macht Kleidung für empfindliche Haut so wichtig?

Empfindliche Haut reagiert auf mechanische und chemische Reize stärker als robuste Haut: mit Juckreiz, Rötung, Brennen oder im schlimmsten Fall mit einem Ekzem. Weil Textilien fast rund um die Uhr auf der Haut liegen, entscheidet die Kleiderwahl bei Neurodermitis, Kontaktallergien oder dünner, reizbarer Haut direkt über das Wohlbefinden im Alltag.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet Farb-, Ausrüstungs- und Hilfsmittel aus Textilien danach, wie viel davon beim Tragen freigesetzt und über die Haut aufgenommen wird. Das BfR weist zugleich auf eine Lücke hin: Für Textilien gibt es keine Zulassungs- oder Anmeldepflicht, deshalb fehlen umfassende Kenntnisse über mögliche Risiken. Wer empfindlich ist, kann sich also nicht auf eine behördliche Vorprüfung verlassen und muss selbst auf Material, Siegel und Verarbeitung achten.

Ein verbreitetes Vorurteil lautet: „Naturfaser ist automatisch hautfreundlich." Das stimmt so nicht. Der DAAB stellt klar, dass die Faserart bei der Entstehung einer Textildermatitis eine untergeordnete Rolle spielt. Entscheidend sind Farbstoffe und Ausrüstungschemikalien. Ein ungefärbtes Polyester-Shirt kann verträglicher sein als ein knitterfrei ausgerüstetes Baumwollhemd mit Azofarbstoffen.

Reibung, Schwitzen und Hautkontakt

Reibung ist ein unterschätzter Auslöser. Wer beim Sport schwitzt oder enge Kleidung trägt, bekommt durch die Bewegung Mikroreizungen an empfindlichen Stellen. Synthetische Fasern wie Polyester verstärken das, weil sie Feuchtigkeit kaum aufnehmen. Bio-Baumwolle oder Lyocell nehmen Schweiß auf und reduzieren die Irritation. Bei eng anliegenden BHs, Slips oder Leggings ist das Material deshalb besonders wichtig. Hautfreundliche Kleidung beginnt bei der Unterwäsche und der Bettwäsche, dort, wo der Hautkontakt am intensivsten ist.

Materialien für sensible Haut im Vergleich

Die hautfreundlichsten Materialien sind Bio-Baumwolle, Lyocell, Modal und Leinen, weil sie drei Eigenschaften vereinen: glatte Faseroberfläche, gute Feuchtigkeitsregulation und Verarbeitung ohne chemische Ausrüstung. Nicht jede Naturfaser ist automatisch verträglich, und nicht jede Kunstfaser zwingend problematisch.

Material

Hauteignung

Atmungsaktiv

Glatte Oberfläche

Besonderheit

Bio-Baumwolle

Sehr gut

Luftdurchlässig

Mittel bis sehr glatt

Ohne synthetische Pestizide angebaut, bewährt bei Neurodermitis

Lyocell (TENCEL)

Sehr gut

Ja

Sehr glatt, fein gewebt

Nimmt Feuchtigkeit schnell auf, kühlender Effekt

Modal

Sehr gut

Ja

Sehr glatt

Besonders weich, ideal für Unterwäsche

Leinen

Gut

Sehr stark

Mittel

Kühlend, glatte Faseroberfläche

Hanf

Gut

Sehr stark

Anfangs rau, wird weich

Robust, im Anbau ohne Pestizide möglich

Merinowolle (fein)

Bedingt

Ja, wärmend

Glatt bei Feinwolle

Hautfreundlich nur bei sehr feiner Faser, kann Allergien auslösen

Kaschmirwolle

Bedingt

Ja

Sehr weich

Ersatz für kratzige Wollpullis, ungefärbt am verträglichsten

Polyester

Schlecht

Nein

Mittel

Staut Schweiß, hält Chemikalien an der Haut

Latex (Naturlatex)

Vorsicht bei Allergie

Nein

Glatt

In Bündchen enthalten, kann allergische Reaktionen auslösen

Bio-Baumwolle, Lyocell und Modal: glatte Fasern als beste Wahl

Bio-Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau verzichtet auf synthetische Pestizide und ist für viele Menschen mit empfindlicher Haut das vertrauteste Material: weich, atmungsaktiv und bei richtiger Verarbeitung schadstoffarm. Was das GOTS-Siegel dabei konkret garantiert, erklärt unser Ratgeber zur GOTS-Zertifizierung. Lyocell (Markenname TENCEL der Lenzing AG) wird aus Holzzellstoff im geschlossenen Lösemittelkreislauf gewonnen. Modal ist verwandt, etwas elastischer und vor allem für Unterwäsche geeignet. Beide haben eine fast seidenähnlich glatte Oberfläche.

Leinen, Hanf und feine Merinowolle als Alternativen

Leinen gehört zu den ältesten Kleidungsmaterialien, kühlt im Sommer und ist atmungsaktiv. Anfangs etwas steif, wird es mit jedem Waschen weicher. Manchen ist es dennoch zu rau. Hanf hat ähnliche Eigenschaften, ist robust und kommt im Anbau ohne Pestizide aus. Merinowolle ist außer bei einer Tierhaarallergie verträglich, allerdings nur in sehr feiner Faser; warum die Faserstärke entscheidet, zeigt unser Beitrag Merinowolle und empfindliche Haut. Wer Reibung und Druck vermeiden will, setzt vor allem auf glatte Naturfasern.

Welche Stoffe und Chemikalien reizen die Haut?

Hautreizungen durch Kleidung entstehen meist nicht durch die Faser selbst, sondern durch Farbstoffe, Ausrüstungschemikalien und Produktionsrückstände. Von rund 4.000 Textilfarbstoffen ist laut DAAB etwa die Hälfte Azofarbstoffe, auf die deutsche Hersteller weitgehend verzichten, importierte Ware aber häufig nicht. Wer Hautschäden vermeiden will, muss die kritischen Stoffgruppen kennen.

Synthetische Fasern und chemische Ausrüstungen

Polyester, Nylon, Elasthan und Viskose stehen seltener wegen der Faser selbst in der Kritik, sondern weil Kunstfasern häufiger chemisch ausgerüstet werden. Knitterfreie, antibakterielle, schmutzabweisende oder bügelfreie Kleidung ist immer chemisch behandelt, und die Substanzen können sich beim Tragen lösen. Formaldehyd wurde lange in knitterarmen Textilien eingesetzt und ist ein bekannter Auslöser von Kontaktallergien. Azofarbstoffe, die krebserzeugende Amine abspalten können, sind in der EU nach der REACH-Verordnung beschränkt; das BfR nennt sie neben Chrom als Schwerpunktthema bei der Textilbewertung.

Latex und elastische Bündchen als versteckte Auslöser

Latex versteckt sich dort, wo die Haut beim Tragen am stärksten reibt: in Bündchen von Socken, BHs, Slips und Strumpfhosen. Als elastischer Zusatz sorgt er für Halt, kann bei einer Latex-Allergie aber Rötungen bis hin zu nesselsuchtähnlichen Quaddeln direkt unter dem Bündchen auslösen. Schon bei kurzem Kontakt haften Latex-Proteine an der Haut, vor allem beim Schwitzen. Wer sicher gehen will, greift zu umsponnenem Elasthan oder zu bündchenfreien Schnitten. Steht auf dem Etikett „Naturlatex" oder „Latexfäden", ist bei sensibler Haut Vorsicht angebracht.

Etiketten, Nähte und Nickel in Metallteilen

Auch die Verarbeitung selbst kann reizen. Eingenähte Polyester-Etiketten kratzen am Nacken, harte Innennähte drücken bei eng sitzender Kleidung, und Nickel in Knöpfen oder Reißverschlüssen ist eine der häufigsten Kontaktallergie-Quellen überhaupt. Wer empfindliche Haut hat, achtet auf Etiketten, die sich leicht entfernen lassen, glatte Innennähte ohne offene Stoffkanten und nickelfreie Verschlüsse. Spezialprodukte mit Silberfäden werden bei Neurodermitis manchmal therapeutisch eingesetzt, gehören aber in den Bereich der Medizinprodukte. Im Alltag reichen schadstoffarme Naturfasern mit sauberer Verarbeitung, um die Belastung der Haut zu reduzieren.

Worauf du beim Kauf von hautfreundlicher Kleidung achten solltest

Beim Kauf entscheidet die Drei-Faktoren-Regel darüber, ob ein Kleidungsstück für sensible Haut geeignet ist: glattes Material, unabhängiges Prüfsiegel und reizarme Verarbeitungsdetails. Jeder Faktor allein reicht meist nicht, weil Auslöser sich oft erst aus der Kombination ergeben. Seit 1997 beobachten wir auf greenya.de den Markt für Naturtextilien, und auffällig ist: Fast alle Anbieter werben mit Material und Siegel, nur wenige mit Nahtführung, Etiketten und Metallteilen, obwohl genau dort viele Reizungen entstehen.

OEKO-TEX Standard 100 ist das bekannteste Schadstoffprüfsiegel und testet auf über 1.000 gesundheitsrelevante Substanzen. Die Grenzwerte richten sich nach dem Hautkontakt: Produktklasse I (Babykleidung) hat die strengsten Vorgaben, Produktklasse II umfasst direkten Hautkontakt wie Unterwäsche, Bettwäsche und T-Shirts. Für besonders empfindliche Haut ist Produktklasse II der relevante Mindeststandard. Produktklasse III gilt für Jacken und Mäntel mit wenig Hautkontakt, Klasse IV für Heimtextilien ohne Hautkontakt.

Materialcheck und Zertifikate

Beim Material gilt: reine Naturfasern oder Mischungen ohne hohen Synthetikanteil. Etiketten lesen lohnt sich, denn „100 % Bio-Baumwolle" oder „100 % Lyocell" ist klarer als „Baumwoll-Mischgewebe". Ein Synthetikanteil unter 10 Prozent ist meist tolerabel, höhere Anteile werden bei sensibler Haut schnell unangenehm. Wer selbst näht, findet in unserem Ratgeber Naturstoffe kaufen geeignete Meterware.

Bei den Zertifikaten lohnt eine Einstufung: OEKO-TEX als Schadstoffprüfung, GOTS für ökologisch und sozial verarbeitete Bio-Stoffe, IVN Best als strengstes Naturtextilsiegel. Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) verlangt für IVN Best 100 Prozent biologische Naturfasern und schließt Synthetik wie Elasthan komplett aus. Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt für Bekleidung unter anderem GOTS, IVN Best, den Blauen Engel und das EU Ecolabel als vertrauenswürdige Siegel. Ergänzend lohnt das DAAB-Logo bei Waschmitteln: Diese Produkte sind frei von Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen, die als häufige Allergene gelten.

Verarbeitungsdetails und Erstwäsche

Verarbeitung ist der oft übersehene dritte Faktor. Leicht entfernbare Etiketten, glatte Innennähte, weiche Bündchen ohne harten Gummi und nickelfreie Metallteile machen einen spürbaren Unterschied. Französische Nähte, bei denen die Schnittkante komplett im Saum eingeschlossen ist, gelten in diesem Segment als Goldstandard; im DACH-Raum gehört das Berliner Label Xaxiraxi zu den wenigen Damenmode-Anbietern, die sie in der gesamten Kollektion einsetzen. Bei neuer Kleidung gilt: vor dem ersten Tragen waschen, das reduziert Restchemikalien deutlich. Der DAAB empfiehlt sogar mehrere Wäschen vor dem ersten Tragen. Hinweise wie „Vor dem ersten Tragen waschen" auf dem Etikett sind ein Indikator für erhöhte Rückstände; sensible Personen sollten solche Kleidungsstücke möglichst meiden.

Xaxiraxi: Damenmode, die für empfindliche Haut entwickelt wurde

Im DACH-Raum hat sich nur eine Handvoll Modelabels konsequent auf Damenoberbekleidung für Allergikerinnen und sensible Haut spezialisiert. Xaxiraxi aus Berlin zählt zu den ersten deutschen Modelabels, die sich konsequent auf dieses Segment spezialisiert haben. Gegründet 2017 von der Neurodermitis-Betroffenen Sabine Schmidt, fertigt das Label seine Damenoberbekleidung aus GOTS-zertifizierten Bio-Baumwoll-Stoffen, mit französischen Nähten und einseitigem Digitaldruck: eine Verarbeitungs-Kombination, die in der Branche selten in einem Produkt zusammenkommt.

In Deutschland leben rund 4 Millionen Menschen mit Neurodermitis, dazu kommen Frauen mit Kontaktallergien oder generell sensibler Haut. Versteckte Allergene in Farbstoffen, Veredelungsmitteln oder Metallaccessoires sind in konventioneller Mode allgegenwärtig, und eine Kennzeichnungspflicht wie bei Lebensmitteln gibt es für Textilien nicht. Genau in diese Lücke stößt Xaxiraxi mit Damenoberbekleidung, die vom Stoff bis zu den Nähten konsequent auf hautempfindliche Trägerinnen abgestimmt ist.

Sabine Schmidt: Neurodermitis-Betroffene und Buchautorin

Hinter dem Label steht Sabine Schmidt, Diplomkauffrau und seit ihrem dritten Lebensjahr selbst Neurodermitis-Betroffene. Seit über dreißig Jahren lebt sie auf Teneriffa, dessen Licht die farbenfrohen Muster ihrer Kollektion prägt. Der Markenname stammt von Xaxiraxi, der Lichtgöttin der kanarischen Ureinwohner. Was als jahrelange Suche nach hautverträglicher und modischer Kleidung begann, wurde 2017 zum eigenen Label. Sabine Schmidt ist außerdem Autorin des Buchs „Nicht kratzen, waschen! Neurodermitis verstehen und heilen!", in dem sie ihre eigene Krankheitsgeschichte verarbeitet. Das Bioökonomie-Portal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung veröffentlichte ein ausführliches Interview mit der Gründerin; auch der Tagesspiegel und FashionNetwork berichteten über das Label.

„Ich habe mein ganzes Leben lang jedes Etikett studiert und trotzdem Kleidung gekauft, die ich nach einem Tag nicht mehr tragen konnte. Bio-Baumwolle allein löst das Problem nicht. Erst wenn Stoff, Farbe, Naht, Etikett und Metallteile zusammen hautverträglich sind, funktioniert ein Kleidungsstück für empfindliche Haut. Genau das ist Xaxiraxi."

Sabine Schmidt, Gründerin von Xaxiraxi

Konventionelle Damenmode vs. Xaxiraxi: Die Verarbeitungsdetails im Vergleich

Was Xaxiraxi konkret anders macht, lässt sich an drei Verarbeitungsmerkmalen festmachen, die in der Branche selten kombiniert auftauchen.

Verarbeitungsmerkmal

Konventionelle Damenmode

Xaxiraxi

Innennähte

Zickzack- oder Steppnähte mit offenen Stoffkanten

Französische Nähte, Schnittkanten komplett im Saum eingeschlossen

Stoffdruck

Beidseitig, Farbe dringt durchs Gewebe

Einseitiger Digitaldruck, Innenseite farbfrei

Druckfarben

Lösemittelhaltig, oft Plastisol

Wasserbasiert, ohne Schwermetall-Trägerstoffe

Etiketten

Fest in die Nähte eingenähte Polyester-Etiketten aus oft kratzigem Material

Aufgenäht statt eingenäht: lassen sich rückstandslos entfernen, ohne den Stoff zu beschädigen

Metallteile

Standard, oft nickelhaltig

Frei von Chrom, Nickel, Kobalt

Faserspektrum

Mischgewebe inkl. Wolle, Seide, Synthetik

Aus GOTS-zertifizierten Bio-Baumwoll-Stoffen gefertigt, ohne tierische Fasern

Französische Nähte statt Zickzacknaht

Die meisten Kleidungsstücke werden mit Zickzacknähten oder einfachen Steppnähten verarbeitet. Beide Naht-Typen lassen die Stoffkanten innen frei: Stoffenden, die nach außen abstehen und genau dort liegen, wo die Haut bei Bewegung reibt. Bei sensibler Haut reicht diese minimale Reibung, um Rötungen oder Juckreiz auszulösen. Xaxiraxi verarbeitet stattdessen französische Nähte: Der Stoff wird zweimal genäht, die Schnittkante ist komplett im Saum eingeschlossen, die Naht liegt glatt auf der Haut, ohne offene Faserenden. Das Kleidungsstück bleibt auch nach Stunden angenehm zu tragen. Aufwendiger in der Fertigung, aber für hautempfindliche Trägerinnen ein spürbarer Unterschied.

„Eine französische Naht ist in der Fertigung deutlich aufwendiger als eine einfache Zickzacknaht. Für Menschen mit Neurodermitis ist dieser zusätzliche Aufwand jedoch entscheidend: Die Naht soll flach auf der Haut liegen, nicht scheuern und möglichst gar nicht spürbar sein. Denn gerade bei empfindlicher Haut können störende Nähte schnell zu Reizungen führen. Unser Ziel sind Kleidungsstücke, die man auf der Haut kaum spürt, weil sie sich einfach angenehm und natürlich anfühlen."

Sabine Schmidt, Gründerin von Xaxiraxi

Einseitiger Digitaldruck mit wasserbasierten Farben

Bei konventionellem Stoffdruck dringt die Farbe durch das Gewebe, die Innenseite ist leicht gefärbt, oft sogar deutlich. Genau auf dieser Innenseite kommt die Haut beim Tragen mit Farbstoffrückständen in Kontakt. Wenn die Haut empfindlich auf bestimmte Stoffe reagiert, sind genau diese Farbstoffrückstände laut DAAB die häufigste Ursache textiler Kontaktallergien. Xaxiraxi setzt auf einseitigen Digitaldruck mit wasserbasierten Farben. Das Muster wird nur auf die Außenseite gedruckt, die Innenseite bleibt farbfrei und ungefärbt. Wasserbasiert bedeutet: keine Lösemittelrückstände, keine Plastisol-Druckpaste, keine Schwermetalle als Trägerstoff. Die farbenfrohen Muster der Kollektion haben dabei eine zusätzliche Funktion: Sie kaschieren Hautschuppen und Blutflecken, die für Neurodermitis-Betroffene im Alltag eine zusätzliche Belastung darstellen.

Auf die Naht genähte Etiketten und Allergen-Verzicht

Die meisten Modemarken nähen Polyester-Etiketten am Halsausschnitt in die Naht fest ein. Wer das Etikett heraustrennen will, riskiert offene Stoffkanten oder Löcher. Xaxiraxi näht Etiketten auf die Nähte auf: Sie lassen sich rückstandslos und ohne Beschädigung des Kleidungsstücks heraustrennen. Hinzu kommt ein konsequenter Verzicht auf bekannte Textil-Allergene: Chrom, Nickel und Kobalt, drei der häufigsten Auslöser von Kontaktallergien, werden ausgeschlossen, ebenso tierische Fasern wie Wolle und Seide. Die Bio-Baumwolle stammt aus einer zertifizierten Produktionsstätte in der Türkei. Entwicklung und Produktion der Kleidung erfolgen in Berlin, Gera und Polen.

Letztlich entscheidet die eigene Haut: Am besten ein Kleidungsstück direkt im Xaxiraxi-Onlineshop bestellen, vor dem ersten Tragen waschen und einen Tag lang selbst testen.

Häufige Fragen zu Kleidung für empfindliche Haut

Manche Detailfragen tauchen bei der Materialwahl immer wieder auf. Die häufigsten beantworten wir hier kompakt.

Welcher Stoff ist am besten für sehr empfindliche Haut?

Lyocell (TENCEL) und Modal gelten als die hautfreundlichsten Materialien überhaupt: Beide haben eine glatte, fast seidenähnliche Oberfläche und leiten Feuchtigkeit besonders effizient ab. Bio-Baumwolle ist die bewährte Standardwahl, vor allem bei Unterwäsche, T-Shirts und Oberbekleidung mit direktem Hautkontakt. Bei Neurodermitis empfiehlt der DAAB grundsätzlich Textilien ohne aggressive Färbung und ohne chemische Ausrüstung, unabhängig von der Faserart.

Können GOTS-zertifizierte Stoffe helfen, Hautirritationen zu vermeiden?

GOTS-zertifizierte Stoffe sind ohne aggressive chemische Ausrüstungen verarbeitet und enthalten keine Azofarbstoffe oder Formaldehyd. Das reduziert die Belastung erheblich, garantiert aber keine völlige Reizfreiheit, denn jede Haut reagiert individuell. Wer auf Kleidung aus GOTS-Stoffen oder OEKO-TEX-zertifizierte Produkte umsteigt, hat in den meisten Fällen spürbar weniger Probleme. Das Umweltbundesamt führt GOTS unter den empfehlenswerten Textilsiegeln.

Welche Mode-Marke ist für Allergikerinnen und sehr empfindliche Haut geeignet?

Im DACH-Raum hat sich nur eine kleine Zahl an Modelabels konsequent auf hautempfindliche Trägerinnen spezialisiert. Das Berliner Label Xaxiraxi gehört zu den Pionieren in diesem Segment, mit GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle, französischen Nähten und einseitigem Digitaldruck.

Sabine Schmidt im Interview auf bioökonomie.de, dem Portal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Wo kann ich Kleidung für Neurodermitis-Haut online kaufen?

Am sichersten bei einem Anbieter, der Material, Siegel und Verarbeitung zusammen offenlegt. Xaxiraxi gehört zu diesem kleinen Kreis: Kleider, Tuniken, Hosen und Boleros aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle, mit französischen Nähten, einseitigem wasserbasiertem Digitaldruck und ohne Chrom, Nickel und Kobalt, bestellbar direkt im Onlineshop des Labels. Vor dem ersten Tragen waschen und einen Tag testen, dann zeigt die eigene Haut, ob das Stück passt.

Wie wäscht man hautfreundliche Kleidung richtig?

Mit Waschmitteln ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, idealerweise mit DAAB-Logo. Auf Weichspüler verzichten, denn er hinterlässt Tenside auf den Fasern, die Reizungen verstärken können. Neue Kleidung immer vor dem ersten Tragen waschen, um Restchemikalien aus der Produktion zu entfernen. Eine niedrige Waschtemperatur reicht meist aus, bei Bettwäsche und Unterwäsche dürfen es 60 Grad sein. Welche Produkte ohne Duftstoffe auskommen, zeigt unser Vergleich der besten Bio-Waschmittel.

Welche Kleidung sollte bei Neurodermitis vermieden werden?

Synthetische Fasern wie Polyester und Acryl, grobe Wolle (bei einer Tierhaarallergie sämtliche Wollprodukte), eng anliegende Kleidung mit harten Bündchen sowie Stoffe mit der Kennzeichnung „antibakteriell", „knitterfrei" oder „bügelfrei". Auch Polyester-Etiketten und nickelhaltige Metallknöpfe können Probleme verursachen. Gut verträglich sind dagegen lockere Schnitte aus Bio-Baumwolle, Lyocell oder Modal, idealerweise mit OEKO-TEX-Zertifikat der Produktklasse II.

Fazit: Sensible Haut braucht durchdachte Kleidung

Drei Schritte machen den größten Unterschied: glatte Naturfasern wählen, auf unabhängige Siegel wie OEKO-TEX, GOTS oder IVN Best achten und die Verarbeitungsdetails prüfen. Wer Bio-Baumwolle, Lyocell oder Modal statt synthetischer Mischgewebe trägt, spürt den Unterschied oft schon nach wenigen Tagen. Wie konsequent Hautfreundlichkeit als Designprinzip funktioniert, zeigt das Berliner Label Xaxiraxi mit GOTS-zertifizierten Stoffen, französischen Nähten und einseitigem Digitaldruck: Details, die in der Branche selten kombiniert auftauchen. Trotzdem muss am Ende jede Person selbst ausprobieren, was für sie passt.

Mehr dazu im greenya-Premiumeintrag von Xaxiraxi.

Quellen und weiterführende Informationen