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Nasenatmung vs. Mundatmung: Warum die Nase den Unterschied macht

Nahaufnahme einer Frau null

Nasenatmung erhöht die Sauerstoffsättigung im Blut um 10 bis 15 % gegenüber reiner Mundatmung – das belegen Untersuchungen des Karolinska-Instituts in Stockholm. Der Grund: Nur bei der Atmung durch die Nase produzieren die Nasennebenhöhlen Stickstoffmonoxid (NO), ein Signalmolekül, das Blutgefäße weitet und die Sauerstoffaufnahme in der Lunge verbessert. Wer dauerhaft durch den Mund atmet, riskiert Zahnschäden, Kieferfehlstellungen und schlechteren Schlaf.

Auf den Punkt gebracht

  • Nasenatmung steigert die Sauerstoffsättigung im Blut um 10–15 % dank Stickstoffmonoxid aus den Nasennebenhöhlen

  • Die Nasenschleimhaut filtert bis zu 80 % aller eingeatmeten Partikel, Keime und Allergene

  • Chronische Mundatmung erhöht das Risiko für Karies, Parodontitis und Mundgeruch durch Speichelmangel

  • Bei Kindern kann dauerhafte Mundatmung zu Kieferfehlstellungen, schmalem Gaumen und dem sogenannten adenoiden Gesicht führen

  • 1998 erhielten Furchgott, Ignarro und Murad den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung von Stickstoffmonoxid als Signalmolekül

  • Die Buteyko-Methode trainiert gezielt die Nasenatmung und kann Asthmasymptome laut einem Cochrane-Review von 2020 lindern

Welche Vorteile hat die Nasenatmung gegenüber der Mundatmung?

Die Nase ist weit mehr als ein Lufteinlass. Sie übernimmt drei entscheidende Schutzfunktionen, die bei der Mundatmung komplett wegfallen: Filtern, Befeuchten und Erwärmen der Atemluft. Die Flimmerhärchen in den Nasengängen fangen Staub, Pollen, Bakterien und Viren ab, bevor sie die Lunge erreichen. Gleichzeitig wird die eingeatmete Luft auf Körpertemperatur von rund 37 °C gebracht – kalte, trockene Luft würde das empfindliche Lungengewebe direkt reizen.

Doch der bedeutendste Vorteil liegt tiefer: In den Nasennebenhöhlen entsteht bei jedem Atemzug Stickstoffmonoxid. Dieses Gas, für dessen Erforschung drei US-Wissenschaftler 1998 den Nobelpreis für Medizin erhielten, weitet die Lungenbläschen und die Blutgefäße. Dadurch strömt mehr sauerstoffreiches Blut durch den Körper. Laut einer Studie des Karolinska-Instituts Stockholm führt Nasenatmung zu einer um 10 bis 15 % höheren Sauerstoffbindung des Blutes im Vergleich zur Mundatmung. Ein Kontrollversuch bestätigte: Wurde Mundatmern zusätzlich NO aus einer Gasflasche zugeführt, stieg ihre Sauerstoffaufnahme auf ein vergleichbares Niveau.

Stickstoffmonoxid wirkt zudem antimikrobiell. Es kann Viren, Parasiten und entartete Zellen in den Atemwegen zerstören. Das erklärt, warum konsequente Nasenatmer seltener an Atemwegsinfekten erkranken.

Nasenatmung und das vegetative Nervensystem

Ein oft unterschätzter Effekt betrifft das autonome Nervensystem. Die Nasenatmung aktiviert bevorzugt den Parasympathikus – den sogenannten Ruhenerv. Der Parasympathikus senkt den Herzschlag, reguliert den Blutdruck und fördert Verdauung sowie Regeneration. Mundatmung hingegen aktiviert stärker den Sympathikus, den Kampf- und Fluchtnerv. Das erklärt, warum Menschen, die nachts durch den Mund atmen, häufiger mit erhöhtem Puls und Unruhe aufwachen. Studien konnten bei Mundatmern eine deutlich höhere Sympathikusaktivität nachweisen, wie das Fachportal MedLexi berichtet.

Bohr-Effekt: Warum CO₂ kein Abfallprodukt ist

Ein weiterer Mechanismus macht die Nasenatmung so effizient: der Bohr-Effekt. Die Nasenhöhle gehört zum sogenannten Atemtotraum, in dem sich Kohlendioxid sammelt. Bei der Einatmung durch die Nase gelangt dieses CO₂ mit in die Lunge – und das ist gut so. Ein höherer CO₂-Gehalt im Blut erleichtert die Sauerstoffabgabe an das Gewebe. Bei der Mundatmung umgeht die Luft die Nasenhöhlen, weniger CO₂ erreicht die Lunge, und die Sauerstoffversorgung der Zellen sinkt paradoxerweise, obwohl subjektiv „mehr Luft" eingeatmet wird.

Für Sportler bedeutet das: Wer bei moderater Belastung konsequent durch die Nase atmet, trainiert eine effizientere Sauerstoffverwertung. Laut einer aktuellen Untersuchung zeigen trainierte Nasenatmer eine vergleichbare maximale Sauerstoffaufnahme (VO₂max) bei gleichzeitig niedrigerer Atemfrequenz.

Gerade weil die biochemischen Zusammenhänge komplex sind, lohnt sich ein Blick auf die konkreten Gesundheitsfolgen der Mundatmung – denn die betreffen überraschend viele Körperbereiche.

Gesundheitsrisiken der chronischen Mundatmung

Chronische Mundatmung ist keine harmlose Angewohnheit. Sie trocknet die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum aus und reduziert den Speichelfluss. Speichel übernimmt gleich mehrere Schutzfunktionen: Er remineralisiert den Zahnschmelz, spült Bakterien weg und stabilisiert den pH-Wert im Mund. Fehlt diese natürliche Reinigung, steigt das Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und Parodontitis erheblich. Mundgeruch ist ein häufiges Begleitsymptom.

Die Folgen reichen aber weit über den Mundraum hinaus. Mundatmung umgeht die Filterfunktion der Nase – ungefilterte Luft, Bakterien und Allergene gelangen direkt in die tiefen Atemwege. Das begünstigt wiederkehrende Halsentzündungen, Bronchitis und kann bestehende Asthma-Symptome verschlimmern. Nach einer Studie, die im American Review of Respiratory Disease erschien, traten bei Asthma-Patienten nach körperlicher Anstrengung keine Anfälle auf, wenn sie durch die Nase atmeten – Mundatmung hingegen führte zu Bronchienverengung und klassischen Asthmasymptomen.

Auch die Körperhaltung leidet. Wer dauerhaft durch den Mund atmet, verlagert unbewusst den Kopf nach vorne (Forward Head Posture), um die Atemwege freizuhalten. Das überstreckt die Halswirbelsäule und verursacht auf lange Sicht Nacken- und Kopfschmerzen bis hin zu Migräne.

Betroffener Bereich

Folge bei chronischer Mundatmung

Schweregrad

Zähne & Zahnfleisch

Karies, Gingivitis, Parodontitis, Mundgeruch

Mittel bis hoch

Atemwege

Häufigere Infekte, Asthma-Verschlechterung

Hoch

Schlaf

Schnarchen, Schlafapnoe, Tagesmüdigkeit

Hoch

Kiefer & Gesicht

Schmaler Gaumen, Zahnfehlstellungen, adenoides Gesicht

Hoch (bei Kindern)

Haltung

Forward Head Posture, Nacken-/Kopfschmerzen

Mittel

Herz-Kreislauf

Erhöhter Blutdruck, Sympathikus-Dominanz

Mittel

Wer bei sich oder einem Familienmitglied mehrere dieser Symptome erkennt, sollte den HNO-Arzt oder Zahnarzt darauf ansprechen. Frühzeitiges Handeln verhindert, dass sich die Folgen manifestieren.

Mundatmung im Schlaf: Schnarchen, Schlafapnoe und ihre Folgen

Rund 5 % der Männer und 3 % der Frauen in Deutschland leiden laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) an einer obstruktiven Schlafapnoe. Diese Erkrankung hängt eng mit der Mundatmung zusammen. Wenn im Schlaf die Muskulatur im Rachen erschlafft und die Zunge nach hinten fällt, verengen sich die Atemwege. Der Körper schaltet auf Mundatmung um, und die Atemluft passiert eine Engstelle – die Schlundenge. Dort entstehen die typischen Schnarchgeräusche, die bis zu 90 Dezibel erreichen können. Das entspricht der Lautstärke eines Presslufthammers.

Problematisch wird es, wenn Atemaussetzer hinzukommen. Bei einer Schlafapnoe setzt die Atmung mindestens fünfmal pro Stunde für jeweils über zehn Sekunden aus. Die Sauerstoffsättigung im Blut kann dabei auf unter 70 % fallen – normal sind Werte über 90 %, berichtet das Uniklinikum Erlangen. Das Gehirn schlägt Alarm, Stresshormone werden ausgeschüttet, der Blutdruck steigt. Betroffene wachen kurz auf, oft ohne es zu merken.

Die Langzeitfolgen sind gravierend: Nach Angaben der HNO-Ärzte im Netz leidet die Hälfte der Schlafapnoe-Patienten unter Bluthochdruck. Das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen steigt deutlich. Schlafapnoe-Patienten haben zudem ein 2,5-fach höheres Risiko für Insulinresistenz, was das Diabetes-Typ-2-Risiko erhöht.

Anzeichen nächtlicher Mundatmung erkennen

Nicht jeder Schnarcher hat gleich eine Schlafapnoe. Aber bestimmte Warnsignale sollten ärztlich abgeklärt werden: trockener Mund morgens, regelmäßiges Aufwachen mit Kopfschmerzen, starke Tagesmüdigkeit trotz ausreichend langer Schlafdauer und Konzentrationsprobleme. Bei Kindern zeigen sich zusätzlich Bettnässen, Hyperaktivität und verzögertes Wachstum als mögliche Hinweise. Eine ambulante Polygraphie – eine nächtliche Messung von Atmung, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung mit einem kleinen tragbaren Gerät – kann erste Klarheit bringen.

Die gute Nachricht: Schon kleine Änderungen wie konsequente Nasenatmung im Wachzustand oder eine veränderte Schlafposition können das Schnarchen reduzieren. Bei diagnostizierter Schlafapnoe ist die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) mit einer Atemmaske die wirksamste Behandlung.

Mundatmung bei Kindern: Kieferentwicklung und Zahnfehlstellungen

Bei Kindern wiegen die Folgen der Mundatmung besonders schwer, weil sich Kiefer, Zähne und Gesicht noch im Wachstum befinden. Der entscheidende Mechanismus: Die Zunge gehört an den Gaumen. Bei geschlossenem Mund und Nasenatmung drückt die Zunge sanft von innen gegen den Oberkiefer und stimuliert so das Breitenwachstum. Die Zunge kann dabei eine Kraft von bis zu 500 Gramm ausüben – genug, um die Kieferform langfristig zu beeinflussen.

Atmet ein Kind dauerhaft durch den Mund, fällt die Zunge nach unten an den Mundboden. Dem Oberkiefer fehlt der wichtige Wachstumsreiz. Die Folge: ein schmaler, hochgewölbter Gaumen (sogenannter gotischer Gaumen), Zahnengstände, offener Biss und ein Unterkiefer, der nach hinten verlagert wächst. Das Gesicht wird insgesamt länger und schmaler – Kieferorthopäden sprechen von der Facies adenoidea oder dem adenoiden Gesicht. Hinzu kommen Probleme beim Sprechen, häufigere Atemwegsinfekte und gestörter Schlaf.

Eine Untersuchung der Kinderzahnheilkunde zeigt, dass Kinder mit Mundatmung auch häufiger ADHS-Symptome entwickeln. Die Vermutung: Der chronisch aktivierte Sympathikus und der gestörte Schlaf führen zu einer Dauerbelastung, die Aufmerksamkeit und Selbstregulation beeinträchtigt.

Eltern sollten auf typische Warnsignale achten: ständig leicht geöffneter Mund, trockene oder rissige Lippen, Schnarchen im Kindesalter, Tagesmüdigkeit und eine sichtbar schlaffe Lippenmuskulatur. Vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln (Polypen) sind eine häufige anatomische Ursache, die der HNO-Arzt abklären sollte. Kieferorthopädische Frühbehandlung ab dem 4. bis 6. Lebensjahr kann Fehlentwicklungen gezielt entgegenwirken – idealerweise in Zusammenarbeit mit HNO-Ärzten und Logopäden.

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Nasenatmung trainieren: 5 Methoden für den Alltag

Mundatmung ist in den meisten Fällen eine Gewohnheit, die sich umtrainieren lässt – vorausgesetzt, anatomische Ursachen wie Polypen oder eine schiefe Nasenscheidewand wurden ausgeschlossen oder behandelt. Die folgenden fünf Ansätze helfen bei der Umstellung. Sie erfordern kein Equipment und lassen sich in den Alltag integrieren.

Bewusste Nasenatmung im Alltag. Der erste Schritt klingt banal, ist aber der wirksamste: Achte tagsüber regelmäßig darauf, ob dein Mund geschlossen ist. Erwischst du dich bei Mundatmung, schließe den Mund und halte kurz die Luft an. Beginne bei ruhigen Tätigkeiten und steigere dich zu leichter Bewegung wie Spazierengehen.

Buteyko-Methode. Diese in den 1950er-Jahren vom ukrainischen Arzt Dr. Konstantin Buteyko entwickelte Atemtechnik setzt auf reduzierte Atmung durch die Nase, Zwerchfellatmung und kurze Atempausen. Ein Cochrane-Review von 2020 (Santino et al.) wertete 22 Studien aus und fand Hinweise, dass Atemübungen Asthma-Symptome und Lebensqualität verbessern können. Die britischen Asthma-Leitlinien listen Buteyko als ergänzende Maßnahme zur Symptomlinderung.

Nasenspülungen mit Salzwasser. Eine isotonische Nasendusche (9 g Salz pro Liter Wasser) befreit die Nasengänge von Schleim, Allergenen und Krusten. Bei chronischem Schnupfen oder Allergien kann das die Nasenatmung spürbar erleichtern. Tipp: Abends vor dem Schlafengehen spülen, damit die Nase nachts frei bleibt.

Mouth Taping im Schlaf. Ein hypoallergenes Pflaster über den Lippen verhindert nächtliche Mundatmung. Die Methode ist umstritten, aber viele Anwender berichten von besserem Schlaf, weniger Schnarchen und einem feuchteren Mundraum morgens. Wichtig: Nur anwenden, wenn die Nasenatmung grundsätzlich funktioniert. Bei Schlafapnoe vorher unbedingt ärztlich abklären lassen.

Yoga-Atemtechniken (Pranayama). Die wechselseitige Nasenatmung Nadi Shodhana beruhigt das Nervensystem und trainiert gezielt die Nasendurchgängigkeit. Studien zeigen, dass Summen und Singen (ähnlich der Bhramari-Pranayama-Technik) die Stickstoffmonoxid-Produktion in den Nasennebenhöhlen steigern können.

Methode

Zeitaufwand

Schwierigkeitsgrad

Besonders geeignet für

Bewusste Nasenatmung

0 Min. (Alltagsintegration)

Leicht

Einsteiger, alle Altersgruppen

Buteyko-Methode

10–30 Min./Tag

Mittel

Asthmatiker, Schnarcher

Nasenspülung

3–5 Min./Tag

Leicht

Allergiker, Schnupfen

Mouth Taping

Über Nacht

Leicht

Mundschnarcher

Pranayama

10–20 Min./Tag

Mittel

Stressgeplagte, Yoga-Übende

Alle fünf Methoden ergänzen sich. Idealerweise startest du mit bewusster Nasenatmung am Tag, ergänzt abends eine Nasenspülung und steigerst dich zu Buteyko oder Pranayama, wenn du merkst, dass die Grundlagen sitzen.

Häufige Fragen zu Nasenatmung und Mundatmung

Die folgenden Fragen beantworten die häufigsten Punkte, die bei diesem Thema aufkommen – von der Sportleistung bis zur Zungenlage.

Ist Mundatmung beim Sport schädlich?

Bei hoher Belastung ist Mundatmung normal und kein Grund zur Sorge. Der Körper braucht dann schnell großes Luftvolumen. Schädlich wird es nur, wenn du auch bei niedriger bis mittlerer Belastung automatisch durch den Mund atmest. Trainierte Nasenatmer halten laut Studien eine vergleichbare VO₂max bei geringerer Atemfrequenz – der Gasaustausch arbeitet effizienter. Beginne bei leichtem Joggen oder Radfahren bewusst mit Nasenatmung und steigere die Intensität über Wochen.

Was hat die Zungenlage mit der Atmung zu tun?

Die korrekte Zungenruhelage – Zungenspitze hinter den oberen Schneidezähnen, Zungenrücken flach am Gaumen – ist die Grundvoraussetzung für Nasenatmung. Bei Mundatmung fällt die Zunge automatisch nach unten. Das verändert die Kieferstatik und kann bei Kindern Zahnfehlstellungen verursachen. Logopäden trainieren die korrekte Zungenlage mit myofunktioneller Therapie.

Kann man Nasenatmung auch als Erwachsener noch lernen?

Ja. Die Umstellung dauert je nach Ausgangslage zwei bis acht Wochen konsequentes Training. Die Buteyko-Methode empfiehlt, mit Nasenatmung bei ruhigen Alltagstätigkeiten zu starten und sich schrittweise zu steigern. Anatomische Hindernisse wie Nasenpolypen oder eine schiefe Nasenscheidewand sollten vorher vom HNO-Arzt abgeklärt werden.

Hilft Nasenatmung bei Bluthochdruck?

Stickstoffmonoxid aus der Nasenatmung weitet die Blutgefäße und senkt so den peripheren Widerstand. Das kann den Blutdruck moderat senken. Laut dem Karolinska-Institut aktiviert Nasenatmung zudem den Parasympathikus, der die Herzfrequenz dämpft. Ein Ersatz für blutdrucksenkende Medikamente ist bewusste Nasenatmung nicht – aber eine sinnvolle Ergänzung.

Wie erkenne ich chronische Mundatmung bei meinem Kind?

Typische Anzeichen sind ein häufig leicht geöffneter Mund, trockene und rissige Lippen, Schnarchen, unruhiger Schlaf, Tagesmüdigkeit und wiederkehrende Infekte der oberen Atemwege. Auch eine sichtbar schlaffe Lippenmuskulatur oder ein auffälliger Überbiss können Hinweise sein. Ein Termin beim Kinderarzt oder HNO-Arzt bringt Klarheit.

Stimmt es, dass Nasenatmung vor Viren schützt?

Stickstoffmonoxid wirkt nachweislich antiviral. In Studien konnte beobachtet werden, dass NO die Vermehrung von SARS-CoV-1 hemmt. Die Nasenschleimhaut fängt zudem Erreger physisch ab. Ein vollständiger Virenschutz ist die Nasenatmung nicht, aber sie stärkt die erste Verteidigungslinie der Atemwege deutlich.

Fazit: 10 bis 15 % mehr Sauerstoff – und es kostet nichts

Für eine einzige Verhaltensänderung bietet die Umstellung auf konsequente Nasenatmung ungewöhnlich viele Vorteile: bessere Sauerstoffversorgung, stärkere Immunabwehr, erholsamerer Schlaf und gesündere Zähne. Bei Kindern entscheidet die Atemweise sogar über die Entwicklung von Kiefer und Gesicht. Der Einstieg ist denkbar einfach: Mund schließen und durch die Nase atmen. Wer tiefer einsteigen will, findet mit der Buteyko-Methode, Pranayama oder Nasenspülungen wirksame Werkzeuge. Anatomische Einschränkungen sollte der HNO-Arzt abklären – denn eine freie Nase ist die Voraussetzung für alles Weitere. Die Investition? Null Euro. Der Ertrag? Messbar besser atmen, schlafen und leben.

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