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Naturland-Fisch: Was das Siegel für nachhaltige Fischerei und ökologische Aquakultur garantiert

Infografik Naturland-Fisch: zwei Siegel – Naturland Wildfisch für nachhaltige Fischerei und ökologische Aquakultur für artgerechte Zucht. Strenger als EU-Bio, mit verbindlichen Sozialstandards und ohne vorbeugendes Antibiotikum.
Von Sonja Hermann

Naturland zertifiziert Fisch gleich doppelt: einen Standard für Wildfisch aus nachhaltiger Fischerei und einen für ökologische Aquakultur – beide gehen über die EU-Vorgaben hinaus. Bio-Fisch mit Naturland-Siegel bedeutet geprüftes Tierwohl, schonende Aufzucht ohne Antibiotika als Routine und verbindliche Sozialrichtlinien entlang der Wertschöpfungskette. Was die Naturland-Richtlinien für Lachs, Forelle und Garnele konkret verlangen, wie die Zertifizierung abläuft und wo du Naturland-Fisch online kaufen kannst.

Naturland-Fisch in Zahlen

  • Naturland führt zwei getrennte Siegel: den Naturland Wildfisch Standard für die Fischerei und die Richtlinien für ökologische Aquakultur.

  • Die Naturland-Vorgaben für Bio-Fisch liegen teils deutlich über den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung – etwa bei Besatzdichte, Futter und Tierwohl.

  • Zertifiziert werden weltweit unter anderem Lachs, Forelle, Saibling, Dorade, Garnele sowie Muscheln und Algen.

  • Naturland setzt verbindliche Sozialrichtlinien entlang der gesamten Wertschöpfungskette – ein Vorteil gegenüber dem reinen EU-Bio-Siegel.

  • Antibiotika dürfen in der ökologischen Aquakultur nicht vorbeugend eingesetzt werden, sondern nur im belegten Krankheitsfall.

Naturland Wildfisch und ökologische Aquakultur: zwei Siegel, ein Anspruch

Naturland – der Verband für ökologischen Landbau – hat für Fisch zwei unterschiedliche Standards entwickelt, weil sich Wildfang und Zucht grundlegend unterscheiden. Der Naturland Wildfisch Standard zertifiziert die nachhaltige Fischerei: schonende Fangmethoden, der Schutz der Fischbestände und der Habitate am Meeresboden, dazu Sozialstandards für die Fischer. Die Richtlinien für ökologische Aquakultur regeln dagegen die Aufzucht in Fischzucht-Anlagen.

Beide Siegel eint ein Prinzip: Sie nutzen natürlich nachwachsende Ressourcen so, dass Tier und Natur sowie das Wohl der Menschen gleichermaßen geschützt werden. Damit deckt Naturland ein Feld ab, das viele Label offenlassen – die soziale Verantwortung. Wie der Wildfang generell zu bewerten ist und worauf es beim Kauf ankommt, ordnet unser Beitrag zum nachhaltigen Fisch ein; welche Meeresfische aktuell vertretbar sind, zeigt die Guter Fisch-Liste.

Auf dem deutschen Markt fällt seit Jahren auf, dass Naturland-Ware fast immer dort auftaucht, wo Erzeuger soziale Standards offen kommunizieren – ein Hinweis, dass das Siegel nicht nur Ökologie, sondern auch faire Arbeit transportiert.

Was die Naturland-Richtlinien für Bio-Fisch verlangen

Die Naturland-Richtlinien für ökologische Aquakultur sind anspruchsvolle Bewirtschaftungsauflagen für jeden zertifizierten Betrieb – strenger als die EU-Öko-Verordnung. Im Mittelpunkt steht artgerechte Aufzucht: niedrige Besatzdichten, sauberes Wasser als Lebensraum, hochwertiges Bio-Futter und der Verzicht auf den vorbeugenden Einsatz von Antibiotika.

Konkret heißt das beim Züchten: Die Tiere haben mehr Platz im Gewässer, das Futter stammt aus zertifizierten Quellen, und die Anlage darf das umliegende Sediment nicht überlasten. Bei Raubfischen wie Lachs und Forelle achtet Naturland besonders auf die Herkunft des Fischfutters, damit die Aufzucht nicht neue Wildbestände leerfischt. Auch der Fettgehalt und die Gesundheit der Tiere werden überwacht.

Geprüft wird die Einhaltung der Naturland-Vorgaben über die gesamte Kette – vom Betrieb bis zum Handel. Diese Kontrolle macht aus dem Anspruch ein überprüfbares Versprechen. So schützen die Naturland Richtlinien für Naturland Aquakulturen nicht nur Fische und Meeresfrüchte, sondern auch die natürliche Lebensgrundlage – ob beim Fisch fangen oder beim Züchten gelten dieselben Naturland Vorgaben.

Lachs, Forelle, Saibling: Welche Arten Naturland zertifiziert

Naturland zertifiziert ein breites Sortiment an Fischen und Meeresfrüchten. In der Aquakultur sind das vor allem Lachs, Forelle, Lachsforellen, Saibling und Dorade, dazu Garnelen aus tropischer Zucht sowie Muscheln und Algen. Bei jeder Art gelten eigene Auflagen, die der natürlichen Lebensweise möglichst nahekommen.

Doraden und Garnelen aus Naturland-Aquakulturen stehen dabei für denselben Anspruch wie heimische Forelle oder Saibling: schonende Haltung, kontrolliertes Futter, lückenlose Transparenz. So lässt sich das Sortiment im Handel nach Tierwohl filtern, ohne auf Geschmack zu verzichten.

Naturland-Zertifizierung: So läuft die Kontrolle ab

Die Naturland-Zertifizierung folgt klar definierten Stufen – die Schritte zur Zertifizierung beginnen mit dem Antrag und werden von unabhängigen Stellen überwacht. Am Anfang steht der Antrag samt vollständiger Betriebsbeschreibung. Es folgt die Erstkontrolle vor Ort, bei der Aufzucht, Futter, Wasser und Dokumentation geprüft werden. Erst wenn der Betrieb die Naturland-Richtlinien nachweislich einhält, wird er Naturland-zertifiziert.

Danach kommt mindestens einmal jährlich die Kontrolle – transparent und nachvollziehbar. Wer Naturland-zertifizierten Fisch verarbeitet oder handelt, durchläuft dasselbe Verfahren. Diese durchgehende Kontrolle vom Erzeuger bis zum Handel ist der Grund, warum das Siegel als verlässlich gilt. Wie streng Öko-Kontrollen generell ablaufen, erklärt unser Beitrag zur Bio-Kontrolle.

Bio-Fisch und Naturland-Forelle direkt vom Erzeuger findest du auf greenya.de, Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997 – inklusive Anbieter, bei denen sich Naturland-Fisch online kaufen lässt.

Häufige Fragen zu Naturland-Fisch

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Naturland, Bio-Fisch und Aquakultur.

Ist Naturland-Fisch besser als EU-Bio?

Gemessen an den Richtlinien ja: Naturland setzt bei Besatzdichte, Futter, Tierwohl und Sozialstandards strengere Auflagen als die EU-Öko-Verordnung. Jeder Naturland-Fisch erfüllt automatisch auch den EU-Bio-Standard, geht aber darüber hinaus. Besonders die verbindlichen Sozialrichtlinien entlang der Wertschöpfungskette sind ein Plus gegenüber dem reinen EU-Logo.

Was unterscheidet Naturland Wildfisch von Aquakultur?

Der Naturland Wildfisch Standard zertifiziert die nachhaltige Fischerei – also wild gefangenen Fisch mit schonenden Methoden und Schutz der Bestände. Die Richtlinien für ökologische Aquakultur regeln dagegen die Zucht. Beim Fisch-Fangen achtet Naturland auf intakte Habitate und den Meeresboden, in der Aufzucht auf artgerechte Haltung.

Bekommt Naturland-Fisch Antibiotika?

In der ökologischen Aquakultur nach Naturland-Vorgaben ist der vorbeugende Einsatz von Antibiotika verboten. Ein Antibiotikum darf nur im belegten Krankheitsfall und unter tierärztlicher Kontrolle verabreicht werden. Das unterscheidet Naturland-Aufzucht deutlich von konventioneller Fischzucht, in der Antibiotika häufiger zum Einsatz kommen.

Wo kann ich Naturland-Fisch online kaufen?

Naturland-zertifizierte Forelle, Lachs, Saibling oder Garnele gibt es in Bioläden, an Frischetheken und bei spezialisierten Online-Händlern. Achte auf das Naturland-Logo plus Codenummer der Kontrollstelle. Über Verzeichnisse für nachhaltige Anbieter lässt sich das Angebot gezielt nach Region und Art filtern.

Fazit: Zwei Siegel, ein hoher Anspruch

Wildfisch und Aquakultur, beide nach strengeren Regeln als EU-Bio: Naturland-Fisch steht für geprüftes Tierwohl, schonende Aufzucht und faire Arbeit entlang der ganzen Kette. Wer Fisch isst und Wert auf Ökologie plus soziale Verantwortung legt, trifft mit dem Naturland-Siegel eine der konsequentesten Entscheidungen im Handel. Achte auf das Logo, vergleiche mit dem MSC- und ASC-Siegel – und kaufe bewusst.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Naturland e. V. (2025): Richtlinien für Wildfisch und ökologische Aquakultur. naturland.de

  • Lebensmittelklarheit / Verbraucherzentrale (2025): Naturland-Richtlinien für Wildfisch und Aquakultur. lebensmittelklarheit.de

  • Bundeszentrum für Ernährung / BZL (2025): Ökologische Aquakultur. landwirtschaft.de

  • Verbraucherzentrale (2025): Fischsiegel und -label im Überblick. verbraucherzentrale.de

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