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Nichts als Sand? Warum Dünen an der Nordsee wertvoll und schützenswert sind

Foto: Pixabay

Wenn man als Urlauber am Strand der Nordsee entlang wandert und durch die sandige, hügelige Landschaft watet, sind die uns allseits so bekannten Dünen auf den ersten Blick nichts weiter, als eine große Anhäufung von Sand. Zunächst und im Wesentlichen sind sie das auch. Denn sie bestehen nun mal zu fast 98 Prozent aus Gestein, Mineralien und Muscheln und etwa zwei Prozent nur aus anderen, natürlichen Bestandteilen, wie Gräsern beispielsweise.

Doch dass Dünen eine unglaublich empfindliche und vor allem auch schützenswerte, natürliche Landschaft bilden, die eine außerordentlich wichtige Funktion für uns darstellen, ist vielen gar nicht richtig bewusst. Sie dienen unter anderem zum Schutz vor Sturmfluten und sind aber auch gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil zur Trinkwassergewinnung und für die Klarheit des Wassers. Sie schützen die Küsten selbst vor Uferrückgang und Landverlust und zudem befindet sich in den Dünen selbst eine wohl einzigartige Flora und Fauna, die nirgends sonst auf diese besondere Weise so vielfältig und zahlreich existieren kann.

Entstehung der Dünen

Die klassischen Nordseedünen, so wie wir sie erleben und kennen, entstehen zunächst immer im Windschatten von Pflanzen, Gebäuden, oder auch Hölzern und Co. Im Laufe der vielen Jahre und Jahrzehnte werden Gesteine, Muscheln und Mineralien durch die Meeresströmung an die Küsten getragen und lagern sich schließlich am Strandabschnitt dort ab. Bis jedoch eine Düne zu einer wirklich stattlichen Düne von mehr als 30 Metern heranwächst, wie in Nordjütland beispielsweise oder auch als eine ganze Insel emporsteigt, wie Fraser Island etwa, die als größte Sandinsel der beispielsweise Welt an der australischen Ostküste vor Millionen Jahre entstanden ist, braucht es Zeit. Viel Zeit.

Durch die ständige Bewegung der Naturgewalten wie Wasser und Wind befinden sich die Dünen stets "auf Reisen". Sie verändern Form, Gestalt, Größe und auch Beschaffenheit. Die feinen Mineralien nebst Hölzer, Pflanzenteile und mehr werden mit der Windströmung getragen rollen von der Windseite aus zum Kamm der Düne selbst. Dann fallen sie auf der anderen Seite der Düne nach unten und durch diesen einfachen Effekt häuft sich auf der Rückseite quasi immer mehr Sand und auf der anderen Seite wird immer mehr abgetragen. Somit wandert die Düne. Samen von unterschiedlichen Dünenpflanzen fliegen vorbei, lassen sich im Windschatten nieder und verfestigen dabei nach und nach den Sand - die Düne wächst.

Übrigens: Durch die Einflüsse von Meer und Wind können über 300 Meter breite Dünenlandschaften an der Nordsee auf diese Weise entstehen, die sich eben dann zu größeren Hügeln auftürmen, sobald sie sich im Windschatten unterschiedlicher Gegenstände befinden.

Schützenswert und lebenswert

Die Düne ist ein einzigartiges Schauspiel der Natur und ihrer Kräfte. Denn einzig Wind und Wasser tragen dazu bei, dass diese teils gigantischen Dünenlandschaften überhaupt heranwachsen können. Besonders in Dänemark wird den Dünen sehr viel Achtung und Wertschätzung geschenkt. Denn zwar sind die schönen Strände und die Natur in Dänemark größtenteils für die Allgemeinheit als Erholungsgebiet zugänglich und auch private Strände sind rar, doch es gibt dennoch einige Ausnahmen.Wie in den Naturschutzgebieten, die strengstens bewacht und geschützt werden. Dazu zählt auch unter anderem die herrliche Insel Langli, oder auch das bekannte Vogelschutzgebiet Tipperne. Aber auch Gebiete die in Dänemark als militärische Sperrzonen gelten.

Einzigartige Tierwelt in den Dünen

Die Nordseedünen an sich sind nicht nur ein wichtiger Brut- und Ruheplatz für unzählige Tier- und Vogelarten, die nur diese Stätten für die Aufzucht ihrer Brut aufsuchen. Sie bieten auch für Fans der Küsten rund um Dänemark und der ganzen Nordseegebiete ein einzigartiges Panorama über die Küste, welches nur dort so üppig und einzigartig darstellt. Die Dünen haben zudem auch eine wichtige Mission für uns: Sie müssen sich dem teils sehr starken und unbeugsamen Wind aus dem Westen stellen und vor allem in Herbst und Winter der rauen See stand halten. Somit sind sie der natürliche Schutzwall für alle Ortschaften und bewohnten Regionen an der Küste und schützen erfolgreich und standhaft vor Sturmfluten und starken Sturmböen.

Übrigens: Der feine Sand der Dünen kann im Laufe der Jahre als Wanderdüne viele Meter zurücklegen und soweit landeinwärts getragen werden, dass sich ganze Gebiete und Landstriche komplett verändern können. So investieren beispielsweise dänische Kommunen alljährlich viele Arbeitsstunden in den Küsten- und Dünenschutz, um besonders den heftigen Sandflug einzudämmen und auch um die Wanderung östlich landeinwärts eindämmen zu können. So setzen sie Zöglinge des Strandhafers im  Herbst ganz gezielt in die Dünen ein und die Pfade, die von Wanderern und Besuchern benutzt werden, belegen sie mit Heu, Stroh oder Tannen. Denn: Der Schutz der Dünen ist den Dänen heilig und jeder Tritt durch die Dünen bewegt unbewusst eine Menge feinster Sandkörner und kann die komplette Vegetation verändern und die sanften und empfindlichen Pflanzen der Dünenlandschaften stark schädigen und gar vernichten.

Hunde in den Dünen

Sicherlich für viele Hundehalter ein schöner Gedanke: Man nimmt sich vor mit dem Hund an die Küste zu fahren, watet mit ihm durch die Dünenlandschaft bis zum Meer und der Hund kann sich völlig frei dabei bewegen. Grundsätzlich nichts Verwerfliches. Doch der Hund sollte beim Begehen der Dünen immer angeleint sein und man selbst sollte sich auch  nur auf den ausgewiesenen und beschilderten Pfaden bewegen. In den Dünen ein kleines Picknick zu machen und dann sogar noch ein Feuerchen zum Grillen? Auf keinen Fall! Wenn es erlaubt ist, dann nur am Strand selbst in der Nähe des Wassers. Und ebenso sollte man, wie überall, keinen Müll hinterlassen.

Gefährliche Invasoren

Die eigentlich sehr schön anzuschauende Kartoffelrose, auch als Apfelrose oder Hagebutte bezeichnet, ist ein nicht gern gesehener Gast an den Dünen Dänemarks. Die aus Asien stammende  leiblich duftende Rose dringt in die heimischen Pflanzenbestände so stark ein, dass sie diese immer mehr zurück drängt und dabei die natürliche, ansässige Flora einfach völlig zunichtemachen kann. Und die Bekämpfung der scheinbar lieblich anzuschauenden Invasorin ist zudem auch noch sehr schwierig. Denn selbst nach intensiver Rodung oder auch nach dem Einsatz von Feuer kann sie sogar immer wieder aus den verkohlten Wurzelresten dennoch neu austreiben. Somit ist die hartnäckige Wildrose mittlerweile zu einer sehr ernst zu nehmenden Bedrohung an dänischen Dünen-Landstrichen herangewachsen und wird so gut es geht bekämpft um ihre Verbreitung eindämmen zu können.

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