Nutzpflanze mit schlechtem Ruf:

So vielseitig ist Hanf

Hanfbauer schneidet die Spitzen von Cannabispflanzen



Beim Wort „Hanf“ denkst vielleicht auch du zuerst an Joints, Kiffen und Rauschzustände. Damit tut man der weltweit verbreiteten Pflanze aber unrecht: Hanf wird bereits seit Langem als Nutzpflanze verwendet und erlebt aktuell ein Comeback. Grund dafür ist vor allem die Nachhaltigkeit, aber auch die Vielseitigkeit der Pflanze. Sowohl in der Küche als auch im Kleiderschrank kann Hanf auf unterschiedliche Weise zum Einsatz kommen.

Die Hanfpflanze ist weit verbreitet und beliebt

Hanf zählt zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Nutzpflanzen der Welt. Schon vor vielen Jahrhunderten wurden unterschiedliche Bestandteile der Pflanze verwendet, um etwa Papier, Kleidung und Dämmmaterial herzustellen. Da Hanf umweltfreundlich ausfällt und sich im Anbau vergleichsweise pflegeleicht präsentiert, wächst er nahezu überall. Einen schlechten Ruf erhielt die Pflanze wegen einiger Bestandteile, die THC enthalten und beim Konsum Rauschzustände hervorrufen. Die meisten Pflanzenteile, die heute zum Einsatz kommen, beinhalten aber keinerlei psychoaktive Substanzen. Das gilt auch für CBD-Produkte, die in der Tier- sowie in der Humanmedizin verwendet werden, um Schmerzen, Angstzustände und Depressionen zu behandeln. Und auch Hanfsamen, die etwa als Zutat für Salate zum Einsatz kommen, sind keinesfalls berauschend. Du kennst sie vielleicht als Superfood, denn sie sind sehr gesund und vor allem in den Küchen ernährungsbewusster Menschen zu finden. Nebenwirkungen gibt es bei Hanfprodukten kaum. Dennoch sollten vor allem CBD-haltige Präparate erst einmal in einer geringen Dosierung getestet werden, da jeder Mensch anders auf die Wirkstoffe reagiert. Experten empfehlen, vor allem bei der Einnahme von CBD-Öl einen Tropfen unter die Zunge zu geben und abzuwarten, ob sich eventuell eine Überempfindlichkeitsreaktion einstellt. Auch kleine Kinder und schwangere Frauen sollen mit Hanfprodukten vorsichtig sein. Im Zweifelsfall hilft die Rücksprache mit dem Hausarzt. 

Hanfbekleidung auf dem Vormarsch – und das zurecht

Dass man aus Hanffasern Kleidung herstellen kann, ist längst kein Geheimnis mehr. In den vergangenen Jahren erfreuen sich Kleidungsstücke aus Hanf aber wieder zunehmender Beliebtheit, und das nicht ohne Grund: Immer mehr Menschen legen bei ihrem Konsumverhalten Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit. Hanf hat an dieser Stelle gegenüber Baumwolle einige entscheidende Vorteile. So liefert jede Pflanze mehr als doppelt so viele Fasern wie Baumwolle und ist damit besonders ergiebig. Die daraus entstehende Kleidung präsentiert sich robust und langlebig und zeichnet sich durch schmutzabweisende Eigenschaften aus. Damit sparst du dir einen hohen Aufwand bei der Reinigung, was sich wiederum positiv auf die Umwelt auswirkt. Wird Hanf als Papieralternative verwendet, schont dies den Regenwald, da keinerlei Bäume gerodet werden müssen. Mittlerweile ist es sogar möglich, Plastik aus der Hanfpflanze zu gewinnen. Was zunächst vielleicht erst einmal komisch klingt, bedeutet einen großen Schritt für die Umwelt: Hanfkunststoff ist biologisch abbaubar. Er enthält keinerlei Giftstoffe und verfügt über dieselben robusten Eigenschaften, die herkömmlichen Kunststoff auszeichnen. Nicht zuletzt wird Hanf auch vermehrt als Baustoff eingesetzt und kann des Weiteren als Energiequelle fungieren. Es ist also durchaus sinnvoll, sich ein wenig genauer mit der Hanfpflanze zu beschäftigen und sich über die vielen Möglichkeiten zu informieren, die dir Hanf und seine unterschiedlichen Bestandteile bieten.