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Olivenöl erhitzen, braten und kochen: Kaltgepresstes und natives Olivenöl extra richtig verwenden

Der Koch gießt Olivenöl aus einer Flasche in eine Pfanne null

Natives Olivenöl extra lässt sich bis 180 Grad Celsius problemlos zum Braten verwenden – der sogenannte Rauchpunkt liegt je nach Qualität zwischen 180 und 207 Grad. Raffiniertes Olivenöl verträgt sogar 220 Grad. Beim Erhitzen von Olivenöl entscheidet die Sorte über Geschmack, Gesundheit und Sicherheit. Kaltgepresstes Olivenöl ist zum schonenden Braten gut geeignet, für scharfes Anbraten greifst du besser zu raffiniertem Öl oder High-Oleic-Alternativen.

Auf den Punkt gebracht

  • Der Rauchpunkt von nativem Olivenöl extra liegt bei 180–207 Grad Celsius, raffiniertes Olivenöl verträgt bis zu 220 Grad

  • Beim Überschreiten des Rauchpunkts entsteht Acrolein – ein Stoff, der als giftig und potenziell krebserregend gilt

  • Olivenöl enthält rund 73 % einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure), die es hitzebeständiger machen als viele andere Pflanzenöle

  • Im Stiftung-Warentest-Olivenöl-Test 2026 schnitten nur 4 von 25 Ölen mit „gut" ab – Preisspanne: 8 bis 54 Euro pro Liter

  • Naturtrübes Olivenöl sollte nicht über 130 Grad erhitzt werden, da enthaltene Schwebstoffe den Rauchpunkt deutlich senken

  • Die Verbraucherzentrale Bayern bestätigt: Natives Olivenöl ist bis 180 Grad zum Garen, Rösten und Frittieren geeignet

Rauchpunkt von Olivenöl: Was beim Erhitzen passiert

Der Rauchpunkt von Olivenöl ist die niedrigste Temperatur, bei der sichtbarer Rauch über der Pfanne aufsteigt. Bei nativem Olivenöl extra liegt dieser sogenannte Rauchpunkt zwischen 180 und 207 Grad Celsius – abhängig vom Anteil freier Fettsäuren und der Qualität eines Öls. Raffiniertes Olivenöl hat einen höheren Rauchpunkt von etwa 220 Grad Celsius, weil bei der Herstellung flüchtige Bestandteile entfernt werden.

Wird Öl über seinen Rauchpunkt hinaus erhitzt, beginnen die Fette sich zu zersetzen. Dabei entsteht Acrolein, ein kurzkettiger Aldehyd mit hohem toxischen Potenzial. Das Max Rubner-Institut (Bundesforschungsinstitut für Ernährung) stellt klar: Der Rauchpunkt selbst markiert noch nicht den Zersetzungsbeginn, sondern das Abdampfen flüchtiger Komponenten wie Wasser und freie Fettsäuren. Erst wenn die Augen tränen und der Hals kratzt, hat sich Acrolein gebildet – dann sollte das Öl sofort entsorgt werden.

Wo genau liegt der Rauchpunkt bei verschiedenen Ölen und Fetten? Bei nativem Olivenöl extra liegt er zwischen 180 und 207 Grad, bei raffiniertem Olivenöl liegt er bei etwa 220 Grad. Zum Vergleich: Bei kaltgepressten Ölen wie Leinöl oder Walnussöl liegt der Rauchpunkt teilweise unter 120 Grad – unter allen Ölen und Fetten sind sie die empfindlichsten. Olivenöl liegt mit seinem hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren – rund 73 % Ölsäure – deutlich über den meisten anderen kaltgepressten Pflanzenölen. Der geringe Anteil an gesättigten Fettsäuren (ca. 14 %) und der niedrige Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren machen es zu einem der stabilsten Speiseöle überhaupt. Die Stiftung Warentest bestätigt in ihren jährlichen Tests, dass Olivenöl zu den gesünderen Bratfetten gehört.

Stabilität von nativem Olivenöl: Warum der Rauchpunkt nicht alles verrät

Neue Forschungsergebnisse relativieren die Bedeutung des Rauchpunkts als alleinigen Indikator. Eine australische Studie der Modern Olives Laboratory Services (2018) verglich verschiedene Speiseöle unter Erhitzung und kam zu einem überraschenden Ergebnis: Natives Olivenöl extra war das stabilste aller getesteten Öle. Der gemessene Rauchpunkt lag bei 207 Grad – praktisch gleichauf mit raffiniertem Olivenöl bei 208 Grad. Die Forscher identifizierten drei entscheidende Stabilitätsfaktoren: den hohen Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren, den niedrigen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und die schützende Wirkung natürlicher Polyphenole. Rapsöl, Traubenkernöl und Reiskleieöl schnitten dagegen deutlich schlechter ab und bildeten hohe Konzentrationen polarer Verbindungen und ungesunde Transfette.

Für die Küchenpraxis heißt das: Ein hochwertiges Olivenöl mit niedrigem Säuregehalt und hohem Polyphenolgehalt ist beim Erhitzen stabiler als ein Öl mit vermeintlich höherem Rauchpunkt, aber schlechterem Fettsäureprofil. Dieses Wissen verändert die Empfehlungen für den Alltag – weg von der reinen Rauchpunkt-Fixierung, hin zur Gesamtqualität des Öls.

Braten mit Olivenöl: Welches Öl zum Braten bei welcher Temperatur?

Für schonendes Braten bei mittlerer Hitze ist kaltgepresstes Olivenöl eine ausgezeichnete Wahl. Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt natives Olivenöl zum Braten, Garen, Rösten und sogar Frittieren – solange die Temperatur 180 Grad Celsius nicht überschreitet. Wer Olivenöl zum Braten verwenden will, sollte wissen: Beim Braten in der Pfanne erreicht das Öl im Kontakt mit wasserhaltigen Lebensmitteln wie Gemüse, Fisch oder Fleisch selten mehr als 160 bis 170 Grad, weil das Wasser die Temperatur reguliert.

Ein häufiger Fehler: Die Pfanne leer vorheizen und das Öl allein auf hohe Temperaturen bringen. Dann kann der Rauchpunkt schnell überschritten werden. Gibst du das Olivenöl erst in die vorgeheizte Pfanne und legst zügig das Bratgut hinein, bleibt die Temperatur im sicheren Bereich. Scharfes Anbraten bei über 200 Grad – etwa für Steaks – funktioniert mit nativem Olivenöl allerdings nicht. Dafür eignet sich raffiniertes Olivenöl, das Temperaturen bis 220 Grad Celsius standhält. Es gilt: Natives Olivenöl sollte man nicht stark zu erhitzen versuchen. Wer mit nativen Olivenöl kochen möchte, bleibt unter 180 Grad – dann lässt sich mit dem Öl braten, dünsten und garen, ohne dass die Qualität leidet. Alternativ bieten sich High-Oleic-Öle an. Diese kaltgepressten Bratöle aus speziell gezüchteten Sonnenblumen-, Raps- oder Distelsorten vertragen bis 210 Grad und sind im Biohandel erhältlich. Auch Distelöl in raffinierter Form ist ein klassisches Bratöl mit hohem Rauchpunkt.

Für die Verwendung als Öl zum Braten empfiehlt sich gefiltertes, klares Olivenöl – nicht naturtrüb. Gefiltert und klar hat es weniger Schwebstoffe, die den Rauchpunkt senken könnten.

Ölsorte

Rauchpunkt

Geeignet für

Geschmack

Natives Olivenöl extra

180–207 °C

Schonendes Braten, Dünsten, Backen

Fruchtig, aromatisch

Raffiniertes Olivenöl

ca. 220 °C

Scharfes Anbraten, Frittieren

Neutral, mild

Naturtrübes Olivenöl

ca. 130 °C

Kalte Küche, leichtes Erwärmen

Intensiv fruchtig

High-Oleic-Sonnenblumenöl

ca. 210 °C

Braten, Frittieren, Backen

Neutral

Raffiniertes Rapsöl

ca. 220 °C

Scharfes Anbraten, Frittieren

Neutral

Kaltgepresstes Sonnenblumenöl

ca. 140 °C

Kalte Küche

Nussig, mild

Olivenöl zum Braten verwenden: Die wichtigsten Regeln

Kaltgepresste Öle werden bei unter 27 Grad Celsius gewonnen – so bleiben Vitamine, Polyphenole und das typische fruchtige Aroma erhalten. Genau diese wertvollen Inhaltsstoffe machen kaltgepresstes Olivenöl aber auch empfindlicher gegenüber hohen Temperaturen. Beim Erhitzen über 180 Grad gehen die schützenden Antioxidantien verloren, Vitamine zersetzen sich, und das aromatische Profil verschwindet. Kaltgepresste Öle sollten deshalb grundsätzlich nicht zum scharfen Anbraten genutzt werden.

Trotzdem ist kaltgepresstes Olivenöl zum Braten alles andere als ungeeignet. Gemüse andünsten, Fisch sanft garen, Omelette zubereiten – bei all diesen Anwendungen bleibt die Pfannentemperatur unter 180 Grad. Ein kaltgepresstes Olivenöl mit niedrigem Säuregehalt (unter 0,4 %) und hohem Polyphenolgehalt ist dabei sogar stabiler als manch raffiniertes Öl. Wer den vollen Geschmack genießen will, gibt einen Schuss kaltgepresstes Öl erst kurz vor dem Servieren über das fertige Gericht.

Beim Braten mit Olivenöl – ob kaltgepresst oder raffiniert – gilt eine einfache Faustregel: Sobald das Öl anfängt zu rauchen, ist der sogenannte Rauchpunkt überschritten. Dann solltest du das Öl wegschütten und neu beginnen. Einmal überhitztes Öl wird ranzig und kann gesundheitsschädlich sein. Wichtig zu wissen: Dass Olivenöl beim Braten grundsätzlich problematisch ist, stimmt nicht – solange es nicht über den Rauchpunkt hinaus erhitzt wird. Die Qualität eines Öls – also Säuregehalt, Frische und Fettsäureprofil – entscheidet maßgeblich darüber, wie gut es Hitze verträgt.

Gesundheitsaspekte: Fettsäuren, Polyphenole und Transfette

Olivenöl enthält etwa 73 % Ölsäure – eine einfach ungesättigte Fettsäure, die nachweislich das LDL-Cholesterin senkt und das Herz-Kreislauf-System schützt. Diese gesunden ungesättigten Fettsäuren sind der Hauptgrund, warum die mediterrane Ernährung in zahlreichen Studien mit geringeren Raten von Arteriosklerose und Herzinfarkt in Verbindung gebracht wird. Extra virgin Olivenöl – also nativ extra – schneidet in Vergleichsstudien regelmäßig als das stabilste Öl ab. Im Vergleich: Sonnenblumenöl besteht zu rund 65 % aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die bei Hitze deutlich instabiler reagieren und vermehrt ungesunde Transfette bilden können.

Hochwertiges natives Olivenöl extra enthält darüber hinaus Polyphenole – sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung. Oleuropein ist das am häufigsten vorkommende Polyphenol in Oliven. Es schützt nicht nur den menschlichen Körper vor oxidativem Stress, sondern stabilisiert auch das Öl selbst beim Erhitzen. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) tragen Olivenöl-Polyphenole zum Schutz der Blutfette vor oxidativem Stress bei – vorausgesetzt, das Öl enthält mindestens 250 mg Polyphenole pro Kilogramm. Besonders polyphenolreiche Öle aus früher Ernte liefern 500 bis über 750 mg pro Kilogramm.

Entstehen beim Braten mit Olivenöl krebserregende Stoffe?

Ab dem Rauchpunkt können sich gesundheitsschädliche Substanzen bilden. Acrolein ist dabei der bekannteste Schadstoff – er entsteht, wenn Glycerol unter Hitze Wasser verliert. Zusätzlich können sich bei stark erhitzten Ölen und Fetten ungesunde Transfette bilden: Die natürliche cis-Konfiguration der Doppelbindungen in ungesättigten Fettsäuren lagert sich unter Hitzeeinwirkung in die trans-Konfiguration um. Dieser Prozess ist temperatur- und zeitabhängig – je heißer und je länger, desto mehr Transfette. Das Max Rubner-Institut (2023) betont allerdings, dass bei haushaltsmäßigem Braten unter 180 Grad die Transfettbildung minimal bleibt.

Besondere Vorsicht gilt beim mehrfachen Erhitzen desselben Öls. Im Vergleich zum einmaligen kontinuierlichen Erhitzen führt wiederholtes Aufheizen und Abkühlen laut dem Max Rubner-Institut zu einem stärkeren Anstieg unerwünschter Verbindungen. Grund: In der Abkühlphase unter 120 Grad bilden sich vermehrt Hydroperoxide, die beim erneuten Erhitzen zu Folgeprodukten zerfallen. Deshalb die klare Empfehlung – Olivenöl nach jedem Bratvorgang entsorgen, nie wiederverwenden.

Wer die gesundheitlichen Vorteile von Olivenöl maximal nutzen will, setzt auf eine Kombination: Hochwertiges nativ extra für die kalte Küche (Salate, Dips, Finishing) und ein solides natives Olivenöl für die warme Küche bis 180 Grad.

Die besten Olivenöle im Vergleich 2026

Im Stiftung-Warentest-Olivenöl-Test 2026 (Heft 2/2026) wurden 25 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra" geprüft. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Nur 4 Öle erhielten die Note „gut", 8 fielen mit „mangelhaft" durch. Die sensorische Prüfung machte 50 % der Gesamtwertung aus – drei Öle rochen und schmeckten so fehlerhaft (ranzig, stichig, schlammig), dass sie laut EU-Olivenöl-Verordnung Nr. 29/2012 gar nicht als „nativ extra" hätten verkauft werden dürfen.

Kriterium

Testsieger (Bio, Note 2,3)

Preistipp Bertolli Originale (Note 2,5)

Durchschnitt aller Öle

Preis pro Liter

ca. 14 €

ca. 13,50 €

8–54 €

Sensorik

Fruchtig, ausgewogen, bitter-scharf

Mittelfruchtig, harmonisch

Oft flach oder fehlerhaft

Schadstoffe

Unauffällig

Unauffällig

4 Öle stark MOAH-belastet

Bio-Siegel

Ja

Nein

11 von 25 mit Bio-Siegel

Besonders bitter für Discounter-Käufer: Aldi fiel gleich doppelt durch. Zwei vielverkaufte Eigenmarken – Bellasan und Bio Natives Olivenöl extra – schmeckten stichig-schlammig und ranzig. Noch 2025 hatten genau diese Öle ein gutes Ergebnis erzielt. Ein Beispiel für die extremen Qualitätsschwankungen bei Eigenmarken, die von Ernte zu Ernte variieren.

Zertifizierte Bio-Olivenöle und Premiumöle aus kontrolliertem Anbau findest du im nachhaltigen Verzeichnis von greenya.de – Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997 – mit aktuell über 27.000 gelisteten Anbietern und Herstellern. Hier geht es zur Bestenliste für Bio Olivenöl.

Was die Testergebnisse für die Küche bedeuten: Ein teures Öl ist nicht automatisch besser. Zwei der vier „guten" Öle kosten unter 15 Euro pro Liter. Entscheidend sind Frische, fehlerfreier Geschmack und eine saubere Schadstoffbilanz – nicht der Preis.

Kalte Küche und Backen: Kochen mit nativem Olivenöl extra

In der kalten Küche entfaltet hochwertiges Olivenöl sein volles Potenzial. Salate, Antipasti, Bruschetta, Pesto oder ein einfaches Stück Brot mit nativem Olivenöl extra – hier kommen Aroma, Vitamine und Polyphenole ungeschmälert zur Geltung. Extra vergine Öle mit intensiv fruchtigem Geschmack eignen sich besonders als Finishing-Öl: Ein Spritzer über die fertige Suppe, über gegrilltes Gemüse oder Pasta verleiht jedem Gericht einen mediterranen Charakter.

Auch beim Backen lässt sich Olivenöl einsetzen. Kuchen, Focaccia, Brot und herzhafte Teige profitieren vom milden, leicht fruchtigen Geschmack. Die Backtemperatur im Ofen sollte dabei 180 Grad Celsius nicht überschreiten – oder du verwendest ein mildes, weniger aromatisches Olivenöl, damit der Eigengeschmack nicht dominiert. Gemäß EU-Verordnung (EG) Nr. 1234/2007 dürfen native Olivenöle die Bezeichnung „kaltgepresst" nur führen, wenn sie bei maximal 27 Grad gewonnen wurden. Diese schonende Herstellung bewahrt genau die Aromastoffe, die in der kalten Küche den Unterschied machen.

Für die kalte Küche gilt: Investiere in ein wirklich gutes Öl. Ein aromatisch intensives, naturtrübes Olivenöl mit niedrigem Säuregehalt und hohem Polyphenolwert bringt mehr Genuss als ein beliebiges Supermarkt-Öl. Die Qualität eines Öls erkennst du am Geschmack – gutes Olivenöl schmeckt fruchtig, leicht bitter und dezent scharf. Wer sich für den Kauf von Bio-Olivenöl interessiert, findet in unserem Ratgeber eine Orientierungshilfe.

Häufige Fragen zum Erhitzen von Olivenöl

Rund ums Thema Olivenöl und Hitze kursieren viele Halbwahrheiten. Hier die wichtigsten Antworten auf Fragen, die Verbraucher besonders häufig stellen.

Ist Olivenöl gut zum Braten?

Ja, Olivenöl eignet sich gut zum Braten – vorausgesetzt, du überschreitest den Rauchpunkt nicht. Natives Olivenöl extra ist beim Braten bei Temperaturen bis 180 Grad Celsius stabil und bildet keine gesundheitsschädlichen Stoffe. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bestätigt die Eignung von Olivenöl zum Braten ausdrücklich. Für scharfes Anbraten über 200 Grad nutze raffiniertes Olivenöl oder ein High-Oleic-Bratöl.

Kann man Olivenöl auf 200 Grad erhitzen?

Natives Olivenöl extra solltest du nicht über 180 Grad Celsius erhitzen. Raffiniertes Olivenöl verträgt hingegen Temperaturen bis 200 Grad Celsius und darüber – der Rauchpunkt liegt bei etwa 220 Grad. Beim Backen im Ofen bei 200 Grad ist Vorsicht geboten: Das Öl sollte nie trocken im Backblech erhitzt werden, sondern immer in Kontakt mit feuchten Lebensmitteln stehen.

Wird Olivenöl beim Erhitzen giftig?

Olivenöl wird nicht „giftig" im engeren Sinne, solange du es unterhalb des Rauchpunkts verwendest. Erst wenn das Öl sichtbar raucht und sich zersetzt, kann der gesundheitsschädliche Stoff Acrolein entstehen. Dieser gilt laut Max Rubner-Institut als potenziell krebserregend. Bei normalem Braten unter 180 Grad besteht kein Risiko – die Bildung schädlicher Stoffe ist bei haushaltsüblichen Temperaturen vernachlässigbar gering.

Welches Öl ist besser zum Braten – Olivenöl oder Sonnenblumenöl?

Olivenöl ist zum Braten besser geeignet als kaltgepresstes Sonnenblumenöl. Der Grund: Olivenöl besteht überwiegend aus hitzestabiler Ölsäure (73 %), während Sonnenblumenöl einen hohen Anteil an hitzeempfindlichen mehrfach ungesättigten Fettsäuren hat. Kaltgepresstes Sonnenblumenöl hat einen Rauchpunkt von nur etwa 140 Grad. Raffiniertes Sonnenblumenöl verträgt allerdings höhere Temperaturen als natives Olivenöl und eignet sich für starkes Erhitzen.

Wie oft kann man Olivenöl erhitzen?

Olivenöl sollte nur einmal zum Braten oder Frittieren verwendet werden. Mehrfaches Erhitzen und Abkühlen fördert die Bildung von Hydroperoxiden und polaren Verbindungen, die gesundheitlich bedenklich sein können. Diesen Effekt hat das Max Rubner-Institut in Untersuchungen bestätigt. Auch geschmacklich leidet Öl, das mehrfach erhitzt wurde – das Öl wird ranzig und verliert seinen Charakter. Nach jedem Bratvorgang das gebrauchte Öl entsorgen.

Woran erkenne ich ein hochwertiges Olivenöl?

Ein hochwertiges Olivenöl trägt die Bezeichnung „nativ extra" (extra vergine) und hat einen Säuregehalt von maximal 0,8 %. Achte auf eine konkrete Herkunftsangabe, ein Erntedatum oder Mindesthaltbarkeitsdatum und – bei Premiumölen – Angaben zum Polyphenolgehalt. Im Geschmackstest sollte gutes Olivenöl fruchtig, leicht bitter und angenehm scharf schmecken. Fehlt jede Bitterkeit, ist das Öl möglicherweise überlagert oder von minderer Qualität.

Fazit: Mit 180 Grad auf der sicheren Seite

180 Grad Celsius – das ist die Temperaturgrenze, die du dir merken solltest. Bis dahin kannst du natives Olivenöl extra zum Braten, Dünsten, Garen und sogar Frittieren verwenden, ohne Qualitäts- oder Gesundheitseinbußen befürchten zu müssen. Für höhere Temperaturen greifst du zu raffiniertem Olivenöl oder einem High-Oleic-Bratöl. In der kalten Küche entfaltet hochwertiges kaltgepresstes Olivenöl sein volles Aroma und liefert die meisten gesundheitlichen Vorteile. Kaufe lieber seltener, dafür ein geprüftes Olivenöl mit nachvollziehbarer Herkunft – die Stiftung-Warentest-Ergebnisse 2026 zeigen eindrücklich, dass weder ein hoher Preis noch ein Bio-Siegel automatisch Qualität garantieren. Probieren, riechen, schmecken: Am Ende entscheiden deine Sinne.

Weitere Tipps rund um nachhaltige Ernährung, Omega-3-Fettsäuren und Bio-Lebensmittel findest du auf greenya.

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