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Regenwasser nutzen für WC-Spülung, Garten und Waschmaschine: Trinkwasser im Haushalt sparen

Schnittdarstellung eines Einfamilienhauses mit GRAF Carat Regenwasseranlage: unterirdischer Erdtank im Garten, Filter und Hauswasserwerk im Keller, Regenwasser für WC-Spülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung Regenwasser versorgt Garten, WC und Waschmaschine. Im Bild das Carat-Komplettsystem für Haus und Garten. © Otto Graf GmbH
Regenwasser versorgt Garten, WC und Waschmaschine. Im Bild das Carat-Komplettsystem für Haus und Garten. © Otto Graf GmbH
Aktualisiert: Von greenya

Wer sein WC mit Regenwasser spülen will, kann in einem 4-Personen-Haushalt jährlich rund 40 Kubikmeter Trinkwasser einsparen, das sonst ungenutzt im Abwasserkanal verschwindet. Das entspricht etwa 30 % des gesamten Haushaltsverbrauchs und entlastet zugleich die Kanalisation. Eine komplette Regenwassernutzungsanlage für Toilettenspülung und Garten kostet zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Der Druck wächst, weil kostbares Trinkwasser zunehmend knapp und immer teurer wird. Hier liest du, wie Regenwasser im Haushalt WC, Garten und Waschmaschine versorgt, was rechtlich gilt und welche Tankgröße zur Regenwassernutzung passt.

Regenwassernutzung im Haushalt: Zahlen, Fakten, Norm

Wie viel Trinkwasser sich sparen lässt, was eine Anlage kostet und welche Norm gilt, fassen diese Eckdaten zusammen:

  • 34 bis 40 Liter Trinkwasser pro Person und Tag fließen in deutschen Haushalten allein durch die Toilettenspülung

  • Ein 4-Personen-Haushalt kann jährlich rund 40 Kubikmeter Trinkwasser durch Regenwasser ersetzen (Berechnung des Umweltbundesamts)

  • Anlagenkosten: 2.500–5.000 Euro für ein Standard-System mit Erdtank, Pumpe und Trinkwassernachspeisung

  • Empfohlene Tankgröße: rund 1.000 Liter Speichervolumen pro Person, mindestens 3.000 Liter für ein Einfamilienhaus

  • DIN 1989-100 (gültig seit Juli 2022) regelt Planung, Einbau und Betrieb von Regenwassernutzungsanlagen

  • Wäschewaschen mit Regenwasser ist seit 1.1.2003 ausdrücklich erlaubt (Drucksache 721/00 zur Trinkwasserverordnung)

Lohnt es sich, das WC mit Regenwasser zu spülen?

Ja. Trinkwasser spart die Anlage immer, finanziell lohnt sie sich je nach Region. Ein 4-Personen-Haushalt spart durch Regenwasser für Toilette, Waschmaschine und Garten jährlich 40 bis 60 Kubikmeter Trinkwasser, das sind 160 bis 300 Euro Wasser- und Abwassergebühren pro Jahr. Bei Anlagenkosten von 2.500 bis 5.000 Euro liegt die Amortisationszeit zwischen 12 und 25 Jahren.

Das klingt lang, ist aber nur die halbe Wahrheit. Wer in einer Region mit hohen Wasserpreisen wohnt, etwa in Großstädten wie Stuttgart, Hamburg oder Berlin, und gleichzeitig eine kommunale Förderung mitnimmt, drückt die Amortisation auf 7 bis 12 Jahre. Auch der Anstieg der Wasserpreise spielt mit: Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg meldet zwischen Januar 2024 und Januar 2025 einen Gebührenanstieg von rund 5 % bei Wasser und Schmutzwasser. Wer heute investiert, sichert sich gegen diesen Trend ab.

Wie viel Trinkwasser sich konkret einsparen lässt

Laut Daten des Bundesministeriums für Umwelt verbraucht ein deutscher Haushalt täglich rund 40 Liter Trinkwasser allein, um die Toilette zu spülen. Hochgerechnet sind das bei einer vierköpfigen Familie etwa 58.000 Liter im Jahr und damit knapp 30 % des gesamten Haushaltswasserverbrauchs. Die Toilette ist einer der größten Wasserverbraucher im Haushalt. Wer Regenwasser zusätzlich für die Waschmaschine und die Gartenbewässerung nutzt, kann den Trinkwasserverbrauch deutlich reduzieren und kommt auf bis zu 50 % Trinkwasserersparnis. So lässt sich im Haushalt dauerhaft Wasser sparen.

Wann sich die Anlage finanziell rechnet

Drei Faktoren entscheiden über die Wirtschaftlichkeit: der lokale Wasserpreis (Spanne 1,50 bis 4,60 Euro pro Kubikmeter), Neubau oder Nachrüstung und die kommunale Förderung. Im Neubau ist die Installation deutlich günstiger. In Bayern, Baden-Württemberg, NRW und Hessen gibt es regelmäßig kommunale Zuschüsse zwischen 250 und 1.500 Euro je Anlage. Wer zusätzlich Niederschlagswassergebühren spart, profitiert doppelt: Viele Kommunen gewähren 20 bis 50 % Ermäßigung auf die gesplittete Abwassergebühr.

Regenwasser im Haus und Garten: weiches Wasser und der größte Nutzen

Wer Regenwasser nutzen will, denkt zuerst an den Garten. Und liegt damit richtig: Der häufigste Einstieg in die Regenwassernutzung ist nicht die Toilette, sondern die Gartenbewässerung. WC-Spülung und Waschmaschine kommen meist später dazu. Für alle drei Bereiche gilt: Trinkwasserqualität ist nicht nötig. Beim Nutzen von Regenwasser im Haushalt zählt noch ein zweiter, oft unterschätzter Vorteil: Regenwasser ist von Natur aus kalkarm.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hält fest, dass nur etwa die Hälfte des täglich in Privathaushalten verbrauchten Wassers tatsächlich Trinkwasserqualität braucht. Für Gartenbewässerung, Toilettenspülung und Reinigung ist kein Trinkwasser erforderlich; sie lassen sich problemlos mit gesammeltem Regenwasser abdecken. Aus Sicht des LfU sollte Niederschlagswasser sogar vorrangig außerhalb von Gebäuden genutzt werden, weil das den natürlichen Wasserkreislauf stärkt. Genau deshalb beginnt die Regenwassernutzung bei vielen Haushalten mit der Gartenzisterne und wächst dann ins Haus hinein.

Weiches Wasser: der unterschätzte Vorteil im Haus

Regenwasser enthält praktisch keinen Kalk. Dieses weiche Regenwasser schont Waschmaschine und Heizstäbe, weil sich kein Kalkstein an den Bauteilen absetzt. In der Praxis heißt das: weniger Waschmittel, kein Weichspüler nötig und eine längere Lebensdauer der Geräte. Die Wäsche wird weicher, was anschließendes Bügeln erleichtert. Kalkarmes Regenwasser ist zudem ideal für Pflanzen, die hartes Leitungswasser schlecht vertragen. Gerade kalkempfindliche Arten wie Rhododendron, Hortensien oder Zimmerpflanzen wachsen damit sichtbar kräftiger.

Gartenbewässerung: der häufigste Grund für die eigene Zisterne

Ein Garten verbraucht im Sommer schnell mehrere Hundert Liter pro Woche. Wer dafür Trinkwasser nimmt, zahlt oft doppelt: für das Wasser und für die Abwassergebühr. Mit einer Regenwasseranlage entfällt dieser Posten weitgehend. Hinzu kommt ein Effekt fürs Grundstück: Wer Regenwasser sammeln und im Garten nutzen will, entlastet zugleich die Kanalisation bei Starkregen und kann die gesplittete Niederschlagswassergebühr senken. Die Kombination aus Garten und Haus, also Bewässerung plus WC und Waschmaschine, bringt die größte Ersparnis und die kürzeste Amortisation.

Ist die Nutzung von Regenwasser für die Toilette erlaubt?

Ja, die Verwendung von Regenwasser für die Toilettenspülung ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt und vom Umweltbundesamt ausdrücklich empfohlen. Wichtig sind die Anzeige der Anlage beim örtlichen Gesundheitsamt, die Meldung beim Wasserversorger und die normgerechte Installation nach DIN 1989-100.

Die rechtliche Grundlage hat sich 2022 modernisiert: Im Juli 2022 ist die neue DIN 1989-100 in Kraft getreten und ersetzt zusammen mit der Euronorm DIN EN 16941-1 die bisherige Normenreihe. Sie regelt zugelassene Filter, Speicher-Konstruktion und vor allem die Trennung zwischen Trinkwasser und Brauchwasser, den zentralen Bezugspunkt für Planer und Bauherren. Auch Wäschewaschen mit Regenwasser ist seit dem 1. Januar 2003 ausdrücklich zulässig, das hält die amtliche Begründung zur Trinkwasserverordnung in der Bundesrats-Drucksache 721/00 fest.

DIN 1989-100: Was die Norm zur Verwendung des Systems vorschreibt

Die DIN 1989-100 schreibt vor, dass Regenwasser und Trinkwasser strikt getrennte Leitungssysteme haben müssen. Querverbindungen sind verboten. Alle Brauchwasser-Leitungen müssen farblich gekennzeichnet sein und Schilder mit der Aufschrift „Kein Trinkwasser" tragen. Auch jede Entnahmestelle, etwa der Gartenhahn, wird so gekennzeichnet, damit niemand Brauch- und Trinkwasser verwechselt. Die Trinkwassernachspeisung darf nach DIN EN 1717 ausschließlich über einen freien Auslauf vom Typ AB erfolgen: ein Luftspalt von mindestens 20 Millimetern zwischen Trinkwasserzulauf und Wasserspiegel im Vorlagebehälter, der nicht überflutet werden kann.

Anmeldung beim Gesundheitsamt und Wasserversorger

Vor Inbetriebnahme einer Regenwasseranlage musst du zwei Stellen informieren: das Gesundheitsamt (Anzeigepflicht) und den örtlichen Wasserversorger. Die Anmeldung ist unkompliziert und kostenlos, schützt aber das öffentliche Trinkwassernetz. In manchen Bundesländern braucht es zusätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis, Auskunft gibt das Bau- oder Umweltamt. Wer diese Schritte überspringt, riskiert Bußgelder oder die Stilllegung der Anlage.

So wird Regenwasser gesammelt und das WC damit gespült: Wie Regenwasseranlagen im Haushalt funktionieren

Eine Regenwassernutzungsanlage muss das Wasser zuverlässig auffangen, speichern und verteilen. Sie besteht aus fünf Kernkomponenten: Auffangfläche (Dach), Filter, Speichertank, Pumpe und einem getrennten Leitungsnetz mit Trinkwassernachspeisung. Das Wasser wird vom Dach über die Fallrohre gesammelt, durch einen Filter gereinigt, im unterirdisch verbauten Tank gespeichert und von dort über eine Tauchdruckpumpe zu allen Entnahmestellen im Haus gepumpt: zu den WC-Spülkästen, zur Waschmaschine und zur Garten-Zapfstelle samt angeschlossenem Schlauch. Das gespeicherte Regenwasser braucht für diese Zwecke keine aufwendige Aufbereitung.

Schematische Darstellung der Regenwassernutzung: Regenwasser fließt vom Dach über das Fallrohr in den unterirdischen Carat-Tank, von dort getrennt zu WC, Waschmaschine und Garten, mit separater Trinkwassernachspeisung
So fließt das Wasser: vom Dach in den Erdtank, über getrennte Leitungen zu WC, Waschmaschine und Garten. Die Trinkwassernachspeisung springt nur bei Bedarf ein. © Otto Graf GmbH

Das System arbeitet vollautomatisch. Eine Steuerung überwacht den Wasserstand: Wird ein Mindestniveau unterschritten, schaltet die Trinkwassernachspeisung zu, die Toilette spült also auch in langen Trockenperioden ohne Unterbrechung. Diese Kombination aus Sammeln, Filtern, Speichern und automatischer Verteilung macht moderne Regenwasseranlagen für die Anwendung im Eigenheim wartungsarm und alltagstauglich.

Filter, Tank, Pumpe: Die fünf Kernkomponenten

Erstens der Filter: Er sitzt am Tankzulauf und hält Laub, Insekten, Vogelkot und feste Schmutzpartikel zurück, die je nach Dachmaterialien ins Wasser gelangen. Die DIN 1989-100 schreibt vor, dass Filter aus Filtergehäuse und mechanisch wirkenden Filtereinsätzen bestehen müssen.

Zweitens der Speichertank, typischerweise ein Erdtank aus robustem Kunststoff mit 3.000 bis 10.000 Liter Volumen, unterirdisch im Garten verbaut. Ein beruhigter Zulauftopf (Zulaufberuhiger) am Tankboden hält das Wasser klar.

Drittens die Pumpe: Eine Tauchdruckpumpe im Tank oder ein Hauswasserwerk im Keller fördert das Wasser zu den Verbrauchsstellen.

Viertens ein eigenes Leitungsnetz, zweifarbig gekennzeichnet und vollständig vom Trinkwassernetz getrennt.

Fünftens die Trinkwassernachspeisung mit Systemtrenner Typ AB nach DIN EN 1717, sie macht das System ausfallsicher. Der Vorteil moderner Anlagen liegt in der Abstimmung dieser Komponenten: Wenn alle Bauteile aus einem Komplettset kommen, fügen sie sich passgenau zusammen und sparen so wertvolles Trinkwasser im Alltag.

Trinkwassernachspeisung: Pflicht für den sicheren Betrieb

Eine direkte Verbindung zwischen Brauchwasserleitung und öffentlichem Trinkwassernetz ist nach Trinkwasserverordnung, DIN EN 1717 und DIN 1988-100 ausnahmslos verboten, auch nicht vorübergehend. Der freie Auslauf vom Typ AB ist die einzige zugelassene Sicherungseinrichtung. Er garantiert, dass selbst bei Druckabfall im Hauptnetz kein Regenwasser in die öffentliche Leitung zurücksaugen kann. Sinkt der Füllstand im Speicher, wird automatisch Trinkwasser nachgespeist. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Anlagen ohne diese Sicherung keinen Bestandsschutz haben und nachgerüstet oder neu errichtet werden müssen.

Hygiene und Wartung im laufenden Betrieb

Das Umweltbundesamt stellt klar: Bei der Toilettenspülung mit Regenwasser besteht keine Infektionsgefahr, sie ist hygienisch unbedenklich. Gesundheitsgefährdende Keime bilden sich bei normgerechtem Betrieb nicht; die hygienische Sicherheit bleibt damit dauerhaft gewährleistet. Beim Wäschewaschen rät das UBA bei kalten Spülgängen für immungeschwächte Personen zur Vorsicht, im Normalfall ist Regenwasser ab 60 Grad aber unbedenklich. Die Wasserqualität wird durch den Filter, einen beruhigten Zulauftopf am Tankboden und einen Überlaufsiphon dauerhaft hochgehalten. Der Aufwand für die jährlichen Reinigungsarbeiten ist gering: Filter ausbauen und spülen, Tankboden auf Sedimente prüfen, Pumpe testen, ideal im Herbst. Eine professionelle Wartung kostet etwa 100 Euro pro Jahr.

Tankgröße richtig dimensionieren: Wie viel Regenwasser im Haushalt für die Verwendung gesammelt wird

Für einen 4-Personen-Haushalt mit WC-Spülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung sind 3.750 bis 6.500 Liter Tankvolumen die Standardgröße. Bei reiner WC-Nutzung reichen 3.000 Liter, bei zusätzlicher intensiver Gartenbewässerung sollten es 6.500 Liter oder mehr sein. Faustregel der DIN 1989-100: rund 1.000 Liter Speichervolumen pro Person.

Die richtige Dimensionierung ist wichtiger als viele denken. Ist der Tank zu klein, läuft er bei Starkregen über, das Wasser fließt ungenutzt in die Kanalisation. Ist er zu groß, bleibt das Wasser zu lange stehen. Das ist bei normgerechter Anlage zwar kein Hygieneproblem, kostet aber unnötig Geld. Die Größe des Speichers richtet sich nach drei Faktoren: Dachfläche, regionaler Niederschlag und Wasserbedarf. Ein größerer Regenwasserspeicher überbrückt längere Trockenphasen.

Faustformel zur Auslegung von Regenwasseranlagen

Pro Quadratmeter Dachfläche fallen je nach Region 450 bis 1.800 Liter Regenwasser im Jahr an. Ein typisches Einfamilienhausdach mit 100 Quadratmetern und 800 Liter Niederschlag liefert rund 80.000 Liter jährlich, weit mehr, als ein 4-Personen-Haushalt für WC und Waschmaschine braucht. Die Tankgröße orientiert sich daher nicht am Maximalertrag, sondern am Bedarf in regenarmen Wochen. Wer drei Wochen Trockenperiode überbrücken will und 200 Liter Brauchwasser pro Tag braucht, kommt auf 4.200 Liter Mindestvolumen, aufgerundet auf die nächste Tank-Standardgröße ergibt das 4.800 oder 5.000 Liter.

Tank-Empfehlung für typische Haushaltsgrößen mit Toilettenspülung

Haushaltsgröße

Nutzung

Tankgröße

Jährliche Einsparung

2 Personen

nur WC

2.700–3.000 Liter

15–20 m³

3 Personen

WC + Waschmaschine

3.750–4.800 Liter

30–40 m³

4 Personen

WC + Waschmaschine

4.800–6.500 Liter

40–60 m³

4 Personen

WC + Waschmaschine + Garten

6.500–10.000 Liter

60–90 m³

5+ Personen

komplette Hausnutzung

10.000+ Liter

90+ m³

Die Tabelle ist eine Orientierung, keine starre Vorgabe. Lokale Niederschlagsmengen, Dachgröße und tatsächliches Verbrauchsverhalten verschieben die Werte nach oben oder unten. Hersteller wie GRAF bieten kostenlose Produktberater, die anhand der Postleitzahl und Haushaltsdaten eine präzise Empfehlung liefern.

Was eine Regenwasseranlage für die Toilette kostet: Anschaffung, Einbau, Förderung

Ein Standard-System mit Erdtank, Filter, Tauchdruckpumpe, Trinkwassernachspeisung und Einbau kostet 2.500 bis 5.000 Euro im Neubau. Im Bestandsbau liegen die Gesamtkosten bei 5.000 bis 7.000 Euro, weil zusätzliche Leitungen verlegt und Wanddurchbrüche gemacht werden müssen. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von rund 100 Euro.

Anschaffung, Einbau, Pumpe und laufende Kosten im Überblick

Den größten Kostenblock macht der Tank selbst aus, gefolgt von Pumpe und Hauswasserwerk. Ökonomisch wird die Anlage mit jedem Jahr interessanter: Die Kostenersparnis wächst, je teurer Trinkwasser wird. Wer auf ein Komplettset setzt, spart Planungsaufwand und vermeidet Inkompatibilitäten zwischen Komponenten. Beispiel: Neubau mit 4.800-Liter-Erdtank, Komplettmodul für Trinkwassernachspeisung und fachgerechter Installation kostet rund 5.200 Euro. Die Stromkosten für die Pumpe liegen bei 30 bis 50 Euro pro Jahr (50–100 kWh). Beim nachträglichen Einbau im Bestandsbau steigen die Gesamtkosten auf 5.000 bis 7.000 Euro, weil Wände aufgestemmt und Leitungen für jedes WC verlegt werden müssen.

Förderung in Bund, Ländern und Kommunen sinnvoll genutzt

Eine bundeseinheitliche Förderung für private Regenwassernutzungsanlagen gibt es derzeit nicht. Bundesländer und Kommunen vergeben eigene Zuschüsse zwischen 250 und 1.500 Euro. Wichtig: Der Antrag muss VOR Baubeginn gestellt werden. Die genauen Programme erfragst du beim örtlichen Bau- oder Umweltamt, viele Städte haben Förderungen, die nicht öffentlich auf der Website stehen. Vor jeder Investitionsentscheidung lohnt der Anruf bei der lokalen Verbraucherzentrale.

Langlebige Komplettlösung aus deutscher Produktion: GRAF Carat

Bei der Wahl der richtigen Anlage zählt mehr als nur der Preis: Materialqualität, Garantieleistung und die Erfahrung des Herstellers entscheiden darüber, ob die Anlage 15 oder 35 Jahre zuverlässig läuft. Die Otto Graf GmbH aus dem badischen Teningen ist seit 1962 in Familienhand und zählt heute zu den führenden europäischen Herstellern von Regenwasser-Sammelbehältern aus Kunststoff. Was 1962 als Handelsagentur für Behälter im Obst- und Weinbau begann, ist heute ein Spezialist für Wasserbewirtschaftung mit 190 Millionen Euro Umsatz, Vertrieb in über 80 Ländern und vier Produktionsstandorten am Oberrhein: Teningen, Herbolzheim und Neuried in Baden sowie Dachstein im Elsass.

Drei Argumente sprechen für GRAF, wenn die Anlage Jahrzehnte halten soll: Die Carat-Erdtanks werden im patentierten Spritzprägeverfahren gefertigt, das laut Hersteller weltweit einzigartig ist. Auf jeden Carat-Tank gibt GRAF 30 Jahre Garantie, einen Spitzenwert in der Branche. Und: GRAF wurde mit dem 1. Platz beim Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Geführt wird das Familienunternehmen heute in zweiter Generation von Otto P. Graf, der seit 1996 die Geschäfte mitlenkt.

Große rote Produktionsanlage der Otto Graf GmbH in der Werkshalle, ein Mitarbeiter bedient die Maschine
Hochautomatisierte Fertigung in der GRAF-Gruppe. © Otto Graf GmbH

Seit über 60 Jahren auf Regenwasser spezialisiert

GRAF hat Regenwassernutzung maßgeblich mitgeprägt. 1974 brachte das Unternehmen die erste Regentonne auf den Markt, unter dem Motto „Regenwasser ist gratis", lange bevor Klimawandel und Wasserknappheit zum Mainstream-Thema wurden. Der Gedanke dahinter ist bis heute gültig: Regenwasser ist frei und fällt kostenlos vom Himmel. Vier Jahre später, 1978, folgte der erste Erdtank für die Regenwassernutzung im Haushalt. Bereits seit 1980 fertigt GRAF Regentonnen aus Recyclingmaterial, 13 Jahre vor Einführung des Grünen Punktes in Deutschland. Diese Pioniertradition spiegelt sich heute in über 60 Jahren Spezialisierung auf Wasserbewirtschaftung wider.

Technische Konstruktionszeichnungen und Baupläne eines GRAF Carat Erdtanks mit Maßangabe
Der Carat-Erdtank gilt als technische Referenz: durchkonstruiert für 30 Jahre Lebensdauer und grundwasserstabil. © Otto Graf GmbH

Der Carat-Erdtank gilt seit seiner Markteinführung als technische Referenz. Die Tanks gibt es in Größen von 2.700 bis 6.500 Litern als Einzeltank, durch beliebige Erweiterung auch bis 122.000 Liter. Konstruktionsbedingt sind Carat-Tanks grundwasserstabil bei 800 Millimetern Erdüberdeckung und in begehbarer, PKW- sowie LKW-befahrbarer Variante erhältlich. Das macht sie auch für Einfahrten und Hofeinfahrten geeignet, wo nicht jeder Tank zugelassen ist.

Recyclingmaterial und Made in Germany: weniger Gewicht, weniger Transport

Was GRAF von vielen Wettbewerbern unterscheidet: Im 2020 eröffneten Kompetenzzentrum Rohstoffe in Herbolzheim verarbeitet das Unternehmen jährlich bis zu 50.000 Tonnen Altkunststoff zu hochwertigem Re-Granulat. Diese Rezyklate fließen direkt in die Tankproduktion. Tanks der „Green Planet Collection" bestehen vollständig oder teilweise aus dem eigenen Recyclingmaterial, ein konkreter, vom Unternehmen dokumentierter Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Die vier Werke liegen dicht beieinander in der Oberrhein-Region; dadurch werden nach Angaben von GRAF jährlich rund 2.000 LKW-Fahrten zwischen den Standorten eingespart.

Produktionshalle der Otto Graf GmbH mit großer Spritzgießmaschine und fertigem Carat-Erdtank, der per Stapler transportiert wird
Fertigung in Deutschland: Carat-Tanks entstehen im patentierten Spritzprägeverfahren. © Otto Graf GmbH

Ein praktischer Vorteil des Kunststoffs zeigt sich beim Transport und Einbau: Weil die Carat-Tanks deutlich leichter sind als Zisternen aus Beton, sinken die Kosten für Logistik und Montage spürbar. Selbst große Anlagen bis 76.000 Liter lassen sich nach Herstellerangaben ohne Sondertransport anliefern und einbauen. Der Werkstoff Duralen ist recyclingfähig und entspricht den Qualitätsstandards „Made in Germany". GRAF kombiniert damit zwei Argumente, die für deutsche Bauherren und Sanierer zunehmend zusammengehören: lokale Wertschöpfung und Ressourcenschonung. Gegenüber vielen günstigen Importprodukten punktet der Carat-Tank mit Materialdichte und Druckfestigkeit, die über die geforderten 30 Jahre Lebensdauer stabil bleiben.

Carat-Paket Haus Eco-Plus: das Komplettpaket für Haus und Garten

Das GRAF Carat-Paket Haus Eco-Plus ist die preiswerte Komplettlösung für eine normgerechte Anlage, die WC, Waschmaschine und Garten versorgt. Der Lieferumfang umfasst den Carat-Erdtank, den Domschacht sowie das Ausbaupaket und das Technikpaket Haus: also Filter mit hoher Wasserausbeute, beruhigten Zulauftopf, Überlaufsiphon mit Kleintierschutz, Tauchdruckpumpe und das Hauswasserwerk mit automatischer Trinkwassernachspeisung. Der Tank ist begehbar und PKW-befahrbar, lässt sich also auch unter Einfahrten, Stellplätzen und Hofflächen verbauen.

Die patentierte Filtertechnik sorgt für eine hohe Wasserausbeute, die Trinkwassernachspeisung erfüllt vorschriftsmäßig DIN EN 1717 über einen freien Auslauf vom Typ AB. Um die Norm-Konformität müssen sich Bauherren also nicht selbst kümmern. Welche Tankgröße zu Dachfläche, Haushalt und Region passt, lässt sich vorab im GRAF Produktberater bestimmen, kostenlos und in wenigen Minuten. Diese Bemessung anhand von Postleitzahl, Dachfläche und Personenzahl ist in der Praxis entscheidend, weil eine richtig dimensionierte Anlage die Wirtschaftlichkeit über die gesamte Laufzeit bestimmt.

Passende Tankgröße im GRAF Produktberater ermitteln

Carat-Paket Haus Eco-Plus ansehen

Praxisbeispiel Leverkusen: Bei einem Einfamilienhaus in Leverkusen kombinierte GRAF Regenwassernutzung und Versickerung. Ein Carat XL dient als Speicher für Haus und Garten, EcoBloc-Inspect-Module nehmen das überschüssige Wasser auf, zusammen rund 34 Kubikmeter Gesamtvolumen. So wird Regenwasser erst im Haushalt genutzt; überschüssiges Wasser versickert anschließend kontrolliert auf dem Grundstück. Wer Regenwasser versickern lassen möchte, hält es im natürlichen Kreislauf. Diese Regenwasserversickerung entlastet zugleich die Kanalisation bei Starkregen. Den vollständigen Referenzbericht aus Leverkusen gibt es bei GRAF.

Häufige Fragen zu Regenwasser für die WC-Spülung

Die folgenden Fragen tauchen bei der Planung einer Regenwasseranlage immer wieder auf. Die Antworten beruhen auf den aktuellen Normen DIN 1989-100 und DIN EN 16941-1 sowie den Empfehlungen des Umweltbundesamts.

Darf ich Regenwasser für die Toilette nutzen?

Ja, die Nutzung von Regenwasser für die WC-Spülung ist in Deutschland erlaubt und vom Umweltbundesamt empfohlen. Voraussetzung sind die Anzeige beim Gesundheitsamt, die Meldung beim örtlichen Wasserversorger und die normgerechte Installation nach DIN 1989-100 mit getrennten Leitungen und Trinkwassernachspeisung über freien Auslauf nach DIN EN 1717.

Wie viel kostet mich die Anlage im Schnitt?

Eine Standard-Regenwasseranlage für ein Einfamilienhaus kostet im Neubau 2.500 bis 5.000 Euro, im Bestandsbau 5.000 bis 7.000 Euro. Hinzu kommen Wartungskosten von rund 100 Euro pro Jahr und Stromkosten von 30 bis 50 Euro. Förderprogramme einzelner Bundesländer und Kommunen können die Anschaffung um 250 bis 1.500 Euro reduzieren, die Antragstellung muss vor Baubeginn erfolgen.

Welche Tankgröße brauche ich für 4 Personen?

Für einen 4-Personen-Haushalt mit WC-Spülung und Waschmaschine sind 4.800 bis 6.500 Liter die übliche Größe. Faustformel der DIN 1989-100: rund 1.000 Liter Tankvolumen pro Person. Wer den Garten intensiv mit Regenwasser bewässert, sollte zu 6.500 oder 10.000 Litern greifen. Hersteller wie GRAF bieten kostenlose Produktberater anhand von Dachfläche und Postleitzahl an, die individuelle Werte liefern.

Muss ich die Anlage anmelden?

Ja. Vor Inbetriebnahme muss die Anlage beim Gesundheitsamt angezeigt und beim Wasserversorger gemeldet werden. Beides ist kostenlos. In manchen Bundesländern braucht es zusätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis, das klärt das Bau- oder Umweltamt der Gemeinde.

Lohnt sich die Toilettenspülung mit Regenwasser auch im Bestandsbau?

Ja, allerdings ist die Nachrüstung mit 5.000 bis 7.000 Euro etwas teurer als beim Neubau, weil zusätzliche Leitungen verlegt und Wanddurchbrüche gemacht werden müssen. Die Amortisation verschiebt sich um 3 bis 5 Jahre. Lohnend wird die Nachrüstung dort, wo Sanierung oder Gartenumbau ohnehin anstehen oder kommunale Förderungen verfügbar sind. GRAF bietet auch erweiterbare Carat-Tanks an, die sich modular an spätere Bedarfsänderungen anpassen lassen.

Ist die Wartung aufwendig?

Nein. Eine jährliche Inspektion von Filter, Tank und Pumpe reicht. Der Filter wird gereinigt, der Tankboden auf Sedimente geprüft. Die Wartungskosten liegen bei rund 100 Euro pro Jahr. Bei normgerechter Installation arbeiten GRAF-Anlagen nach Herstellerangaben jahrzehntelang zuverlässig, der Hersteller gibt 30 Jahre Garantie auf den Carat-Tank.

Typische Fehler bei der Regenwassernutzung vermeiden

Die häufigsten Fehler lassen sich leicht umgehen. Wer den Tank zu klein wählt, verschenkt bei Starkregen Wasser; wer den Förderantrag erst nach Baubeginn stellt, verliert den Zuschuss. Pflicht sind außerdem die Anzeige beim Gesundheitsamt, die strikte Trennung vom Trinkwassernetz über einen freien Auslauf Typ AB und die Kennzeichnung aller Leitungen und Entnahmestellen mit „Kein Trinkwasser"; so sind Verwechslungen ausgeschlossen.

Fazit: Wann sich die Regenwasseranlage lohnt und wann nicht

40 Kubikmeter weniger Trinkwasser pro Jahr und Familie: Wer baut oder ohnehin saniert, sollte eine Regenwasseranlage für WC und Garten mitplanen. Die Mehrkosten im Neubau liegen bei 2.500 bis 4.500 Euro und amortisieren sich bei steigenden Wasserpreisen, kommunaler Förderung und gesplitteten Abwassergebühren oft schon nach 7 bis 12 Jahren. Im Bestandsbau ohne anstehende Sanierung ist die Rechnung knapper, fürs Trinkwassersparen lohnt sie sich trotzdem.

Entscheidend ist die saubere Planung: passende Tankgröße, normgerechte Trinkwassernachspeisung nach DIN EN 1717, Anmeldung bei Gesundheitsamt und Wasserversorger sowie Förderantrag VOR Baubeginn. Mit einem Komplettpaket wie dem Carat-Paket Haus Eco-Plus, gefertigt in Deutschland, mit 30 Jahren Garantie und kostenloser Bemessung über den Produktberater, sind die technischen Hürden klein. Tank, Filter, Pumpe und Nachspeisung kommen aus einer Hand und erfüllen alle Anforderungen der DIN 1989-100. Wer jetzt investiert, sichert sich gegen den absehbaren Anstieg der Wasserkosten ab und entlastet den Grundwasserhaushalt in der eigenen Region.

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Quellen und weiterführende Informationen

Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf amtliche Quellen, geltende Normen und Verbraucherinformationen:

  • Bayerisches Landesamt für Umwelt (2024): Regenwassernutzung. lfu.bayern.de

  • Bundesrat (2000): Drucksache 721/00 — Begründung zur Trinkwasserverordnung. bundesrat.de

  • DIN e.V. (2022): DIN 1989-100 Regenwassernutzungsanlagen — Teil 100: Bestimmungen in Verbindung mit DIN EN 16941-1. din.de

  • DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (2023): Regenwassernutzungsanlagen. dvgw.de

  • Otto Graf GmbH (2026): Regenwassermanagement und Carat-Erdtanks. graf.info

  • Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (2025): Wasser- und Abwassergebühren in Baden-Württemberg. statistik-bw.de

  • Umweltbundesamt (2024): Tipps für eine nachhaltige Regenwassernutzung. umweltbundesamt.de

  • Umweltbundesamt (2024): Wassernutzung privater Haushalte. umweltbundesamt.de

  • Verbraucherzentrale NRW (2025): Regenwasser im Haushalt nutzen. verbraucherzentrale.nrw

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