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Tierheim und Tierschutzverein: Tieren ein neues Zuhause schenken

Menschliche Hände und Hundepfoten als Team. Kämpfe für Tierrechte, hilf Tieren. null

Rund 350.000 Tiere landen jedes Jahr in deutschen Tierheimen – darunter Hunde, Katzen, Kaninchen und Vögel, die dringend ein neues Zuhause suchen. Die Schutzgebühr für einen Hund liegt zwischen 200 und 500 Euro, für eine Katze zwischen 50 und 200 Euro. Hier erfährst du, wie du ein Tier aus dem Tierheim adoptierst, welche Unterstützung Tierschutzvereine brauchen und was du tun kannst, wenn dein Tier entlaufen ist.

Auf den Punkt gebracht

  • Über 550 vereinseigene Tierheime betreibt der Deutsche Tierschutzbund mit seinen rund 740 angeschlossenen Tierschutzvereinen in Deutschland

  • 49 Prozent aller Tierheime sind laut Trendumfrage des Deutschen Tierschutzbundes voll oder übervoll belegt

  • Die Schutzgebühr für einen Hund beträgt je nach Tierheim zwischen 200 und 500 Euro, für Katzen zwischen 50 und 200 Euro

  • TASSO e.V. vereint jährlich über 96.500 entlaufene Hunde und Katzen wieder mit ihren Besitzern

  • 35 Prozent der Heimtierbesitzer in Deutschland haben ihr Tier aus einem Tierheim adoptiert

  • Der Investitionsstau in deutschen Tierheimen liegt laut Deutschem Tierschutzbund bei über 160 Millionen Euro

Wie funktioniert ein Tierheim und wer betreibt es?

Ein Tierheim ist eine Einrichtung, die Fund-, Abgabe- und beschlagnahmte Tiere aufnimmt, versorgt und an neue Besitzer vermittelt. Laut § 11 Tierschutzgesetz (TierSchG) benötigt jedes Tierheim eine behördliche Erlaubnis. In Deutschland existieren aktuell über 550 Tierheime, die meisten davon werden von gemeinnützigen Tierschutzvereinen betrieben.

Der größte Dachverband ist der Deutsche Tierschutzbund e.V., gegründet 1881. Er vertritt etwa 740 Tierschutzvereine mit rund 550 vereinseigenen Tierheimen und tierheimähnlichen Einrichtungen. Diese Vereine handeln bei der Aufnahme von Fundtieren als sogenannte Verwaltungshelfer der zuständigen Gemeinde. Die Kommunen schließen dafür Fundtier-Verträge mit den örtlichen Tierschutzvereinen ab und zahlen eine pauschale Kostenerstattung. Diese Erstattung deckt jedoch nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes nur rund 25 Prozent der tatsächlichen Kosten.

Welche Tiere – von der süßen Katze bis zum Listenhund – suchen ein Zuhause?

Den größten Anteil der Tierheimbewohner machen Katzen und Hunde aus. Allein das Tierheim München versorgt pro Jahr über 8.000 Tiere. Kaninchen, Meerschweinchen, Vögel und Reptilien machen einen wachsenden Anteil aus. Besonders nach der Corona-Pandemie stieg die Zahl abgegebener Kleintiere stark an – viele Familien hatten sich während des Lockdowns unüberlegt Kaninchen oder Meerschweinchen angeschafft und gaben sie später wieder ab.

Warum landen Tiere im Tierheim?

Die Gründe für eine Abgabe sind vielfältig. Umzüge, Trennungen, finanzielle Engpässe oder der Tod des Besitzers zählen zu den häufigsten Ursachen. Nach der Corona-Pandemie stieg die Zahl abgegebener Haustiere massiv an. Viele Menschen hatten sich während des Lockdowns spontan ein Tier gekauft und merkten später, dass sie den Aufwand unterschätzt hatten. Besonders im Dezember und nach Weihnachten erleben Tierheime eine Abgabewelle – süße Welpen und Kätzchen, die als Geschenk gedacht waren, landen wenige Wochen später im Tierheim. Hinzu kommen Fundtiere ohne Besitzer, beschlagnahmte Tiere aus schlechter Haltung und Opfer des illegalen Welpenhandels.

Was kostet es, ein Tier aus dem Tierheim zu adoptieren?

Die Schutzgebühr für einen Hund liegt in den meisten Tierheimen zwischen 200 und 500 Euro. Für Katzen beträgt sie zwischen 50 und 200 Euro, für Kaninchen und Meerschweinchen zwischen 15 und 80 Euro. Diese Gebühr ist keine Bezahlung für das Tier, sondern eine Aufwandsentschädigung, die einen Teil der entstandenen Kosten für Impfungen, Kastration, Mikrochip und Versorgung abdeckt.

Im Tierheim Duisburg zahlen Adoptanten für einen kastrierten Hund 500 Euro, für eine Katze 200 Euro und für ein Kaninchen 80 Euro (Stand: Januar 2025). Das Tierheim Hamburg verlangt 300 Euro für einen Hund und 150 Euro für eine Katze. Diese Schutzgebühr stellt für seriöse Tierschutzvereine neben Spenden eine der wichtigsten Einnahmen dar. Die realen Kosten pro Tier bis zur Vermittlung liegen oft bei 1.000 Euro und mehr – die Schutzgebühr deckt also nur einen Bruchteil.

Welche laufenden Kosten kommen nach der Adoption auf dich zu?

Neben der einmaligen Schutzgebühr solltest du die monatlichen Kosten einplanen. Für einen Hund rechne mit 100 bis 300 Euro pro Monat für Futter, Tierarzt, Versicherung und Hundesteuer. Bei Katzen liegen die monatlichen Kosten bei 50 bis 150 Euro. Der Sachkundenachweis ist in einigen Bundesländern für bestimmte Hunderassen Pflicht und kann beim Tierarzt abgelegt werden. In München profitieren Adoptanten von einer zweijährigen Befreiung von der Hundesteuer.

Wie findest du im Tierheim ein neues Zuhause für dein Wunschtier?

Der Adoptionsprozess beginnt mit einem Besuch im Tierheim und einer ausführlichen Beratung durch das Fachpersonal. Wenn du ein Tier adoptieren möchtest, füllst du zunächst einen Selbstauskunftsbogen aus – mit Angaben zu Wohnsituation, Alltag und Erfahrung mit Tieren. Die Mitarbeiter freuen sich über jeden Interessenten und schlagen dir passende Tiere vor, denn sie kennen den Charakter jedes einzelnen Schützlings sehr gut.

Nach dem Kennenlernen folgt bei vielen Tierheimen eine Vorkontrolle. Ehrenamtliche oder Mitarbeiter besuchen dich zu Hause und prüfen, ob die Räumlichkeiten für das Tier geeignet sind. Stimmt alles, unterzeichnest du einen Schutzvertrag und zahlst die Schutzgebühr. Der Vertrag regelt deine Pflichten als neuer Besitzer – etwa die artgerechte Haltung und die Rückgabe ans Tierheim, falls du das Tier nicht mehr versorgen kannst.

Was passiert nach der Vermittlung?

Seriöse Tierschutzvereine lassen dich nach der Adoption nicht allein. Viele Tierheime führen Nachkontrollen durch – entweder telefonisch oder durch einen Hausbesuch. Das Tierheim Berlin etwa hat eine Rückgabequote von nur 2 Prozent, weil die Vermittlung so sorgfältig abläuft. Auch bei Fragen zu Verhaltensproblemen oder gesundheitlichen Themen stehen dir die Tierpfleger weiterhin beratend zur Seite. Weitere Informationen zu deinem neuen Schützling erhältst du jederzeit vom Tierheim-Team.

Warum sind deutsche Tierheime aktuell überfüllt?

49 Prozent aller Tierheime in Deutschland sind laut einer Trendumfrage des Deutschen Tierschutzbundes (Mai 2024) voll oder sogar übervoll belegt. Nur 18 Prozent der befragten Einrichtungen haben überhaupt noch Kapazitäten für neue Tiere. Aufnahmestopps sind vielerorts die Folge – selbst für Fundtiere, deren Unterbringung eigentlich kommunale Pflichtaufgabe ist.

Mehrere Faktoren haben diese Krise ausgelöst. Der Corona-Haustier-Boom führte zu massenhaften unüberlegten Tierkäufen, die jetzt als Abgabetiere in den Tierheimen landen. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten, höhere Tierarztgebühren nach der Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Jahr 2022 und steigende Energiepreise belasten sowohl Tierhalter als auch die Einrichtungen selbst.

Wie steht es um die Finanzierung der Tierheime?

Die finanzielle Lage vieler Tierheime ist prekär. Der Investitionsstau in den dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Einrichtungen liegt bei rund 160 Millionen Euro. Dringend benötigte Krankenstationen, energetische Sanierungen und Modernisierungen können nicht finanziert werden. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung war eine Verbrauchsstiftung für Tierheime versprochen worden – doch weder im Agrarhaushalt 2025 noch im Haushaltsentwurf 2026 sind bislang Gelder dafür eingeplant.

Tierheime finanzieren sich zu einem großen Teil aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Erbschaften. Die kommunalen Erstattungen für die Fundtierbetreuung decken nur einen Bruchteil der realen Kosten. Der Deutsche Tierschutzbund fordert eine Erhöhung der Fundtierkostenerstattung um mindestens 40 Prozent.

Welche Unterstützung brauchen Tierheime und Tierschutzvereine?

Du musst kein Tier adoptieren, um dem örtlichen Tierheim zu helfen. Es gibt viele Wege, den Betrieb eines Tierheims zu unterstützen – mit Zeit, Geld oder praktischer Hilfe. Allein das Tierheim Berlin arbeitet mit rund 800 ehrenamtlichen Helfern, ohne die der tägliche Betrieb nicht möglich wäre.

Die wichtigsten Möglichkeiten der Unterstützung im Überblick: regelmäßige Geldspenden (steuerlich absetzbar bei gemeinnützigen Vereinen), Mitgliedschaft im örtlichen Tierschutzverein (ab ca. 5 Euro pro Monat), Tierpatenschaften (ab 10 Euro pro Monat), Sachspenden wie Futter und Decken sowie ehrenamtliches Engagement.

Gassi gehen und ehrenamtlich helfen

Ehrenamtliches Gassi gehen gehört zu den beliebtesten Formen der Unterstützung. Voraussetzung ist in der Regel die Volljährigkeit, eine Tetanus-Impfung und die Teilnahme an einem kostenlosen Einführungsseminar im Tierheim. Gassigeher sollten mindestens einmal pro Woche kommen können. Auch Katzenstreichler, die scheuen Tieren helfen, Vertrauen zum Menschen aufzubauen, werden dringend gesucht.

Pflegestellen bieten eine weitere wichtige Hilfe. Auf Pflegestellen werden Tierheimtiere vorübergehend in privaten Haushalten betreut – etwa verwaiste Katzenbabys, die noch zu jung für das Tierheim sind, oder verhaltensauffällige Hunde, die in ruhiger Umgebung besser therapiert werden können. Das Tierheim stellt Futter und übernimmt die Tierarztkosten.

Spenden und Patenschaften

Eine Tierpatenschaft richtet sich besonders an Langzeitbewohner und schwer vermittelbare Tiere. Ältere Hunde, Katzen mit chronischen Erkrankungen oder sogenannte Listenhunde warten oft Monate oder sogar Jahre auf ein neues Zuhause. Mit einer Patenschaft ab 10 Euro monatlich sicherst du die laufende Versorgung eines konkreten Tieres. Die Patenschaft begründet kein Eigentumsrecht – du hilfst dem Tier finanziell und kannst es im Tierheim besuchen.

Geldspenden an gemeinnützige Tierschutzvereine sind in Deutschland steuerlich absetzbar. Für Einzelspenden bis 300 Euro reicht der Kontoauszug als Nachweis für das Finanzamt. Viele Tierheime pflegen außerdem Amazon-Wunschlisten, über die du gezielt benötigte Sachspenden wie Futter, Spielzeug oder Reinigungsmittel bestellen kannst.

Was tun, wenn dein Tier entlaufen ist?

Jedes Jahr gehen in Deutschland mehr als 116.000 Haustiere verloren. Wenn dein Hund oder deine Katze entlaufen ist, melde den Verlust sofort bei TASSO e.V. – dem größten Haustierregister Europas mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt. Die TASSO-Notrufzentrale ist rund um die Uhr erreichbar unter der Nummer 06190 / 93 73 00. TASSO vereint jährlich über 96.500 entlaufene Tiere wieder mit ihren Besitzern.

Parallel dazu solltest du dein zuständiges Tierheim und die örtliche Polizei informieren. Fundtiere gelten rechtlich als Fundsachen und müssen dem Ordnungsamt gemeldet werden. Die meisten Gemeinden haben die Fundtierbetreuung an das örtliche Tierheim delegiert. Erstelle Suchplakate mit einem aktuellen Foto und verbreite die Vermisstenanzeige in lokalen Social-Media-Gruppen.

Welche Informationen brauchst du zum Schutz vor dem Entlaufen?

Die beste Vorsorge ist eine Kombination aus Mikrochip und Registrierung. Der Transponder (Mikrochip) wird vom Tierarzt unter die Haut implantiert und enthält eine 15-stellige Nummer. Diese Nummer muss anschließend bei einem Haustierregister wie TASSO oder dem Deutschen Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes registriert werden – die Registrierung ist kostenlos. Ohne Registrierung nützt der Chip wenig, weil das Fundtier keinem Besitzer zugeordnet werden kann.

Für Katzen mit Freigang empfehlen Tierärzte zusätzlich ein Sicherheitshalsband mit Adressanhänger. GPS-Tracker für Hunde und Katzen kosten zwischen 30 und 100 Euro und ermöglichen eine Echtzeitortung über das Smartphone. Besonders an Silvester, bei Gewitter und bei Umzügen steigt das Risiko, dass Tiere in Panik davonlaufen. Sichere Fenster, Türen und Gartenzäune in diesen Situationen besonders sorgfältig.

Häufige Fragen zu Tierheim und Tierschutzverein

Hier beantworten wir die zehn häufigsten Fragen rund um Tierheime, Tierschutzvereine und die Adoption von Tieren – von Kosten über Ablauf bis hin zu den Möglichkeiten der Unterstützung.

Was kostet eine Katze oder ein Hund aus dem Tierheim?

Die Schutzgebühr für einen Hund aus dem Tierheim liegt je nach Einrichtung zwischen 200 und 500 Euro. Kastrierte Hunde kosten in manchen Tierheimen etwas mehr als unkastrierte. Im Tierheim Duisburg beträgt die Gebühr für einen kastrierten Hund 500 Euro, im Hamburger Tierschutzverein 300 Euro. Welpen sind oft teurer als erwachsene Tiere. Die Schutzgebühr deckt nur einen Teil der realen Kosten für Impfungen, Kastration, Chip und Versorgung.

Kann man ein Tier aus dem Tierheim sofort mitnehmen?

In der Regel nicht. Seriöse Tierheime legen großen Wert auf einen sorgfältigen Vermittlungsprozess, der mehrere Tage bis Wochen dauern kann. Du füllst zunächst einen Selbstauskunftsbogen aus, lernst das Tier bei mehreren Besuchen kennen und stimmst einer Vorkontrolle zu. Für bestimmte Hunderassen über 40 cm Schulterhöhe oder 20 kg Gewicht ist in einigen Bundesländern ein Sachkundenachweis erforderlich. Diese gründliche Prüfung schützt sowohl das Tier als auch dich – das Tierheim Berlin erreicht dadurch eine Rückgabequote von nur 2 Prozent.

Was passiert mit Tieren, die im Tierheim nicht vermittelt werden können?

Tiere, die kein neues Zuhause finden, bleiben dauerhaft im Tierheim – in Deutschland werden Tierheimtiere nicht eingeschläfert, nur weil sie schwer vermittelbar sind. Ältere Hunde, Katzen mit chronischen Erkrankungen oder sogenannte Listenhunde warten oft Monate oder Jahre auf eine Adoption. Viele Tierheime richten für diese Langzeitbewohner Gnadenhofplätze ein. Tierpatenschaften ab 10 Euro pro Monat sichern die laufende Versorgung, und manche Vereine vermitteln schwer vermittelbare Schützlinge an spezialisierte Pflegestellen.

Was ist ein Tierschutzverein e.V.?

Ein Tierschutzverein e.V. ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der sich dem Schutz und Wohlergehen von Tieren widmet. Die meisten Tierschutzvereine betreiben ein eigenes Tierheim oder unterstützen regionale Tierheime finanziell und personell. Der Deutsche Tierschutzbund als Dachverband vereint über 740 Tierschutzvereine. Die Rechtsform des eingetragenen Vereins (e.V.) garantiert Gemeinnützigkeit, wodurch Spenden steuerlich absetzbar sind.

Werden Tierheimtiere vor der Vermittlung tierärztlich untersucht?

Ja. Seriöse Tierheime lassen alle Tiere vor der Vermittlung tierärztlich untersuchen. Hunde und Katzen werden geimpft, entwurmt, gegen Parasiten behandelt und mit einem Mikrochip gekennzeichnet. Bei geschlechtsreifen Tieren erfolgt in der Regel eine Kastration. Die Kosten für diese Maßnahmen sind in der Schutzgebühr enthalten. Das vermittelte Tier wird mit einem EU-Heimtierausweis und einem Schutzvertrag übergeben.

Was kostet es, ein Tier im Tierheim abzugeben?

Die Abgabegebühren variieren je nach Tierheim und Stadt erheblich. Im Durchschnitt zahlen Tierbesitzer für die Abgabe eines Hundes rund 89 Euro und für eine Katze etwa 54 Euro – laut einer Untersuchung der Tierversicherung SantéVet. Einige Tierheime erheben gar keine Gebühr, andere verlangen bis zu 400 Euro für Listenhunde. Viele Tierheime sind aktuell überfüllt und verhängen Aufnahmestopps – rufe deshalb vorab an und erkundige dich nach freien Kapazitäten.

Wie melde ich ein Fundtier beim Tierheim?

Wenn du ein herrenloses Tier findest, bringe es zum nächsten Tierarzt – dort kann der Mikrochip ausgelesen werden. Melde den Fund parallel beim zuständigen Ordnungsamt, bei TASSO (Notrufzentrale: 06190 / 93 73 00) und beim örtlichen Tierheim. Fundtiere gelten rechtlich als Fundsachen gemäß § 965 BGB. Du bist verpflichtet, den Fund zu melden. Die Aufbewahrungsfrist beträgt sechs Monate, danach geht das Eigentum am Tier auf den Finder oder das Tierheim über.

Kann ich als Ehrenamtlicher im Tierheim helfen?

Ehrenamtliche Hilfe wird in jedem Tierheim dringend benötigt. Voraussetzung ist in der Regel die Volljährigkeit (Mindestalter 18 Jahre) und eine aktuelle Tetanus-Impfung. Typische ehrenamtliche Aufgaben sind Gassi gehen mit Hunden, Katzen sozialisieren, Gehege reinigen, bei Veranstaltungen helfen und Nachkontrollen bei vermittelten Tieren durchführen. Allein das Tierheim Berlin arbeitet mit rund 800 Ehrenamtlichen. Melde dich direkt bei deinem lokalen Tierheim.

Welche Öffnungszeiten hat das Tierheim?

Die Öffnungszeiten variieren von Tierheim zu Tierheim. Die meisten Einrichtungen sind an 3 bis 5 Tagen pro Woche für Besucher geöffnet, häufig nachmittags zwischen 13 und 16 Uhr. Das Tierheim München bietet offene Besuchszeiten mittwochs und samstags von 13 bis 16 Uhr an. Für die Tiervermittlung ist bei vielen Tierheimen eine vorherige Terminvereinbarung erforderlich. Erkundige dich vorab telefonisch oder auf der Website deines lokalen Tierheims nach den aktuellen Zeiten – besonders an Feiertagen und im Winter können abweichende Öffnungszeiten gelten.

Darf der Vermieter ein Tier aus dem Tierheim verbieten?

Eine pauschale Tierhaltungsklausel im Mietvertrag ist nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Az. VIII ZR 168/12) unwirksam, wenn sie jegliche Tierhaltung verbietet. Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Fische darf der Vermieter generell nicht untersagen. Für Hunde und Katzen kann der Vermieter eine Zustimmung verlangen, die er nur aus triftigen Gründen verweigern darf. Informiere dein Tierheim über deine Mietverhältnisse – die Mitarbeiter beraten dich, welches Tier in deine Wohnsituation passt.

Fazit: Tierheime brauchen deine Hilfe – jetzt mehr denn je

Die Lage der Tierheime in Deutschland ist so angespannt wie nie zuvor. Über 49 Prozent der Einrichtungen sind voll oder übervoll, die Finanzierung bleibt unsicher und die Zahl abgegebener Tiere steigt weiter. Gleichzeitig leisten Tierschutzvereine und ihre ehrenamtlichen Helfer jeden Tag unverzichtbare Arbeit für den Tierschutz. Ob du ein Tier adoptierst, eine Patenschaft übernimmst, ehrenamtlich Gassi gehst oder eine Spende leistest – jede Form der Unterstützung zählt. Im greenya-Verzeichnis findest du Tierheime und Tierschutzvereine in der DACH-Region, die sich seit Jahrzehnten für das Wohl von Tieren einsetzen. Seit 1997 dokumentiert greenya das Engagement gemeinnütziger Organisationen im Nachhaltigkeitsbereich – die Tierschutzvereine gehören dabei zu den am stärksten vertretenen Kategorien.

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