Vegane Plätzchen: Grundteig, 10 Rezepte für Weihnachtsklassiker und Ei-Ersatz-Tabelle
300 g Mehl, 200 g vegane Butter und 100 g Zucker ergeben einen Plätzchenteig für rund 50 Kekse, ganz ohne Ei. Vegane Plätzchen sind Kekse und Weihnachtsgebäck, deren Teig, Füllung und Glasur ohne Butter, Ei, Milch, Honig und Gelatine auskommen. Hier findest du den Grundteig, 10 Rezepte von Spitzbuben bis Kokosmakronen, eine Ei-Ersatz-Tabelle und Tipps zur Lagerung.
Vegane Plätzchen: Teig, Ei-Ersatz und Haltbarkeit
- Ein veganer Mürbeteig nach der 1-2-3-Regel besteht aus 1 Teil Zucker, 2 Teilen veganer Butter und 3 Teilen Mehl und braucht kein Ei.
- Aquafaba, das Kochwasser von Kichererbsen, ersetzt Eiklar in Zimtsternen und Makronen: 30 ml entsprechen etwa einem Eiweiß.
- Vegane Butter im Block mit rund 80 % Fett tauschst du beim Backen 1:1 gegen Butter. Auch die Leitsätze für Feine Backwaren setzen beim Fettgehalt 10 kg Butter mit 10 kg Margarine gleich.
- Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, Lebensmittel möglichst nicht über 180 °C zu erhitzen, weil sich ab 170 bis 180 °C deutlich mehr Acrylamid bildet.
- Trockene Plätzchen wie Vanillekipferl halten in der Blechdose laut Öko-Test etwa vier Wochen, Makronen etwa drei Wochen.
- Ceylon-Zimt enthält laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) weniger als 8 mg Cumarin pro Kilogramm, Cassia-Zimt im Mittel rund 3.000 mg.
Veganer Plätzchenteig: das Grundrezept ohne Butter und Ei
Ein veganer Plätzchenteig gelingt, weil klassischer Mürbeteig im Kern nur aus Mehl, Fett und Zucker besteht. Ersetzt du die Butter durch vegane Butter im Block, bleibt die Konsistenz gleich: mürbe, gut ausrollbar und nach dem Backen knusprig. Das Ei, das manche Rezepte zusätzlich verlangen, übernehmen 1 bis 2 EL Pflanzendrink.
Für die Weihnachtsbäckerei hilft eine einfache Unterscheidung, die wir die Zwei-Familien-Regel nennen. Fast alle Plätzchen-Rezepte gehören entweder zur Teig-Familie oder zur Massen-Familie. Teig-Plätzchen wie Spitzbuben, Spekulatius oder Spritzgebäck leben vom Fett, hier ist das Ei nur Nebendarsteller. Massen-Plätzchen wie Zimtsterne und Makronen bestehen dagegen aus aufgeschlagenem Eiweiß mit Nüssen und Zucker. Die Leitsätze für Feine Backwaren definieren Makronengebäcke ausdrücklich als Gebäck aus Ölsamen, Zucker und Eiklar. Für die Teig-Familie tauschst du also das Fett, für die Massen-Familie brauchst du Aquafaba. Diese Regel entscheidet, welcher Ei-Ersatz funktioniert.
Zutaten für rund 50 Plätzchen (2 Backbleche):
- 300 g Weizenmehl (Type 405) oder Dinkelmehl (Type 630)
- 200 g kalte vegane Butter im Block
- 100 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker (8 g) oder das Mark einer halben Vanilleschote
- 1 Prise Salz
- 1 bis 2 EL kalter Haferdrink, nur falls der Teig bröselt
So geht's: Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz mischen, die kalte vegane Butter in Würfeln dazugeben und alles mit den Händen rasch zu einem glatten Teig verkneten. Langes Kneten macht den Teig warm und die Kekse zäh. Den Teig flach drücken, in ein Bienenwachstuch oder eine Dose packen und 45 Minuten kühlen. Danach zwischen zwei Lagen Backpapier 3 bis 4 mm dünn ausrollen, mit dem Ausstecher Formen ausstechen und auf ein Backblech mit Backpapier legen. Bei 175 °C Ober- und Unterhitze (155 °C Umluft) 8 bis 10 Minuten hellgolden backen und auf dem Blech auskühlen lassen.
Aus genau diesem Grundteig entstehen auch die veganen Ausstechplätzchen mit Mandeln, die du mit Zuckerguss und bunter Deko verzierst. Wer Gingerbread Cookies mag, mischt 2 TL Lebkuchengewürz und 1 TL gemahlenen Ingwer unter das Mehl.
Vegane Butter backen: Block, Margarine oder Öl
Vegane Butter zum Backen kaufst du am besten im Block mit rund 80 % Fett, so viel wie Milchbutter mit mindestens 80 % Milchfett. Streichfette aus dem Becher haben oft weniger Fett und mehr Wasser. Der Teig wird dann klebrig, und die Plätzchen zerlaufen auf dem Blech.
Die Leitsätze für Feine Backwaren rechnen Butter und Margarine beim Fettgehalt 1:1 um. Kokosöl dagegen besteht fast nur aus Fett. Deshalb nimmst du statt 200 g Butter nur 160 g Kokosöl plus 40 ml kalten Pflanzendrink. Der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) verglich 11 vegane Butteralternativen, 5 davon überzeugten. Die Stiftung Warentest berichtete im Oktober 2024 darüber. Kokos- und Palmfett bewertete der VKI wegen des hohen Anteils gesättigter Fettsäuren kritisch, Raps- und Olivenöl dagegen positiv. Welche Produkte ohne Palmöl auskommen, zeigt der Überblick über vegane Butteralternativen ohne Palmöl.
Flüssige Öle eignen sich nur für Rezepte, die von Anfang an mit Öl geplant sind, etwa die Zitronen-Olivenöl-Plätzchen weiter unten. Ein Mürbeteig mit Öl statt fester Butter lässt sich kaum ausstechen. Die Formen verlieren ihren Rand und laufen breit.
Ei Ersatz backen: welcher Ersatz zu welchen Plätzchen passt
Beim Ei-Ersatz für Plätzchen zählt die Aufgabe des Eis im Rezept: Bindet es, lockert es oder bildet es Schaum? Für Mürbeteig reichen 1 bis 2 EL Pflanzendrink, für Cookies gemahlene Leinsamen, für Zimtsterne und Makronen Aquafaba. Klassisches Ei-Ersatzpulver bindet Teige, schlägt aber keinen Schnee. Dafür gibt es eigene Eiweiß-Ersatzprodukte.
Das häufigste Vorurteil lautet: „Ohne Ei und Butter werden Plätzchen bröselig und schmecken nach Pappe.“ Bei Mürbeteig stimmt das nicht, denn das klassische 1-2-3-Rezept aus Zucker, Fett und Mehl enthält gar kein Ei. Auch zum Eischnee gibt es inzwischen Forschung. Forschende der Universität León verglichen 2023 im Fachjournal Foods Aquafaba aus verschiedenen Kochflüssigkeiten mit Eiklar. Das Kichererbsenwasser aus der Konserve kam dem Eiklar am nächsten, und Baiser daraus schnitt in der Verkostung unter allen Aquafaba-Varianten am besten ab. Ein Unterschied bleibt: Aquafaba-Baiser war etwas härter und hatte weniger Poren als das Original.
Die folgende Tabelle ordnet die gängigen Ersatzstoffe den Plätzchen-Familien zu. Mengen gelten jeweils für ein Ei.
| Ei-Ersatz | Menge für 1 Ei | Was der Ersatz im Teig leistet | Passende vegane Plätzchen |
|---|---|---|---|
| Aquafaba (Kichererbsenwasser) | 30 ml pro Eiweiß, 45 ml pro ganzem Ei | Aquafaba schlägt steif wie Eischnee und trägt Nussmassen | Zimtsterne, Haselnussmakronen, Kokosmakronen |
| Gemahlene Leinsamen | 1 EL plus 3 EL Wasser, 10 Minuten quellen | Leinsamen binden Cookie-Teige und geben ein nussiges Aroma | Haferflocken-Cookies, Schoko-Cookies |
| Pflanzendrink (Hafer, Soja, Mandel) | 2 bis 3 EL | Pflanzendrink macht bröseligen Mürbeteig geschmeidig | Spitzbuben, Spekulatius, Spritzgebäck |
| Apfelmus, ungesüßt | 50 g (etwa 3 EL) | Apfelmus bindet und hält Gebäck weich und saftig | Weiche Plätzchen, Lebkuchen vom Blech |
| Ei-Ersatzpulver (Lupinen-, Mais- oder Kichererbsenbasis) | 3 bis 10 g plus Wasser laut Packung | Das Pulver bindet Teige, für Schnee braucht es spezielles Eiweiß-Ersatzpulver | Mürbeteig, Rührteig, Ausstechplätzchen |
| Pflanzendrink mit 1 TL Ahornsirup | 2 EL zum Bestreichen | Die Mischung ersetzt Eigelb als Glanz auf der Oberfläche | Spekulatius, Husarenkrapfen, Ausstechplätzchen |
Eine Marktstichprobe der Verbraucherzentrale NRW (November 2021) zeigt, wie unterschiedlich Ei-Ersatzpulver zusammengesetzt sind: Von 18 Produkten basierten viele auf Süßlupinenmehl, Maisstärke oder Kichererbsenmehl, zwei auf Tofu, drei waren als Eiweiß-Ersatz deklariert. Die meisten Pulver, die du mit Wasser anrührst, kamen mit 3 bis 10 g pro ersetztem Ei aus. Das Pulver lohnt sich vor allem, wenn ein Rezept ein ganzes Ei verlangt.
Seit 1997 beobachten wir auf greenya.de, Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben, wie sich das Angebot im Handel verschoben hat: Vegane Butter im Block und Ei-Ersatz auf Lupinenbasis stehen heute im normalen Supermarktregal, nicht mehr nur im Reformhaus. Wer vegan backen will, muss also keine Spezialzutaten mehr bestellen. Für Zimtsterne, Haselnuss- und Kokosmakronen zusammen reicht das Kochwasser von zwei bis drei Dosen Kichererbsen.
Einfache vegane Plätzchen aus Mürbeteig: 7 Rezepte
Einfache vegane Plätzchen entstehen fast alle aus dem Grundteig oder einer leichten Abwandlung davon. Die folgenden sieben Rezepte brauchen keine besonderen Zutaten und gelingen auch beim ersten Backen. Alle Mengen ergeben jeweils ein bis zwei Backbleche, die Backzeiten gelten für Ober- und Unterhitze.
Vegane Butterplätzchen heißen übrigens nur umgangssprachlich so. Laut den Leitsätzen für Feine Backwaren muss ein Butterkeks mindestens 10 kg Butter auf 100 kg Mehl oder Stärke enthalten, also echte Milchbutter. Vegane Varianten heißen im Handel deshalb nicht Butterkeks, sondern etwa Mürbegebäck oder Kekse. Am Geschmack ändert das wenig. Vanille, Zitronenschale und gemahlene Mandeln tragen das Aroma, nicht das Milchfett. Ein Tipp für alle sieben Rezepte: Den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen, dann klebt nichts, und du brauchst kaum zusätzliches Mehl.
Klassiker mit Konfitüre: Spitzbuben und Husarenkrapfen
Spitzbuben und Husarenkrapfen leben von der fruchtigen Füllung und einem besonders mürben Teig. Beide gelingen vegan ohne Umwege, weil gemahlene Mandeln das fehlende Eigelb ausgleichen.
1. Spitzbuben (rund 50 gefüllte Stück): 1 Grundteig mit zusätzlich 50 g gemahlenen Mandeln und 1 EL Haferdrink verkneten, 45 Minuten kühlen. 2 bis 3 mm dünn ausrollen, Kreise von 5 cm ausstechen, bei der Hälfte in der Mitte ein kleines Loch ausstechen. Bei 175 °C 8 Minuten backen, bis der Rand leicht Farbe nimmt. 150 g Johannisbeergelee erwärmen, auf die Böden streichen, die Deckel aufsetzen und mit Puderzucker bestreuen.
2. Husarenkrapfen (rund 35 Stück): 200 g Mehl, 50 g gemahlene Mandeln, 150 g vegane Butter, 70 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Prise Salz und 1 EL Haferdrink verkneten und 30 Minuten kühlen. Walnussgroße Kugeln formen, mit dem Stiel eines Kochlöffels eine Mulde eindrücken und mit Pflanzendrink und Ahornsirup bestreichen. Bei 175 °C 12 bis 14 Minuten backen, die Mulden noch warm mit 100 g Himbeerkonfitüre füllen.
Spekulatius, Spritzgebäck und Schwarz-Weiß-Gebäck
Diese drei Sorten zeigen, wie vielseitig veganer Mürbeteig ist: einmal kräftig gewürzt, einmal weich zum Spritzen, einmal zweifarbig geschichtet. Jede Sorte braucht nur eine kleine Änderung am Grundprinzip.
3. Spekulatius (rund 40 Stück): 250 g Mehl, 125 g vegane Butter, 125 g brauner Zucker, 2 TL Spekulatiusgewürz, ½ TL Backpulver, 1 Prise Salz und 3 EL Haferdrink verkneten und am besten über Nacht kühlen, damit sich das Aroma entfaltet. 3 mm dünn ausrollen, in bemehlte Model drücken oder ausstechen, mit Mandelblättchen belegen. Bei 175 °C 10 bis 12 Minuten backen.
4. Spritzgebäck (rund 50 Stück): 250 g weiche vegane Butter mit 100 g Puderzucker, 1 Päckchen Vanillezucker und 1 Prise Salz cremig rühren, 60 ml Haferdrink unterrühren, dann 300 g Mehl und 30 g Speisestärke einarbeiten. Mit dem Spritzbeutel (große Sterntülle) Kränze und Stangen auf das Blech spritzen und 15 Minuten kühlen, damit die Form hält. Bei 175 °C 10 bis 12 Minuten backen und nach dem Abkühlen in geschmolzene vegane Kuvertüre tauchen.
5. Schwarz-Weiß-Gebäck (rund 40 Stück): 1 Grundteig halbieren und unter eine Hälfte 15 g Kakaopulver und 1 EL Haferdrink kneten. Beide Teige zu Rechtecken von 3 mm ausrollen, die helle Platte mit Haferdrink bestreichen, die dunkle darauflegen und fest aufrollen. Die Rolle eine Stunde kühlen, in 5 mm dicke Scheiben schneiden und bei 175 °C 10 bis 12 Minuten backen.
Vegane Plätzchen ohne Butter: Hafer-Cookies und Olivenöl-Plätzchen
Vegane Plätzchen ohne Butter gelingen mit Öl oder Leinsamen statt festem Fett. Sie sind die schnellste Wahl, weil du nichts ausrollen musst und der Teig keine lange Kühlzeit braucht.
6. Hafer-Schoko-Cookies (rund 20 Stück): 1 EL gemahlene Leinsamen mit 3 EL Wasser 10 Minuten quellen lassen. 100 g kernige Haferflocken, 125 g Mehl, 80 g Rohrzucker, ½ TL Backpulver und 1 Prise Salz mischen, 80 ml Rapsöl, das Leinsamen-Gel und 2 EL Haferdrink unterrühren. 75 g gehackte vegane Zartbitterschokolade unterheben. Kleine Häufchen auf das Blech legen, flach drücken und bei 175 °C 12 Minuten backen. Die Cookies sind warm noch weich und werden beim Auskühlen fest.
7. Zitronen-Olivenöl-Plätzchen (rund 30 Stück): 250 g Mehl, 80 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, den Abrieb einer Bio-Zitrone, ½ TL Backpulver und 1 Prise Salz mischen. 80 ml mildes Olivenöl und 40 ml Wasser zugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten, 30 Minuten kühlen. 4 mm dick ausrollen, ausstechen und bei 170 °C 10 bis 12 Minuten backen. Aus 100 g Puderzucker und 2 EL Zitronensaft eine Glasur rühren.
Ein Klassiker fehlt in dieser Liste bewusst: Vanillekipferl. Sie gehören zur Teig-Familie und lassen sich mit veganer Butter genauso formen wie das Original. Die ausführlichen Varianten mit Tipps zum Formen findest du in Omas besten Vanillekipferl-Rezepten.
Vegane Weihnachtsplätzchen ohne Ei: Zimtsterne und Makronen
Zimtsterne, Haselnussmakronen und Kokosmakronen sind die anspruchsvollsten veganen Weihnachtsplätzchen, weil ihre Masse auf geschlagenem Eiweiß beruht. Aquafaba aus einer Dose Kichererbsen (rund 120 ml Flüssigkeit) ersetzt dieses Eiweiß gut, wenn du es 5 bis 8 Minuten mit einer Prise Salz oder etwas Zitronensaft aufschlägst.
Wichtig ist der richtige Zeitpunkt für den Zucker. Gib ihn erst dazu, wenn der Schnee schon weiße Spitzen zieht, und lass ihn dann löffelweise einrieseln. Die Kichererbsen selbst verwertest du für Hummus oder einen Wintereintopf. Für alle drei Rezepte gilt: Die Masse lieber etwas fester halten, denn Aquafaba-Schnee fällt beim Unterheben schneller zusammen als Eischnee. Schüssel und Rührbesen müssen außerdem völlig fettfrei sein, sonst wird der Schnee nicht steif.
Vegane Zimtsterne mit Aquafaba
Vegane Zimtsterne brauchen etwas Geduld, belohnen aber mit dem typischen Kontrast aus weißer Glasur und weichem Mandelkern. Die Glasur bleibt mit Aquafaba etwas weniger fest als mit Eiweiß.
8. Zimtsterne (rund 40 Stück): 90 ml Aquafaba mit ¼ TL Zitronensaft steif schlagen, 250 g Puderzucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis die Masse glänzt. 4 EL davon für die Glasur abnehmen. Den Rest mit 375 g gemahlenen Mandeln und 2 TL Ceylon-Zimt verkneten. Die Masse zwischen gezuckertem Backpapier 1 cm dick ausrollen, Sterne ausstechen, mit der Glasur bestreichen und eine Stunde antrocknen lassen. Bei 140 °C 12 bis 15 Minuten backen, die Glasur soll weiß bleiben.
Warum hier ausdrücklich Ceylon-Zimt steht, zeigt eine eigene Rechnung mit den Werten des LGL. 2 TL Zimt wiegen rund 5 g. Mit Cassia-Zimt stecken so etwa 15 mg Cumarin in der ganzen Masse von gut 700 g, also rund 2 mg pro 100 g Zimtsterne. Das BfR setzt die tolerierbare tägliche Aufnahme bei 0,1 mg pro Kilogramm Körpergewicht an. Ein Kind mit 15 kg hätte seine Tagesmenge von 1,5 mg nach etwa 70 g dieser Zimtsterne erreicht. Das BfR selbst rechnete 2012 mit 1,5 % Cassia-Zimt im Teig, dann wäre die Tagesmenge für dieses Kind schon nach etwa 30 g Zimtsternen erreicht. Mit Ceylon-Zimt enthält die gesamte Masse weniger als 0,04 mg Cumarin.
Haselnussmakronen ohne Ei und Kokosmakronen
Makronen ohne Ei sind schneller fertig als Zimtsterne, weil du nichts ausrollst. Zwei Teelöffel und ein Backblech mit Backpapier genügen.
9. Haselnussmakronen ohne Ei (rund 30 Stück): 90 ml Aquafaba mit 1 Prise Salz steif schlagen, 150 g Zucker einrieseln lassen. 200 g gemahlene Haselnüsse und ½ TL Zimt vorsichtig unterheben. Mit zwei Teelöffeln Häufchen auf Oblaten (40 mm) oder direkt auf das Backpapier setzen und jeweils eine halbe Haselnuss daraufdrücken. Bei 150 °C 18 bis 20 Minuten backen.
10. Kokosmakronen (rund 25 Stück): 90 ml Aquafaba mit ¼ TL Zitronensaft steif schlagen, 150 g Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker einrieseln lassen. 200 g Kokosraspel und 1 TL Speisestärke unterheben. Die Leitsätze für Feine Backwaren erlauben bei Kokosmakronen höchstens 3 % Mehl oder Stärke in der Masse, 1 TL liegt mit unter 1 % deutlich darunter. Häufchen auf Oblaten setzen und bei 150 °C 15 bis 18 Minuten backen, bis die Spitzen goldbraun sind.
Wer das ganze Jahr über Nussmassen mag, kann übrigens auch veganes Marzipan selbst machen und es zu Pralinen formen oder für Makronen verwenden. Vegane Lebkuchen gehören ebenfalls in diese süße Nussfamilie, brauchen aber einen eigenen Gewürzteig.
Zwölf vegane Plätzchen-Sorten im Überblick
Mit dieser Übersicht planst du deine Weihnachtsbäckerei: Sie zeigt für jede Sorte die Familie, den Ei-Ersatz, den Aufwand und die ungefähre Haltbarkeit in der Blechdose. Die Haltbarkeiten orientieren sich an den Richtwerten von Öko-Test für trockenes Gebäck und Makronen. Für Cookies und Ölgebäck sind es eigene Schätzwerte.
| Sorte | Familie und Ei-Ersatz | Aufwand | Haltbarkeit in der Dose |
|---|---|---|---|
| Ausstechplätzchen | Teig-Familie, kein Ei-Ersatz nötig | Einfach, ideal mit Kindern | Ausstechplätzchen halten etwa 4 Wochen |
| Spitzbuben | Teig-Familie, 1 EL Pflanzendrink | Mittel wegen der Füllung | Spitzbuben halten etwa 3 bis 4 Wochen |
| Husarenkrapfen | Teig-Familie, 1 EL Pflanzendrink | Einfach | Husarenkrapfen halten etwa 3 Wochen |
| Spekulatius | Teig-Familie, 3 EL Pflanzendrink | Einfach, Teig ruht über Nacht | Spekulatius hält etwa 4 Wochen |
| Spritzgebäck | Teig-Familie, 60 ml Pflanzendrink | Mittel, Spritzbeutel nötig | Spritzgebäck hält etwa 4 Wochen |
| Schwarz-Weiß-Gebäck | Teig-Familie, 1 EL Pflanzendrink | Mittel wegen der Schichtung | Schwarz-Weiß-Gebäck hält etwa 4 Wochen |
| Hafer-Schoko-Cookies | Ölteig, Leinsamen | Sehr einfach, ohne Ausrollen | Hafer-Cookies halten etwa 2 Wochen |
| Zitronen-Olivenöl-Plätzchen | Ölteig, kein Ei-Ersatz nötig | Einfach | Olivenöl-Plätzchen halten etwa 3 Wochen |
| Vanillekipferl | Teig-Familie, kein Ei-Ersatz nötig | Mittel wegen des Formens | Vanillekipferl halten etwa 4 Wochen |
| Zimtsterne | Massen-Familie, Aquafaba | Aufwendig, Glasur und Trocknen | Zimtsterne halten etwa 3 bis 4 Wochen |
| Haselnussmakronen | Massen-Familie, Aquafaba | Einfach | Haselnussmakronen halten etwa 3 Wochen |
| Kokosmakronen | Massen-Familie, Aquafaba | Einfach | Kokosmakronen halten etwa 3 Wochen |
Für einen entspannten Advent beginnst du mit den lange haltbaren Teig-Sorten wie Spekulatius und Spritzgebäck. Makronen und Hafer-Cookies backst du zuletzt, etwa eine Woche vor dem Fest. So steht an Heiligabend jede Sorte in bester Form auf dem Teller.
Warum zerlaufen vegane Plätzchen beim Backen?
Vegane Plätzchen zerlaufen meist, weil das Fett zu weich ist: Streichfett mit hohem Wasseranteil, ein warmer Teig oder ein zu heißer Ofen lassen die Formen breit laufen. Abhilfe schaffen vegane Butter im Block, 30 Minuten Kühlzeit vor dem Backen und eine Temperatur von höchstens 175 °C Ober- und Unterhitze.
Auch zu viel Zucker lässt Plätzchen verlaufen, besonders feiner Puderzucker in weichen Teigen. Bröselt der Teig dagegen beim Ausrollen, fehlt Feuchtigkeit: 1 EL Pflanzendrink genügt, mehr macht die Kekse hart. Werden die Plätzchen nach dem Backen steinhart, waren sie zu lange im Ofen. Mürbegebäck ist fertig, wenn nur der Rand golden ist, die Mitte darf hell bleiben.
Die helle Farbe hat einen zweiten Vorteil. Das BfR empfiehlt in seinen Fragen und Antworten zu Acrylamid (August 2024) die Faustregel „vergolden statt verkohlen“: Lebensmittel möglichst nicht über 180 °C und nicht länger als nötig erhitzen, denn ab 170 bis 180 °C bildet sich deutlich mehr Acrylamid. Bei Umluft genügen für Plätzchen 155 bis 160 °C. Dunkel gebackene Ränder schmecken zudem bitter und überdecken feine Aromen wie Vanille und Zitrone.
Festes Fett, kalter Teig und eine moderate Temperatur ergeben Plätzchen mit sauberem Rand und gleichmäßiger Farbe.
Wie lange sind vegane Plätzchen haltbar?
Vegane Plätzchen sind ähnlich lange haltbar wie klassische: Trockenes Mürbegebäck hält luftdicht, kühl, trocken und dunkel gelagert etwa vier Wochen, Makronen etwa drei Wochen, gefüllte Plätzchen mit Creme nur rund eine Woche. Diese Richtwerte nennt Öko-Test für Weihnachtsgebäck, und sie gelten für vegane Varianten genauso.
Am besten lagern Plätzchen in Blechdosen. Kunststoffdosen können laut Öko-Test Geruch und Geschmack verändern, der Kühlschrank ist zu kalt, und Schokolade wird dort grau. Jede Sorte bekommt ihre eigene Dose. Zimtsterne und andere weiche Sorten lässt du zunächst einen Tag offen stehen, bevor sie in die Dose kommen. Glasierte Plätzchen schichtest du mit Backpapier zwischen den Lagen.
Werden Makronen oder Zimtsterne zu hart, hilft ein frischer Apfelschnitz in der Dose, die du alle zwei bis drei Tage austauschst. Bei knusprigen Sorten wie Spekulatius lässt du den Apfel weg, sonst werden sie weich. Trockene Sorten ohne Schokolade kannst du auch einfrieren, am besten direkt nach dem Backen in einer luftdichten Dose, und bei Raumtemperatur auftauen.
Mit der richtigen Dose schmecken früh gebackene Plätzchen auch in der vierten Adventswoche noch frisch.
Häufige Fragen zu veganen Plätzchen
Diese Fragen tauchen rund um vegane Plätzchen in der Weihnachtszeit besonders oft auf.
Sind vegane Plätzchen gesünder?
Vegane Plätzchen sind nicht automatisch gesünder, sie bleiben ein süßer Snack mit viel Zucker und Fett. Über die Nährwerte entscheidet vor allem das Fett: Kokos- und Palmfett enthalten laut VKI besonders viele gesättigte Fettsäuren, Raps- und Olivenöl dagegen mehr ungesättigte. Wer bewusst genießen möchte, wählt Rezepte mit Nüssen, Haferflocken oder Olivenöl und isst lieber wenige gute Plätzchen als viele schnelle.
Kann ich Margarine statt veganer Butter nehmen?
Ja, Margarine funktioniert im Plätzchenteig, wenn sie vegan ist und als Block mit rund 80 % Fett verkauft wird. Die Leitsätze für Feine Backwaren setzen beim Fettgehalt 10 kg Butter mit 10 kg Margarine gleich. Prüfe die Zutatenliste trotzdem, denn manche Margarinesorten enthalten Buttermilch, Molkenpulver oder Milchfett. Halbfettmargarine und weiche Streichfette aus dem Becher eignen sich nicht, weil der Teig dann zerläuft.
Kann ich veganen Plätzchenteig einfrieren?
Veganen Plätzchenteig kannst du gut einfrieren, am besten als flache Scheibe oder als Rolle für Schwarz-Weiß-Gebäck. Gut verpackt hält Mürbeteig im Tiefkühler etwa drei Monate. Zum Auftauen legst du ihn über Nacht in den Kühlschrank. Massen mit Aquafaba für Zimtsterne und Makronen frierst du dagegen nicht ein, weil der Schnee beim Auftauen zusammenfällt.
Wie gelingen glutenfreie vegane Plätzchen?
Glutenfreie vegane Plätzchen gelingen am einfachsten mit Rezepten aus der Massen-Familie, denn Zimtsterne, Haselnussmakronen und Kokosmakronen brauchen kaum oder gar kein Mehl. Für Mürbeteig ersetzt du das Weizenmehl durch eine glutenfreie Mehlmischung und gibst 1 EL Pflanzendrink extra dazu. Bei Zöliakie sollten alle Zutaten als glutenfrei gekennzeichnet sein, auch Oblaten, Backpulver und Haferflocken.
Wo kann man vegane Plätzchen kaufen?
Vegane Plätzchen gibt es in Bio-Läden, Reformhäusern und zunehmend im Supermarkt, zu erkennen am Vegan-Hinweis auf der Packung. Ohne Hinweis lohnt der Blick in die Zutatenliste: Butter, Butterreinfett, Ei, Vollmilchpulver, Honig und Schellack (E 904) machen Gebäck unvegan. Makronen aus dem Handel enthalten in der Regel Eiklar, denn die Leitsätze für Feine Backwaren beschreiben Makronengebäcke als Gebäck aus Ölsamen, Zucker und Eiklar. Auch Zimtsterne entstehen klassisch mit Eischnee.
Vegane Plätzchen mit Kindern backen
Mit Kindern gelingen vegane Plätzchen am besten mit dem Grundteig und Ausstechern, denn der Teig ist robust und verzeiht Fehler beim Ausrollen. Naschen bleibt trotzdem tabu, auch ohne Ei: Mehl kann mit krankmachenden E.-coli-Bakterien (STEC) belastet sein. Das BfR rät deshalb, keinen ungebackenen Teig zu essen, kleine Kinder sollten ganz darauf verzichten. Für die Deko eignen sich Puderzuckerguss, gehackte Pistazien und Mandelblättchen. Bunte Streusel können Schellack oder Gelatine enthalten, ein Blick auf die Packung klärt das.
Fazit: Vegane Plätzchen backen ohne Verzicht
Zehn Rezepte, zwei Familien, ein Prinzip. Bei Teig-Plätzchen tauschst du die Butter gegen vegane Butter im Block, bei Zimtsternen und Makronen das Eiklar gegen Aquafaba. Mehr musst du für die vegane Weihnachtsbäckerei nicht umstellen. Unsere Empfehlung für den Einstieg ist der Grundteig mit 300 g Mehl, 200 g veganer Butter und 100 g Zucker, aus dem auch Spitzbuben und Schwarz-Weiß-Gebäck entstehen. Backe bei höchstens 175 °C, nimm Ceylon-Zimt für Zimtsterne und lagere jede Sorte in einer eigenen Blechdose. Dann hält das Gebäck bis Heiligabend, und am Plätzchenteller fragt niemand, was fehlt.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Cumarin in Zimt und zimthaltigen Lebensmitteln
- Bundesinstitut für Risikobewertung (2012): Cassia-Zimt mit hohen Cumaringehalten nur maßvoll verzehren
- Bundesinstitut für Risikobewertung (2024): Escherichia coli in Mehl und Teig: Was ist wichtig für einen Genuss ohne Reue?
- Bundesinstitut für Risikobewertung (2024): Vergolden statt verkohlen: Fragen und Antworten zu Acrylamid in Lebensmitteln (PDF)
- Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (2025): Leitsätze für Feine Backwaren, Neufassung vom 9. Januar 2025 (PDF, BMLEH)
- Fuentes Choya, P. et al. (2023): Study of the Technological Properties of Pedrosillano Chickpea Aquafaba and Its Application in the Production of Egg-Free Baked Meringues, Foods 12(4)
- Öko-Test (2025): Weihnachtsplätzchen richtig lagern: So bleiben sie bis Weihnachten frisch
- Stiftung Warentest (2024): Veganer Butterersatz: Es muss nicht immer Butter sein
- Verbraucherzentrale NRW (2021): Marktstichprobe Ei-Ersatzprodukte (PDF)