Die GEPA ist Deutschlands größter Fair-Handels-Importeur und ein Pionier des fairen Handels – gegründet 1975, lange bevor das Fairtrade-Siegel entstand. Anders als viele Marken, die einzelne Produkte zertifizieren lassen, ist fairer Handel bei der GEPA das ganze Geschäftsmodell: langfristige Handelsbeziehungen, Zahlung eines Mindestpreises, Vorfinanzierung der Partner und überwiegend Bio-Qualität. Was GEPA-Produkte fair macht, wie sie sich von Fairtrade unterscheiden und wo du GEPA-Schokolade und Kaffee kaufst.
Die GEPA in Zahlen
Die GEPA wurde 1975 gegründet und ist damit einer der ältesten Fair-Handels-Importeure Europas – ein Pionier des fairen Handels.
Der volle Name lautet GEPA – Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH, heute „GEPA – The Fair Trade Company".
GEPA ist Gründungsmitglied der World Fair Trade Organization (WFTO) und arbeitet mit Handelspartnern im globalen Süden zusammen.
Viele GEPA-Produkte tragen zusätzlich das EU-Bio-Siegel – fair und bio aus geprüft ökologischem Anbau.
2026 gewann die GEPA den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Branche Kaffee, Tee, Gewürze; 2014 wurde sie als „nachhaltigste Marke" ausgezeichnet.
Was die GEPA ist und wofür sie steht
Die GEPA ist ein Fair-Handels-Unternehmen, bei dem fairer Handel nicht ein Zusatz, sondern der Kern des Geschäfts ist. Gegründet 1975 von kirchlichen Trägern und der Arbeitsgemeinschaft der Dritte-Welt-Läden, importiert und vertreibt sie Kaffee, Kakao, Tee, Schokolade, Gebäck und Handwerk aus dem globalen Süden. Der volle Name – Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH – beschreibt das Ziel: bessere Lebensbedingungen für die Handelspartner.
Während Marken im Supermarkt einzelne Produkte fair zertifizieren lassen, ist die GEPA als Ganzes auf fairen Handel ausgerichtet. Sie ist Gründungsmitglied der World Fair Trade Organization (WFTO), die nicht einzelne Produkte, sondern ganze Unternehmen auf faire Bedingungen prüft. Diese Unterscheidung ist zentral – mehr zu den Siegeln steht in unserem Beitrag zum Fairtrade-Siegel.
Auf dem deutschen Markt fällt auf, dass die GEPA oft dort genannt wird, wo es um den Ursprung der Fair-Handels-Bewegung geht – sie prägte den fairen Handel in Deutschland, lange bevor er im Supermarkt ankam.
Fairtrade und GEPA: Wo der Unterschied liegt
Fairtrade und GEPA verfolgen dasselbe Ziel, gehen es aber unterschiedlich an. Fairtrade International ist ein Zertifizierungssystem: Es setzt Standards, die Produkte erfüllen müssen, und vergibt das Fairtrade-Siegel über Zertifizierungs- und Monitoringsysteme. Eine unabhängige Zertifizierungsgesellschaft prüft die zertifizierten Fairtrade-Produkte. Die GEPA dagegen ist ein Handelsunternehmen, das selbst zu fairen Bedingungen einkauft und vertreibt – mit eigenen Kriterien, die teils über die Fairtrade-Standards hinausgehen. So bekommen Konsumenten Ware, die meist ökonomisch fairer kalkuliert ist als konventionell gehandelte Produkte.
Konkret zahlt die GEPA im fairen Handel einen Mindestpreis, pflegt langfristige Handelsbeziehungen und bietet ihren Partnern Vorfinanzierung, damit sie nicht in Vorleistung gehen müssen. Viele GEPA-Produkte sind zusätzlich aus geprüft ökologischem Anbau und tragen das EU-Bio-Siegel – fair und bio zugleich. Bei Mischprodukten verzichtet die GEPA bei vielen Artikeln auf Mengenausgleich und setzt auf einen hohen Anteil fair gehandelter Rohware.
Merkmal | Fairtrade | GEPA |
|---|---|---|
Typ | Zertifizierungssystem | Fair-Handels-Unternehmen |
Prüfung | einzelne Produkte (Flocert) | ganzes Unternehmen (WFTO) |
Bio | optional | überwiegend bio |
Vertrieb | Supermarkt, Discounter | Weltläden, Online-Shop, teils Supermarkt |
Manche GEPA-Produkte tragen zusätzlich das Fairtrade-Siegel – die beiden Systeme schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.
Wo du GEPA-Produkte kaufst
GEPA-Produkte kaufst du klassisch in den über das ganze Land verteilten Weltläden – den Fachgeschäften der Fair-Handels-Bewegung. Daneben gibt es einen Online-Shop, und ein Teil des Sortiments steht inzwischen auch im Supermarkt. Bekannt ist vor allem die GEPA-Schokolade aus fair gehandeltem Kakao, oft in Bio-Qualität.
Die Unterstützung der GEPA wirkt direkt: Jedes gekaufte Produkt finanziert faire Handelsbeziehungen und bessere Lebensbedingungen bei den Handelspartnern. Wer GEPA kaufen will, achtet auf das GEPA-Logo auf der Verpackung – häufig kombiniert mit dem EU-Bio-Siegel. Wie faire Schokolade generell funktioniert, vertieft unser Beitrag zur fairen Schokolade.
Wie fairer Handel insgesamt funktioniert, zeigt unser Überblick zu fair gehandelten Lebensmitteln. Weltläden, Online-Shops und faire Anbieter findest du gebündelt auf greenya.de, Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997.
Häufige Fragen zur GEPA
Antworten auf die häufigsten Fragen rund um GEPA und fairen Handel.
Ist GEPA dasselbe wie Fairtrade?
Nein. Fairtrade ist ein Zertifizierungssystem, das das Fairtrade-Siegel an einzelne Produkte vergibt. Die GEPA ist ein Fair-Handels-Unternehmen, das selbst fair einkauft und vertreibt – mit eigenen Kriterien, die teils über die Fairtrade-Standards hinausgehen. Manche GEPA-Produkte tragen zusätzlich das Fairtrade-Siegel, beides ergänzt sich.
Seit wann gibt es die GEPA?
Die GEPA wurde 1975 gegründet und ist damit einer der ältesten Fair-Handels-Importeure Europas. Sie entstand aus kirchlichen Trägern und der Arbeitsgemeinschaft der Dritte-Welt-Läden. Als Pionier prägte sie den fairen Handel in Deutschland, lange bevor das Fairtrade-Siegel existierte. 2026 erhielt sie den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Branche Kaffee, Tee, Gewürze.
Sind GEPA-Produkte bio?
Viele, aber nicht alle. Ein großer Teil des GEPA-Sortiments – besonders Kaffee und Kakao – stammt aus geprüft ökologischem Anbau und trägt das EU-Bio-Siegel. So verbindet die GEPA fairen Handel mit ökologischer Erzeugung. Ob ein Produkt bio ist, erkennst du am EU-Bio-Siegel auf der Verpackung neben dem GEPA-Logo.
Wo kann ich GEPA kaufen?
GEPA-Produkte gibt es in den Weltläden, im Online-Shop der GEPA und teilweise im Supermarkt. Die GEPA-Schokolade aus fairem Kakao ist eines der bekanntesten Produkte. Verzeichnisse für nachhaltige Anbieter listen Weltläden und faire Online-Shops in der Nähe, über die sich das Sortiment beziehen lässt.
Was bedeutet die WFTO-Mitgliedschaft der GEPA?
Die World Fair Trade Organization (WFTO) prüft nicht einzelne Produkte, sondern ganze Unternehmen auf faire Bedingungen entlang der gesamten Lieferkette. Als Gründungsmitglied verpflichtet sich die GEPA, in ihrem gesamten Handeln fair zu wirtschaften – nicht nur bei ausgewählten Artikeln. Das unterscheidet sie von Marken, die nur einzelne Produkte zertifizieren lassen.
Fazit: Fairer Handel als Geschäftsmodell
Die GEPA zeigt, dass fairer Handel mehr sein kann als ein Siegel auf einzelnen Produkten: Seit 1975 ist er bei ihr das ganze Geschäftsmodell – mit Mindestpreis, Vorfinanzierung, langfristigen Partnerschaften und meist Bio-Qualität. Wer über den Standard hinaus unterstützen will, findet in GEPA-Kaffee, -Kakao und -Schokolade eine konsequente Wahl. Kaufen kannst du sie im Weltladen, online und teils im Supermarkt – achte auf das GEPA-Logo plus Bio-Siegel.
Quellen und weiterführende Informationen
GEPA – The Fair Trade Company (2025): Mission, Standards und Handelspartner. gepa.de
World Fair Trade Organization (2025): WFTO-Kriterien und Mitglieder. wfto.com
Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis (2026): Preisträger Branche Kaffee, Tee, Gewürze. nachhaltigkeitspreis.de
Verbraucherzentrale (2025): Fairer Handel und Siegel im Überblick. verbraucherzentrale.de