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Nachhaltigkeit in der Reisebranche Nachhaltig Reisen bedeutet auch auf Arbeitsbedingungen und Menschenrechte zu achten

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Zehn Prozent des Wirtschaftsumsatzes erzielt die Reisebranche pro Jahr. Jeder elfte Arbeitsplatz wird hier verbucht und fünf Prozent aller Exporte entfallen auf die Tourismusbranche. Die Tendenz zeigt für die nächsten Jahre und Jahrzehnte steil nach oben. Es ist daher Zeit, nachhaltig zu reisen. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten Reiseunternehmen, die Logistik im Tourismus und die Reiseanbieter vor Ort.

Nachhaltigkeit in der Mobilität

Reisen beginnt mit PKW, öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Flugzeug. Hierbei entstehen hohe Emissionen an Treibhausgasen. Während Reisende im Alltag besonnen mit Ressourcen umgehen, scheint für die Reisezeit jeder nachhaltige Gedanke ausgelöscht. Doch es gibt Chancen, mit gleichem Komfort zu reisen und gleichzeitig die Umwelt zu entlasten. Diese beiden Möglichkeiten schlagen mit erheblicher Reduzierung an CO2-Ausstoß zu Buche:

Flüge schaden der Umwelt durch den Ausstoß enormer Mengen an Treibhausgasen. Für viele auch fernere Reiseziele bieten Fernbus und Bahn deutlich geringere Belastungen an. Sicherlich dauert das etwas länger. Die investierte Zeit bedeutet aber zugleich das gute Gefühl, sich für den Urlaub um mehr als den eigenen Reisekoffer zu interessieren.

Carsharing bedeutet, dass sich über Onlinekontakt mehrere Personen zu einer gemeinsamen Fahrt mit nur einem Fahrzeug zusammenschließen. Für Kurzreisen bietet sich diese Variante an. Das spart viel Kraftstoff und gleichzeitig Kosten, die ansonsten für Bus, Bahn oder die Fahrt mit dem eigenen Fahrzeug anfallen würden.

Nachhaltigkeit in der Unterbringung und Verpflegung

Viele Maßnahmen von Betreibern der Hotellerie sind für die Gäste unsichtbar. Beim Blättern im Reisekatalog werden sie aber als Merkmale sichtbar. Beispielsweise ist der elektrische Betrieb mit Energiequellen aus der Müllverbrennung oder mit grünem Strom nachhaltiger als konventionelle Energiekonzepte. In der Lieferkette zeichnen sich nachhaltige Hotels durch kurze Lieferwege über regionale Liefernetzwerke aus. Daneben gehören zu nachhaltiger Unterbringung auch Serviceangebote wie der Verleih von Fahrrädern und E-Bikes für Tagesausflüge oder ÖPVN-Tickets gleich im Zimmerpreis. Bestenfalls ist eine E-Tankstelle am Gebäude angeschlossen, wo Mietwagen mit E-Antrieb geladen werden können. Nachhaltige Hotels und Ferienwohnungen beleuchten ausschließlich mit LED im Gebäude und mit Bewegungsmeldern im Außenbereich. In den Zimmern sind keine Minibars oder Kaffeemaschinen zu finden. Als Alternative werden zentrale Stellen mit Wasserkocher zur kostenlosen Bedienung angeboten. All dies sind in der Summe Chancen, den CO2-Fußabdruck für eine ganze Reisesaison und darüber hinaus zu verkleinern. Ferner bedeutet nachhaltig Reisen jedoch auch auf Arbeitsbedingungen und Menschenrechte zu achten.

Nachhaltigkeit bei Reiseaktivitäten

Am Reiseziel führen Stadtführungen, Baden an vollen Stränden, Wandern in Gruppen und ähnliche Aktivitäten zu Störungen in der Ökologie der Reiseregion. Diese lassen sich mit einfachen Mitteln reduzieren. Der Tausch des All-Inklusive-Urlaubs in einer Bettenburg gegen Urlaub in einer Pension oder Ferienwohnung erweitert außerdem den persönlichen Horizont. Beim Alleinurlaub ohne Pauschalbuchungen können tägliche Ziele in der Region selbst gewählt werden, etwa eine Radtour entlang heimischer Gewässer oder eine Wanderung zum nächsten Dorf. Vor einer Urlaubsplanung in der Natur sollten Touristen online mehr über das Urlaubsziel sowie dessen Flora und Fauna recherchieren. So lässt sich eine Verletzung des Pflanzen- und Tierschutzes von vornherein durch sorgsames Handeln vermeiden. Auch viele Campingplätze sind inzwischen äußerst umweltfreundlich. Am Souvenirstand werden immer noch als Souvenirs verarbeitete Teile von Tieren gefährdeter Arten angeboten. So weit sollte die Liebe zur Exotik nicht gehen. Ebenfalls hilft es dem Gedanken der Nachhaltigkeit, wenn regional gebräuchliche Tierveranstaltungen nicht oder nur nach ausgiebiger Vorinformation besucht werden.

Fazit

Nachhaltigkeit im Alltag leben viele Menschen im Kleinen. Das Bewusstsein um sinnvolle Mülltrennung, Energieersparnis durch die Nutzung weniger umweltschädlicher Fahrzeuge oder den Wasser- und Stromverbrauch ist bereits aus den gedanklichen Kinderschuhen entwachsen. Bei der Urlaubsplanung allerdings scheint es vorübergehend ausgesetzt zu sein. Um dennoch nachhaltig zu reisen, helfen Reisebüros, Anbieter von Unterkünften und Reiseveranstalter bereits in verstärktem Maße mit, die Reisebranche weiterzuentwickeln.

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