Was?
Wo?
Suche

Vegane Körperpflege

Worauf du dabei achten solltest!

diana-ruseva-uWQJL61drKM-unsplash.jpg
Aktualisiert: Von Sonja Hermann

Foto: Unsplash

Vegane Körperpflege kommt ohne tierische Inhaltsstoffe aus. Zu den häufigsten tierischen Zutaten in Kosmetik zählen Bienenwachs, Honig, Lanolin, Karmin, Talg und Kollagen. Am sichersten erkennst du vegane Produkte an einem Siegel wie dem V-Label oder der Veganblume und an einem Blick auf die Inhaltsstoffliste.

Vegan zu leben heißt oft, auch im Bad umzudenken. Viele wissen nicht, dass Kosmetik Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs enthalten kann. Hier erfährst du, welche das sind, woran du vegane Pflege erkennst und was die tierischen Zutaten ersetzt.

Welche tierischen Inhaltsstoffe stecken in Kosmetik?

  • Karmin (E 120): Der rote Farbstoff, der Lippenstiften und Make-up Farbe gibt, wird aus Schildläusen gewonnen.
  • Bienenwachs: Es steckt oft in Lippenpflege und Lippenstiften und sorgt für feste Konsistenz.
  • Honig und Milch: Sie kommen in Cremes, Masken, Shampoos und Duschgels vor, etwa als Feuchtigkeitsspender oder als Joghurt-, Sahne- oder Molkepulver. Honig und Milch finden sich laut PTA-Fachpresse sogar in zertifizierter Naturkosmetik.
  • Lanolin: Wollwachs aus Schafwolle, häufig in Lippenpflege und reichhaltigen Cremes.
  • Talg: Tierisches Fett, das in manchen Seifen zum Einsatz kommt.
  • Kollagen, Elastin und Keratin: Sie werden aus Bestandteilen von Nutztieren gewonnen, zum Beispiel aus Haut, Knochen, Federn oder Hufen, und stecken in einigen Cremes und Haarpflegeprodukten.

Wie erkenne ich vegane Kosmetik?

Bei Kosmetik gibt es keine gesetzlich festgelegte Definition für "vegan". Verlass dich deshalb nicht allein auf Werbeaussagen auf der Verpackung. Hilfreich sind zwei Wege:

  • Siegel: Das V-Label und die Veganblume der Vegan Society kennzeichnen Produkte ohne tierische Bestandteile. Für die Veganblume dürfen laut Utopia außerdem weder Unternehmen noch Auftragnehmer Tierversuche durchführen. Die Kontrollen gelten allerdings als wenig transparent.
  • Inhaltsstoffliste (INCI): Prüfe die Zutaten auf die oben genannten Stoffe, zum Beispiel Cera Alba (Bienenwachs), Mel (Honig), Lanolin oder CI 75470 (Karmin). Bei Unsicherheit hilft eine Nachfrage beim Hersteller.

Ein Naturkosmetik-Siegel allein garantiert nicht, dass ein Produkt vegan ist. Laut PTA-Fachpresse sind schätzungsweise 60 bis 80 Prozent der zertifizierten Naturkosmetik automatisch vegan, der Rest kann Honig, Bienenwachs oder Milch enthalten. Auch das Thema Tierversuche ist getrennt zu betrachten: In der EU sind Tierversuche für Kosmetik seit 2013 verboten, nach der Chemikalienverordnung REACH sind sie im Einzelfall für Inhaltsstoffe aber weiter möglich.

Was ersetzt tierische Inhaltsstoffe?

  • Bienenwachs: Pflanzenwachse wie Candelilla- oder Carnaubawachs sowie Jojobaöl.
  • Honig als Feuchtigkeitsspender: Glycerin, Kokosöl oder Sheabutter.
  • Talg und tierische Fette: Pflanzliche Öle und Butter wie Oliven-, Kokos- oder Sheabutter.
  • Keratin und Kollagen: Hydrolysierte Pflanzenproteine, zum Beispiel aus Weizen, Mais oder Soja. Sie sollen die Pflegewirkung von Haut- und Haarprodukten unterstützen.
  • Milchpulver: Pflanzliche Drinks oder Pulver, etwa aus Hafer oder Soja.

Bei gereizter Haut kommt häufig der Wirkstoff Panthenol zum Einsatz, der auch synthetisch hergestellt wird. Aloe Vera wird in der Pflege wegen ihrer feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften geschätzt.

Weitere Schritte für den Alltag

Schon mit kleinen Dingen im Alltag kannst du viel bewirken und die Umwelt schützen. Wenn du auf vegane Körperpflege umstellst, ersetzt du am besten Schritt für Schritt die Produkte, die du ohnehin aufbrauchst, und achtest dabei auf Siegel und Inhaltsstoffliste.

Quellen