Der März ist der Befreiungsmonat. Endlich sprießt Frisches aus dem Boden. Bärlauch erobert Auwälder in ganz Süddeutschland, Brennnessel und Giersch zeigen ihre ersten zarten Triebe, und im Garten wächst der erste Rhabarber. Nach Monaten voller Lagerware und Winterkohl bringt der März echte Frische zurück auf den Teller.
Trotzdem bleibt das Sortiment zweigeteilt. Über 20 Sorten Obst und Gemüse sind im März aus deutschem Anbau oder Lagerung verfügbar – darunter die letzten Wintergemüse-Bestände und erste Gewächshaus-Ernten von Radieschen und Frühlingszwiebeln. Gleichzeitig explodiert die Wildkräuter-Saison. Bärlauch, Brennnessel, Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere und Gänseblümchen liefern kostenlose Vitamine direkt aus der Natur – ohne Transportweg, ohne Verpackung, ohne CO2-Fußabdruck.
Der Saisonkalender März zeigt dir alle regionalen Sorten auf einen Blick, mit Wildkräuter-Sammeltipps, CO2-Vergleichen und konkreten Bezugsquellen. Wer die Mischung aus letzter Lagerware und erstem Frühling versteht, isst im März abwechslungsreicher als in jedem anderen Übergangsmonat. Im kompletten Saisonkalender findest du alle zwölf Monate – und was im Februar noch Hauptsaison hatte.
Was hat im März Saison? Obst und Gemüse auf einen Blick
Rund 20 klassische Sorten plus ein halbes Dutzend Wildkräuter stehen im März zur Verfügung. Das Neue: Erste Freiland-Ernten ergänzen die schrumpfende Lagerware, und Wildkräuter eröffnen eine ganz eigene Kategorie. Die Übersichtstabelle zeigt dir auf einen Blick, woher jedes Lebensmittel stammt.
Lebensmittel | Freiland DE | Gewächshaus DE | Lager DE | Saisonstatus |
|---|---|---|---|---|
Bärlauch | ✅ | – | – | Hauptsaison (ab März) |
Brennnessel | ✅ (Wildwuchs) | – | – | Hauptsaison |
Löwenzahn | ✅ (Wildwuchs) | – | – | Hauptsaison |
Giersch | ✅ (Wildwuchs) | – | – | Hauptsaison |
Vogelmiere | ✅ (Wildwuchs) | – | – | Hauptsaison |
Gänseblümchen | ✅ (Wildwuchs) | – | – | Hauptsaison |
Feldsalat | ✅ (Vlies) | ✅ | – | Spätsaison |
Lauch / Porree | ✅ | – | – | Spätsaison |
Rhabarber | ✅ (Süden, Ende März) | ✅ (Treibgut) | – | Saisonstart |
Radieschen | – | ✅ (Folie) | – | Saisonstart |
Frühlingszwiebel | – | ✅ | – | Saisonstart |
Champignon | – | ✅ | – | Ganzjährig |
Chicorée | – | ✅ (Treiberei) | – | Spätsaison |
Apfel | – | – | ✅ | Lagersaison (spät) |
Kartoffel | – | – | ✅ | Lagersaison |
Möhre | – | – | ✅ | Lagersaison |
Weißkohl | – | – | ✅ | Lagersaison |
Rotkohl | – | – | ✅ | Lagersaison |
Sellerie | – | – | ✅ | Lagersaison |
Zwiebel | – | – | ✅ | Lagersaison |
Nicht regional verfügbar im März: Erdbeeren, Spargel, Tomaten, Gurken und Paprika stammen weiterhin aus Import. Bis zur deutschen Erdbeersaison im Mai vergehen noch Wochen, Spargel startet frühestens Mitte April. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt für den März den gezielten Griff zu Wildkräutern als vitaminreiche Ergänzung zum Lagergemüse.
Saisonales Obst im März: Späte Lageräpfel und erster Freiland-Rhabarber
Das regionale Obstangebot erreicht im März seinen Tiefpunkt. Lageräpfel bilden weiterhin das Rückgrat, aber ihre Qualität lässt nach fünf bis sechs Monaten Lagerung merklich nach. Gleichzeitig taucht der erste Freiland-Rhabarber auf – und markiert damit den echten Saisonstart ins Frühjahr.
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beziffert den CA-Lager-Anteil deutscher Äpfel auf rund 55 Prozent der Gesamternte. Im März funktioniert die kontrollierte Atmosphäre noch, aber die Grenzen werden sichtbar. Boskoop und Topaz halten sich am längsten – Elstar und Braeburn verlieren jetzt spürbar an Aroma. Der Vitamin-C-Gehalt sinkt laut Untersuchungen um etwa 4 Prozent pro Lagermonat. Nach sechs Monaten – also im März – beträgt der Restgehalt noch rund 55 bis 65 Prozent des Erntewerts. Lagerbirnen sind im März praktisch nicht mehr verfügbar – ihre Saison endet im Februar.
Erster Rhabarber – Freiland-Start in Süddeutschland
Rhabarber markiert im März den Wendepunkt. Treibrhabarber aus beheizten Hallen am Niederrhein ist bereits seit Februar erhältlich. Ende März kommt in Süddeutschland und der Region NRW der erste Freiland-Rhabarber hinzu – zarter, aromatischer und mit weniger Oxalsäure als spätere Ernten. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Rhabarbersaison traditionell am Johannistag (24. Juni) endet. In Norddeutschland startet die Freiland-Ernte erst ab April. Rhabarber gilt botanisch als Gemüse, wird aber kulinarisch wie Obst verwendet – eine willkommene Abwechslung im obstkargen März.
Das Obstangebot im März erfordert Pragmatismus. Lageräpfel sind noch vertretbar, Freiland-Rhabarber bringt den ersten frischen Geschmack. Für Beerenhunger bleibt tiefgefrorenes heimisches Obst die klimafreundlichste Option.
Saisonales Gemüse im März: Letzte Wintervorräte und erste Frühboten
Beim Gemüse zeigt der März seinen Übergangscharakter am deutlichsten. Die Lagerbestände aus der Herbsternte schrumpfen, während erste Gewächshaus-Ernten und Freiland-Neulinge das Sortiment auffrischen. Rund 15 klassische Gemüsesorten stehen noch zur Verfügung – ergänzt durch Wildkräuter, die eine ganz eigene Kategorie bilden.
Lauch bleibt als frosthartes Freilandgemüse bis in den März verfügbar. Feldsalat tritt in die Spätsaison ein – unter Vlies geschützt, übersteht er auch die letzten kalten Nächte. Neu auf den Märkten: erste Radieschen und Frühlingszwiebeln aus unbeheizten Folientunneln. Sie sind klein, scharf und knackig – echte Vorboten des Frühlings. Aus dem Lager kommen weiterhin Kartoffeln, Möhren, Sellerie, Weißkohl, Rotkohl und Zwiebeln. Die Qualität der Kartoffeln bleibt stabil: Laut BZfE behalten sie bei fachgerechter Kühlung über 80 Prozent ihres Vitamin-C-Gehalts bis ins Frühjahr. Bei Kohl sieht es ähnlich aus – Weißkohl und Rotkohl halten sich in professionellen Lagern bis April.
Radieschen und Frühlingszwiebeln – erste Gewächshaus-Ernten
Radieschen aus deutschen Folientunneln erreichen im März die Märkte. Klein und intensiv im Geschmack, liefern sie pro 100 Gramm rund 30 mg Vitamin C und wertvolle Senföle. Frühlingszwiebeln ergänzen das Sortiment – beide wachsen im unbeheizten Gewächshaus, was die Ökobilanz deutlich besser macht als bei beheizter Produktion. Ab April erweitert sich das Gewächshaus-Angebot dann rapide.
Insgesamt verschiebt sich das Gemüseangebot im März von reiner Lagerware hin zu einer Mischung aus Lager, Gewächshaus und ersten Freiland-Produkten. Die spannendste Ergänzung liefert die Natur allerdings gratis – in Form von Wildkräutern.
Wildkräuter im März: Bärlauch, Brennnessel und kostenlose Vitamine aus dem Wald
Der März ist der Auftaktmonat für Wildkräuter-Sammler. In Auwäldern, auf Wiesen und am Waldrand sprießen jetzt Bärlauch, Brennnessel, Giersch, Löwenzahn, Vogelmiere und Gänseblümchen – allesamt essbar, vitaminreich und kostenlos. Keine andere Lebensmittelquelle hat eine bessere Umweltbilanz: null Transportweg, null Verpackung, null Anbauenergie. Die jungen Triebe im März sind besonders zart, aromatisch und nährstoffreich – intensiver als im Sommer, wenn die Pflanzen bereits verholzen.
Wildkräuter liefern beeindruckende Nährwerte. Brennnessel enthält pro 100 Gramm rund 333 mg Vitamin C – mehr als jedes Kulturgemüse. Löwenzahnblätter bringen Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Giersch liefert Kalium, Magnesium und Vitamin A. Vogelmiere überzeugt mit hohem Chlorophyll-Gehalt und mildem Geschmack. Der NABU empfiehlt das Sammeln von Wildkräutern als nachhaltige Ergänzung zum saisonalen Einkauf – vorausgesetzt, man hält sich an die goldene Regel: Immer mehr stehen lassen als mitnehmen.
Bärlauch sammeln und sicher erkennen
Bärlauch startet im März seine Hauptsaison. In Auwäldern der Rheinebene, am Bodensee und im Schwarzwald erscheinen die ersten Blätter oft schon Anfang März. Die Hauptsaison liegt im März und April. Achtung: Verwechslungsgefahr besteht mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen – beide sind giftig. Der sicherste Erkennungstest: Bärlauch riecht beim Zerreiben intensiv nach Knoblauch. Maiglöckchen sind geruchlos. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln verboten, außerhalb gilt die Handstraußregelung – nur für den Eigenbedarf, nicht gewerblich. Das Ministerium für Ernährung Baden-Württemberg veröffentlicht jährlich Hinweise zur Bärlauch-Ernte.
Brennnessel, Löwenzahn, Giersch und Co.
Brennnessel gehört zu den wertvollsten Wildkräutern im März. Die jungen Triebspitzen und ersten Blätter eignen sich für Suppen, Smoothies und als Spinat-Ersatz. Beim Sammeln Handschuhe tragen – nach dem Blanchieren oder Zerkleinern verlieren die Brennhaare ihre Wirkung. Löwenzahn bietet junge Blätter für Salate und im frühen Frühjahr auch essbare Wurzeln. Giersch – oft als Unkraut verschmäht – schmeckt im März besonders mild und eignet sich hervorragend für Pesto und Wildkräuter-Salate. Vogelmiere und Gänseblümchen ergänzen den Frühlings-Salat-Mix.
Wildkräuter machen den März zum spannendsten Übergangsmonat. Wer im Wald oder am Feldrand sammelt, ergänzt den Speiseplan um Vitamine und Mineralstoffe, die kein Supermarkt in dieser Frische bieten kann.
Salate und Kräuter im März: Von Wintersalat zu Frühlingssalat
Feldsalat steht im März in seiner Spätsaison. Noch zwei bis drei Wochen, dann lösen Frühlingssalate ihn ab. Unter Vlies im Freilandanbau hält er sich bis Ende März – sein nussiges Aroma und der hohe Eisengehalt machen ihn bis zuletzt zum wertvollsten Kultursalat. Chicorée aus der Treiberei und Radicchio aus Folientunneln ergänzen das Angebot, allerdings ebenfalls in der Spätsaison.
Die eigentliche Salat-Revolution im März liefern Wildkräuter. Junge Löwenzahnblätter, Vogelmiere, Gänseblümchen und Giersch ergeben gemischt einen Frühlings-Wildkräutersalat, der geschmacklich und nährstofftechnisch jeden Eisbergsalat aus Spanien übertrifft. Endiviensalat aus dem Gewächshaus ist im März noch vereinzelt verfügbar. Frische Kräuter bleiben rar – Petersilie und Schnittlauch gibt es aus beheizten Gewächshäusern, aber ökologisch sinnvoller ist der Griff zu Bärlauch als Frischkraut-Ersatz.
Nachhaltigkeit und Lagerware im März: Die CO₂-Bilanz kippt langsam
Im März steht die Lagerware an einem Wendepunkt. Nach fünf bis sechs Monaten Kühlung steigt der kumulierte Energieverbrauch der CA-Lager deutlich an. Für einige Produkte nähert sich die Bilanz dem Punkt, an dem Importware per Schiff die bessere Klima-Option wird.
Deutsche Lageräpfel verursachen im März laut IFEU-Institut geschätzt 0,35 bis 0,4 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm – der Anstieg gegenüber dem Herbst beträgt rund 0,1 kg durch den fortlaufenden Energieverbrauch der Kühlung. Äpfel aus Neuseeland, per Containerschiff transportiert, liegen bei 0,4 bis 0,5 kg CO₂-Äquivalente. Der Abstand schmilzt. Ab Juni kippt das Verhältnis laut IFEU eindeutig zugunsten der Importware. Im März ist die Bilanz noch knapp zugunsten der heimischen Ware – aber nicht mehr so eindeutig wie im Januar.
Für Kartoffeln und Wurzelgemüse sieht die Rechnung besser aus. Laut Umweltbundesamt (UBA) liegt der CO₂-Fußabdruck deutscher Lagerkartoffeln bei 0,4 kg pro Kilogramm. Importkartoffeln aus Ägypten oder Israel überschreiten diesen Wert um das Drei- bis Vierfache. Bei Kohl und Wurzelgemüse lohnt sich die Lagerware auch im März noch klar – ihr Energiebedarf für die Kühlung ist geringer als bei Äpfeln.
Wildkräuter bieten im März die perfekte Ergänzung: null CO₂-Fußabdruck, null Transportweg, null Klima-Diskussion. Wer den Speiseplan im März um Bärlauch, Brennnessel und Löwenzahn erweitert, senkt den ökologischen Fußabdruck seines Einkaufs ohne jede Einschränkung.
Regionale Unterschiede im März in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Im März machen sich die Klimaunterschiede innerhalb der DACH-Region stärker bemerkbar als in den Wintermonaten. Süddeutschland liegt dem Norden zwei bis vier Wochen voraus. Das gilt besonders für Wildkräuter und Rhabarber.
In Norddeutschland startet die Wildkräuter-Saison erst Mitte bis Ende März. Bärlauch ist hier seltener als im Süden – er kommt vor allem in Schleswig-Holstein und im Hamburger Umland vor. Rhabarber aus dem Freiland gibt es nördlich der Mainlinie frühestens ab April. Dafür halten sich Grünkohl und Rosenkohl im Norden etwas länger als im Süden.
Süddeutschland erlebt im März den eigentlichen Wildkräuter-Boom. In den Auwäldern der Oberrheinebene, am Bodensee und im Schwarzwald steht Bärlauch ab Anfang März in voller Blüte. Rhabarber startet in NRW und der Pfalz Ende März im Freiland. Die Bodenseeregion liefert dazu noch Lageräpfel in ordentlicher Qualität.
In Österreich beginnt die Bärlauch-Saison in den Donau-Auen bei Wien und in der March-Region oft schon Anfang März. Die Steiermark und das Burgenland folgen mit leichter Verzögerung. AMA Marketing Österreich verzeichnet den März als offiziellen Bärlauch-Saisonstart.
Die Schweiz zeigt im März das bekannte Höhenlagen-Gefälle. Im Mittelland und am Genfersee sprießen Wildkräuter ähnlich früh wie in Süddeutschland. Im Wallis und in Graubünden liegt der Vorfrühling noch in weiter Ferne. Bio Suisse führt Bärlauch und Rhabarber ab März in seinem Saisonkalender.
Wo bekomme ich saisonales Obst und Gemüse im März?
Der März bietet eine Bezugsquelle, die kein anderer Monat so stark in den Vordergrund stellt: die Natur selbst. Neben den klassischen Einkaufsorten wird Wildkräuter-Sammeln zur echten Alternative.
Hofläden bieten im März die letzten Lagerbestände an – Kartoffeln, Möhren, Äpfel. Einzelne Höfe in Süddeutschland führen bereits ersten Freiland-Rhabarber. Auf Wochenmärkten tauchen jetzt Radieschen und Frühlingszwiebeln aus dem Gewächshaus auf. Ein frischer Wind nach Monaten reiner Winterware. Zertifizierte Anbieter für regionale Lebensmittel findest du auf greenya.de – Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997 – mit über 27.000 gelisteten Anbietern, darunter Hofläden, Bio-Märkte und Wochenmarkt-Betreiber in der gesamten DACH-Region.
Wildkräuter sammeln ist die nachhaltigste Bezugsquelle überhaupt. Bärlauch in Auwäldern, Brennnessel am Waldrand, Löwenzahn auf der Wiese – alles kostenlos und frischer als jedes Supermarktprodukt. Wichtig: Nicht in Naturschutzgebieten sammeln, nicht an stark befahrenen Straßen, und immer nur so viel mitnehmen, wie man verbraucht.
Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) startet im März häufig neue Anteile. Die wöchentliche Gemüsekiste enthält jetzt typischerweise die letzten Kohlsorten, Wurzelgemüse und – je nach Region – erste Frühlingsboten.
Häufige Fragen zum Saisonkalender März
Die wichtigsten Fragen rund um saisonales Einkaufen im März – kurz und konkret beantwortet.
Welches Obst hat im März Saison in Deutschland?
Regionales Frischobst vom Baum gibt es im März nicht. Lageräpfel (Boskoop, Topaz) sind die einzige klassische Obstquelle aus deutschem Anbau. Ende März startet in Süddeutschland und NRW die Freiland-Rhabarbersaison – botanisch ein Gemüse, kulinarisch aber Obst-Ersatz. Laut BLE sind CA-gelagerte Äpfel im März noch verfügbar, verlieren aber an Aroma und Vitamin C.
Welche Wildkräuter kann ich im März sammeln?
Im März starten Bärlauch, Brennnessel, Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere und Gänseblümchen ihre Saison. Die jungen Triebe sind jetzt besonders zart und nährstoffreich – Brennnessel liefert pro 100 Gramm rund 333 mg Vitamin C. Der NABU empfiehlt: Nur sammeln, was man sicher erkennt, nicht in Naturschutzgebieten sammeln und immer mehr stehen lassen als mitnehmen.
Wann beginnt die Rhabarber-Saison?
Treibrhabarber aus beheizten Hallen ist ab Februar erhältlich. Freiland-Rhabarber startet Ende März in Süddeutschland und NRW – in Norddeutschland erst ab April. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Saison bis zum Johannistag am 24. Juni zu nutzen, danach steigt der Oxalsäuregehalt. Freiland-Rhabarber schmeckt aromatischer als Treibware und enthält weniger Oxalsäure als späte Ernten.
Sind Lageräpfel im März noch sinnvoll?
Knapp. Nach fünf bis sechs Monaten CA-Lagerung enthalten Äpfel noch rund 55 bis 65 Prozent ihres ursprünglichen Vitamin-C-Gehalts. Die CO₂-Bilanz liegt bei 0,35 bis 0,4 kg pro Kilogramm – Äpfel aus Neuseeland per Schiff kommen auf 0,4 bis 0,5 kg. Der Abstand schmilzt, bleibt aber im März noch zugunsten der deutschen Lagerware.
Welcher Salat hat im März Saison?
Feldsalat steht im März in seiner Spätsaison und bleibt der wichtigste Kultursalat. Chicorée und Radicchio kommen aus der Treiberei bzw. Folientunneln. Die spannendste Alternative: Wildkräutersalat aus Löwenzahn, Vogelmiere, Gänseblümchen und Giersch. Kopfsalat und Eisbergsalat sind im März nicht regional verfügbar.
Wo darf ich Bärlauch sammeln?
In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Bärlauch verboten – hier drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro. Außerhalb gilt die Handstraußregelung: Sammle nur für den Eigenbedarf, nicht gewerblich, und nur kleine Mengen. Nicht an viel begangenen Wegen oder Hundewiesen sammeln. Laut Ministerium für Ernährung Baden-Württemberg sind öffentliche Wälder und Auen außerhalb von Schutzzonen erlaubt.
Fazit: Der März bringt die erste echte Frische – Wildkräuter als Bonus ohne Transportweg
333 mg Vitamin C pro 100 Gramm Brennnessel, null Kilometer Transportweg bei Bärlauch, erster Freiland-Rhabarber ab Ende März – der Übergangsmonat liefert mehr als nur letzte Lagerware. Wer im März Wildkräuter sammelt, ergänzt den Speiseplan um die frischesten und klimafreundlichsten Lebensmittel des Jahres. Kein Lager, kein Transport, keine Verpackung. So geht regional.
Für den Rest des Einkaufs gilt: Lageräpfel und Wintergemüse sind im März noch vertretbar, aber die Bilanz kippt langsam. Nutze Hofladen, Wochenmarkt und den Saisonkalender, um bewusst einzukaufen – ab April erweitert sich das Freilandangebot dann deutlich mit Spargel und ersten Frühgemüsen.
Quellen und weiterführende Informationen
AMA Marketing Österreich (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse aus Österreich. amainfo.at
Bio Suisse (2025): Saisonkalender Schweiz – Obst und Gemüse nach Saison. bio-suisse.ch
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung / BLE (2025): Markt und Versorgung Obst. ble.de
Bundeszentrum für Ernährung / BZfE (2025): Der Saisonkalender – Obst und Gemüse. bzfe.de
IFEU-Institut Heidelberg (2020): Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. ifeu.de
Ministerium für Ernährung Baden-Württemberg (2026): Bärlauch-Saison 2026 – Genuss mit Verantwortung. mlr.baden-wuerttemberg.de
NABU (2025): Saisonkalender für Obst und Gemüse. nabu.de
Umweltbundesamt / UBA (2024): Ökobilanz von Lebensmitteln. umweltbundesamt.de
Verbraucherzentrale Bundesverband (2025): Tipps zur Rhabarber-Zeit. verbraucherzentrale.de