Der Februar trägt zwei Gesichter. Noch dominiert Wintergemüse aus Lager und Freiland das regionale Angebot – Grünkohl, Rosenkohl und Feldsalat stehen in den letzten Wochen ihrer Hauptsaison. Gleichzeitig tauchen in milden Regionen Süddeutschlands die ersten Vorboten des Frühlings auf: Bärlauch sprießt Ende Februar in Auwäldern entlang der Rheinebene, und erster Treibrhabarber aus beheizten Hallen am Niederrhein erreicht die Märkte.
Über 25 Sorten Obst und Gemüse sind im Februar aus deutschem Anbau oder deutscher Lagerung verfügbar. Das Sortiment ähnelt dem Januar – mit einem entscheidenden Unterschied: Die Qualität der Lagerware beginnt langsam nachzulassen. Vitamin-C-Verluste bei Äpfeln und Kartoffeln steigen mit jedem Lagermonat. Trotzdem bleibt die Ökobilanz eindeutig. Ein deutscher Lagerapfel verursacht laut IFEU-Institut 0,3 kg CO₂ pro Kilogramm. Import-Erdbeeren per Flugzeug kommen auf das 37-Fache.
Wer im Februar saisonal einkauft, braucht vor allem eines: Wissen darüber, was noch frisch ist, was bereits nachlässt und welche neuen Produkte gerade beginnen. Dieser Saisonkalender Februar zeigt dir alle Sorten im Überblick, mit CO2-Daten, regionalen Unterschieden und konkreten Bezugsquellen. Im kompletten Saisonkalender findest du alle zwölf Monate – und was im Januar noch Hauptsaison hatte.
Was hat im Februar Saison? Obst und Gemüse auf einen Blick
Rund 25 regionale Lebensmittel stehen im Februar zur Verfügung – als Freilandgemüse, aus Gewächshäusern und Treibereien oder aus professioneller Lagerung. Neu gegenüber dem Januar: Treibrhabarber und in Süddeutschland erster Bärlauch. Die folgende Übersichtstabelle zeigt dir auf einen Blick, woher jedes Lebensmittel stammt und in welchem Saisonstatus es sich befindet.
Lebensmittel | Freiland DE | Gewächshaus DE | Lager DE | Saisonstatus |
|---|---|---|---|---|
Grünkohl | ✅ | – | – | Spätsaison (endet Feb/März) |
Rosenkohl | ✅ | – | – | Spätsaison |
Feldsalat | ✅ (Vlies) | ✅ | – | Hauptsaison |
Lauch / Porree | ✅ | – | – | Hauptsaison |
Chicorée | – | ✅ (Treiberei) | – | Hauptsaison |
Pastinake | ✅ | – | ✅ | Hauptsaison |
Topinambur | ✅ | – | – | Hauptsaison |
Schwarzwurzel | ✅ | – | ✅ | Hauptsaison |
Champignon | – | ✅ | – | Ganzjährig |
Endiviensalat | – | ✅ (Folie) | – | Nebensaison |
Radicchio | – | ✅ (Folie) | – | Nebensaison |
Rhabarber | – | ✅ (Treibgut) | – | Vorfrühling (ab Feb) |
Bärlauch | ✅ (Süden) | – | – | Vorfrühling (Ende Feb) |
Apfel | – | – | ✅ | Lagersaison |
Birne | – | – | ✅ | Lagersaison (endet bald) |
Kartoffel | – | – | ✅ | Lagersaison |
Möhre | – | – | ✅ | Lagersaison |
Rote Bete | – | – | ✅ | Lagersaison |
Sellerie | – | – | ✅ | Lagersaison |
Petersilienwurzel | – | – | ✅ | Lagersaison |
Weißkohl | – | – | ✅ | Lagersaison |
Rotkohl | – | – | ✅ | Lagersaison |
Wirsing | – | – | ✅ | Lagersaison |
Chinakohl | – | – | ✅ | Lagersaison |
Kürbis | – | – | ✅ | Lagersaison (Spätsorten) |
Zwiebel | – | – | ✅ | Lagersaison |
Nicht regional verfügbar im Februar: Tomaten, Gurken, Paprika, Zucchini und Erdbeeren stammen ausschließlich aus Import. Spargel wird vereinzelt aus Peru oder Mexiko angeboten – bis zur deutschen Spargelsaison im April vergehen noch Wochen. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) listet in seinem Saisonkalender rund 80 Obst- und Gemüsearten nach Verfügbarkeit auf und bestätigt: Im Februar ist das regionale Angebot auf Wintergemüse und Lagerware beschränkt.
Saisonales Obst im Februar: Lageräpfel, Birnen und erster Treibrhabarber
Im Februar wird das regionale Obstangebot noch schmaler als im Januar. Äpfel aus CA-Lagerung bilden weiterhin das Rückgrat, doch die ersten Lagerbirnen-Sorten erreichen ihr Haltbarkeitsende. Gleichzeitig taucht ein Neuling auf: Treibrhabarber aus beheizten Hallen am Niederrhein – zart, rosa und mit mildem Geschmack.
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beziffert den Anteil der CA-gelagerten deutschen Äpfel auf rund 55 Prozent der Gesamternte. Im Februar funktioniert die kontrollierte Atmosphäre noch zuverlässig: Boskoop, Jonagold, Topaz, Braeburn und Elstar schmecken nach wie vor aromatisch. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass der Vitamin-C-Gehalt pro Lagermonat um etwa 10 Prozent sinkt. Ein Lagerapfel im Februar enthält damit noch rund 70 bis 75 Prozent seines ursprünglichen Vitamin-C-Gehalts – immer noch ein solider Wert, verglichen mit importiertem Obst, das tagelange Transportwege hinter sich hat.
Lagerbirnen: Conference und Alexander Lucas
Birnen reagieren empfindlicher auf lange Lagerung als Äpfel. Conference und Alexander Lucas – die beiden wichtigsten deutschen Lagersorten – sollten bis Ende Februar verbraucht sein. Danach werden sie mehlig und verlieren ihr Aroma. Wer im Februar noch Lagerbirnen findet, greift am besten zu Bio-Ware aus dem Alten Land oder vom Bodensee. Ab März sind regionale Birnen praktisch nicht mehr erhältlich.
Treibrhabarber – der erste Frühlingsbote im Obstangebot
Ab Mitte Januar treiben Erzeuger am Niederrhein und in der Region Köln Rhabarberwurzeln in dunklen, beheizten Hallen bei konstant 15 Grad Celsius. Die Sorte Goliath liefert erste zarte Stangen bereits im Februar. Dieser Treibrhabarber ist milder und zarter als Freilandrhabarber, der erst ab Ende März auf den Markt kommt. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Treibrhabarber weniger Oxalsäure enthält als spätere Freilandware – ein Vorteil für empfindliche Mägen. Die Menge bleibt begrenzt: Treibrhabarber ist ein Nischenprodukt, das vor allem auf Wochenmärkten und in Hofläden im Rheinland erhältlich ist.
Das Obstangebot im Februar erfordert bewusste Entscheidungen. Lagerapfel statt Flugmango, Treibrhabarber als saisonale Neuheit – wer diese Optionen kennt, isst auch im Spätwinter regional und klimafreundlich.
Saisonales Wintergemüse im Februar: Kohl, Wurzelgemüse und Frühlingsboten
Beim Gemüse bietet der Februar ein vertrautes Bild mit neuen Akzenten. Über 20 Sorten stammen aus deutschem Anbau oder deutscher Lagerung. Das Wintergemüse-Repertoire ist nahezu identisch mit dem Januar – aber zwei Veränderungen fallen auf: Grünkohl und Rosenkohl stehen in ihren letzten Saisonwochen, und in Süddeutschland sprießt Ende Februar der erste Bärlauch.
Die Verbraucherzentrale stuft den Februar als letzten vollen Wintermonat ein. Grünkohl hat seine Hauptsaison von November bis Februar, Rosenkohl hält sich bis März. Wer jetzt nochmal zugreift, bekommt frostgeprägte Kohlsorten auf dem Geschmackshöhepunkt. Ab März wird frischer Grünkohl auf Märkten zur Rarität. Das bedeutet: Februar ist die letzte Gelegenheit für Grünkohleintopf mit vollem Winteraroma. Daneben bleibt das Lagergemüse-Sortiment stabil. Kartoffeln, Möhren, Sellerie, Rote Bete, Petersilienwurzel und die gesamte Kohlfamilie – Weißkohl, Rotkohl, Wirsing und Chinakohl – stehen wie gewohnt zur Verfügung.
Grünkohl und Rosenkohl – letzte Wochen vom Freiland
Grünkohl liefert pro 100 Gramm rund 120 mg Vitamin C. Das übertrifft Orangen. Im Februar hat die wochenlange Frosteinwirkung den Zuckergehalt weiter maximiert – Enzyme haben Stärke in Glucose und Fructose gespalten. Dieser biologische Prozess macht den Kohl süßer und milder. Rosenkohl ergänzt das Freilandangebot mit 110 mg Vitamin C pro 100 Gramm und bleibt bis März verfügbar. Beide Sorten wachsen im Freiland und werden bei Bedarf frisch geerntet. Wer sie im Februar kauft, bekommt die aromatischsten Exemplare des Winters – danach ist die Saison vorbei.
Wurzelgemüse und Kohlsorten aus dem Lager
Kartoffeln, Möhren, Sellerie, Rote Bete, Petersilienwurzel, Pastinaken, Schwarzwurzeln und Zwiebeln stammen im Februar aus professionellen Kühllagern. Die Lagerung erfolgt bei 2 bis 5 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit. Laut BZfE behalten Kartoffeln aus fachgerechter Lagerung über 80 Prozent ihres Vitamin-C-Gehalts bis zum Frühjahr. Topinambur wird im Februar noch direkt aus dem Boden gegraben – als Knollengemüse übersteht er Frost problemlos. Weißkohl, Rotkohl, Wirsing und Chinakohl komplettieren die Lagerbestände. Die Kürbis-Lagersaison neigt sich allerdings dem Ende zu: Späte Sorten wie Hokkaido und Butternut sollten bis Ende Februar verbraucht sein.
Bärlauch verdient im Februar eine Sonderstellung. In den milden Auwäldern der Rheinebene, am Bodensee und in Teilen des Oberrheingrabens sprießen Ende Februar die ersten Blätter – bei mildem Winter bereits Mitte des Monats. Die Bärlauch-Hauptsaison beginnt zwar erst im März und April, doch Kenner sammeln die ersten zarten Blätter schon jetzt. Achtung: Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen besteht. Die Blätter sehen ähnlich aus, die giftigen Doppelgänger sind jedoch geruchlos – Bärlauch riecht beim Zerreiben intensiv nach Knoblauch.
Salat im Februar: Feldsalat, Chicorée und Wintersalate
Feldsalat bleibt auch im Februar der wichtigste regionale Blattsalat. Unter Vlies oder in unbeheizten Folientunneln wächst er im Freilandanbau und trotzt Minusgraden zuverlässig. Sein nussiges Aroma und der hohe Eisengehalt von 2 mg pro 100 Gramm machen ihn zum wertvollsten Wintersalat. Die Hauptsaison läuft noch bis März – danach wird Feldsalat von Frühlingssalaten abgelöst.
Chicorée liefert im Februar eine willkommene geschmackliche Abwechslung. Er wird nicht im klassischen Sinne angebaut, sondern in Dunkelkammern aus Zichorienwurzeln getrieben. Dieses Treibverfahren läuft ganzjährig, erreicht aber im Winter seinen Höhepunkt. Die Bitterstoffe des Chicorées – vor allem Intybin – regen die Verdauung an und ergänzen die eher milden Kohlgerichte des Winters. Endiviensalat und Radicchio kommen aus Folientunneln und bieten ähnliche Bitterstoffprofile.
Kräuter? Weiterhin schwierig. Frische Kräuter aus deutschem Anbau sind im Februar rar. Petersilie und Schnittlauch gibt es vereinzelt aus beheizten Gewächshäusern, deren Ökobilanz jedoch ungünstig ausfällt. Wer hierzulande im Februar Salat essen möchte, bleibt bei Feldsalat und Chicorée – geschmacklich und ökologisch die beste Wahl der kalten Monate.
Nachhaltigkeit und Lagerware im Februar: CO₂-Bilanz, Vitaminverluste und die Import-Frage
Im Februar steht Lagerware vor einer doppelten Herausforderung: Der Energieverbrauch der Kühlung steigt mit jedem Monat, und die Vitamingehalte sinken. Trotzdem bleibt die CO₂-Bilanz regionaler Lagerware im Februar klar besser als die von Importprodukten – die Transportwege machen den Unterschied.
Deutsche Lageräpfel verursachen im Februar rund 0,3 bis 0,35 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm. Der leichte Anstieg gegenüber dem Januar resultiert aus dem fortlaufenden Energieverbrauch der CA-Lager. Äpfel aus Neuseeland, per Containerschiff transportiert, kommen auf 0,4 bis 0,5 kg CO₂-Äquivalente. Im Februar ist die Bilanz noch zugunsten der heimischen Ware. Erst ab Juni kippt das Verhältnis laut IFEU-Institut, weil die kumulierten Lagerkosten den Transportvorteil aufzehren.
Die Vitaminverluste verdienen im Februar besondere Aufmerksamkeit. Laut einer Übersicht der Ernährungs Umschau verlieren Äpfel in CA-Lagerung pro Monat etwa 10 Prozent ihres Vitamin-C-Gehalts. Im Februar – nach vier bis fünf Monaten Lagerung – beträgt der Restgehalt noch rund 60 bis 70 Prozent des Erntewertes. Kartoffeln halten sich besser: Laut Umweltbundesamt (UBA) bleiben über 80 Prozent des Vitamin C bei fachgerechter Kühllagerung erhalten. Der CO₂-Fußabdruck deutscher Lagerkartoffeln liegt bei etwa 0,4 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm – Importkartoffeln aus Ägypten oder Israel überschreiten diesen Wert um das Drei- bis Vierfache.
Wann wird Import sinnvoller als Lagerung? Bei Produkten mit hohem Kühlbedarf und geringer Lagerfähigkeit kann Schiffsware aus Südeuropa ab dem Spätwinter eine bessere Klima-Bilanz aufweisen als monatelang gekühlte deutsche Ware. Für die meisten Winterprodukte im Februar gilt jedoch: Regional aus dem Lager schlägt Import. Die IFEU-Studie (2020) bestätigt das für Äpfel, Kartoffeln und Wurzelgemüse gleichermaßen.
Regionale Unterschiede im Februar in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Zwischen Norddeutschland und dem Alpenraum liegen im Februar kulinarische Welten. Die Saisonzeiten verschieben sich um zwei bis vier Wochen – abhängig von Klima, Höhenlage und regionaler Anbautradition.
In Norddeutschland endet im Februar die Grünkohl-Hauptsaison. Die traditionellen „Grünkohlfahrten" in Niedersachsen und Schleswig-Holstein finden ihre letzten Runden. Rosenkohl und Lauch halten sich etwas länger. Wer jetzt noch Grünkohl auf dem Wochenmarkt findet, sollte zugreifen – in zwei Wochen ist Schluss.
Süddeutschland erlebt im Februar den spannendsten Übergang. Während Wirsing, Chinakohl und Chicorée weiterhin das Winterangebot prägen, sprießt in den Auwäldern der Oberrheinebene, am Bodensee und im Schwarzwald der erste Bärlauch. Ende Februar bei mildem Verlauf, Anfang März bei kälterem Winter. Die Bodenseeregion liefert dazu Lageräpfel in Premium-Qualität – Jonagold und Topaz gelten dort als Spezialität.
In Österreich prägt Wurzelgemüse den Februar. Pastinaken, Petersilienwurzel und Sellerie bilden die Basis für Suppen und Eintöpfe in der Steiermark und im Weinviertel. AMA Marketing Österreich führt einen eigenen Saisonkalender, der die Verfügbarkeit heimischer Produkte nach Bundesland aufschlüsselt. Erster Bärlauch erscheint in den Donau-Auen bei Wien oft schon Ende Februar.
Die Schweiz startet kalt in den Februar. Im Wallis und in Graubünden liegt der Vorfrühling noch in weiter Ferne – hier dominiert Lagerware. Im Mittelland und am Genfersee dagegen zeigen sich erste Frühlingsboten ähnlich wie in Süddeutschland. Bio Suisse dokumentiert in seinem Saisonkalender detailliert, welche Schweizer Produkte im Februar aus welcher Anbauart stammen.
Für alle drei Länder gilt: Der Februar belohnt Geduld und Ortskenntnis. Wer in der Rheinebene wohnt, kann schon frischen Bärlauch sammeln, während im Norden noch reiner Winterbetrieb herrscht.
Wo bekomme ich saisonales Obst und Gemüse im Februar?
Regionales Wintergemüse findet sich im Februar an den gleichen Bezugsquellen wie im Januar – mit einem saisonalen Bonus: Die ersten Frühlingsboten tauchen auf Märkten auf. Vier Wege lohnen sich besonders.
Hofläden mit eigener Lagerhaltung bieten im Februar Direktverkauf aus dem Kühllager. Kartoffeln, Möhren, Rote Bete und Äpfel kommen ohne Zwischenhandel zum Verbraucher. Viele Höfe führen jetzt die letzten Grünkohl- und Rosenkohl-Bestände. Einzelne Höfe in Süddeutschland haben bereits Bärlauch im Angebot.
Wochenmärkte finden auch im kältesten Februar statt. Das Angebot ist saisonal begrenzt, die Qualität dafür hoch. Am Niederrhein taucht auf Wochenmärkten jetzt erster Treibrhabarber auf – ein echtes Saisonhighlight. Zertifizierte Anbieter für regionale Lebensmittel findest du auf greenya.de – Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997 – mit über 27.000 gelisteten Anbietern, darunter Hofläden, Bio-Märkte und Wochenmarkt-Betreiber in der gesamten DACH-Region.
Bio-Supermärkte wie Alnatura und Denn's kennzeichnen ihre Ware mit Herkunftsangaben. Achte im Februar gezielt auf das Etikett „Deutschland" – so vermeidest du Import-Gemüse, das im gleichen Regal liegt. Treibrhabarber und Bärlauch sind in Bio-Supermärkten noch selten, da die Mengen begrenzt sind.
Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) liefert auch im Februar. Die wöchentliche Gemüsekiste enthält jetzt typischerweise Kohl, Wurzelgemüse und Feldsalat. Je nach Standort kommen erste Frühboten hinzu.
Häufige Fragen zum Saisonkalender Februar
Die wichtigsten Fragen rund um saisonales Einkaufen im Februar – kurz und konkret beantwortet.
Welches Gemüse hat im Februar Saison in Deutschland?
Über 20 Gemüsesorten stammen im Februar aus deutschem Anbau oder deutscher Lagerung. Frisch vom Freiland: Grünkohl (Spätsaison), Rosenkohl, Feldsalat, Lauch, Pastinake, Topinambur und Schwarzwurzel. Aus dem Lager: Kartoffeln, Möhren, Sellerie, Rote Bete, Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Chinakohl, Zwiebeln und Kürbis. Aus dem Gewächshaus: Champignons und Chicorée. Neu: erster Bärlauch in Süddeutschland.
Wann beginnt die Bärlauch-Saison?
Die Bärlauch-Saison beginnt je nach Region und Witterung Ende Februar bis Mitte März. In milden Lagen Süddeutschlands – Rheinebene, Bodensee, Schwarzwald – sprießen die ersten Blätter bei günstiger Witterung ab Ende Februar. Laut dem Ministerium für Ernährung Baden-Württemberg liegt die Hauptsaison im März und April. Achtung: Verwechslungsgefahr mit giftigen Maiglöckchen. Bärlauch erkennt man am intensiven Knoblauchgeruch beim Zerreiben.
Sind Lageräpfel im Februar noch gut?
Ja, aber die Qualität sinkt langsam. Nach vier bis fünf Monaten CA-Lagerung enthalten Äpfel laut BZfE noch rund 60 bis 70 Prozent ihres ursprünglichen Vitamin-C-Gehalts. Geschmack und Textur bleiben bei Sorten wie Boskoop und Braeburn bis März stabil. Die CO₂-Bilanz spricht weiterhin für den deutschen Lagerapfel: 0,3 kg CO₂ pro Kilogramm gegenüber 0,8 kg bei Importäpfeln per Schiff.
Welche Salate kann ich im Februar saisonal essen?
Feldsalat wächst im Februar unter Vlies im Freiland und ist der wichtigste Wintersalat. Chicorée kommt aus der Treiberei, Endiviensalat und Radicchio aus Folientunneln. Kopfsalat, Eisbergsalat und Rucola sind im Februar nicht regional verfügbar – sie stammen aus Spanien oder beheizten Gewächshäusern mit hohem Energieverbrauch. Ab März erweitert sich das Salatangebot schrittweise.
Welche Kohlsorten haben im Februar Saison?
Sechs Kohlsorten sind im Februar aus deutschem Anbau verfügbar. Grünkohl und Rosenkohl kommen noch frisch vom Freiland – allerdings in der Spätsaison. Weißkohl, Rotkohl, Wirsing und Chinakohl stammen aus professioneller Lagerung. Die Verbraucherzentrale stuft alle sechs Sorten im Februar als regional erhältlich ein. Grünkohl endet im März, Rosenkohl hält sich bis Ende März.
Wo finde ich im Februar regionale Lebensmittel?
Hofläden, Wochenmärkte, Bio-Supermärkte und SoLaWi-Betriebe bieten im Februar regionales Wintergemüse an. Hofläden mit eigener Lagerhaltung haben oft die frischeste Ware. Auf Wochenmärkten am Niederrhein gibt es ab Februar Treibrhabarber als saisonale Besonderheit. Laut NABU führen die meisten deutschen Wochenmärkte auch im Winter ein regionales Kernsortiment aus Kohl, Wurzelgemüse und Lagerobst.
Fazit: Der Februar belohnt Geduld – letztes Winteraroma und erste Frühlingsboten
Sechs Kohlsorten, sieben Wurzel- und Knollengemüse, vier Salate und zwei Frühlingsboten – der Februar bietet trotz Kälte eine solide Auswahl an regionalen Lebensmitteln. Der Monat hat Charakter. Grünkohl und Rosenkohl stehen in ihren letzten Saisonwochen und liefern jetzt das intensivste Aroma des Winters. Gleichzeitig kündigen Bärlauch in Süddeutschland und Treibrhabarber vom Niederrhein den Vorfrühling an.
Die CO₂-Bilanz spricht auch im Februar klar für regionale Lagerware. Das zählt. Wer jetzt heimisches Gemüse wählt statt Import-Erdbeeren und Flugmangos, trifft eine der klimafreundlichsten Einkaufsentscheidungen des Jahres. Nutze Hofladen, Wochenmarkt und den Saisonkalender, um auch im Spätwinter bewusst einzukaufen – ab März wächst das Freilandangebot dann spürbar.
Quellen und weiterführende Informationen
AMA Marketing Österreich (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse aus Österreich. amainfo.at
Bio Suisse (2025): Saisonkalender Schweiz – Obst und Gemüse nach Saison. bio-suisse.ch
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung / BLE (2025): Markt und Versorgung Obst. ble.de
Bundeszentrum für Ernährung / BZfE (2025): Der Saisonkalender – Obst und Gemüse. bzfe.de
IFEU-Institut Heidelberg (2020): Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. ifeu.de
NABU (2025): Saisonkalender für Obst und Gemüse. nabu.de
Umweltbundesamt / UBA (2024): Ökobilanz von Lebensmitteln. umweltbundesamt.de
Verbraucherzentrale Bundesverband (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse frisch und regional einkaufen. verbraucherzentrale.de