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Saisonkalender Mai: Welches Obst und Gemüse jetzt frisch und regional ist

Nahaufnahme einer Hand, die Erdbeeren auf dem Feld hält null
Aktualisiert:

Im Mai explodiert der Saisonkalender. Spargel steht in Hochsaison, Rhabarber liefert seine letzten kräftigen Stangen, und ab Mitte des Monats reifen die ersten heimischen Erdbeeren im Freiland. Gleichzeitig drängen Radieschen, Kohlrabi und Frühlingszwiebeln vom Feld auf den Teller. Salate – Kopfsalat, Lollo Rosso, Eichblattsalat – gibt es endlich wieder vom Freiland statt aus dem Gewächshaus. Über 40 Sorten Obst und Gemüse kommen im Mai aus deutschem Freiland oder Gewächshaus.

Aber Vorsicht: Nicht alles, was im Mai im Supermarkt als „Erdbeere" verkauft wird, ist auch regional. Freiland-Erdbeeren aus Deutschland starten je nach Region erst zwischen Mitte und Ende Mai. Wer Anfang Mai Erdbeeren kauft, greift fast immer zu Importware aus Spanien oder zu Treibhausware. Die CO₂-Bilanz unterscheidet sich erheblich – laut IFEU-Institut verursachen Freiland-Erdbeeren rund 0,3 kg CO₂ pro Kilogramm, Flugware aus Übersee das Zehnfache.

Der Mai ist der Monat des Umbruchs. Die letzten Winterlager leeren sich, die ersten Freilandernten laufen an. Wer jetzt regional einkauft, bekommt Qualität zum besten Preis – Spargel, Salate und Kräuter kosten in der Hauptsaison deutlich weniger als im Frühjahr. Der Umweltvorteil kommt gratis dazu.

Dieser Saisonkalender Mai zeigt dir die komplette saisonale Auswahl, mit Bezugsquellen, Selbstpflück-Tipps und regionalen Besonderheiten. Im kompletten Saisonkalender findest du alle zwölf Monate – und was im April Saison hatte.

Was hat im Mai Saison? Obst und Gemüse auf einen Blick

Über 40 regionale Lebensmittel stehen im Mai zur Verfügung – deutlich mehr als im April. Das Freiland übernimmt jetzt die Hauptrolle. Die Übersichtstabelle zeigt, was wann verfügbar ist. Einige Sorten starten erst Mitte oder Ende Mai.

Lebensmittel

Freiland DE

Gewächshaus DE

Saisonstatus

Spargel (weiß + grün)

Hochsaison

Rhabarber

Späte Hauptsaison

Erdbeeren

✅ (ab Mitte Mai)

✅ (Folientunnel)

Saisonstart

Radieschen

Hauptsaison

Kohlrabi

Hauptsaison

Frühlingszwiebeln

Hauptsaison

Mangold

Saisonstart

Spinat

Hauptsaison

Blumenkohl

✅ (frühe Sorten)

Saisonstart

Lauch

Saisonende

Kopfsalat

Hauptsaison

Lollo Rosso, Lollo Bionda

Hauptsaison

Eichblattsalat

Hauptsaison

Batavia / Bataviasalat

Hauptsaison

Feldsalat

Saisonende

Schnittlauch

Hauptsaison

Petersilie

Hauptsaison

Dill

Saisonstart

Kerbel

Hauptsaison

Bärlauch

Saisonende

Champignon

Ganzjährig

Kartoffel (Frühkartoffel)

✅ (Süden)

Saisonstart

Nicht regional im Mai: Tomaten, Gurken und Paprika kommen weiterhin überwiegend aus Spanien oder den Niederlanden. Deutsche Glashausware startet erst Ende Mai vereinzelt. Der Transportweg ist entsprechend lang. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt, im Mai auf die reichhaltige Freilandauswahl zu setzen und auf klimaintensive Importware zu verzichten.

Erdbeeren, Spargel und Rhabarber: Die Mai-Klassiker im Saisonkalender

Drei Lebensmittel prägen den Mai wie kein anderer Monat: Erdbeeren, Spargel und Rhabarber. Alle drei haben eine begrenzte Saison und sind genau jetzt in bester Qualität verfügbar – frisch, regional, zu fairen Preisen. Das Zusammenspiel dieser drei Mai-Stars macht den Monat kulinarisch einzigartig.

Die wirtschaftliche Bedeutung ist erheblich. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) umfasst die Spargelanbaufläche in Deutschland rund 22.500 Hektar – verteilt auf 1.350 Betriebe. Die Erdbeerfläche liegt bei rund 10.000 Hektar. Beide Kulturen erreichen im Mai ihren Produktions-Höhepunkt. Für Verbraucher bedeutet das: beste Auswahl, niedrigste Preise, kürzeste Transportwege.

Alle drei Mai-Klassiker verbindet ein entscheidender Vorteil: Sie wachsen ausschließlich im Freiland, ohne beheizte Gewächshäuser, ohne künstliche Beleuchtung. Die CO2-Bilanz ist exzellent – Spargel vom Hof nebenan verursacht weniger als 0,2 kg CO₂ pro Kilogramm. Dazu kommt der Geschmacksvorteil: Freilandware reift am Strauch oder im Boden aus und entwickelt ihr volles Aroma. Importiertes Obst wird dagegen oft unreif geerntet.

Wann beginnt die Erdbeer-Hauptsaison in Deutschland?

Die Antwort hängt von der Region ab. Freiland-Erdbeeren aus der Pfalz, aus Baden und vom Niederrhein reifen ab Mitte Mai. In Norddeutschland – Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern – startet die Freilandernte erst Ende Mai bis Anfang Juni. Wer vor Mitte Mai Erdbeeren kauft, bekommt fast immer Importware aus Spanien oder Ware aus dem Folientunnel.

Der Unterschied ist geschmacklich und ökologisch relevant. Freiland-Erdbeeren aus der Region verursachen laut IFEU-Institut rund 0,3 kg CO₂ pro Kilogramm. Erdbeeren aus spanischen Gewächshäusern liegen bei 0,6 bis 0,9 kg CO₂ – und schmecken oft wässriger, weil sie unreif geerntet und transportiert werden. Freiland-Erdbeeren entwickeln ihr volles Aroma am Strauch. Das merkt man.

Selbstpflück-Felder öffnen ab Mitte Mai in ganz Deutschland. Pro Kilogramm kosten selbst gepflückte Erdbeeren zwischen 3 und 5 Euro – deutlich günstiger als abgepackte Ware im Supermarkt. Der VSSE (Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer) verzeichnet rund 1.500 Selbstpflück-Standorte bundesweit. Für Familien mit Kindern sind Selbstpflück-Felder ein Erlebnis – und eine gute Gelegenheit, Kindern zu zeigen, wo Erdbeeren herkommen. Tipp: Morgens pflücken, wenn die Früchte noch kühl sind. So halten sie länger.

Spargel in Hochsaison: Weißer und grüner Spargel im Mai

Mai ist der beste Monat für Spargel. Die Saison läuft seit April, aber im Mai stimmen Menge, Qualität und Preis optimal. Weißer Spargel kostet im Mai zwischen 6 und 12 Euro pro Kilogramm – deutlich weniger als zum Saisonstart im April, wo 15 bis 20 Euro üblich sind. Grüner Spargel ist in der Regel 2 bis 3 Euro günstiger.

Die Spargelsaison endet traditionell am 24. Juni – dem Johannistag. Danach brauchen die Pflanzen mindestens 100 Tage Regeneration bis zum ersten Frost. Wer im Mai zugreift, hat noch gut sechs Wochen Genusszeit vor sich. Die Hauptanbaugebiete liegen in Niedersachsen (4.300 Hektar), Nordrhein-Westfalen (4.100 Hektar) und Brandenburg (4.000 Hektar). Laut Destatis ist die Anbaufläche in den letzten zehn Jahren allerdings um 12,5 Prozent gesunken – von 25.700 auf 22.500 Hektar.

Frischer Spargel erkennt man am Quietsch-Test: Die Stangen quietschen, wenn man sie aneinander reibt. Die Schnittstellen sollten feucht und hell sein – braune, trockene Enden deuten auf mehrtägige Lagerung hin. Spargel direkt vom Hof schmeckt am besten – die Qualität sinkt mit jeder Stunde nach der Ernte. Grüner Spargel muss im Gegensatz zu weißem nicht geschält werden und eignet sich besonders gut zum Braten, Grillen und für Salate. Er enthält mehr Vitamin C und Beta-Carotin als weißer Spargel.

Rhabarber: Letzte Wochen bis Johanni

Rhabarber hat im Mai seine späte Hauptsaison. Die kräftigsten Stangen gibt es jetzt – rot, sauer, aromatisch. Ab Johanni (24. Juni) endet die Rhabarbersaison, weil der Oxalsäuregehalt dann zu stark ansteigt. Rhabarber-Kompott, Kuchen und Saft sind typische Mai-Klassiker.

Pro 100 Gramm liefert Rhabarber rund 12 mg Vitamin C, ist kalorienarm und ballaststoffreich. Rote Sorten sind milder als grüne. Rhabarber lässt sich gut einfrieren – eine praktische Option, um die kurze Saison zu verlängern. Das BZfE empfiehlt, Rhabarber vor dem Verzehr immer zu schälen und zu kochen, um den Oxalsäuregehalt zu reduzieren.

Saisonales Gemüse im Mai: Radieschen, Kohlrabi und Frühlingszwiebeln vom Freiland

Der Mai bringt die Freiland-Wende beim Gemüse. Radieschen, Kohlrabi und Frühlingszwiebeln kommen jetzt direkt vom Feld – knackig, frisch, ohne den langen Weg aus dem Gewächshaus. Spinat und Mangold ergänzen das Blattgemüse-Angebot. Blumenkohl startet mit frühen Sorten.

Radieschen gehören zu den schnellsten Gemüsesorten – von der Aussaat bis zur Ernte vergehen nur vier bis sechs Wochen. Im Mai gibt es sie in großer Vielfalt: rund, länglich, rot, weiß-rot, sogar violett. Pro Bund kosten sie auf dem Wochenmarkt zwischen 0,80 und 1,50 Euro. Kohlrabi ist das zweite Frühlings-Allroundtalent – roh als Snack, gedünstet als Beilage, gefüllt als Hauptgericht. Frühlingszwiebeln verleihen Salaten und Quark den typischen Mai-Geschmack.

Mangold startet im Mai seine Saison und bleibt bis in den Oktober. Die bunten Stiele – rot, gelb, orange – sind ein Hingucker auf dem Teller. Er ersetzt Spinat in der warmen Jahreszeit – die Blätter sind robuster und hitzebeständiger. Spinat vom Freiland hat im Mai seine stärksten Wochen – saftig, dunkelgrün, aromatisch. Pro 100 Gramm liefert er rund 3,5 mg Eisen und 50 mg Vitamin C. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Spinat und Mangold bevorzugt aus regionalem Freilandanbau zu kaufen – die Nitratbelastung ist dort geringer als bei Gewächshausware.

Blumenkohl und Brokkoli starten im Mai mit frühen Sorten. Die Hauptsaison folgt im Juni und Juli. Blumenkohl aus dem Freiland hat ein nussigeres Aroma als Gewächshausware – und kostet auf dem Wochenmarkt zwischen 2 und 3,50 Euro pro Kopf. Erste Frühkartoffeln kommen aus dem Süden – aus der Pfalz, aus Baden, vom Bodensee. Sie kosten im Mai noch 3 bis 5 Euro pro Kilogramm und sind eine Delikatesse: festkochend, mit dünner Schale, buttrig im Geschmack. Lauch geht im Mai in sein Saisonende – die letzten Stangen vom Freiland sind kräftiger im Geschmack als Sommerlauch.

Der Freiland-Umstieg beim Gemüse hat direkte Auswirkungen auf die Klimabilanz. Laut IFEU-Institut verursacht Freilandgemüse im Mai zwischen 0,1 und 0,3 kg CO₂ pro Kilogramm. Gewächshausgemüse im Winter liegt beim Drei- bis Fünffachen. Der Mai markiert den Punkt, ab dem saisonales Einkaufen nicht nur geschmacklich, sondern auch ökologisch am meisten Sinn ergibt.

Salate und Kräuter im Mai: Freiland-Vielfalt von Kopfsalat bis Dill

Im Mai wechseln die Salate vom Gewächshaus aufs Feld. Das bedeutet: mehr Geschmack, weniger Nitrat, bessere CO₂-Bilanz. Die Vielfalt ist beeindruckend – sechs verschiedene Salatsorten stehen gleichzeitig zur Verfügung. Dazu kommen frische Kräuter, die erst jetzt in voller Kraft stehen.

Kopfsalat ist der Klassiker unter den Mai-Salaten. Vom Freiland ist er knackiger und aromatischer als Gewächshausware. Lollo Rosso und Lollo Bionda bringen Farbe und Textur in die Salatschüssel – ihre krausen Blätter halten Dressings besonders gut. Eichblattsalat schmeckt nussig-mild und welkt schneller als andere Sorten – am besten am Einkaufstag verbrauchen. Batavia und Bataviasalat sind robuster und halten im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Feldsalat geht im Mai in sein Saisonende – er wird durch die Freilandsalate abgelöst.

Frische Kräuter machen den Mai-Unterschied. Schnittlauch und Petersilie wachsen jetzt kräftig im Freiland. Dill startet seine Saison und begleitet den Spargel auf den Teller. Kerbel – das unterschätzte Küchenkraut – schmeckt leicht nach Anis und passt zu Eierspeisen und Suppen. Bärlauch geht im Mai in sein Saisonende. Die letzten Blätter werden intensiver im Geschmack, aber zäher in der Textur. Wer Bärlauch-Pesto für den Sommer konservieren will, sollte ihn jetzt pflücken.

Die CO₂-Bilanz von Freilandsalaten und -kräutern ist exzellent: Laut IFEU-Institut verursacht Kopfsalat vom Freiland rund 0,1 kg CO₂ pro Kilogramm – ein Bruchteil der beheizten Gewächshausware im Winter. Dieser Unterschied macht den Mai zum idealen Monat für klimafreundlichen Salat-Genuss.

Wer Kräuter auf Vorrat anlegen will, hat im Mai die beste Gelegenheit. Petersilie und Schnittlauch lassen sich einfrieren, Dill trocknen, Bärlauch zu Pesto verarbeiten. So reicht die Mai-Kräuter-Ernte bis in den Herbst. Frische Kräuter vom Freiland enthalten mehr ätherische Öle als getrocknete Ware – das macht sich im Geschmack bemerkbar.

Nachhaltigkeit und Importware im Mai: Wann sich der Kauf lohnt

Im Mai verschiebt sich die Klima-Rechnung deutlich zugunsten regionaler Ware. Freilandgemüse aus Deutschland verursacht laut IFEU-Institut zwischen 0,1 und 0,3 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm. Importierte Gewächshausware liegt beim Drei- bis Fünffachen. Die Faustregel: Was im Mai aus deutschem Freiland kommt, ist fast immer die bessere Wahl.

Erdbeeren sind das beste Beispiel für die Importfrage. Anfang Mai stammen die meisten Erdbeeren im Handel noch aus Spanien – per LKW über 2.000 Kilometer transportiert. Ab Mitte Mai starten deutsche Freiland-Erdbeeren. Der CO₂-Unterschied: 0,3 vs. 0,7 kg pro Kilogramm. Geschmack und Preis sprechen ebenfalls für die regionale Variante. Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt, bei Erdbeeren zwei bis drei Wochen Geduld zu haben und auf den regionalen Saisonstart zu warten.

Bei Tomaten und Gurken ist die Lage anders. Deutsche Freilandtomaten gibt es frühestens ab Juli. Im Mai kommen Tomaten aus Spanien (Freiland) oder den Niederlanden (Gewächshaus). Spanische Freilandtomaten haben eine bessere CO₂-Bilanz als niederländische Gewächshaustomaten – obwohl der Transportweg länger ist. Die Verbraucherzentrale rät, im Mai auf Tomaten zu verzichten oder bewusst spanische Freilandware zu wählen.

Spargel ist im Mai das Paradebeispiel für regionale Nachhaltigkeit. Die Transportwege betragen selten mehr als 100 Kilometer – vom Feld auf den Markt in wenigen Stunden. Kein anderes Gemüse hat im Mai eine so kurze Lieferkette. Wer auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen kauft, bekommt oft Spargel vom selben Tag. Peruanischer Spargel im Supermarkt legt dagegen über 10.000 Kilometer zurück.

Auch Kräuter und Salate punkten im Mai mit kurzen Wegen. Ein Bund Petersilie vom Bauernmarkt kommt aus maximal 50 Kilometer Entfernung. Im Winter stammt dieselbe Petersilie aus Marokko oder der Türkei. Der Nachhaltigkeitsvorteil im Mai ist kumulativ: Wer den gesamten Einkauf saisonal gestaltet, spart laut UBA über 30 Prozent CO₂ gegenüber dem Durchschnittseinkauf.

Regionale Unterschiede im Mai in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Der Mai zeigt deutliche regionale Unterschiede – besonders bei Erdbeeren und Spargel variiert der Saisonstart um bis zu drei Wochen.

Süddeutschland startet früh. In der Pfalz, in Baden und am Oberrhein reifen Freiland-Erdbeeren ab Mitte Mai. Spargel läuft seit April in Hochsaison – Schwetzingen, Bruchsal und der Marchfeldspargel aus Österreich sind die bekanntesten Anbaugebiete. Frühkartoffeln und Kohlrabi kommen im Süden zwei Wochen früher als im Norden.

Norddeutschland braucht länger. Erdbeeren reifen hier erst Ende Mai bis Anfang Juni im Freiland. Spargel ist dagegen seit Anfang Mai in Hochsaison – die Beelitzer Spargelregion in Brandenburg und Niedersachsen als größtes Anbaugebiet liefern zuverlässig. Radieschen und Salate kommen auch im Norden ab Mai vom Freiland. An der Nordseeküste und in Schleswig-Holstein starten manche Kulturen sogar eine Woche später als im norddeutschen Binnenland – die Küstenwinde kühlen die Böden ab.

Österreich feiert im Mai den Marchfelder Spargel als kulinarisches Highlight. Die Region östlich von Wien ist das größte zusammenhängende Spargelanbaugebiet Österreichs. Die AMA Marketing verzeichnet den Mai als Spitzenmonat für Spargel und frühe Freilandgemüse. Wachauer Erdbeeren starten Mitte Mai – sie gelten als besonders aromatisch. Steirische Kräuter – Schnittlauch, Petersilie, Kerbel – kommen frisch vom Feld.

Die Schweiz liegt klimatisch zwischen Süd- und Norddeutschland. Im Mittelland starten Spargel und Erdbeeren ähnlich wie in Süddeutschland. Bio Suisse verzeichnet den Mai als Beginn der Hauptsaison für Freilandgemüse. In höheren Lagen – Berner Oberland, Graubünden – dauert es bis Anfang Juni, bevor Erdbeeren reifen. Schweizer Spargel kommt vor allem aus dem Seeland und dem Freiburger Mittelland.

Der regionale Zeitversatz hat einen praktischen Vorteil: Wer im Norden wohnt und Erdbeeren will, kann ab Mitte Mai in Süddeutschland Selbstpflück-Felder besuchen – oder wartet zwei Wochen auf die lokale Ernte. Beides ist nachhaltiger als Importware.

Bezugsquellen im Mai: Selbstpflück-Felder, Hofläden und Wochenmärkte

Der Mai ist der Monat, in dem die Bezugsquellen für regionale Ware am vielfältigsten sind. Selbstpflück-Felder öffnen, Hofläden laufen auf Hochtouren, Wochenmärkte sind bunt und voll.

Selbstpflück-Felder für Erdbeeren und Spargel sind das Highlight des Monats. Erdbeeren kosten zum Selbstpflücken zwischen 3 und 5 Euro pro Kilogramm – im Supermarkt zahlt man für regionale Ware 4 bis 7 Euro. Spargelhöfe verkaufen direkt ab Feld, oft mit Hofladen und Gastronomie. Der Bauernmarkt bietet im Mai die größte Sortimentsbreite des Jahres.

Auf dem Wochenmarkt explodiert im Mai das Angebot. Spargel in verschiedenen Qualitäten, frische Salate, Radieschen, Kohlrabi, Kräuterbündel – der Mai-Wochenmarkt ist ein Fest für saisonale Einkäufer. Preise sind in der Hauptsaison fair: Kohlrabi kostet 1 bis 2 Euro pro Stück, ein Bund Radieschen unter 1,50 Euro, Kopfsalat zwischen 1 und 2 Euro.

Im Hofladen gibt es oft Produkte, die es im Supermarkt nicht gibt: grüner Spargel direkt vom Feld, seltene Salatsorten, frischer Kerbel, Pimpinelle. Auf greenya.de – Deutschlands Plattform für nachhaltiges Leben seit 1997 – findest du über 27.000 Anbieter, darunter Hofläden, Selbstpflück-Höfe und Bio-Märkte in der gesamten DACH-Region.

Bio-Supermärkte wie Alnatura und Denn's kennzeichnen im Mai verstärkt regionale Freilandware. Die Preise für Bio-Spargel liegen im Bio-Supermarkt bei 12 bis 18 Euro pro Kilogramm – auf dem Spargelhof direkt oft 2 bis 3 Euro günstiger. SoLaWi-Betriebe (Solidarische Landwirtschaft) liefern im Mai die erste volle Erntekiste des Jahres – mit Salaten, Radieschen, Kräutern und Spinat. Die Mai-Kiste ist für viele SoLaWi-Mitglieder der Höhepunkt des Jahres. Marktschwärmer-Abholpunkte ergänzen das Angebot in Städten, wo Wochenmärkte nicht täglich stattfinden.

Häufige Fragen zum Saisonkalender Mai

Die wichtigsten Fragen rund um saisonales Einkaufen im Mai – kurz und konkret beantwortet.

Wann beginnt die Erdbeersaison in Deutschland?

Freiland-Erdbeeren aus Deutschland starten je nach Region zwischen Mitte und Ende Mai. In der Pfalz und in Baden reifen sie ab Mitte Mai, in Norddeutschland erst Ende Mai bis Anfang Juni. Erdbeeren aus dem Folientunnel gibt es vereinzelt schon ab Anfang Mai. Laut BZfE sind Freiland-Erdbeeren geschmacklich und ökologisch die bessere Wahl – sie reifen am Strauch aus und haben kurze Transportwege. Die Sortenvielfalt ist dabei groß: Senga Sengana, Elsanta, Daroyal und viele weitere Sorten reifen nacheinander und verlängern die Saison bis Juli.

Welches Obst hat im Mai Saison?

Das Obstangebot im Mai ist noch schmal. Erdbeeren (ab Mitte Mai), Rhabarber (bis Johanni) und die letzten Lageräpfel bilden das regionale Sortiment. Bärlauch geht ins Saisonende. Steinobst wie Kirschen und Aprikosen folgt erst ab Juni. Laut Verbraucherzentrale lohnt es sich, im Mai auf die drei Mai-Klassiker – Erdbeeren, Rhabarber, Spargel – zu setzen.

Wann endet die Spargelsaison?

Die Spargelsaison endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag. Danach brauchen die Pflanzen mindestens 100 Tage bis zum ersten Frost zur Regeneration. Im Mai ist die Hochsaison – beste Qualität bei niedrigsten Preisen. Destatis verzeichnet rund 22.500 Hektar Spargelanbaufläche in Deutschland.

Welche Salate haben im Mai Saison?

Im Mai stehen sechs Salatsorten gleichzeitig vom Freiland zur Verfügung: Kopfsalat, Lollo Rosso, Lollo Bionda, Eichblattsalat, Batavia und Feldsalat (Saisonende). Chicorée aus der Treiberei ergänzt das Sortiment. Freilandsalate haben eine bessere CO₂-Bilanz und weniger Nitrat als Gewächshausware.

Sind Erdbeeren Anfang Mai schon regional?

Nein. Anfang Mai stammen die meisten Erdbeeren im Handel aus Spanien oder aus deutschem Folientunnel-Anbau. Echte Freiland-Erdbeeren aus Deutschland starten frühestens Mitte Mai in Süddeutschland. Laut IFEU-Institut verursachen spanische Erdbeeren rund doppelt so viel CO₂ wie regionale Freilandware. Zwei bis drei Wochen Geduld lohnen sich.

Welche Kräuter wachsen im Mai im Freiland?

Im Mai wachsen Schnittlauch, Petersilie, Dill, Kerbel und Pimpinelle im Freiland. Bärlauch geht in sein Saisonende – die letzten Blätter werden intensiver, aber zäher. Alle Mai-Kräuter sind regional verfügbar und kosten auf dem Wochenmarkt zwischen 0,80 und 1,50 Euro pro Bund.

Fazit: Mai ist der Monat, in dem regional einkaufen am meisten Spaß macht

Über 40 Sorten vom Freiland, Spargel zum besten Preis, die ersten Erdbeeren aus der Region – der Mai liefert das stärkste saisonale Angebot des Frühlings. Die Auswahl ist riesig. Drei Wochen Geduld bei Erdbeeren lohnen sich: Freilandware schmeckt besser und verursacht halb so viel CO₂ wie Importware.

Nutze den Mai bewusst. Das lohnt sich. Selbstpflück-Felder, Hofläden, Wochenmärkte und jeder Bio-Supermarkt in der Nähe bieten die größte Auswahl des Jahres zu fairen Preisen. Im Saisonkalender findest du alle zwölf Monate – und was im Juni als Nächstes Saison hat.

Quellen und weiterführende Informationen

  • AMA Marketing Österreich (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse aus Österreich. amainfo.at

  • Bio Suisse (2025): Saisonkalender Schweiz – Obst und Gemüse nach Saison. bio-suisse.ch

  • Bundeszentrum für Ernährung / BZfE (2025): Der Saisonkalender – Obst und Gemüse. bzfe.de

  • Destatis / Statistisches Bundesamt (2026): Spargelanbau in Deutschland – Anbaufläche und Betriebe. destatis.de

  • IFEU-Institut Heidelberg (2020): Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. ifeu.de

  • Umweltbundesamt / UBA (2024): Ökobilanz von Lebensmitteln. umweltbundesamt.de

  • Verbraucherzentrale Bundesverband (2025): Saisonkalender – Obst und Gemüse frisch und regional einkaufen. verbraucherzentrale.de

  • VSSE (2025): Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer – Saisonkalender und Selbstpflück-Standorte. vsse.de

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